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Zahnersatz
Therapie
Am Anfang jeder Zahntherapie steht das Arzt-Patientengespräch. Dazu gehört auch, dass Sie über die Hintergründe der Erkrankung und die Therapiemöglichkeiten gut informiert sind. Insbesondere beim Zahnersatz gibt es oft vielfältige Lösungsmöglichkeiten, die erheblich in Tragekomfort und Ästhetik variieren können. Außerdem gibt es kostengünstigere und kostenintensivere Versorgungsmöglichkeiten mit Zahnersatz. Es ist daher sehr wichtig, dass sie ein ausführliches Beratungsgespräch mit Ihrem Zahnarzt führen und sich individuell beraten lassen. Künstliche Zähne müssen Sie in der Regel noch besser pflegen als die natürlichen. Lassen Sie sich auch hier Tipps von Ihrem Zahnarzt geben, wie die richtige Pflege aussieht.
Zahnersatz ist eine aufwändige Handarbeit, die meist auch ihren Preis hat. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten durch einen sogenannten Festzuschuss, den sie für den vorhandenen Behandlungsbedarf gewähren. Entscheidet man sich für die vorgesehene Regelversorgung, ist mit geringeren Kosten zu rechnen als wenn aufwändigere Therapieformen gewählt werden. Bei jeder Art von Prothetik ist es außerdem wichtig, dass Spezialisten (Zahnärzte und Zahntechniker) eng zusammenarbeiten.
Grundsätzlich sollten Zähne erhalten werden. Ab einem bestimmten Zerstörungsgrad ist eine Entfernung und prothetische Versorgung sinnvoller. Jeder Zahnersatz ist nur so viel wert wie die ihn tragenden Pfeilerzähne.
Kronen/Teilkronen
Vor einer Überkronung sollte sorgfältig abgewogen werden, ob sie auch unbedingt notwendig ist. Inlays und Teilkronen sind substanzschonender und bei kleineren Defekten die bessere Lösung.
Bevor einem defekten Zahn eine Krone aufgesetzt wird, muss er saniert sein. Auch Zahnfleisch und Zahnhalteapparat müssen gegebenenfalls behandelt werden. Ist eine Wurzelbehandlung vorausgegangen, müssen Entzündungen an der Wurzelspitze ausgeschlossen werden. Außerdem muss Ihr Zahnarzt prüfen, ob der Kieferknochen noch gesund ist. Ein Röntgenbild gibt hier Aufschluss. Die Überkronung erfolgt in verschiedenen Schritten:
- Entfernen von Karies und Füllungsresten, Aufbau des Zahns mit Stumpfaufbaumaterial.
- Abschleifen des Zahns, um Platz für die Krone zu schaffen.
- Genauer Abdruck des abgeschliffenen Zahns und des gegenüberliegenden Kiefers. Je exakter der Abdruck, desto besser passt anschließend die Krone; Anfertigen einer provisorischen Krone.
- Ein Zahntechniker erstellt ein Modell des präparierten Stumpfes, von Ober- und Unterkiefer, gießt die Krone und passt sie möglichst genau in die Zahnreihe ein;
Der Zahnarzt prüft im Mund dann Form und Sitz der Krone. Sie muss glatt - ohne Ritze oder Stufe - in den Zahnstumpf übergehen, damit sich dort weder Zahnbelag noch Speisereste sammeln oder Keime eindringen können. Die Krone wird erst einzementiert, wenn sie wirklich perfekt passt.
Ein überkronter Zahn muss noch sorgfältiger gepflegt werden als ein nicht überkronter, da er im Randbereich anfällig ist für Karies und Zahnfleischerkrankungen.
Brücken
Es können ein oder mehrere fehlende Zähne überbrückt werden. Auch hier müssen zunächst die grundlegenden Zahndefekte saniert werden – dazu gehören Kariesentfernung oder die Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Sonst trägt die Brücke nicht lange. Eine festsitzende Brücke ist nur dann sinnvoll, wenn die Pfeilerzähne voraussichtlich noch lange Jahre stabil und gesund bleiben.
