Richtige Behandlung

Qualifizierte & frühzeitige Behandlung

Qualifizierte & frühzeitige Behandlung

Dr. med. Katharina Larisch

Es gibt kaum eine Krankheit, bei der sich die frühe Erkennung nicht positiv auf den Therapie- und Heilungserfolg auswirkt. Manche Krankheiten schreiten zwar nur langsam voran, aber ab einem gewissen Zeitpunkt ist der Prozess nicht mehr umzukehren.

Ein Beispiel: Erkennt man eine chronische Bronchitis frühzeitig im Anfangsstadium, kann sie noch komplett ausheilen. Hat sich in späteren Stadien schon eine deutliche Lungenüberblähung (Lungenemphysem) als Folge der Bronchitis entwickelt, kann nur noch das weitere Fortschreiten der Erkrankung verhindert oder zumindest abgebremst werden.

Bei manchen Krankheiten kann sogar jeder Tag entscheidend sein. Deshalb: Gehen Sie  schon bei den ersten Beschwerden zum Arzt und lassen Sie nicht unnötig Zeit verstreichen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und teilen ihm die Anzeichen Ihrer Erkrankung offen mit. Nur wenn er über alle Informationen verfügt, kann er die Symptome richtig deuten und die richtigen Untersuchungsschritte veranlassen. Ein regelmäßiger und vertrauensvoller Kontakt zu Ihrem Arzt ist auch ein wichtiger Faktor für einen effizienten Vorsorgeplan.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Vorsorge ist wichtig, am besten lassen Sie es erst gar nicht zu einem Krankheitsfall kommen. Durch bestimmte Vorsorgemaßnahmen sind einige Erkrankungen schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen und gut zu behandeln. Ein Beispiel ist der Abstrich vom Gebärmutterhals – eine Vorsorgemaßnahme, die von den Frauen in Deutschland sehr gut angenommen wird. Der Abstrich dient der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Sind Zellveränderungen nachweisbar, lässt sich die Ausbildung eines Zervixkarzinoms durch die entsprechenden Maßnahmen verhindern. Im Stadium einer Vorstufe der eigentlichen Krebserkrankung reicht es aus, einen kreisförmigen Kegelschnitt am Muttermund und in der Schleimhaut des Gebärmutterhalskanals vorzunehmen (Konisation). In der Regel wird dieser Eingriff mit einer Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut kombiniert. Durch diese Methode lässt sich sicherstellen, dass die Frau auch weiterhin Kinder bekommen kann. Ist der Krebs schon weiter fortgeschritten und reichen die Veränderungen tiefer, muss die ganze Gebärmutter mit den umgebenden Strukturen entfernt werden. Häufig werden zusätzlich aufwändige Strahlenbehandlungen und Chemotherapien notwendig. Deshalb sollte jede Frau ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich zur Vorsorge-Untersuchung zum Frauenarzt gehen.

Ähnlich lässt sich ein Prostatakarzinom – die häufigste Krebsart bei Männern – beim Vorsorge-Check frühzeitig aufdecken und therapieren. Veränderungen an der Prostata werden mit dem Finger durch den Enddarm ertastet. Hinweise auf eine Prostatakrebserkrankung gibt auch der sogenannte PSA-Wert. Das Problem: Viele Männer nehmen die Vorsorgeangebote nicht wahr. Hier besteht erheblicher Nachholbedarf. Insgesamt sind Frauen deutlich aktiver in der Wahrnehmung ihrer Vorsorgetermine als Männer.

Die Vorsorge ist auch noch aus einem anderen Grund sinnvoll: Die meisten Menschen fühlen sich deutlich wohler, wenn sie wissen, dass sie gesund sind. Das ist sicher besser, als die Angst vor schweren Erkrankungen zu verdrängen.

 

