Zähne

Zahnersatz

Beschreibung

Dr. med. dent. Susanne Schorr und dr. med. dent. Alexander Merian

Nicht alle Menschen kommen mit einem lückenlosen Gebiss durchs Leben. Den meisten gehen im Lauf des Lebens ein oder mehrere Zähne verloren. Die Ursachen sind beispielsweise Unfälle, bei denen Zähne ausgeschlagen werden (meist Frontzähne), sowie starke Karies oder Erkrankungen des Zahnfleischs (Parodontitis), in deren Folge Zähne gezogen werden müssen.

Fehlende Zähne müssen ersetzt werden, um Kaufunktion, Ästhetik und Sprachvermögen wiederherzustellen und Folgeschäden an anderen Zähnen, Kiefergelenk oder Kaumuskulatur zu vermeiden.

Bleibt die Lücke offen, können Zähne in die Lücke kippen oder wandern, es kann zu Knochenabbau oder Kiefergelenkbeschwerden kommen.

Grundsätzlich unterscheidet man folgende Arten des Zahnersatzes:

  • Herausnehmbar: Teil- oder Vollprothesen sowie eine Kombination aus beidem
  • Festsitzend: Kronen/Teilkronen, Brücken, Implantate.
  • Eine Kombination aus festsitzend/herausnehmbar.

Besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt, welche Art von Zahnersatz für Sie infrage kommt. Lassen Sie sich die verschiedenen Möglichkeiten erklären und fragen Sie nach, falls Sie etwas nicht verstehen. Für jeden einzelnen Fall gibt es meistens unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, die sich in Tragekomfort, Ästhetik, Aufwand und auch Kosten erheblich unterscheiden können.

Kronen/Teilkronen

Ist der ursprüngliche Zahn nur noch ein Fragment, lässt sich manchmal weder eine Füllung noch ein Inlay verankern. Trotzdem muss der Zahn nicht unbedingt gezogen, sondern kann eventuell überkront werden. Ist nur ein Teil des Zahns zerstört, eignen sich auch Teilkronen. Hier bleibt der gesunde Teil des Zahnes erhalten - und damit soviel Zahnsubstanz wie möglich.

Man unterscheidet Vollgusskronen aus Gold, Titan oder anderen Metallen, die sehr stabil sind. Aufgrund ihrer metallischen Färbung sind sie am besten für Zähne geeignet, die nicht sichtbar sind (z.B. Backenzähne). Bei dieser Kronenart muss man am wenigsten Zahnsubstanz abtragen.

Eine zahnfarbene Alternative sind Kronen mit Metallkern, die mit Kunststoff oder Keramik überzogen werden (Verblendkronen). Der Zahn muss hier stärker abgeschliffen werden als bei einer Vollgusskrone, da mehrere Materialschichten notwendig werden. Kunststoff ist weniger stabil, weniger langlebig und eignet sich deshalb nicht für die Kauflächen von Backenzähnen. Außerdem verfärben sich Kunststoffkronen leichter (Keramik nicht!) und nutzen sich schneller ab als solche aus Metall. Bei Verblendkronen ist deshalb das Material der Wahl die keramische Verblendung. Die keramische Verblendschicht wird im zahntechnischen Labor auf das Metallgerüst aufgebrannt. Keramik ist mundbeständig, gut verträglich und verhilft zu einem ästhetisch ansprechenden Ergebnis.

Vollkeramik-Kronen haben kein Metallgerüst, sondern bestehen komplett aus Porzellan. Geeignet sind sie vor allem für die gut sichtbaren Frontzähne. Dadurch dass das Metallgerüst entfällt, ist die zahnfarbene Ästhetik optimal. Vollkeramikkronen sind vom natürlichen Zahn nahezu nicht zu unterscheiden.

