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Kinder - Kleine Allergiker


© Photocase.de/maegs
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Allergien - der Zahlensalat

Immer mehr Kinder leiden heute unter Allergien. Experten schätzen, dass fast jedes dritte Kind von einer Allergie betroffen ist - mit steigender Tendenz. Interessant dazu sind Zahlen aus einer früheren Untersuchung an Schulkindern zwischen neun und elf Jahren aus Ost- und Westdeutschland: 8,6 Prozent der Kinder im Westen und nur 2,7 Prozent im Osten waren von Heuschnupfen betroffen. Beim Asthma bronchiale waren es 9,3 (West) und 7,2 (Ost) und eine bronchiale Überreaktionsbereitschaft fand sich bei 8,3 Prozent (West) beziehungsweise 5,5 Prozent (Ost) der Kinder.

Immunsystem auf Abwegen

Forscher vermuten heute, dass die unterschiedlichen Zahlen auf verschiedene Lebensbedingungen in Ost- und Westdeutschland zurückzuführen sind. Kinder in der ehemaligen DDR verbrachten mehr Zeit in Einrichtungen wie Kindertagesstätten und litten so häufiger an Infekten. Nach der sogenannten "Schmuddeltheorie" sind häufige Infekte im Kindesalter dafür verantwortlich, dass das Immunsystem (durch die Bildung von Antikörpern) ausreichend beschäftigt wird. Ein unterfordertes Immunsystem sucht sich möglicherwiese andere harmlose Umweltstoffe, gegen die es dann aktiv wird: Eine Allergie entsteht. Heute leiden in Ostdeutschand etwa genauso viele Kinder an Allergien wie im Westen. Zudem weiß man, dass auch die Gene eine Rolle spielen. Kinder, deren Eltern allergisch reagieren, erkranken häufig ebenfalls an einer Allergie.

Allergien sind alterslos

Eine Allergiker-Karriere kann schon im Säuglingsalter beginnen. Prinzipiell kann jedes Kind bereits im Mutterleib spezifische Antikörper als Zeichen der Sensibilisierung bilden. Etwa ein Drittel aller Kinder entwickelt bis zur Einschulung eine allergische Erkrankung, zum Beispiel Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Neurodermitis.

Weitere Auslöser von Allergien bei Kindern sind Zitrusfrüchte, Kiwis, verschiedene Nüsse, Zusatz- und Inhaltsstoffe in Lebensmitteln oder Schadstoffe wie Autoabgase und Zigarettenrauch.

Unterschiedlicher Verlauf

Die allergischen Beschwerden bei Kindern verlaufen unterschiedlich schwer; sie können vorübergehend oder dauerhaft auftreten. Häufig betroffene Organe sind die Haut (Nesselausschlag, Ekzeme, Neurodermitis), Augen (geschwollene oder entzündete Augenlider), Lunge und Atemwege (Heuschnupfen, Asthma) sowie Magen und Darm (Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen).

Frühzeitig behandeln

Je früher allergische Erkrankungen behandelt werden, desto besser. Spezielle Medikamente (Antihistaminika, Mastzellstabilisatoren, Kortison) lindern akute und chronische Beschwerden. Eine weitgehend allergenfreie Umgebung und der Verzicht auf das Allergie auslösende Nahrungsmittel schont den kindlichen Organismus.

Eine spezifische Immuntherapie (Hypo- und Desensibilisierung) kann bestimmte Allergien heilen. In vielen Fällen verhindert sie, dass sich die Allergie verschlechtert, zum Beispiel durch einen Etagenwechsel von der Nase (Heuschnupfen) in die Lunge (Asthma). Die spezifische Immuntherapie empfehlen Allergologen erst ab dem fünften Lebensjahr. Denn bei den ganz Kleinen sind mögliche Nebenwirkungen schwerer beherrschbar.

Eltern können ihr Kind für den Alltag eines Allergikers fit machen:

Vorsorge möglich

Auch das Erbgut mischt bei der Entstehung von Allergien mit. Kinder, deren Eltern  Allergiker sind, haben ein höheres Allergierisiko als Kinder, bei denen keine Allergien in der Familie auftreten. Betroffene Eltern müssen aber nicht tatenlos warten, bis sich auch bei ihrem Nachwuchs eine Allergie einstellt. Insbesondere Mütter können die gesundheitliche Entwicklung ihres Kindes positiv beeinflussen:

Viele Allergien begleiten die betroffenen Kinder ein Leben lang. Jedoch können chronische Neurodermitis und Asthma bronchiale auch wieder verschwinden, wenn die Kinder älter werden.

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