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Niedriger Blutdruck - Medikamente


Mehrere Gruppen von Wirkstoffen können den Blutdruck leicht anheben, die Beschwerden von niedrigem Blutdruck lindern und Schwindelattacken verhindern. Alle medikamentösen Therapien sind jedoch mit der Möglichkeit unerwünschter Wirkungen (zum Beispiel Bluthochdruck) verbunden. Zunächst sollten Sie deshalb versuchen, mit nicht-medikamentösen Maßnahmen die Beschwerden eines niedrigen Blutdrucks zu bessern.

Sympathomimetika

Medikamente aus dieser Gruppe kommen am häufigsten gegen niedrigen Blutdruck zum Einsatz. Ähnlich wie die körpereigenen Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin erhöhen sie den Rückstrom des Blutes zum Herzen und stimulieren den Herzschlag.

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören unter anderem Herzrasen, Herzrhythmus- und Blasenentleerungsstörungen. Sympathomimetika dürfen nicht eingesetzt werden bei koronarer Herzkrankheit, Glaukom, Vergrößerung der Prostata, Schilddrüsenüberfunktion, im ersten Schwangerschaftsdrittel und im Profisport (positiver Dopingtest).

Etilefrin wirkt direkt an den Blutgefäßen und am Herzen. Das Herz schlägt schneller und kräftiger, der Blutdruck steigt und die Durchblutung des Körpers wird verbessert. Zusätzlich kräftigt und stabilisiert Etilefrin die kleineren Venen im Gewebe: Das Blut kann nicht mehr in den Beinen versacken und wird schneller zum Herzen zurück befördert. Dadurch wird der Kreislauf weiter stabilisiert und das Gehirn ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Weil Etilefrin die Herzleistung anregt, eignet es sich vor allem für Patienten, bei denen der niedrige Blutdruck mit einem langsamen Herzschlag verbunden ist. Der Wirkstoff wird bei Schwindelanfällen im Zusammenhang mit dem raschen Aufstehen (orthostatische Hypotonie) und bei chronischer Hypotonie eingesetzt. Etilefrin ist in Tropfenform oder als Tablette erhältlich. Es wird auch als Kombinationspräparat mit Dihydroergotamin angeboten.

Ameziniummetilsulfat ist ein indirektes Sympathomimetikum. Es hemmt den Abbau von Noradrenalin und erhöht so dessen Konzentration im Körper. Noradrenalin wirkt vor allem an den Blutgefäßen. Sie ziehen sich zusammen, der Blutdruck steigt und die Durchblutung der Organe wird verbessert. Die Herzleistung (Pumpkraft, Puls) verändert sich dabei kaum.

Midodrin, Norfenefrin und Pholedrin sind Sympathomimetika, die auf die Alpha-Rezeptoren in den Wänden der Blutgefäße einwirken. Wie Noradrenalin verengen sie die Blutgefäße, der Blutdruck steigt und die Durchblutung des Körpers wird verbessert. Zusätzlich werden die kleinen venösen Blutgefäße stabilisiert: Das Blut kann nicht mehr in den Beinen versacken und wird schneller zum Herzen zurückbefördert. Auf die Herzleistung haben diese Wirkstoffe kaum Einfluss.

Oxilofrin wirkt an den Blutgefäßen und am Herzen ähnlich wie das körpereigene Adrenalin. Das Herz schlägt schneller und kräftiger, der Blutdruck steigt und die Durchblutung des Körpers wird verbessert. Zusätzlich kräftigt und stabilisiert Oxilofrin die kleinen Venen im Gewebe: Das Blut versackt nicht mehr in den Beinen und wird schneller zum Herzen zurück befördert. Der Kreislauf verbessert und stabilisiert sich. So wie Etilefrin regt auch Oxilofrin die Herzleistung an und eignet sich daher besonders für Hypotoniker (Menschen mit niedrigem Blutdruck), bei denen der niedrige Blutdruck zusammen mit einem langsamen Herzschlag auftritt. Der Wirkstoff ist in Tropfen- und Drageeform erhältlich.

Fludrocortison

Fludrocortison ist ein synthetisch hergestelltes Hormon der Nebennierenrinde (Mineralokortikoid). In der Niere verhindert es die Ausscheidung von Salz und Wasser, wodurch das Blutvolumen - und damit der Blutdruck - ansteigt. Fludrocortison wird vor allem bei Patienten eingesetzt, die Kreislaufprobleme beim Aufstehen haben und dabei nicht über einen Pulsanstieg zum Ausgleich verfügen (asympathikotone orthostatische Hypotonie).

Zu den Nebenwirkungen zählen Bluthochdruck, Ödeme, Kaliummangel, Gewichtszunahme, Depressionen und Akne. Bei zahlreichen Begleiterkrankungen darf Fludrocortison nicht eingesetzt werden. Beispiele sind Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Nierenkrankheiten, Osteoporose, Magen-Darm-Krankheiten oder Bluthochdruck. In einigen Fällen wird es in Kombination mit Sympathomimetika verordnet.

Dihydroergotamin

Dihydroergotamin ist ein so genannter Vasokonstriktor; es verengt die großen Venen. Das verbessert den Rückstrom des Blutes zum Herzen und verhindert Kreislaufprobleme beim Aufstehen. Deshalb wird Dihydroergotamin vor allem bei der sympathikotonen orthostatischen Hypotonie eingesetzt, der häufigsten Kreislaufregulationsstörung, die zu keislaufbedingten Stürzen (Synkopen) führt. Die Aufnahme von Dihydroergotamin im Darm schwankt stark und es kann zu einer kurzzeitig zu hohen Dosierung mit Durchblutungsstörungen in Zehen und Fingern kommen.

Falls Erkrankungen des Gefäßsystems vorliegen (zum Beispiel koronare Herzkrankheit, arterielle Verschlusskrankheit und andere), sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit darf Dihydroergotamin nicht eingesetzt werden. Zu häufig angewendet kann der Wirkstoff Kopfschmerzen verursachen. Dihydroergotamin kann auch als Kombinationspräparat mit Etilefrin eingenommen werden.

Erythropoetin

Erythropoetin (Epoetin alpha oder Epoetin beta) ist ein Hormon, das die Reifung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Knochenmark anregt. Erythrozyten sorgen im Blut für den Sauerstofftransport. Bei Patienten mit schwerer orthostatischer Hypotonie, die auf andere Medikamente nicht ansprechen, kann Erythropoetin die Beschwerden möglicherweise verringern. Im Profisport wird der Wirkstoff verbotenerweise als Dopingmittel eingesetzt.


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