 

Brücken

Sind ein oder mehrere Zähne nicht mehr zu retten, eignet sich eine Brücke als Zahnersatz - eine Konstruktion aus Kronen an den benachbarten Zähnen und künstlichem Zahn bzw. künstlichen Zähnen in der Mitte. Grundsätzlich bestehen Brücken aus sogenannten Ankerzähnen (meist Kronen) und dem Brückenkörper, der wiederum ein oder mehrere Zwischenglieder enthält – je nachdem, wie viele Zähne fehlen. Weil die Brücke fest auf die beschliffenen Zähne aufzementiet wird, bietet sie einen hohen Tragekomfort.

 

Implantate

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln - meist sind sie schraubenförmig oder zylindrisch geformt. Sie werden in den Kieferknochen eingepflanzt. Ein Zahnimplantat übernimmt die gleiche Funktion wie die ursprüngliche Zahnwurzel, da es direkt mit dem Knochen verwächst: Es trägt Zahnersatz, z.B. Einzelkronen und Brücken, oder es verankert herausnehmbaren Zahnersatz. Man unterscheidet den Implantatkörper, der in den Knochen eingebracht wird, und die Aufbauteile, mit deren Hilfe Kronen oder Haltestrukturen für Prothesen am Implantatkörper befestigt werden. Implantate sind eine gute Befestigungsmöglichkeit, um eigene fehlende Zähne zu ersetzten oder aber um Prothesen mehr Halt zu geben.

Fast alle Implantate bestehen heute aus hochreinem Titan, da es besonders gewebefreundlich ist und mit dem Knochen einen sicheren Verbund bildet.

 

Prothesen („Dritte Zähne“)

Bei manchen Menschen fehlen mehrere Zähne und die Lücken lassen sich mit einer Brücke nicht mehr schließen. Oft sind auch überhaupt keine eigenen Zähne mehr vorhanden. In solchen Fällen kommen Prothesen in Betracht. Sie sind herausnehmbar und in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Eine Befestigung einer Teilprothese an den eigenen Restzähnen kann über einfache Halteklammern oder über aufwändige Befestigungssysteme (Geschiebe oder Teleskopkronen) erfolgen.

  • Voll- oder Totalprothese („Dritte Zähne“)
    Sie werden eingesetzt bei zahnlosen Patienten und bestehen aus einer zahnfleischfarbenen Kunststoffbasis, in der Kunststoffzähne als Zahnreihe verankert werden. Im Unterkiefer bedeckt die Prothese den Kieferkamm, im Oberkiefer zusätzlich den gesamten Gaumen. Halt und Tragekomfort sind entscheidend abhängig von der Substanz und der Form des Kieferknochens.
  • Klammerprothese (Modellgussprothese)
    Sie wird mit Klammern an noch vorhandenen Zähnen befestigt. Der Zahnersatz besteht aus einem Metallgerüst und Kunststoffanteilen (sog. Sättel). Darauf werden die künstlichen Zähne befestigt. Diese Prothesenform ist preiswert, hat aber ästhetische Nachteile, weil man die Klammer sieht

  • Geschiebeprothese
    Hiermit wird der Zahnersatz klammerfrei an vorhandenen Zähnen befestigt. Die Zähne müssen hierzu überkront werden und es wird eine Nut eingearbeitet, in die das passende Gegenstück an der Prothese eingeklickt werden kann.

  • Teleskopprothese/Konuskrone
    Dies ist ebenfalls eine klammerfreie Prothese, die aus Innen- und Außenkronen besteht. Auf dem Zahnstumpf sitzt eine Metallhülse (Innenkrone, meist aus Gold), darauf steckt die eigentliche Krone (Außenkrone), die Bestandteil des herausnehmbaren Zahnersatzes ist. Man kann sich die Befestigung als eine Art Stecksystem vorstellen. Teleskope können auch bei rein implantatgetragenen sowie bei einer Kombination von Zähnen und Implantaten (Hybridprothetik) eingesetzt werden. Spitz zulaufende Innenteleskopkronen nennt man Konuskronen.

    Ein entscheidender Vorteil von Teleskopprothesen ist, dass sie meist problemlos vom Zahntechniker abgeändert werden können, wenn ein überkronter Zahn im Laufe der Zeit doch noch gezogen werden muss.

Datum: 20. Januar 2011

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