Kundenbereich

Aktuelle Meldungen im Oktober

Hier finden Sie die Meldungen zur Schweinegrippe des Monats Oktober.

Meldungen in der Übersicht

Schweinegrippeimpfung: Keine Rechnung für Private

München (netdoktor.de) - Ärzte, die Privatpatienten gegen die sogenannte Schweinegrippe (H1N1) impfen, dürfen diese Leistung nicht gesondert in Rechnung stellen. Darauf weist der Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV) in einer Erklärung hin.

Finanziert werden die ärztlichen Leistungen für die Impfung auf Länderebene aus einem gemeinsamen Topf, in den alle Kassen bereits eingezahlt haben - auch die Privaten. Da die Impfung somit bereits bezahlt ist, können Privatversicherte an der Impfaktion kostenfrei teilnehmen. Eine separate Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) darf der Arzt dem Patienten hierfür nicht stellen. (cf)

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: 40 Milliarden gesamtwirtschaftliche Kosten

München (netdoktor.de) - Die gesamtwirtschaftlichen Kosten einer Pandemie durch Schweinegrippe liegen bei bis zu 40 Milliarden Euro. Zu diesem Schluss kam eine Berechnung der Allianz und des Rheinisch Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Damit fielen die Auswirkungen der Neuen Grippe (A/H1N1) deutlich geringer aus als befürchtet, so die Studienautoren. Insgesamt wird mit einem Rückgang des Brutttoinlandproduktes (BIP) von 04 bis 1,6 Prozent gerechnet. Die Auswirkungen der  Vogelgrippe wurden hierzulande mehr als doppelt so hoch beziffert. Der Grund: Die Schweingrippe verlaufe milder als die Vogelgrippe, so das RWI. "Tatsache ist, dass die Unternehmen in der aktuellen schwierigen Wirtschaftslage weniger unter der Neuen Grippe leiden als im Boom", erklärt Prof. Christoph Schmidt, Präsident des RWI. In Krisenzeiten hätten die Unternehmen weniger Aufträge. Erkrankten Teile der Belegschaft, falle das weniger ins Gewicht. "Läuft die Produktion dagegen auf vollen Touren, schlägt sich ein hoher Krankenstand deutlich stärker auf die Umsätze durch", so Schmidt weiter. Dennoch seien gewisse Branchen stärker betroffen als andere. Dazu zählten vor allem Transport, Gastgewerbe und Kultur. Einzig die Gesundheitsbranche würde ein Plus verzeichnen. (im)

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Ein Drittel der EU-Bevölkerung könnte erkranken

Berlin/Brüssel (ddp). Die Brüsseler EU-Kommission warnt vor den Folgen der Schweinegrippe. Möglicherweise könnte jeder dritte Europäer an der «Neu Grippe» erkranken, sagte EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou der Tageszeitung «Die Welt» (Dienstagausgabe). Es sei zu befürchten, dass sich «das Virus im Laufe der kommenden Monate verändert und deutlich aggressiver wird.» In diesem Fall müsse auch mit einer «erheblichen Zahl von Toten» gerechnet werden. müssen. Vassiliou forderte deshalb: «Wir müssen wachsam bleiben und impfen gehen.»

Die EU-Gesundheitskommissarin verwies auf die Auswirkungen für die Konjunktur. «Man darf die möglichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie nicht vernachlässigen. Bestimmte Wirtschaftszweige, wie Tourismus oder Freizeitindustrie, könnten Einbußen erleiden. Außerdem seien eine niedrigere Produktivität und Störungen der Produktionsabläufe in den Unternehmen durch höhere Krankenstände und weniger Konsum infolge von Unsicherheit denkbar.

Vassiliou forderte Schulen bei Infektionen zu schnellem Handeln auf. «Es gibt derzeit keine Notwendigkeit, zur Vorsorge Massenschließungen von Schulen vorzunehmen», sagte sie. Wenn allerdings bei Schülern Infektionen mit der Schweinegrippe festgestellt werden, sollten die betroffenen Schulen unverzüglich schließen. Auch im Freizeitbereich sollten dann Gruppenveranstaltungen, wie Sport, Musikunterricht oder Tanzkurse, abgesagt werden, sagte die Kommissarin aus Zypern.

