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Aktuelle Meldungen im September

Hier finden Sie die Meldungen zur Schweinegrippe des Monats September.

Meldungen in der Übersicht

Schweinegrippe: Mikrobiologen warnen vor Unterschätzung

Göttingen (ddp). Wissenschaftler der deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) warnen vor einer Unterschätzung der Schweinegrippe. Die Erkrankung sei derzeit zwar noch nicht gefährlicher als die saisonale Grippe, die Viren der Schweinegrippe seien aber unberechenbar, sagte der Bonner Mikrobiologe Achim Hörauf am Montag bei der Jahrestagung der Gesellschaft in Göttingen.

Die Viren der auch als H1N1/09-Grippe bezeichneten Krankheit veränderten ihr Erbgut sehr schnell, erläuterte Hörauf. Diese Gefahr steige mit der Anzahl Infizierter. «Bei jeder Infektion vermehrt sich das Bakterium milliardenfach und bei jeder Vermehrung kann sich das Erbgut verändern.» Da die Bevölkerung noch nicht immun sei, seien weitere Maßnahmen nötig, um die Ausbreitung der Schweinegrippe zu verhindern.

Neben den Folgen der Schweinegrippe und anderen Grippeerkrankungen befassen sich die Forscher auf ihrer viertägigen Tagung auch mit dem Thema Krankenhaushygiene. Gerade in Kliniken breiteten sich Antibiotika resistente Bakterien immer weiter aus, hieß es. Sie verursachten zum Beispiel Lungenentzündungen oder Wundinfektionen und seien nur schwer zu behandeln.

Die DGHM wurde 1906 als «Freie Vereinigung für Mikrobiologie» gegründet, seit 1922 trägt sie ihren jetzigen Namen. Der Gesellschaft gehören rund 1900 Mitglieder an, die in verschiedenen Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften tätig sind.

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Schweinegrippe: Grippe-Schnelltests versagen bei A/H1N1

Bonn (ddp). Die gängigen Schnelltests für Grippe, die auf dem Nachweis sogenannter Antigene beruhen, sind kaum für eine Diagnose der Schweinegrippe geeignet. Das haben Bonner Forscher bei Versuchen mit den Tests gezeigt, die auf bestimmte Eiweißstoffe auf der Oberfläche der Viren ansprechen. Wie die Universität Bonn am Montag mitteilte, schlug dieses Nachweisverfahren bei Proben von 144 Patienten, die nachweislich mit dem Erreger der auch «Neuen Grippe» genannten Schweinegrippe infiziert waren, lediglich in 11 Prozent der Fälle an.

Die in der Studie erprobten Antigen-Tests werden häufig eingesetzt, da sie sich sehr einfach handhaben lassen und sich daher auch gut für Selbsttests eignen: Der Patient macht einen Nasen- oder Rachenabstrich und tupft das Material auf den Teststreifen. Sind darin Grippeviren enthalten, verfärbt sich der Streifen innerhalb weniger Minuten auf charakteristische Weise. Bei dem Erreger der Schweinegrippe scheint dies jedoch nicht in jedem Fall zu funktionieren: Nur bei 16 der gesammelten 144 Proben schlug der Test Alarm, wie die Untersuchung zeigte.

Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass die Proteine des neuen Influenza-Virus sich zu stark von denen der bekannten Viren unterscheiden. Es könnte jedoch auch daran liegen, dass Patienten mit der «Neuen Grippe» vergleichsweise wenige Viren ausscheiden. Weitaus sicherer seien sogenannte PCR-Tests, bei denen keine Virusproteine untersucht werden, sondern Erbgutfragmente, die typisch für den neuen Erreger sind. Das Verfahren hat eine Trefferquote von nahezu 100 Prozent, kostet jedoch auch das Fünffache des einfachen Antigen-Tests.

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Schweinegrippe: Erste Impfstoffe in den USA zugelassen

München (netdoktor.de) – Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA (Food an Drug Administration) hat diese Woche vier Impfstoffe gegen den Erreger der Neuen Grippe A/H1N1 zugelassen. Die Impfseren aus den Laboren von Novartis. Sanofi Pasteur, CSL und MedImmune sollen innerhalb der nächsten vier Wochen in den vereinigten Staaten verfügbar sein, berichtet die FDA. Laut dem „Deutschen Ärzteblatt“ hat inzwischen auch ein fünfter Arzneimittelhersteller erste Studienergebnisse vorgestellt. Der A/H1N1-Impfstoff aus dem Hause GSK sei bei Erwachsenen hochwirksam, schreibt das Fachblatt.

