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Neurodermitis
Vorsorge
Eine allergische Veranlagung in der Familie können Sie leider nicht beeinflussen. Sie können aber einiges dafür tun, dass das Erkrankungsrisiko bei Ihrem Kind sinkt.
Das können Sie vorsorglich gegen Allergien tun
Stillen Sie ihr Baby mindestens sechs Monate lang und beginnen Sie erst danach mit der Zufütterung anderer Kost. Dies kann das Neurodermitisrisiko senken. Auch die stillende Mutter selbst kann sich allergenarm ernähren. Vor allem Kuhmilch und -produkte, Hühnerei, Nüsse, Soja und Fisch können Allergien auslösen. Lassen Sie sich im Rahmen der Eigenvorsorge am besten von einer Ernährungsspezialistin beraten, welche Lebensmittel empfehlenswert sind und auf welche Sie besser verzichten sollten. Achten Sie auch darauf, dass es bei Ihrem Kind nicht zu Mangelerscheinungen kommt.
Ist Stillen nicht möglich, sollte das Baby hypoallergene Säuglingsnahrung erhalten. Ab dem sechsten Monat können Sie mit der Einführung von Beikost beginnen. Gehen Sie dabei langsam und schrittweise vor. Führen Sie pro Woche nicht mehr als ein neues Lebensmittel in den Speiseplan ein. Karotten, Kartoffeln oder Bananen vertragen die meisten Kinder gut. Nahrungsmittel wie Hühnerei, Fisch, Nüsse und Schokolade (diese enthält meist Spuren von Nüssen) sollten Sie Ihrem Kind frühestens nach dem ersten Lebensjahr geben. Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt beraten, wie Sie bei einem Kind mit hohem Allergierisiko den Ausbruch der Erkrankung verhindern oder hinausschieben können.
Leidet Ihr Kind bereits unter Neurodermitis, sollten Sie versuchen, die Anzahl und Schwere der akuten Schübe durch Veränderungen der Lebensumstände so gering wie möglich zu halten. Im Vordergrund steht die Vermeidung des Allergenkontakts, wenn eine allergische Ursache gesichert ist. Sind Nahrungsmittelallergien bekannt, müssen die Allergene streng gemieden werden, auch wenn sie in Nahrungsmittel nur in Spuren vorhanden sind. Ist Ihr Kind gegen sehr viele Nahrungsbestandteile allergisch, sollten Sie sich im Rahmen der Eigenvorsorge von einem Ernährungsexperten beraten lassen, damit eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen nicht zu kurz kommt. Eine spezielle Neurodermitis-Diät, welche die Krankheit heilt, gibt es aber nicht.
Bei einer Hausstaubmilbenallergie können besondere Bettbezüge die Allergiebelastung im Schlafraum senken. Regelmäßiges Lüften und nicht zu warme Temperaturen dämmen zudem die Vermehrung von Milben ein. Kuscheltiere sollten Sie regelmäßig waschen und zwecks Milbenvernichtung einmal pro Monat eine Nacht in den Gefrierschrank stecken.
Auch die richtige Kleiderwahl spielt eine Rolle. Besonders Wolle kann zur Überempfindlichkeit führen und sollte nicht direkt auf der Haut getragen werden. Gut geeignet sind Kleidungsstücke aus Baumwolle oder Seide, die sich glatt und kühl anfühlen. Etiketten und manchmal auch die Nähte vieler Kleidungsstücke bestehen aus Kunstfasern und können die Haut reizen. Die Etiketten lassen sich heraustrennen, bei Nähten hilft es zumindest bei Nacht- und Unterwäsche, wenn sie mit der Naht nach außen- also von links - getragen werden. Alle Kleidungsstücke sollten Sie vor dem ersten Tragen waschen.
Zigarettenrauch verstärkt die Erkrankung. Ein Haushalt, in dem ein Neurodermitiker lebt, sollte unbedingt rauchfrei sein.
Datum: 2. Februar 2011