Nach Angaben der EU-Kommission könnte es innerhalb der EU durchaus zu einem Wettlauf um den Impfstoff kommen. Vassiliou: «Wenn sich das Virus ausbreitet und aggressiver wird, könnte es durchaus einen Wettbewerb zwischen den Ländern um den Impfstoff geben. Möglicherweise wird aber nur eine Impfung, anstatt wie bisher geplant zwei Impfungen notwendig sein - das wird in Kürze von den europäischen Gesundheitsbehörden entschieden." Es wäre gut, wenn diejenigen Staaten, die dann über zu viel Impfstoff verfügten, etwas davon abgeben könnten an die Länder, die zu wenig hätten.

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Dritter Todesfall in Deutschland

Stuttgart (ddp). In Deutschland gibt es den dritten Todesfall im Zusammenhang mit der sogenannten Schweinegrippe. An der Uni-Klinik Mannheim verstarb ein Patient, der sich mit dem H1N1-Erreger infiziert hatte, wie die baden-württembergische Sozialministerin Monika Stolz (CDU) am Freitag in Stuttgart mitteilte. Der 65-jährige Mann habe an mehreren chronischen Vorerkrankungen gelitten.

zum Seitenanfang

Neue Grippe: Impfstoff für Schwangere wahrscheinlich bald verfügbar

Dresden (ddp). Die Auslieferung des in Dresden produzierten Impfstoffes gegen die sogenannte Schweinegrippe verläuft planmäßig. Bis Freitag sollen laut dem Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) alle Bundesländer mit Impfdosen versorgt werden, um zeitgleich mit den Impfungen beginnen zu können. Ein zusätzliches Serum für Schwangere könnte laut dem Thüringer Gesundheitsministerium Mitte bis Ende November bereitstehen.

Einer Sprecherin von GSK zufolge waren bereits am Montag sechs Bundesländer mit dem Präparat Pandemrix versorgt worden. Die Länder holten den Impfstoff nach einem festgelegten Wochenplan in Dresden ab. Über genaue Mengenangaben des bereits ausgelieferten Impfstoffes konnte die Sprecherin keine Angaben machen.

Die Auslieferung der 50 Millionen für die Bundesländer bestellten Dosen wird sich nach Unternehmensangaben voraussichtlich bis in den Januar hinziehen. Derzeit ist das Werk in Dresden mit 850 Mitarbeitern voll ausgelastet, hier wird der Großteil der weltweit bestellten rund 430 Millionen Dosen produziert. Ein geringer Teil des Impfstoffes wird auch im kanadischen Werk des Konzerns hergestellt.

Der Sprecher des thüringischen Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, sprach von «positiven Signalen» aus der Pharmaindustrie, dass möglicherweise rasch ein weiterer Impfstoff für Schwangere zur Verfügung stehen wird. Ein solches Serum soll besser verträglich sein und ein geringeres Risiko für Fieber beinhalten. Bei bundesweit etwa 600000 bis 700000 gleichzeitig schwangeren Frauen handele es sich um eine «sehr begrenzte Menge», sagte Schulz.

Er ging davon aus, dass sich mindestens drei Viertel der niedergelassenen Ärzte an der Massenimpfung beteiligen werden. Thüringen hat derzeit den Vorsitz der Gesundheits-ministerkonferenz der Länder inne.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warb für Impfungen bei Kindern ab drei Jahren. Verbandspräsident Wolfram Hartmann sagte, dies sei besonders bei Kindern mit entsprechenden Risikofaktoren nötig. Er beklagte, Eltern würden durch die aktuelle Diskussion verunsichert.