Die Zulassung basiert auf Zwischenauswertungen laufender klinischer Studien. Demnach habe eine einmalige Injektion des Wirkstoffs bei gesunden Erwachsenen innerhalb von acht bis zehn Tagen eine starke Immunantwort hervorgerufen. Unklar bleibt, ob die Impfung auch bei Kindern, Schwangeren und chronisch kranken Menschen wirkt, bei denen ein schwerer Verlauf der Schweinegrippe am wahrscheinlichsten ist.

Die Nebenwirkungen der Schweinegrippe-Impfung unterschieden sich laut FDA bislang nicht von den Reaktionen auf eine Impfung gegen die saisonale Grippe. Am häufigsten wurden Beschwerden an der Einstichstelle angegeben. Die Studienteilnehmer beklagten außerdem leichtes Fieber, Gliederschmerzen oder Abgeschlagenheit in den ersten Tagen nach der Impfung. Über die Nase verabreichter Impfstoff führte zu einer laufenden oder verstopften Nase, bei Erwachsenen auch zu Reizungen des Rachens und bei Kindern zwischen zwei bis sechs Jahren zu Fieber. Schwere Komplikationen seien in den laufenden Studien bisher nicht aufgetreten. (nb)

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Schweinegrippe: Viren-Rummel auf der Wiesn

München (netdoktor.de) - Vor zu viel Bussi-Bussi und bierseliger Nähe auf dem Münchener Oktoberfest hat der Deutsche Knigge-Rat gewarnt. Mit der Schweinegrippe habe die Wiesn diesmal einen ungebetenen Gast. Auf alle Fälle gilt: "So häufig wie möglich die Hände waschen. Wer Achterbahn und andere Fahrbetriebe liebt, fährt mit einem Desinfektionstuch oder einem keimreduzierenden Handgel sicherer", rät Agnes Jarosch, Gründerin des Deutschen Knigge-Rats. Und Sabine Schwind von Egelstein, Expertin für Umgangsformen, empfiehlt: "Beim Nießen und Husten gehört das Taschentuch in die linke Hand, da man die zur Begrüßung nicht reicht." Der Bussi-Bussi-Gesellschaft solle doch mal auf die Körpersprache des anderen zu achten. "Vielleicht signalisiert sie Abstand, weil das Begrüßungsküsschen das Ansteckungsrisiko erhöht", sagt von Egelstein. Beim Schunkeln auf den Bierbänken "sollte man auch nach der zweiten Maß immer noch wissen, welche die eigene ist". Trotzdem heißt es auch für den Deutschen Knigge-Rat: "Ozapft is und auf geht's". Denn: "Feiern ist gut für die allgemeine Immunabwehr und für das menschliche Miteinander", weiß von Egelstein. (im)

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Schweinegrippe: Eine Spritze könnte reichen

München (netdoktor.de) - Im Kampf gegen die sogenannte Schweinegrippe hat die Bundesregierung bereits 50 Millionen Impfdosen für 25 Millionen Menschen geordert. Bislang war man davon ausgegangen, dass nur eine Zweifachimpfung einen ausreichenden Impfschutz gegen das neue Virus aufbauen würde.

Erste Ergebnisse einer im Fachmagazin "New England Journal for Medicine" veröffentlichten klinischen Studien (doi: 10.1056/NEJMoa0907413) zeigen jedoch, dass eine Einzelinjektion womöglich reicht. So hatte ein Team um Michael Greenberg vom Vaccines Clinical Research and Development Center im australischen Parkville eine Grippeimpfung der Firma CSL Biotherapies an 240 Probanden getestet. Die Hälfte erhielt eine Dosis mit 15 Mikrogramm, die andere Hälfte 30 Mikrogramm des Wirkstoffs. Nach 21 Tagen hatten 116 Probanden aus der Studiengruppe mit niedrig dosiertem Impfstoff einen ausreichenden Immunschutz entwickelt, in der zweiten Gruppe waren es 112 Teilnehmer. Schwächer fiel die Immunantwort nur bei Probanden aus, die über 60 Jahre alt waren - ein Phänomen, das auch von normalen Grippeimpfungen bekannt ist.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam "Spiegel online" zufolge auch das US-amerikanische National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID). Die Forscher hatten  hat einen Impfstoff von Sanofi Pasteur und einen von CSL Limited getestet.

