Zähne

Zahnfehlstellungen

Beschreibung

Dr. med. dent. Susanne Schorr und dr. med. dent. Alexander Merian

Die wenigsten Menschen haben ein makelloses Gebiss, undFehlstellungen sind weit verbreitet. Auch wenn nicht jeder schiefe Zahn ein Gesundheitsproblem darstellt, können Zahn- und Kieferfehlstellungen Karies und Parodontose begünstigen sowie zu Schleimhaut- und Zahnfleischentzündungen führen. Auch das Kauen, Beißen und Sprechen kann beeinträchtigt sein, wenn einzelne Zähne nicht mehr am richtigen Platz im Kiefer stehen. Nicht zuletzt spielt auch das Aussehen eine Rolle.

Ursachen

Es gibt angeborene Zahnfehlstellungen sowie eine Kombination aus angeborenen und erworbenen Ursachen.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:


  • Zu viele (sehr selten), zu wenige oder verlagerte Zähne;
  • Zu große oder zu kleine Zähne;
  • Zu großer oder zu kleiner Kiefer;
  • Lutschen und Nuckeln an Daumen, Schnuller oder Flaschen: Dies kann einen „offenen Biss“ verursachen, bei dem die Zähne nicht aufeinander treffen.
  • Beißen oder Saugen an den Lippen als schlechte Angewohnheit;
  • Fehlfunktionen der Zunge beim Sprechen oder aber auch beim Schlucken;
  • Frühzeitiger Verlust der Milchzähne: Die benachbarten Milchzähne wandern in die Lücke und versperren den zweiten Zähnen ihren Platz.

 

Symptome

Es gibt einige Anzeichen, die auf Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer hindeuten. Das sind unter anderem:

  • Sichtbarer Fehlbiss (z.B. Überbiss, bei dem die oberen Schneidezähne weit vor den unteren Schneidezähnen stehen),
  • Probleme beim Kauen,
  • Schmerzen im Kiefergelenk,
  • Zähne, die aus der Zahnreihe hervortreten oder zurückliegen (aufgrund Engstand),
  • Probleme beim Lippenschluss,
  • Verstärkte Mund- und verminderte Nasenatmung mit erhöhter Infektanfälligkeit,
  • Sprechfehler (z.B. Lispeln) – für S- und Z-Laute sind gerade Frontzähne nötig,
  • Kopfschmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit,
  • Verspannungen im Hals- und Nackenbereich,
  • Schnarchen (Schlafapnoe).

 

Diagnose

Meist reicht dem Zahnarzt schon ein Blick in den Mund, um einen verfrühten oder verspäteten Zahndurchbruch, Zahnfehlstellungen oder auffallende (prägnante) Formen von Kieferfehlstellungen zu erkennen.

Um aber das Ausmaß der Zahnfehlstellung bestimmen zu können, werden Abdrücke von Ober- und Unterkiefer genommen, um ein Modell des Gebisses herzustellen. Eine Panoramaröntgenaufnahme liefert wichtige Informationen über alle Zähne: Stehen Zahnwurzeln der sichtbaren Zähne parallel zueinander? Sind alle Zähne angelegt? Sind überzählige oder verlagerte Zahnkeime vorhanden? Hat sich schon Karies ausgebildet?

Meist wird zusätzlich ein Fernröntgenbild des Schädels angefertigt. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Röntgenaufnahme, die den Schädel von der Seite darstellt. Damit lassen sich die Größe, Form und Wachstumsrichtung von Ober- und Unterkiefer feststellen. Außerdem ist erkennbar, ob die Schneidezähne richtig zueinander stehen und wie die Position des Kinns ist. Für eine harmonische Gesichtskontur sind diese Parameter besonders wichtig.

Geprüft wird auch, wie gut das Gebiss funktioniert. Dazu gehören die Lage der Zunge, die Funktion des Kiefergelenks, das Ineinander-Passen der Zahnreihen sowie die Atmung durch Mund oder Nase. Auch Sprachschwierigkeiten und Hals-Nasen-Ohren-Problematiken werden genau untersucht.

Zahnengstand: Diese Fehlstellung ist relativ häufig anzutreffen. Die durchbrechenden Zähne haben im Kieferbogen zu wenig Platz, sie wachsen leicht verdreht ober- oder unterhalb des eigentlichen Ortes. Der Grund ist, dass die Zähne entweder zu groß oder der Kiefer zu klein ist. Der größte Teil der Zahnengstände ist erblich bedingt, aber auch mangelnde Mundhygiene im Kleinkindalter oder Zahnveränderungen im Erwachsenenalter können Ursachen sein. Denn wenn ein Milchzahn zu früh verloren wird, kann er nicht mehr den Platz für seinen Nachfolger frei halten. Der bleibende Zahn bricht dann an einer falschen Stelle durch und nimmt später folgenden Zähnen den zugedachten Platz weg.

 

Überbiss (Prognathie): Die oberen Schneidezähne ragen zu weit über die Unterkieferzähne. Die Ursache kann sein, dass der Oberkiefer zu groß ist und stärker wächst als der Unterkiefer. Sehr häufig kommt es zum Überbiss, wenn Fehlfunktionen wie Daumenlutschen etc. vorliegen.

 

Unterbiss (Retrognathie): Der Unterkiefer ist verkürzt, das Kinn „flieht“ nach hinten. Die Frontzähne des Unterkiefers beißen oft in den Gaumen. Es kann auch die Frontzahnreihe des Oberkiefers zu weit hinten stehen. Damit wirkt die Oberlippe zu kurz und oft beißen die Frontzähne aufeinander.

 

Tiefbiss: Die oberen Frontzähne bedecken beim Zusammenbeißen die Frontzähne im Unterkiefer, sodass im Extremfall die unteren Zähne beim Zusammenbiss gar nicht mehr sichtbar sind. Unter Umständen beißen die unteren Frontzähne in den Gaumen, was zu Schmerzen und Einbissstellen führen kann.

 

Offener Biss: Die Zähne klaffen bei geschlossenen Zahnreihen auseinander. Zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers entsteht eine deutliche, oft kreisförmige Lücke. Schließt der Unterkiefer zu weit vor oder hinter dem Oberkiefer, spricht der Kieferorthopäde zusätzlich von Mesial- bzw. Distalbiss. Neben erblichen Faktoren können auch Daumenlutschen und die Nuckelflasche die Ursachen sein.

 

Verkehrter Überbiss (Progenie): Beim Zusammenbeißen stehen die unteren Schneidezähne vor den oberen.

 

Kreuzbiss: Ein Teil der Unterkieferzähne ragt seitlich über die Zähne des Oberkiefers hinaus.

 

Diastema: Sichtbare Lücke zwischen den Schneidezähnen, vor allem im Oberkiefer.

 

Verlagerte Zähne: Eckzähne oder Weisheitszähne befinden sich nicht an dem Ort, an dem sie eigentlich sein sollten. Sie verbleiben im Kieferknochen. Ein Eckzahn kann beispielsweise quer im Gaumenknochen liegen.

 

Überzählige Zähne: Sie können die restlichen Zähne beim Durchbruch behindern.

 

Fehlende Zähne: Im bleibenden Gebiss können ein oder mehrere Zähne fehlen, weil sie gar nicht gebildet und angelegt sind. Meist sind es die oberen seitlichen Schneidezähne bzw. die unteren kleinen Backenzähne.

Datum: 20. Januar 2011

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