Unklar ist noch, was mit den Impfdosen passiert, die nach Abschluss der Kampagne im Frühjahr übrigbleiben könnten. Möglich sei, dass sie EU-Ländern angeboten werden, die keine Verträge mit Pharmafirmen haben, sagte der Gesundheitsabteilungsleiter im Thüringer Sozialministerium, Heinz Fracke. Denkbar sei auch, dass die Stoffe an Entwicklungsländer abgegeben werden.

zum Seitenanfang

Schweinegrippe-Impfstoff: Sicherheitsbedenken zurückgewiesen

Dresden (ddp). Das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) hat am Montag mit der Auslieferung des in Dresden produzierten Impfstoffs gegen die Schweinegrippe H1N1 begonnen. Der Impfstoff werde kontinuierlich produziert, die Lieferungen in die Bundesländer zögen sich voraussichtlich bis in den Januar hinein, sagte eine Sprecherin am Montag auf ddp-Anfrage. Sicherheitsbedenken gegen die Impfstoffe mit den umstrittenen Wirkungsverstärkern wies die Sprecherin zurück. Der Impfstoff sei in umfangreichen Studien ausreichend getestet worden, betonte sie. Diese bestätigten eine gute Verträglichkeit.

Das Unternehmen nannte die Entscheidung der Bundesregierung, für sich selbst andere Impfstoffe ohne Wirkungsverstärker zu bestellen, «legitim». Diese Entscheidung rechtfertige jedoch keinen Rückschluss auf möglicherweise «bessere oder schlechtere Impfstoffe», hieß es. Laut Sprecherin bekam das Unternehmen bereits im Frühjahr 2008 die Zulassung für einen Musterimpfstoff.

Bei den Untersuchungen, unter anderem bei einer Studie mit 39.000 Probanden, seien keine schwerwiegenden Nebenwirkungen festgestellt worden. Der Impfstoff mit den Wirkungsverstärkern habe lediglich zu stärkeren Reaktionen an den Einstichstellen, wie Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen geführt. Die Sprecherin verwies darauf, dass die Wirkungsverstärker das Immunsystem stärker anregten, zu reagieren. Dies sei aber wichtig, da das Virus auch mutieren könne. Der eigens von GSK entwickelte Impfstoff könne auch verwandte Virusstämme bekämpfen.

Derzeit ist das Werk in Dresden mit 850 Mitarbeitern voll ausgelastet. Für die Produktion des Impfstoffes wurden 150 Beschäftigte zusätzlich eingestellt, produziert wird täglich in mehreren Schichten. Die Bundesregierung hat 50 Millionen Impfdosen bestellt. Für Sachsen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 2,6 Millionen Dosen vorgesehen. Damit könne die Impfung von 30 Prozent der Bevölkerung im Freistaat sichergestellt werden, sagte ein Sprecher. Bei der Schweinegrippe seien zwei Impfungen im Abstand von wenigen Wochen notwendig.

Bundesweit beginnen die Impfungen gegen die Schweinegrippe am 26. Oktober. Zunächst werden den Angaben zufolge besonders gefährdete Gruppen wie Polizisten, Feuerwehrleute und medizinisches Personal geimpft. Ab 9. November würden die Impfungen dann für die weitere Bevölkerung angeboten. Sachsen hat nach Angaben des Sprechers den «normalen Impfstoff» bestellt. Unterschiede oder Privilegien für Politiker gebe es nicht, betonte er.

Die Schweinegrippe wird über Tröpfcheninfektionen verbreitet. In Sachsen wurden den Angaben zufolge bislang 461 Erkrankungen an der Schweinegrippe festgestellt, bundesweit sind es rund 23.000 Fälle. Auch zwei Todesfälle werden mit dem Erreger in Verbindung gebracht.

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Schäuble verteidigt separaten Impfstoff für Politiker

München (ddp). Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Kritik um einen anderen Impfstoff gegen die sogenannte Schweinegrippe für Regierungsmitglieder und die Bundeswehr zurückgewiesen. «Das Verteidigungsministerium hat für die Soldaten Impfstoffe bestellt, und von denen soll auch ein Teil der Mitarbeiter in der Verwaltung, der für Krisenstäbe benötigt wird, geimpft werden können», sagte der CDU-Politiker am Montag im Bayerischen Rundfunk.