Patient gefragt

Der übliche Krankenversicherungsschutz erstattet nur bestimmte Vorsorgeuntersuchungen nach den vom Gesetzgeber eingeführten Programmen. Im Einzelfall können darüber hinaus gehende Vorsorgeangebote unter Umständen sinnvoll. Die Kosten hierfür sind in der Regel allerdings vom Versicherten selbst zu tragen. Wer beispielsweise jahrelang körperlich inaktiv war und vielleicht schon orthopädische oder internistische Vorerkrankungen hat, sollte vor Aufnahme einer sportlichen Betätigung einen Sportmedizinischen Check-up durchlaufen. Weitere empfohlene Maßnahmen sind die Knochendichtemessung zur Früherkennung des Risikos für die Entwicklung einer Osteoporose oder die Messung des Augeninnendrucks, um den Grünen Star zu erkennen, bevor er zu einer dramatischen Sehverschlechterung führt.
Auch die Schlaganfall-Vorsorge ist oft eine Leistung, welche im üblichen Krankheitsversicherungsschutz nicht enthalten ist. Die Kosten für die Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Blutgefäße werden nur übernommen, wenn bereits Symptome eines Schlaganfalls aufgetreten sind oder Risikofaktoren für eine Arteriosklerose bekannt sind. Dabei ließe sich ein Schlaganfall oft verhindern, wenn man eine hochgradige Verengung der Halsschlagader im Ultraschall frühzeitig aufdeckt und therapiert. Diese Personen haben ein hohes Risiko für einen Schlaganfall, auch wenn sie keinerlei Symptome zeigen. Daher bieten viele Ärzte diese Untersuchung als Sonderleistung (sogenannte IgeL-Leistung) an.

 

Schnelle Reaktionen

Bei manchen Krankheiten zählt jeder Tag oder sogar Stunden, zum Beispiel bei Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bei diesen akuten Erkrankungen ist ein wachsamer Blick auf den eigenen Körper noch wichtiger. Es werden Teile des empfindlichen Herzmuskel- oder Gehirngewebes nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. Wer nicht sofort reagiert, riskiert, dass die Zellen endgültig absterben. Nur in den ersten Stunden nach dem Ereignis bewirkt eine Wiedereröffnung des verschlossenen Blutgefäßes (medikamentöse Lysetherapie oder am Herzen mechanische Wiedereröffnung mittels Herzkatheter), dass sich das geschädigte Muskel- oder Hirnareal weitgehend erholt. Besteht der Sauerstoffmangel über zu lange Zeit, sind die Schäden irreparabel.

Mittlerweile gibt es Spezialabteilungen in Kliniken, die auf die Sofortbehandlung eingerichtet sind: Die sogenannten „chest pain units“ nehmen alle Fälle von unklaren Herzbeschwerden auf, bei denen auch nur der geringste Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht. „Stroke units“ betreuen alle Schlaganfall-Verdachtsfälle. In beiden Einrichtungen sind alle wichtigen Diagnostik- und Behandlungsschritte räumlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt. Pflegepersonal, Therapeuten und Ärzte sind auf die Frühbehandlung und Überwachung der anfangs instabilen Fälle trainiert.

Selbst der beste Arzt kann nur helfen, wenn der Patient ihn rechtzeitig aufsucht. Ein Beispiel dafür sind Rückenschmerzen mit einer plötzlich auftretenden Lähmung oder Blasenentleerungsstörung. Es besteht die Gefahr, dass ein Bandscheibenvorfall auf einen Nerven oder sogar das Rückenmark drückt. Nerven- und vor allem Rückenmarksgewebe sind extrem druckempfindlich. Der Arzt muss schnell eine bildgebende Diagnostik durchführen und gegebenenfalls eine Operation einleiten. Denn zu einem späteren Zeitpunkt bringt auch die richtige Behandlung keine komplette Wiederherstellung mehr.

 

Warum zum Spezialisten?

Es gibt schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs oder Asthma, bei denen Fachärzte als Spezialisten und ihr Fachwissen gefragt sind. Die Einschaltung von Spezialisten kann sich positiv auf den Heilungserfolg auswirken.

Spezialisierte Fachärzte haben sich nach dem Medizinstudium mindestens vier Jahre, zumeist aber wesentlich länger auf einem bestimmten Gebiet weitergebildet. Sie verfügen damit über Spezialwissen und müssen sich über die Entwicklungen auf ihrem Fachgebiet immer auf dem neuesten Stand halten. Ein Facharzt hat sich auch ausreichend praktische Erfahrung in seinem Fachgebiet erworben, weil er täglich Menschen mit ähnlichen Krankheitsbildern betreut. Ein Krebsspezialist (Onkologe) weiß auch bei seltenen Tumoren die richtige Diagnose zu stellen, die individuell passende Therapie zu finden und die richtige Nachsorge zu organisieren. Er berät andere betreuende Ärzte bei Rückfällen und Komplikationen.

Bei einer Therapie geht es aber nicht nur darum, Medikamente einzunehmen. Vielmehr sollten Sie sich mit Ihrem Arzt besprechen und sich beraten lassen. Fragen Sie ihn, falls Ihnen etwas unklar ist. Von Ihrem Wissen und Ihrer Mitarbeit hängt nämlich auch der Behandlungserfolg ab.

Datum: 25. Januar 2011

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