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Asthma
Beschreibung
Dr. med. Katharina Larisch
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Lunge, die in Deutschland weit verbreitet ist. Bis zu zehn Prozent der Kinder, vor allem Jungen und etwa drei bis sechs Prozent der Erwachsenen, häufiger Frauen, leiden darunter, berichtet der Deutsche Allergie- und Asthmabund. Damit ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern unter zehn Jahren. Bei fast der Hälfte der Kinder verschwindet die Erkrankung später wieder.
Ursache – Überempfindliche, verkrampfte Bronchien
Die Bronchien eines Asthmatikers sind durch eine dauerhaft bestehende, entzündliche Reaktion überempfindlich und gereizt. Es gibt bestimmte Faktoren, auf die das Bronchialsystem überempfindlich reagiert und die einen Asthmaanfall auslösen können.
Dies sind unter anderem:
- Allergieauslösende Stoffe, z.B. Pollen, Tierhaare, bestimmte Nahrungsmittel etc.
- Reizende Substanzen wie Tabakrauch oder Staub
- Kalte Luft
- Körperliche und seelische Belastungen
- Atemwegsinfektionen
Bei einem Asthmaanfall verkrampft sich die Bronchialmuskulatur und die Schleimhaut, welche die Bronchien von innen auskleidet, schwillt an. Zusätzlich kann es – darunter leiden besonders Kinder - zu einer Überproduktion von klarem, zähem Schleim kommen, der sehr schwer abzuhusten ist.
Infektionen der Atemwege sind für Asthmatiker besonders gefährlich: Die empfindlichen Luftwege reagieren darauf mit häufigeren und schwereren Anfällen.
Symptome – Atemnot und Husten
Das Hauptsymptom bei einem Asthmaanfall ist die keuchende Atemnot. Asthmaanfälle können sehr unterschiedlich verlaufen. Von leichter Atemnot und leichtem Husten bis hin zu schwerster Atemnot können alle Varianten vorkommen. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, die eingeatmete Luft durch die engen Atemwege wieder auszuatmen. Ihr Brustkorb scheint sich aufzublähen, man kann an einem pfeifenden Geräusch förmlich hören, welchen Widerstand die Luft auf ihrem Weg aus der Lunge überwinden muss.Zusätzlich besteht ein Hustenreiz. Bei einem sehr schweren Asthmaanfall benötigen die Betroffenen oft ihre gesamte Kraft, nur um die lebenswichtigen Atemzüge machen zu können. Jeder Asthmatiker sollte in einer Asthmaschulung lernen, was bei einem Asthmaanfall zu tun ist. Ggf. ist eine Kostenbeteiligung durch den Versicherer möglich. Menschen, die unter schwerster Atemnot leiden, müssen schnellstmöglich einer notfallärztlich versorgt werden, um gegebenenfalls Sauerstoff und zusätzliche Medikamente zu erhalten.
Im Alltag leiden viele Betroffenen schnell unter Kurzatmigkeit, da die Luftwege bei schwereren Verlaufsformen auch außerhalb eines akuten Asthmaanfalls verengt sind. Bei leichteren Formen des Asthmas bestehen keine dauerhaften Beschwerden.
Je nach den Symptomen unterscheidet man verschiedene Schweregrade des Asthmas.
Leichtgradiges Asthma verursacht keine dauerhaften Beschwerden, es treten lediglich bis zu zwei Anfälle oder Beschwerdeepisoden pro Woche auf. Bei leichtem, dauerhaften Asthma treten bis zu einmal pro Tag und mehr als zweimal pro Monat nachts Anfälle oder Beschwerden auf. Bei mittelgradigem, dauerhaftem Asthma leiden die Betroffenen täglich unter Beschwerdeepisoden, nachts haben sie häufiger als einmal pro Woche Beschwerden.
Schweres Asthma liegt vor, wenn tagsüber ständig Beschwerden auftreten, auch nachts leiden die Betroffenen sehr häufig unter den Symptomen.
Diagnose – Auf Kommando ausatmen
Um die Diagnose „Asthma“ zu stellen, sind nur wenige Schritte nötig:- Der Arzt wird genau die Art der Beschwerden und den Zeitpunkt ihres Auftretens erfragen (Anamnese).
- Mit dem Stethoskop sind bei einigen Asthmaformen typische „Asthmageräusche“ über der Lunge zu hören.
- Mit einem einfachen, kleinen Gerät (so genanntes Peak-Flow-Meter) kann gemessen werden, wie hoch die maximale Flussrate bei der Ausatmung ist. Eine verminderte Strömungsgeschwindigkeit deutet auf eine Verengung der Bronchien hin. Dieses Gerät könnten Patienten auch zur täglichen Selbstkontrolle einsetzen. Damit lässt sich rechtzeitig erkennen, wenn sich eine Verschlechterung der Erkrankung anbahnt.
- Vermutet der Arzt ein allergisches Asthma, so wird er zusätzlich eine Allergietestung einschließlich einer auf Allergien gerichteten speziellen Anamnese vornehmen.
- Bei entsprechenden Hinweisen auf ein Asthma ist immer eine gezielte Überprüfung der Lungenfunktion erforderlich. Mittels Spirometrie lassen sich folgende Parameter in Abhängigkeit von der Zeit bestimmen: Ein- und Ausatemvorgänge, Strömungsgeschwindigkeit der Luft sowie die in der Lunge verbleibenden Luftmengen.
- Um auszuschließen, dass ein übempfindliches Bronchialsystem die Beschwerden verursacht, kann auch ein Test durchgeführt werden, bei dem gezielt eine reizende Substanz inhaliert wird. Verschlechtert sich die gemessene Luftströmungsgeschwindigkeit dann deutlich bei sonst normalen Messwerten, so deutet dies auf ein hyperreagibles Bronchialsystem hin.
In vielen Fällen besteht die Asthma-Erkrankung lebenslang. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich ausreichend bei einem Facharzt informieren und beraten lassen. Fragen Sie ihn, wenn Sie etwas nicht verstehen. Denn: Je besser Sie über Asthma Bescheid wissen, desto besser sind die Chancen, es gut in den Griff zu bekommen.
Datum: 4. August 2008