Trotzdem sind manchmal Implantate zur Versorgung von Zahnlücken vorzuziehen, insbesondere, wenn die Nachbarzähne nicht überkronungsbedürftig sind, weil sie keine oder nur sehr kleine Füllungen haben. Gerade bei Sportunfällen, bei denen z. B. ein gesunder Schneidezahn verloren geht, kann ein Implantat weiterhelfen. .
Bei der herkömmlichen Brücke werden die Pfeilerzähne zunächst beschliffen und erhalten Kronen, die das Mittelstück (Brückenglied) tragen. Als Material kommt alles in Frage, was auch bei einer Krone verwendet wird: Metall, Kunststoff oder Keramik. Je nach Lage im Gebiss kann eine Brücke auch mehrere Zähne ersetzen.
Es gibt verschiedene Arten von Brücken:
Tangentialbrücken: Sie werden vor allem im Bereich der Front- und Oberkieferseitenzähne eingesetzt und fest zementiert. Die Brückenzwischenglieder stehen in engem Kontakt mit der Schleimhaut, üben aber keinen Druck auf sie aus.
Schwebebrücken: Sie sind für den Bereich der Unterkieferseitenzähne eine gute Wahl – aus ästhetischen Gründen nur in Bereichen, die man nicht sieht. Die Zwischenglieder haben einen deutlichen Abstand zur Schleimhaut und ersetzen nur die Kauflächen der fehlenden Zähne. Der Vorteil: Sie lassen sich leichter reinigen.
Freiendbrücken: Fehlt beispielsweise der letzte Zahn der Zahnreihe, werden die beiden Zähne vor der Lücke überkront und miteinander verbunden (verblockt). Der Ersatzzahn wird hier nur auf einer Seite gehalten.
Inlaybrücken: Hier wird die Brücke an zwei Inlays der Nachbarzähne befestigt. Diese Variation ist auf den ersten Blick sehr zahnschonend, da ein Beschleifen der Pfeilerzähne entfällt. Unter der enormen Kaubelastung können sich die Verklebungen jedoch mittelfristig lösen.
Klebebrücken: Sie eignen sich für die Region der Schneidezähne. Der Vorteil ist, dass die Pfeilerzähne nur sehr wenig auf der Innenseite beschliffen werden müssen. Im Gegensatz zu den anderen Brückenarten dienen hier dünne Metallplättchen - nicht Kronen - als Anker. Klebebrücken werden meistens bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen verwendet. Diese Methode ist zahnschonend, die Brücke aber nicht so stabil wie fest an Kronen verankerte Brücken.
Ein Nachteil von Brücken ist, dass die Pfeilerzähne zum Teil stark beschliffen werden müssen. Am Übergang vom Zahn zur Krone kann es zu vermehrter Anlagerung von Mundbakterien kommen, die wiederum Karies oder Zahnfleischentzündungen zur Folge hat. Zähne, die eine Brücke tragen, müssen noch besser geputzt werden als solche ohne Brücke!
Implantat
Implantate sind eine Alternative zu Brücken oder Prothesen. Der Vorteil: Es bleibt möglichst viel Zahnsubstanz erhalten, weil die Nachbarzähne nicht abgeschliffen werden. Implantate eignen sich aber nicht für alle Menschen gleichermaßen. Bevor ein Implantat eingebracht wird, muss zunächst genau untersucht werden, ob der Kieferknochen geeignet ist. Er muss stark genug sein, weil das Implantat sonst nicht hält. Auch können manche Allgemeinerkrankungen eine Gegenindikation für ein Implantat darstellen, da mit einer erschwerten Einheilung gerechnet werden muss. Bevor man ein Implantat einsetzt, müssen zunächst die Zähne saniert werden. Auch das Zahnfleisch muss absolut entzündungsfrei sein. Die Verankerung des Implantats geschieht in mehreren Schritten:
1) In manchen Fällen muss zunächst der Kieferknochen verstärkt werden (Augmentation). Dies geschieht entweder durch Knochensplitter aus Kinn oder Becken bzw. künstlichen Knochenersatz. Beim sogenannten Sinuslift wird der Boden der Kieferhöhle angehoben und die Stelle für das Implantat mit Knochenmaterial verstärkt. Dadurch halten Implantate besser.
