Zähne

Wurzelerkrankungen

Beschreibung

Dr. med. dent. Susanne Schorr und Dr. med. dent. Alexander Merian

Jeder Zahn besitzt eine harte Schale und einen empfindsamen, weicheren Kern, in dem Nerven und Blutgefäße eingelagert sind. Dieser weiche Kern ist das Zahnmark (Pulpa). Es ist rundherum vom Zahnbein, dem Dentin, umgeben. Nur im Kieferknochen, an der Wurzelspitze,  gibt es eine kleine Öffnung, durch die Gefäße und Nerven ein- bzw. austreten. Damit sind die Verbindung des lebenden Zahnmarks mit dem Körper hergestellt, und der lebensnotwendige Stoffwechsel gesichert. Ganz außen befindet sich der harte Zahnschmelz, der sichtbare Teil der Zähne. Die einzelnen Zähne können eine, zwei oder drei Wurzeln haben: Die Schneide- und Eckzähne haben eine Wurzel, die kleinen Backenzähne (Prämolaren) ein bis zwei Wurzeln und die großen Backenzähne (Molaren) zwei bis drei.

Ursache

Wird eine Karies nicht rechtzeitig  behandelt, schreitet sie immer weiter fort. Im harten Zahnschmelz ist die Ausbreitung der Karies recht langsam, im weicheren Dentin schreitet die Zerstörung später dann schneller fort.  So dringen die Bakterien in das Zahnbein und schließlich in die Pulpa ein. Dort reizen sie die Nerven in der Wurzelhöhle. Liegt die Karies in der Nähe des Nervs, kommt es zu Schmerzen. Im Extremfall stirbt das Zahnmark ab. Dringt die eitrige Entzündungen bis in den Bereich der Wurzelspitze vor, kann das zurEntzündung und Auflösung des umgebenden Kieferknochens führen. Meist ist Karies der Auslöser für Wurzelentzündungen. In ganz seltenen Fällen kann ein Unfall, z.B. ein Schlag oder Stoß auf den Kiefer, eine Entzündung und das Absterben des Nervs hervorrufen.

Symptome

Anfangs reagiert der Zahn überempfindlich auf Süßes, Saures, Kaltes oder Warmes. In der zweiten Phase treten die  Schmerzen plötzlich auf, um genauso plötzlich wieder zu verschwinden. Aber die Intensität der Schmerzen nimmt immer weiter zu. In der dritten Phase bleibt der Schmerz permanent bestehen bis der Nerv endgültig abstirbt. Wird nicht rechtzeitig eingegriffen, schreitet die Entzündung fort und kann innerhalb vonwenigen Stunden bis einigen Tagen über den Kieferknochen bis ins Weichgewebe wandern. Kinn und Wange können anschwellen  („dicke Backe“).

Selbst wenn die akuten Schmerzen wieder abklingen, weil der Zahnnerv durch die Entzündung abgestorben ist, kann der Eiterungsprozess in Richtung Wurzelspitze und Kieferknochen symptomlos weiter voranschreiten. Die „dicke Backe“ ist dann nach einiger Zeit eine plötzliche und unerwartete Überraschung. Strahlen die Schmerzen eher in Richtung Ohr aus, ist höchstwahrscheinlich ein Unterkieferzahn die Ursache der Beschwerden. Ziehen sie in Richtung Auge und Schläfe, ist vermutlich ein Oberkieferzahn der Auslöser.

Diagnostik

Ihr Zahnarzt kann bereits anhand der Beschwerden eine Verdachtsdiagnose stellen. Er prüft die Klopf- und Bissempfindlichkeit des betroffenen Zahns. Zudem kann er den Funktionszustand des Nervs prüfen, indem er den Zahn einem Kältetest unterzieht. Ein abgestorbener Nerv reagiert nicht mehr auf die Kälte. Es kann aber auch sein, dass sich ein gesunder Nerv nur im Wurzelkanal zurückgezogen hat und deshalb nicht oder kaum auf die Sensibilitätstests reagiert. Um zu beurteilen, ob der Kieferknochen noch intakt ist, sollte in den vom Zahnarzt vorgegeben Abständen eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden. Ist bereits eine chronische Entzündung der Wurzelspitze aufgetreten, so erkennt der Zahnarzt dies auf dem Röntgenbild.

Für viele Patienten sind die verschiedenen Zahnerkrankungen und die Behandlungsmöglichkeiten nur schwer auseinander zu halten und zu verstehen. Je mehr Sie über die Zähne und die möglichen Erkrankungen wissen, desto besser können Sie gemeinsam mit einem Spezialisten entscheiden, welche Behandlung für Sie am besten ist. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, wenn Sie etwas nicht verstehen und lassen Sie sich ausführlich beraten.

Datum: 19. Januar 2011

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