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Unfälle & Vergiftungen - Therapie

Stürze - Kopfverletzungen
Ist Ihr Kind gestürzt, sollten Sie zunächst das Bewusstsein kontrollieren. Prüfen Sie, ob sich das Kind normal bewegt, auf Berührungen empfindlich reagiert und am Kopf Beulen oder Blutergüsse erkennbar sind.

Wenn Sie etwas Auffälliges entdecken, müssen Sie Ihr Kind von einem Kinderarzt untersuchen lassen. Sind unmittelbar nach dem Sturz keine Kopfverletzungen erkennbar, sollten Sie nach etwa einer halben Stunde noch einmal nach Beulen suchen. Auch eine Eintrübung des Bewusstseins oder Erbrechen innerhalb der nächsten Stunden weisen auf eine ernsthafte Kopfverletzung mit inneren Blutungen hin. Dann sollte ihr Kind dringend von einem Spezialisten untersucht werden. Nur er kann entscheiden, ob Kopfverletzungen wie etwa eine Gehirnerschütterung oder ein Schädelbruch vorliegen. Nur wenn die richtige Diagnose steht, lässt sich auch die richtige Behandlung finden. Diese Experten können bei möglichen bleibenden Schäden auch die geeignete Nachsorge und Rehabilitation einleiten.

Stürze - Prellungen, Verstauchungen, Knochenbrüche

Entfernen Sie beengende Kleidungsstücke, Ringe oder Armbänder. Oft ist das später aufgrund der Schwellung nicht mehr möglich. Kühlen Sie die betroffene Stelle mit einem Kühlkissen (in ein Tuch einwickeln) oder zerstoßenem Eis. Dies hält den Bluterguss klein und lindert Schmerzen. Bewegen Sie das verletzte Körperteil so wenig wie möglich. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich „nur“ um eine Prellung handelt oder etwas Ernsteres dahinter steckt: Lassen Sie Ihr Kind vom Arzt untersuchen! Nur er kann entscheiden, welche Verletzung vorliegt und was weiter zu tun ist. Für die Fahrt zum Arzt können Sie den verletzten Körperteil beispielsweise mit einem Dreieckstuch fixieren.

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Verkehrsunfälle

Nach einem Verkehrsunfall muss Ihr Kind auf jeden Fall von einem Kinderarzt untersucht werden. Nur ein Spezialist kann schwere Verletzungen erkennen. Manche Verletzungen wie beispielsweise Hirnblutungen machen sich erst nach einiger Zeit bemerkbar, wenn sie bereits weitere Schäden verursacht haben. Die Art der Verletzung entscheidet darüber, welche Therapie eingeleitet wird.

Wunden

Bei kleinen Verletzungen mit geringer Blutung wie Schürfwunden reicht meist nach der Reinigung ein Pflaster. Platzwunden, vor allem am Kopf, bluten zuerst stark. Decken Sie die Wunde mit einem sterilen Tuch ab und versuchen Sie die Blutung zu stoppen, indem Sie über den Verband Druck auf die Wunde ausüben. Ist die Wunde tiefer als eine gewöhnliche Schürfwunde (klaffende Wunde), sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Dieser kann die Entscheidung treffen, ob die Wunde „versorgt“, also zum Beispiel durch Naht, Klammern oder Kleben verschlossen werden sollte.

Bei Schnittwunden können auch andere Strukturen wie Nerven verletzt sein. Auch bei tiefen Schnittwunden sollten Sie einen Arzt untersuchen. Das gilt auch für größere Kratz- und Bisswunden, da sie immer mit Keimen verschmutzt sind. Decken Sie jede Wunde sauber ab. Damit verhindern Sie das Eindringen weiterer Keime. Zudem haben die meisten Kinder weniger Schmerzen, wenn sie die Wunde nicht direkt sehen.

Wenn das Blut spritzt oder pulsiert, ist eine Schlagader (Arterie) verletzt. Üben Sie zunächst Druck über einen Verband direkt auf die Wunde aus. In der Regel ist nach zehn Minuten die Blutung gestoppt und Sie können einen Druckverband anlegen.

Dazu binden Sie z. B. ein verpacktes Verbandspäckchen fest auf die Wunde. Sie können auch eine Handtuchrolle nehmen. Wichtig ist nur, dass ein bestimmter Druck aufgebaut wird. Allerdings darf er nicht so groß sein, dass die Durchblutung ganz unterbrochen wird. Der verletzte Körperteil sollte möglichst wenig bewegt werden.

Verbrennung und Verbrühung

Jetzt kommt es auf rasche Hilfeleistung an! Ziehen Sie das Kind aus (eingebrannte Kleidung aber nie mit Gewalt entfernen!) und stellen es in die Badewanne. Kühlen Sie die verbrühten Körperregionen unter fließendem Wasser (etwa 20 Grad) mindestens 20 Minuten lang. Vergessen Sie alte Hausmittel wie Puder, Mehl oder Brandsalben. Sie schaden mehr als sie nutzen. Decken Sie die Brandwunde mit einem sterilen Verband ab und fahren Sie zum Kinderarzt oder ins Krankenhaus. Verzichten Sie darauf, Brandblasen zu öffnen. Bei größeren Verbrennungen oder Verbrennungen im Gesichtsbereich sollten Sie den Rettungsdienst holen.

Kinder mit sehr schweren Verbrennungen sollten in Verbrennungszentren für Schwerbrandverletzte behandelt werden. Dort sind Spezialisten vor Ort, die über die notwendige Erfahrung im Umgang mit Brandopfern verfügen. Sie können auch die nötige Nachsorge und Rehabilitation durchführen.

Vergiftung

Symptome sind bereits als Vergiftungserscheinungen anzusehen und zwingen zu schnellem Handeln. Lösen Sie niemals eigenmächtig Erbrechen aus. Geben Sie Ihrem Kind auch keine Milch zu trinken. Öffnen Sie den Mund Ihres Kindes und entfernen Sie alles, was sich im Mund befindet. Heben Sie diese Reste auf - so lassen sich Rückschlüsse ziehen, womit sich Ihr Kind vergiftet hat.

Zeigt ihr Kind noch keine Anzeichen einer Vergiftung, rufen Sie den Gift-Notruf an und sagen Sie, was das Kind geschluckt haben könnte. Die Spezialisten werden Ihnen sagen, was Sie tun sollen. Zeigt das Kind bereits Anzeichen einer Vergiftung, rufen Sie den  Notarzt. Zeigen Sie ihm unbedingt die Reste aus dem Mund oder die Putzmittel, von denen Ihr Kind getrunken hat.

Datum: 30. Juli 2008