Kundenbereich
Herzinsuffizienz
Therapie
Diagnostik und Therapie der Herzinsuffizienz sollten in einem speziellen kardiologischen Zentrum mit ausreichender Erfahrung erfolgen. Dort können Spezialisten entscheiden, welche Therapie die richtige ist, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Medikamente
Wer an einer Herzmuskelschwäche leidet, muss Medikamente einnehmen. Die Medikamente kräftigen das Herz und verhindern, dass es weiter Schaden nimmt. Die Beschwerden sollten im besten Fall so zurückgehen, dass Sie Ihr gewohntes Leben zu Hause weiterführen können.
Folgende Medikamente werden häufig eingesetzt:
Diuretika:
Diese so genannten "Wassertabletten" verstärken die Salz- und Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren. Weniger Flüssigkeit im Blutgefäss bedeutet gleichzeitig weniger Druck und weniger Arbeit für das Herz.
Betablocker:
Betablocker vermindern den Pulswert und den Sauerstoffbedarf des Herzens. Dadurch verhindern sie, dass die Herzschwäche fortschreitet und schützen vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.
ACE-Hemmer / Angiotensin-I-Antagonisten:
ACE-Hemmer und Angiotensin-I-Antagonisten reduzieren den Widerstand in den Blutgefäßen und verhindern, dass der Körper zu viel Salz und Wasser speichert. Zudem stärken sie langfristig die Schlagkraft des Herzens
Digitalisglykoside:
Seit mehr als 200 Jahren ist der Wirkstoff des Fingerhuts (Digitalis) bekannt. Die Medikamente kräftigen den Herzmuskel und stabilisieren einen zu schnellen Puls.
Die hohe Sterblichkeit der Herzinsuffizienz lässt sich durch Medikamente deutlich senken. Große Studien haben gezeigt, dass ACE-Hemmer und Betablocker lebensverlängernd wirken. Daher ist es wichtig, dass Sie die verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen. Diuretika und Digitalis wirken zwar nicht lebensverlängernd, erhöhen aber die Lebensqualität, da sie die beschwerden reduzieren. Auch wenn Sie Medikamenten einnehmen, muss Ihr Herz immer wieder kontrolliert und die Therapie möglicherweise neu angepasst werden. Nur eine regelmäßige Kontrolle durch den Arzt kann Komplikationen und damit Krankenhausaufenthalte vermeiden.
Bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche kann ein Herzschrittmacher (Resynchronisationstherapie) in Kombination mit einer medikamentösen Therapie die Herzfunktion verbessern.
Mit Medikamenten alleine ist es jedoch bei einer Herzschwäche nicht getan. Auch Sie können bei der Behandlung der Herzmuskelschwäche eine aktive Rolle spielen: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Gewicht und tragen Sie die Werte in ein Tagebuch ein. Plötzliche Gewichtszunahmen können ein Zeichen dafür sein, dass sich die Herzfunktion verschlechtert und im Körper Wasser eingelagert wird. Das sollten Sie Ihrem Arzt sofort mitteilen.Bewegen Sie sich außerdem regelmäßig, achten Sie auf eine salzarme Ernährung und meiden Sie Alkohol und Nikotin. Trinken Sie nicht mehr als zwei Liter am Tag, aber auch nicht viel weniger, außer der Arzt hat es ausdrücklich empfohlen. Vergessen Sie die Kontrolltermine beim Arzt nicht, auch wenn Ihr Herz keinerlei Beschwerden verursacht. Lassen Sie sich auch beispielsweise gegen Grippe impfen.
Wenn alle anderen Mittel versagt haben oder wenn operable Ursachen der Herzinsuffizienz bestehen, dann kann in besonders gelagerten Fällen auch ein herzchirurgischer Eingriff zu einer Besserung führen.
Datum: 4. August 2008