Aus welchen Gründen der eine Impfstoff so und der andere so bestellt worden sei, entziehe sich seiner Kenntnis. Die Darstellung, dass hier eine Privilegierung von politischen Verantwortungsträgern vorgesehen sei, «ist nun wirklich jenseits jeder Realität», sagte Schäuble. Er fügte hinzu: «Ich weiß gar nicht, ob ich mich jemals impfen lassen werde».

Derweil reißt die heftige Kritik an den geplanten Politiker-Impfungen mit einem besonderen Wirkstoff nicht ab. Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, sagte der «Bild»-Zeitung (Montagausgabe): «Zweierlei Impfstoffe für Regierung und Bevölkerung ist das falsche Signal. Da verstärkt sich bei vielen Menschen der Eindruck, sie seien Patienten zweiter Klasse. Das zeugt von wenig Fingerspitzengefühl.»

Ähnlich äußerte sich die Grünen-Gesundheitsexpertin Biggi Bender: «Großes Risiko fürs Volk, kleines Risiko für die Regierung. Diese Art von Zweiklassenmedizin darf es in einer Demokratie nicht geben.»

Auch führende Mediziner äußerten heftige Kritik an der geplanten Impfpraxis. Der Chef des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit an der Universität Bonn, Martin Exner, sagte: «Dass Politiker und Spitzenbeamte in Ministerien mit einem anderen Impfstoff geimpft werden als die Bevölkerung, ist ein verheerendes Zeichen. Gerade Politiker müssen diejenigen sein, die das, was sie empfehlen, auch für sich selbst in Anspruch nehmen.»

Der Virologe Alexander S. Kekulé von der Uniklinik Halle sagte: «Dass die Mitglieder der Bundesregierung und der Behörden offenbar einen anderen Impfstoff bekommen sollen, ist ein Skandal.»

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Impfstoffe ohne Verstärker werden nachbestellt

Bielefeld (ddp). Die Bundesländer bestellen Impfstoffe gegen die Schweinegrippe ohne die umstrittenen Wirkungsverstärker nach. Die Menge werde «bedarfsgerecht» sein, sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, am Freitag. Möglich sei auch, dass ein Teil der bereits bestellten 50 Millionen Dosen des Serums Pandemrix ohne Verstärker geliefert werde. Darüber werde mit dem Hersteller Glaxo-Smith-Kline (GSK) verhandelt. Allerdings gebe es Gespräche mit mehreren Pharmafirmen.

Auch eine GSK-Sprecherin betonte, eine Entscheidung gebe es noch nicht. Die Auslieferung der bestellten Impfstoffe beginne kommende Woche. Derzeit sei das Werk in Dresden mit 850 Mitarbeitern voll ausgelastet. Für die Produktion des Impfstoffes seien 150 Beschäftigte zusätzlich eingestellt worden. Insgesamt will GSK in diesem Jahr in Dresden bis zu 300 Millionen Impfdosen für ganz Europa und Teile Asiens herstellen. Weltweit arbeiten rund 100.000 Menschen für den britischen Pharmakonzern.

Schulz bekräftigte, zwischen den Impfstoffen mit Zusätzen oder ohne Zusätze gebe es keine Unterschiede bei der Arzneimittelsicherheit. Er geht von einer «begrenzten Zahl» von Menschen aus, denen aus medizinischen Gründen ein Impfstoff ohne Verstärker gespritzt werde. Dies könnten etwa Schwangere oder «Personen mit besonderen Empfindlichkeiten» sein. Er verwies aber darauf, dass die Entscheidung letztlich immer der Arzt selbst treffe. Eine Empfehlung gebe es nicht.