2) Anschließend werden ein oder mehrere Löcher in den Kieferknochen gebohrt, das Implantat eingeschraubt und die Schleimhaut über dem Implantat vernäht. Das Implantat heilt ein und verbindet sich mit dem Kieferknochen. Im Unterkiefer dauert das etwa drei Monate, im Oberkiefer etwas länger.
3) Erst dann wird der Zahnersatz auf die künstliche Zahnwurzel montiert. Infrage kommen Kronen, Brücken oder Totalprothesen. Komplikationen sind schlechte Einheilung oder Entzündung der Wunde. Mangelnde Durchblutung des Knochens, frühzeitige Überbelastung, Rauchen oder Diabetes erhöhen das Risiko, dass das Implantat nicht einheilt.
Um die Pflege seiner Implantate muss sich jeder Patient besonders sorgfältig kümmern, beispielsweise mit Zahnzwischenraumbürsten, damit sich keine Speisreste, Beläge oder Keime ansammeln. Das Zahnfleisch um die Implantate herum muss immer völlig entzündungsfrei bleiben.
Prothesen
Man unterscheidet Teilprothesen (viele eigene Zähne fehlen) von Totalprothesen (alle eigenen Zähne fehlen). Prothesen werden eingesetzt, wenn in solchen Fällen eine Versorgung mit festem Zahnersatz nicht mehr möglich ist.
Totalprothesen Das größte Problem bei Totalprothesen ist der Halt, weil keine Verankerungen mehr vorhanden sind. Vereinfacht kann man sagen: Je ausgeprägter der Kieferkamm und je klebriger der Speichel ist, desto besser hält die Prothese. Gut angefertigte Oberkieferprothesen saugen sich wegen ihrer großen Auflagefläche an der Gaumenschleimhaut fest. Im Unterkiefer ist die Auflagefläche für die Prothese wesentlich kleiner, weshalb sie grundsätzlich weniger gut hält. Ist der Unterkiefer stark geschrumpft, hält die Prothese selbst mit Klebstoff schlecht. Im Unterkiefer empfiehlt sich daher eine Stabilisierung mit zwei bis vier Implantaten. Dies bewirkt eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität.
Teilprothesen werden an den noch vorhandenen Zähnen verankert. Sie sind erweiterbar und eignen sich damit für Menschen, bei denen absehbar ist, dass sie weitere Zähne verlieren werden. Hierbei fügt der Zahntechniker Kunststoffzähne nach einem Gebissabdruck in die alte Prothese ein, sofern diese noch funktionsfähig ist. Die erweiterte Prothese kann direkt nach Entfernung des kranken Zahnes eingesetzt werden.
Bei der Konstruktion der Teilprothese sind mehrere Variationen möglich. Ausschlaggebend sind der Gebisszustand, das Alter des Patienten und der Anspruch an Kaukomfort und Ästhetik.
Mit Kombinationsprothesen aus festsitzenden und herausnehmbaren Prothesen lässt sich die beste Ästhetik und Funktionalität erreichen. Als Verbindungselemente zwischen dem festsitzenden und dem herausnehmbaren Zahnersatz kommen beispielsweise Teleskope oder Geschiebe in Betracht.
Bei allen herausnehmbaren Teilprothesen müssen die echten Restzähne mit erhöhter Aufmerksamkeit gepflegt werden. Als Anker oder Pfeiler sind sie erhöhten mechanischen Belastungen ausgesetzt. Ihre Schädigung könnte den Verlust der gesamten Konstruktion nach sich ziehen.
Datum: 20. Januar 2011

