Zähne

Parodontitis

Beschreibung

Dr. med. dent. Susanne Schorr und dr. med. dent. Alexander Merian

Die Parodontitis (im Volksmund auch Parodontose) ist eine chronische Entzündung des Zahnfleisches mit Abbau des den Zahn umgebenden Kieferknochens. Betroffen ist der gesamte Zahnhalteapparat (Parodont), der sich zusammensetzt aus  Kieferknochen, Zahnfleisch, Zahnhals, Wurzelzement und -haut (Desmodont). Zahnfleischerkrankungen sind neben Karies die zweite große Mundkrankheit. Man kann sogar von einer Volkskrankheit sprechen, weil fast jeder Erwachsene davon betroffen ist. Bei Kindern tritt die Parodontitis sehr selten auf, am häufigsten ist sie bei Erwachsenen. In diesem Alter ist sie auch die Hauptursache für Zahnverlust.

Ursachen

Parodontitis wird durch Bakterien verursacht. Bei schlechter Mundhygiene können sie sich auf den Zähnen -  besonders im empfindsamen Gebiet des Zahnfleischsaumes -  ablagern und vermehren. Werden diese Ablagerungen (Plaques) nicht sorgfältig entfernt, verhärten sie und es entstehen Zahnstein und in die Tiefe der Zahnfleischtasche wuchernde Konkremente (harte Ablagerungen). Diese lassen sich nur noch in der Zahnarztpraxis mit Spezialinstrumenten entfernen.

Durch die Vermehrung der Bakterien in den Plaques und deren schädlichen Stoffwechselprodukten entzündet sich das Zahnfleisch mit der Zeit. Zahnmediziner sprechen von Gingivitis. Das Zahnfleisch schwillt an oder zieht sich zurück und zwischen Zahn und Zahnfleisch entstehen tiefe Zahnfleischtaschen - ein idealer Ort für die Plaquebildung, weil man mit der Zahnbürste dort kaum hinkommt.

Nicht alle Bakterien im Mund sind für den Zahnhalteapparat gleich gefährlich, und auch nicht jeder Mensch ist dafür in gleichem Maß anfällig. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber den schädlichen Bakterien kann vorübergehend oder permanent herabgesetzt sein. Fördernde Faktoren sind schlechte Mundhygiene, genetische Faktoren, Stress, Rauchen oder Krankheiten wie Diabetes. Aber auch hormonelle Veränderungen spielen eine Rolle, zum Beispiel in der Pubertät oder Schwangerschaft.

Eine lang andauernde Gingivitis kann auf den Kieferknochen, die Wurzelhaut und das Wurzelzement übergreifen - jetzt ist die Gingivitis in die Parodontitis übergegangen. Die Wurzelhaut wird zerstört, der Knochen abgebaut und der Zahn lockert sich, da sein Halteapparat angegriffen ist.

Symptome

In den meisten Fällen schreitet die Parodontitis relativ langsam voran. Umfangreiche Schäden entstehen erst nach geraumer Zeit. Im Anfangsstadium schwillt das entzündete Zahnfleisch an, rötet sich und es kommt bereits bei leichtem Druck zu Zahnfleischbluten. Dies ist ein Alarmzeichen, bei dem Sie umgehend Ihren Zahnarzt aufsuchen sollten! Das Zahnfleisch zieht sich langsam zurück, die Zähne scheinen dadurch länger zu werden, die Zahnhälse werden extrem schmerzempfindlich bei heißen oder kalten Reizen und es bilden sich Zahnfleischtaschen. In diesen vertieften Zahnfleischtaschen können sich weitere Bakterien und Konkremente absetzen und ungestört ausbreiten. Ein Teufelskreislauf entsteht. Übrigens: Ein Rückgang des Zahnfleisches kann auch durch die falsche Putztechnik verursacht werden, wenn man zu viel Druck mit der Zahnbürste ausübt oder zu stark horizontal schrubbt.   Patienten mit einer Parodontitis leiden sehr häufig unter starkem und unangenehmem Mundgeruch (dies kann allerdings auch andere medizinische Ursachen haben). Im Endstadium lockern sich die Zähne, es kommt zur Eiterung und Zahnverlust. Dann ist ein Zahnersatz, beispielsweise in Form von Prothesen, Implantaten oder Brücken, unumgänglich – was teuer werden kann. Dies lässt sich nur verhindern, wenn Sie rechtzeitig einschreiten und die Parodontitis behandeln lassen.

 

Diagnostik

Bei Zahnfleischbluten sollten Sie unbedingt ein Arzt aufsuchen. Je frühzeitiger eine Parodontitis erkannt wird, desto besser sind auch die Heilungschancen. Der Zahnarzt beurteilt den Zustand des Zahnfleischs, die Blutungsneigung und bestimmt die Tiefe der Zahntaschen: Gemessen wird schmerzlos mit einer speziellen Sonde, die vom Zahnfleischrand am Zahn entlang geführt wird, bis sie auf Widerstand stößt. Bei vielen Patienten  reicht diese Methode als Grundlage für Diagnose und Therapieplanung aus. Manchmal wird auch ein Abstrich genommen und ins Labor geschickt, um die Art und Anzahl der Keime zu bestimmen. Dies ist besonders wichtig bei hartnäckigen oder sehr rasch fortschreitenden Parodontalerkrankungen. Die Zahnfestigkeit wird ebenfalls bestimmt. Hier versucht der Zahnarzt, die Zähne in verschiedene Richtungen zu bewegen. Diese Beweglichkeit ist messbar (Desmodontometrie). Mögliche Knochendefekte lassen sich außerdem in Röntgenaufnahmen beurteilen. Auch freiliegende Wurzeln werden dokumentiert.

Datum: 1. Januar 2011

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