Die Bundeswehr hatte für ihre Soldaten einen Impfstoff ohne Konservierungsstoffe und Wirkungsverstärker geordert. Dies hatte für Diskussionen und Unsicherheit gesorgt. Auch viele Thüringer Ärzte sind skeptisch. «Wir benötigen ein eigenes Kontingent an Schweinegrippe-Impfstoff für Kinder», sagte Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Der Landeschef des Hartmannbundes, Oliver Amling, sagte, der Widerstand wachse auch bei den Hausärzten.

Die Großimpfung gegen die Schweinegrippe soll bundesweit am 26. Oktober beginnen. Zunächst wird das «Schlüsselpersonal» geimpft, etwa Ärzte, Pfleger, Feuerwehrleute oder Polizisten. Mitte November kann sich dann jeder freiwillig immunisieren lassen. Am Mittwoch wird laut Schulz der Impfstoff beim Hersteller abgeholt und einen Tag später an die Gesundheitsämter im Freistaat verteilt. Thüringen hat derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz inne.

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Mehrheit der Deutschen will keine Impfung

Köln (ddp). Über die Hälfte der Deutschen sieht einer Umfrage zufolge derzeit keine Notwendigkeit für eine Impfung gegen die Schweinegrippe. 39 Prozent der Deutschen würden sich auf keinen Fall gegen die Schweinegrippe impfen lassen, 27 Prozent würden wahrscheinlich nicht zur Impfung gehen, ergab eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-«Morgenmagazins». Nur 19 Prozent der Befragten würden sich wahrscheinlich den Impfschutz abholen. Zwölf Prozent der Deutschen sind sich sicher: Sie wollen, wenn möglich, eine Impfung.

Auch vor dem Grippevirus H1N1 gibt es kaum Angst: Nur 18 Prozent der Deutschen lassen sich durch die Schweinegrippe verunsichern. Vier Prozent der Bundesbürger sind wegen der Schweinegrippe und den Nebenwirkungen einer Schutzimpfung stark verunsichert. 14 Prozent fühlen sich verunsichert. Rund jeder Dritte (32 Prozent) ist wenig beunruhigt, und jeder Zweite (50 Prozent) ist es gar nicht.

Befragt wurden am 13. und 14. Oktober 1000 Bundesbürger.

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Soldaten bekommen anderen Impfstoff

München (ddp). Die deutschen Soldaten werden mit einem anderen Impfstoff gegen die Schweinegrippe immunisiert als der Großteil der übrigen Bevölkerung. Wie das Sanitätsamt der Bundeswehr am Montag in München mitteilte, wurde der Impfstoff Celvapan des Pharma-Herstellers Baxter bestellt. Die Menge reiche für alle Soldaten aus. Zur Erklärung des Einsatzes von Celvapan hieß es, dass wegen der «besonderen epidemiologischen Situation» in den Einsatzgebieten die Soldaten umfassender geimpft seien als die Zivilbevölkerung in Deutschland. Deshalb müsse besonders auf die Verträglichkeit der Bestandteile eines Impfstoffes, zu denen auch Konservierungsstoffe und Wirkungsverstärker zählten, mit anderen Impfstoffen geachtet werden.

Für die Zivilbevölkerung kommen überwiegend Produkte von Glaxo-Smith-Kline und Novartis zum Einsatz. Für Schwangere wird aber ebenfalls der Einsatz eines anderen Serums ohne Wirkungsverstärker erwogen.

Wie das Bielefelder «Westfalen-Blatt» (Montagausgabe) berichtete, enthält Celvapan weder umstrittene Zusatzstoffe noch quecksilberhaltige Konservierungsmittel. Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, hatte in dem gleichen Bericht vor einer Impfung mit Pandemrix von Glaxo-Smith-Kline gewarnt. Sie sei wegen der Zusatzstoffe in Pandemrix mit erheblichen Risiken behaftet, sagte er.

