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Ergänzende Vorsorgemaßnahmen
Ergänzende Vorsorgemaßnahmen
Bestimmte Untersuchungen oder Verfahren sind zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben oder allgemeingültig empfohlen, aber dennoch sehr sinnvoll. Einige Krankheiten lassen sich so frühzeitig erkennen und behandeln, manchmal sogar vermeiden. Die Kosten müssen Sie in der Regel allerdings selbst tragen.
Augenarzt zwischen dem 30. und 40. Lebensmonat
Je früher Schielen im Leben eines Kindes auftritt und je später es behandelt wird, desto schwerer ist eine mögliche Sehbehinderung. Mit Beginn des Schulalters sinken die Erfolgschancen der Therapie bereits erheblich. Schielende Babys und Kleinkinder sollten möglichst frühzeitig behandelt werden.
Lichtempfindlichkeit, häufiges Augentränen, Verstimmung oder Reizbarkeit, Entzündungen, schiefe Kopfhaltung oder ungeschickte Bewegung sind ein Hinweis auf Fehlsichtigkeit. Eine routinemäßige Überprüfung des Sehvermögens ist daher sinnvoll.
Kinder-Intervall-Check
Durch zusätzliche Vorsorge-Checks lassen sich einige Krankheiten im Frühstadium erkennen. Dazu gehören:
- Hörprüfung, vor allem das Neugeborenen Hörscreening. Damit lassen sich Hörstörungen rechtzeitig aufdecken. Angeborene Hörfehler können die Sprachentwicklung in den ersten Lebensjahren beeinträchtigen.
- Farbsinnprüfung
- Ultraschall der Bauchorgane, um Fehlbildungen beispielsweise der Nieren früh zu erkennen.
- Laborscreening: v.a. Untersuchung der Nieren- und Leberwerte.
- Lungenfunktionsprüfung zur Früherkennung von z.B. Asthma.
Kinderärzte empfehlen zwischen U9 und J1 zwei weitere Untersuchungen, um die große Untersuchungslücke zu schließen:
U10
Sie findet zwischen dem siebten und achten Lebensjahr statt. Schwerpunkte dieser neuen Vorsorgeuntersuchung sind das Erkennen und die Therapieeinleitung von Entwicklungsstörungen (wie z.B. Lese-Rechtschreib-Rechenstörungen), von Störungen der motorischen Entwicklung und Verhaltensstörungen (z.B. ADHS), die nach dem Schuleintritt oft deutlich werden.
U11
Sie findet zwischen dem neunten und zehnten Lebensjahr. In diesem Alter treten häufig Schulschwierigkeiten auf, deshalb dient diese Vorsorgeuntersuchung u.a. auch dem Erkennen von Schulleistungsstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen. Aber auch Zahn-, Mund- und Kieferanomalien oder gesundheitsschädigendes Medienverhalten sollen erkannt werden und – falls erforderlich – die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet werden. Diese Untersuchung soll u.a. auch der Bewegungs- und Sportförderung dienen, den problematischen Umgang mit Suchtmitteln erkennen und verhindern helfen und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen, z.B. mit Hilfe von Ernährungs-, Bewegungs-, Stress-, Sucht- und Medienberatung – je nach Bedarf.
Datum: 23. Januar 2011