Bemerkenswert sei dabei, dass der Impfschutz so schnell entfaltete, obwohl die Mittel auf Verstärkersubstanzen verzichteten. Diese sogenannten Adjuvantien stecken beispielsweise in den derzeit für Deutschland vorgesehenen Impfstoffen. Sie stacheln die Immunreaktion an, können daher aber auch verstärkt Nebenwirkungen haben. (cf)

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Schweinegrippe: Es droht kein Supervirus

München (netdoktor.de) - Das Schweinegrippe-Virus A/H1N1 droht nicht, zu einem Supervirus zu werden. Nach Ergebnissen von Daniel Perez und Kollegen der University of Maryland (USA) verbindet sich der Erreger unter natürlichen Bedingungen nicht mit den saisonalen Grippeviren. Eine solche Kombination verschiedener Virustypen hätte die Schweinegrippe gefährlicher und unberechenbar machen können. Der Grund für die ausbleibende Verbindung sei, dass sich A/H1N1 schneller vermehre, schreiben die Autoren auf der wissenschaftlichen Online-Plattform "PLoS Currents" (Knol RRN-ID: RRN1011).

Perez und sein Team hatten Frettchen mit drei verschiedenen Grippeviren infiziert. Einer der Erreger war das A/H1N1-Virus, das im April den ersten Ausbruch der Schweinegrippe verursacht hatte. Bei den beiden anderen handelte es sich um saisonale Grippeviren vom Typ H1 und H3. Zumindest im Körper der Labortiere kam es nicht zu einer ansteckenderen Kombination der Krankheitserreger. Vielmehr vermehrte sich das Schweinegrippe-Virus doppelt so schnell wie die anderen Typen und verdrängte sie auf diese Weise.

Er sei nicht überrascht, dass sich das Pandemie-Virus durchsetze, erklärt Perez. "Einfach weil es neu ist und die Wirte noch keine Chance hatten, eine Immunität aufzubauen." Die im Vergleich älteren saisonalen Grippeviren stießen hingegen häufiger auf eine gut vorbereitete Immunabwehr. Der Schweinegrippe-Erreger konnte sich tiefer in den Atemwegen der Frettchen festsetzen als die beiden anderen Viren, die im Bereich der Nase blieben.

Auch wenn sich die Viren nicht kreuzten: Tiere, die sich gleichzeitig mit A/H1N1 und H3N2 infizierten, entwickelten neben Symptomen im Bereich der Atemwege auch Darmerkrankungen. Aufgrund der beobachteten "biologischen Überlegenheit" des Schweinegrippe-Virus sieht Perez einen dringenden Bedarf für eine Impfung gegen A/H1N1 in der diesjährigen Grippesaison. Im nächsten Jahr könne die Wahrscheinlichkeit für einen Supervirus (engl.: Superbug) zudem größer ausfallen. (fs)

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Schweinegrippe-Impfung: Minister und Staatssekretäre haben Vorrang

Berlin (ddp). Die Bundesregierung hat erstmals eingeräumt, dass Minister und Staatssekretäre bei der geplanten Schweinegrippe-Impfung im Herbst mit als erste geimpft werden sollen. Das berichtet die «Bild»-Zeitung (Mittwochausgabe) unter Berufung auf eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage im Bundestag. Die Regierungsmitglieder sollen nach Angaben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Gesundheitsministerium, Rolf Schwanitz (SPD), zusammen mit dem «Schlüsselpersonal» des Bundes vorrangig geimpft werden.

Es sei vorgesehen, «zunächst Beschäftigten eine Impfung anzubieten, die aus Gründen des Arbeitsschutzes geschützt werden müssen», heißt es in der Antwort des Staatssekretärs. Dazu zählten Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts, Laborkräfte in zentralen Instituten oder des ärztlichen Dienstes. Danach sollte «zusätzliches Schlüsselpersonal der Bundesverwaltung, insbesondere Beschäftigte der Krisenstäbe», geimpft werden. Schwanitz: «Hierzu gehören auch die Mitglieder der Bundesregierung.»

Den Beginn der Impfaktion ließ Schwanitz offen. Das hänge von den Fortschritten bei der Entwicklung des Impfstoffs und seiner Zulassung ab. «Derzeit wird ab Ende September/Anfang Oktober 2009 mit der Auslieferung erster Impfstoffdosen gerechnet.»

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