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Ärztekammer-Präsident lehnt Impfung ab

Bielefeld (ddp). An der geplanten Massenimpfung gegen die Schweinegrippe gibt es Kritik von Medizinern. Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, lehnt nach Angaben des Bielefelder «Westfalen-Blatts» (Montagausgabe) eine solche Impfung ab, da der in Deutschland zugelassene Impfstoff Pandemrix aufgrund seiner Zusatzstoffe mit erheblichen Risiken behaftet sei.

Windhorst, der auch Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer ist, sagte der Zeitung: »Ich werde mich lediglich gegen die klassische Wintergrippe impfen lassen und nicht zusätzlich gegen die Neue Grippe.« Es gebe noch zu viele Fragezeichen. Deshalb müsse über die möglichen Nebenwirkungen umfassender aufgeklärt werden.

Die Impfung gegen die normale Grippe sei wichtig, erklärte Windhorst. Jedes Jahr würden an der saisonalen Influenza bis zu 11.000 Menschen in Deutschland sterben. Aufgrund der Neuen Grippe habe es bisher zwei Tote gegeben. Diese Patienten, eine 36 Jahre alte Frau aus Gelsenkirchen und ein 5 Jahre alter Junge aus München, hätten aber zusätzlich erhebliche Vorerkrankungen gehabt, sagte Windhorst der Zeitung.

Insgesamt haben sich in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bisher 22.400 Menschen mit dem Erreger infiziert. Die weitaus meisten Fälle gibt es mit mehr als 6000 in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern (3700), Baden-Württemberg (3270) und Niedersachsen (2840). Die meisten Infizierten sind inzwischen wieder genesen.

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Aktuelle Impfempfehlungen der STIKO

München (netdoktor.de) - Medizinisches Personal, chronisch Kranke und Schwangere sollten vorrangig gegen die Neue Influenza (Schweinegrippe) geimpft werden, sobald ein Impfstoff verfügbar ist. Das geht aus den aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hervor. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, diesen Personengruppen als erstes die Impfung zu verabreichen. Da sich das Impfgeschehen aber ändern und die Datenlage zur Schweinegrippe erweitern kann, werden die Impfempfehlungen möglicherweise im Laufe der Zeit angepasst. Das betont die STIKO in einer Pressemitteilung des RKI.

Grundsätzlich können nach Ansicht der STIKO alle Bevölkerungsgruppen von der Schweinegrippe-Impfung profitieren. Besonders wichtig sei ein Immunschutz aber zum einen für Ärzte und andere medizinische Berufsgruppen, die durch ihre Arbeit einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind. Zum anderen sollten sich vor allem Menschen mit chronischen Grunderkrankungen (etwa der Atemwege) sowie Schwangere impfen lassen, weil sie ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Nach derzeitigem Wissenstand sollen die neuen Impfstoffe gut verträglich sein und keine besonderen Nebenwirkungen verursachen. So wie bei allen Impfungen sollten aber auch bei der Schweinegrippe-Impfung im Vorfeld die Nutzen und Risiken für den einzelnen Patienten abgewogen werden. Das gelte besonders bei Schwangeren, so die STIKO.

Der Erreger der Neuen Influenza ist ansteckender als die saisonalen Grippeviren. Die Impfung dagegen ist auch deswegen wichtig, weil das neue Virus mit der Zeit möglicherweise resistent gegen die verwendeten Medikamente wird. So meldeten etwa seit Ende Juni 2009 bereits mehrere Staaten einzelne Resistenzen gegenüber den Wirkstoff Oseltamivir. Eine Genmutation im Erbgut des Erregers könnte zudem dessen krankmachende Wirkung verstärken, schreiben die Experten. (mf)

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Neues Schnelltestverfahren entwickelt

Jena/Hannover (ddp). Die Analytik Jena AG hat ein neues Schnelltestverfahren für den Schweinegrippen-Erreger entwickelt. «Der große Vorteil ist, dass das System in einem normalen Laborequipment funktioniert und nicht erst eine teure Maschine gekauft werden muss», sagte Timo Hillebrand von Analytik Jena am Mittwoch. So könne es etwa in die ebenfalls vom Thüringer Unternehmen für Analysetechnik auf der Messe vorgestellte Mobilab-Plattform integriert werden, laut Hersteller eine Weltneuheit. «Ein mobiler Einsatz des Testsystems an Orten mit hohem Menschenaufkommen, wie zum Beispiel auf Flughäfen, wird damit bald möglich sein», sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Berka.

