Krebs

Brustkrebs

Beschreibung

Dr. med. Katharina Larisch

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Rund 57.000 Frauen erkranken in jedem Jahr neu. Viele Jahre ist die Häufigkeit stark angestiegen. Seit etwa 1998 sinkt die Zahl der Neuerkrankungen. Manche Forscher sehen einen Zusammenhang mit der deutlich reduzierten Verordnung von Hormonersatztherapien zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden. Etwa zehn bis zwölf von hundert Frauen trifft die Diagnose Brustkrebs im Lauf ihres Lebens. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren, An Brustkrebs erkranken aber auch jüngere Frauen, manche schon vor dem 35. Lebensjahr. Ein Drittel aller Frauen mit einem Mammakarzinom ist jünger als 50 Jahre.

Männer können ebenfalls an Brustkrebs erkranken – wenn auch selten. Etwa ein Prozent aller weltweit auftretenden bösartigen Brusttumoren befallen die männliche Brust. In Deutschland betrifft dies schätzungsweise 400 Männer pro Jahr.

Die Diagnose und Behandlung erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie bei Frauen.

Ursachen

Die genauen Ursachen für Brustkrebs sind nicht bekannt. Aber es gibt Faktoren, die das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Dazu zählen:

  • Brustkrebs in der weiblichen Linie der Familie
  • Frühe erste Regelblutung und spätes Einsetzen der Wechseljahre
  • Alter
  • Keine Schwangerschaften oder die erste Geburt erst mit Mitte 30 oder später
  • Keine Stillzeiten
  • Übergewicht, vor allem nach den Wechseljahren, regelmäßiger Alkoholkonsum und vergleichsweise wenig Bewegung oder Sport
  • Eine längere Hormonersatztherapie in der Menopause; die Hormone können Brustkrebszellen oder deren Vorläuferstufen zum Wachstum anregen
  • Eine seltene ausgeprägte Form der an sich gutartigen Veränderung des Brustdrüsengewebes (Mastopathie)
  • Ist eine Frau bereits an Brustkrebs erkrankt, trägt sie ein erhöhtes Risiko, einen Tumor in der anderen Brust zu entwickeln

Symptome

Im frühen Stadium verursacht Brustkrebs keine Beschwerden -das gilt für die meisten Krebsarten. Folgende Veränderungen können auf eine Krebserkrankung hinweisen und sollten deshalb unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden:


  • Neu auftretende Knoten oder Verhärtungen in der Brust;
  • Eine neu auftretende Größendifferenz der Brüste;
  • Einziehung der Haut an einer Stelle oder Einziehung einer Brustwarze;
  • Veränderungen einer Brustwarze; 
  • Eine unterschiedliche Bewegung der Brüste beim Anheben der Arme;
  • Einseitiger klarer oder blutiger Ausfluss aus einer Brustwarze;
  • Eine plötzlich auftretende, nicht mehr abklingende Hautrötung im Bereich der Brust;
  • Knoten in der Achselhöhle;
  • Einseitige, brennden Schmerzen oder Ziehen.

Die meisten Tumoren (55 Prozent) befinden sich im oberen, äußeren Viertel der Brust (der Achsel zugewandten Seite). Hier sitzt auch das meiste Drüsengewebe. Danach folgt der obere innere Quadrant (15 Prozent), der untere äußere Quadrant (10 Prozent) und der untere innere Quadrant (5 Prozent). Auch hinter der Brustwarze kann sich Brustkrebs bilden (15 Prozent).

 

Diagnose

Jede tast- oder sichtbare Veränderung der Brust sollten Sie von einem Arzt abklären lassen. Je schneller ein möglicherweise bösartiger Tumor diagnostiziert wird, desto besser sind die Heilungschancen. Daher sollten Sie bei einem Verdacht umgehend einen Spezialisten aufsuchen. Sie müssen aber trotzdem nichts übereilen. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie auch die Meinung eines zweiten Spezialisten einholen.

Die Mammografie ist die wichtigste Untersuchung, die zur Abklärung einer fraglichen Veränderung der Brust eingesetzt wird. Ergänzend zu dieser Röntgenuntersuchung der Brust kann eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Die endgültige Diagnose lässt sich allerdings nicht durch diese bildgebenden Verfahren stellen. Dies ist nur durch die Untersuchung von Gewebeproben (Biopsie) aus den verdächtigen Bezirken möglich. Auch die Aggressivität des Tumors oder die Hormonempfindlichkeit (Östrogen, Progesteron) können im Biopsiematerial untersucht werden. Beides hat Einfluss auf die Therapie.

Zudem wird die Gewebeprobe auf die so genannten HER2-Rezeptoren untersucht. Das sind Bindungsstellen für Wachstumsfaktoren, die auf Krebszellen häufiger vorkommen als auf normalen Zellen. Die Abkürzung steht für „humaner epidermaler Wachstumsfaktor Rezeptor Nummer 2“. Bei 20 bis 30 Prozent der Brustkrebspatientinnen ist der HER2-Status stark positiv. Es hat sich gezeigt, dass das vermehrte Vorhandensein von HER2-Rezeptoren oft mit einem ungünstigeren, aggressiveren Verlauf einhergeht. In diesen Fällen kommt eine Antikörpertherapie in Frage, welche die HER2-Rezeptoren blockiert und damit den Wachstumsreiz nimmt.

Steht die Prognose Brustkrebs, werden auch andere Organe untersucht, um zu sehen, wie weit sich die Krebserkrankung ausgedehnt hat. Bei Brustkrebs bilden sich die Absiedelungen (Metastasen) vor allem in der Leber, Lunge, den Knochen und im Gehirn. Dabei wird die Lunge geröntgt, die Knochen mit einer Skelettszintigrafie und die Leber mit Hilfe von Ultraschall untersucht. Ergänzend können auch Schichtaufnahmen verschiedener Körperbereiche mit Hilfe der Computer- oder Kernspintomografie erfolgen. Auch Blutuntersuchungen werden durchgeführt.

Eine Krebserkrankung ist eine lebensbedrohliche Erkrankung mit weitreichenden Konsequenzen für die Frauen – im Alltag, Beruf und in der Familie. Daher ist es wichtig, dass Sie sich über alle Facetten der Erkrankung informieren. Nur dann können Sie gemeinsam mit einem Spezialisten die richtigen Entscheidungen treffen.

Datum: 17. Januar 2011

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