Richtige Behandlung

Die richtige Behandlung

Wissen, was es ist

Dr. med. Katharina Larisch

Die Grundlage jeder korrekten Therapie ist zunächst, die richtige Diagnose zu stellen. Das hört sich leicht und einfach an, ist es aber nicht. Einen Schnupfen oder eine Platzwunde können wohl die meisten auch ohne Arzt richtig einordnen. Aber bei einer rheumatischen Autoimmunerkrankung, einer Leukämie oder einem Rückenmarkstumor braucht es oft Wochen intensiver Nachforschungen, bis die richtige Diagnose steht. Teilweise müssen Teams aus Spezialisten unterschiedlichster Fachgebiete zusammenarbeiten, bis sie die Erkrankung eingrenzt und abgesichert haben.

Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ist vor allem in medizinischen Versorgungszentren gegeben, wo sich Ärzte verschiedener Fachrichtungen in einem Praxisverbund oder Ärztehaus zusammenschließen. Noch enger wird das Teamwork in großen Krankenhäusern wie den Universitätskliniken, an denen feste Termine eingerichtet sind, zu denen sich die Vertreter verschiedener Disziplinen einfinden. Beispiele dafür sind Tumorkonferenzen (für unklare Krebsfälle) oder auch Gefäßkolloquien (für Erkrankungen der Arterien und Venen). Hier trägt ein behandelnder Arzt einen kniffligen Fall vor. Gemeinsam versuchen die Spezialisten, die Krankheit zu benennen, weitere notwendige Untersuchungsschritte festzulegen oder sich auf eine Therapieempfehlung zu einigen.

Eine Sonderrolle kommt hier der Kinderheilkunde zu. Gerade bei Neugeborenen und Kleinkindern ist es oft besonders schwierig, die richtige Diagnose zu stellen, da sie noch nicht sprechen können. Auch ältere Kinder haben meist keine präzise Wahrnehmung für ihr Innenleben und können Beschwerden noch nicht so exakt beschreiben wie ein Erwachsener.

Ausführliche Beratung

Ein Arzt sollte den Patienten schon in der Diagnosephase einbeziehen und informieren und nicht erst, wenn hieb- und stichfest klar ist, welche Krankheit vorliegt. Zuerst schildert er seine Verdachtsdiagnose und erklärt dann, warum und welche weiteren Untersuchungen notwendig sind. Denn in dieser unsicheren Phase ist es besonders wichtig, dass der Patient sich nicht unnötig Sorgen macht. Jeder Arzt sollte ein offenes Ohr für die Ängste des Patienten haben und ihm während einer langen Untersuchungsphase auch Informationen zwischendurch geben. Sehr erleichternd kann die Mitteilung sein, welche besonders gravierenden Erkrankungen vielleicht bereits ausgeschlossen wurden.
Ließ sich den Symptomen eine Krankheit zuordnen, berät der Arzt den Patienten, was jetzt zu tun ist. Verschiedene Behandlungsverfahren werden ausführlich erklärt und miteinander verglichen. Liegt kein Notfall vor, erhält der Patient oft auch Bedenkzeit. Manche Ärzte bieten hier auch den Service, dass sie dem Patienten bei häufigen oder chronischen Erkrankungen ein Merkblatt mitgeben, eine Internetseite oder ein Ratgeberbuch empfehlen. So können sich Patienten in Ruhe mit der neuen Situation beschäftigen und bei einem zweiten Gespräch gezielte Fragen stellen. Außerdem gilt immer: Je besser Patienten informiert sind, desto besser können sie mit ihrer Krankheit umgehen.

Oftmals muss der Patient nach der Diagnosestellung auch psychisch aufgefangen werden. Dies ist vor allem bei gravierenden Erkrankungen der Fall, welche die gesamte Lebensplanung auf den Kopf stellen. Die Diagnose Multiple Sklerose, Epilepsie oder völlige Unfruchtbarkeit können ein Schock sein, den es zu überwinden gilt. Hier ist von Beginn an eine einfühlsame Haltung des Arztes gefragt.


Aktionsplan festlegen

Ist die Ausgangssituation klar, legen Arzt und Patient gemeinsam die geeignete Therapie fest. Nur ein gut informierter Patient, der seine Behandlung selbst mitbestimmt, wird auch klar hinter der Vorgehensweise stehen. Dies ist die Vorraussetzung dafür, dass er sich auch daran hält. Das gilt vor allem, wenn die Behandlung auch mit unangenehmen Konsequenzen verbunden ist.

In schwereren Fällen muss ein Spezialist hinzugezogen werden, der mit allen Sonderformen und Komplikationen vertraut ist. Die Diagnostik und Behandlung von lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkten oder Schlaganfällen sollte an einer Zentrum mit entsprechender Erfahrung durchgeführt werden. Nur die enge Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten führt hier zu einem optimalen Behandlungsergebnis.

Datum: 25. Januar 2011

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