Testergebnisse sollen innerhalb von zwei Stunden vorliegen. Das Unternehmen wollte das Verfahren am Mittwoch auf der Biotechnologiemesse «Biotechnica» in Hannover vorstellen. Zunächst werde die Technik für Forschungszwecke eingesetzt. Das Unternehmen arbeite derzeit an der Zulassung des Tests für die medizinische Anwendung.

zum Seitenanfang

Babys: Schwaches Herz nach Grippe-Pandemie

München (netdoktor.de) - Kinder, die während einer Pandemie zur Welt kommen, haben im späteren Leben ein höheres Risiko, am Herzen zu erkranken. Das ergab eine Auswertung der Daten von über 100.000 Menschen, die während der "Spanischen Grippe" von 1918 geboren wurden. Wie bei der Schweinegrippe in diesem Jahr, handelte sich damals um einen Erreger vom Typ A/H1N1. Während einer Schwangerschaft können auch schwach verlaufende Infektionen mit diesen Viren für das Baby problematisch sein, schlussfolgern die US-amerikanischen Forscher in der Fachzeitschrift "Journal of Developmental Origins of Health and Disease" (vorab online, doi: 10.1017/S2040174409990031).

Die Grippe von 1918 hatte ihren Höhepunkt zwischen Oktober und Dezember. Aus den statistischen Daten ergab sich ein besonders hohes Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Männern, wenn sie kurz nach diesen Monaten geboren wurden. Die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung mit 60 Jahren lag bei ihnen um 23 Prozent höher als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Frauen, die in den ersten Monaten des Jahres 1919 geboren wurden, hatten kein erhöhtes Risiko. Doch waren auch sie langfristig von der Pandemie betroffen, jedoch nur, wenn das erste Schwangerschaftstrimester in der Grippezeit lag - sprich, wenn sie in der zweiten Hälfte des Jahres 1919 zur Welt kamen. Dann wiesen sie ein um 17 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Beschwerden auf.

Die Forscher untersuchten auch, ob eine Pandemie mit H1N1 die Körpergröße im Erwachsenenalter beeinflusst. Demnach wurden die Männer der Jahrgänge 1915 bis 1922 mit jedem Jahr größer, mit einer Ausnahme: Wenn sie in der Pandemiezeit von 1918 geboren wurden.

"Es kann bleibende Konsequenzen im späteren Leben haben, selbst einer unkomplizierten mütterlichen Grippe vor der Geburt ausgesetzt zu sein", sagt Eileen Crimmins, Studienautorin der University of Southern California. Aus Sicht der Wissenschaftler ist es für werdende Mütter sinnvoll, sich mit einer Grippeimpfung vor einer Ansteckung schützen. (fs)

zum Seitenanfang

Schweinegrippe: Dresdner Impfstoff erhält Zulassung

Dresden (ddp). Der in Dresden produzierte Impfstoff gegen die sogenannte Schweinegrippe H1N1 hat die europäische Zulassung erhalten. Wie die Sprecherin von GlaxoSmithKline (GSK), Anke Helten, am Mittwoch mitteilte, soll «Pandemrix» damit ab kommender Woche an die europäischen Regierungen verschickt werden. Allein die Bundesregierung habe bereits 50 Millionen Dosen bestellt.

Insgesamt will GSK in diesem Jahr in Dresden mit rund 850 Mitarbeitern bis zu 300 Millionen Impfdosen für ganz Europa und Teile Asiens herstellen. Die Produktion des Impfstoffes läuft bereits seit Ende Juni und bindet alle Ressourcen des Werkes. Weltweit arbeiten rund 100.000 Menschen für den britischen Pharmakonzern.

zum Seitenanfang