Kundenbereich

Basistarif

Seit dem 1. Januar 2009 muss von allen Versicherungsunternehmen mit Sitz in Deutschland der brancheneinheitliche Basistarif angeboten werden, sofern das Unternehmen die substitutive Krankenversicherung anbietet.

Angeboten werden muss der Basistarif als 100%-Absicherung und in einer beihilfekonformen Variante. Außerdem muss er eine Variante für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres vorsehen.

Im Basistarif können auch Selbstbehalte von 300, 600, 900 oder 1.200 Euro vereinbart werden. An einen gewählten Selbstbehalt ist die versicherte Person grundsätzlich drei Jahre gebunden. Ein Wechsel ist mit einer Frist von drei Monaten zum Ablauf der Dreijahresfrist möglich.

Die Versicherten können aber die Vereinbarung eines Selbstbehaltes rückgängig machen und die Umstellung in den Basistarif ohne Selbstbehalt verlangen, wenn der vereinbarte Selbstbehalt nicht zu einer angemessenen Reduzierung der Prämie führt. Die Umstellung muss dann innerhalb von drei Monate erfolgen.  Für Beihilfeberechtigte gelten an den jeweiligen Beihilfesatz angepasste Selbstbehaltsstufen.

 

Weitere Informationen zum Basistarif

Versicherbare Personen

Es besteht grundsätzlich Kontrahierungszwang, das heißt, eine gesetzliche Verpflichtung des Versicherungsunternehmens, unter bestimmten Voraussetzungen Anträge auf Aufnahme in den Basistarif anzunehmen.

Zugang zum Basistarif haben:

  • Der privaten Krankenversicherung (PKV) zuzuordnende Nichtversicherte (Personen mit Wohnsitz in Deutschland, die weder in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versicherungspflichtig sind, noch einen Beihilfeanspruch oder Anspruch auf Heilfürsorge haben, noch  Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beanspruchen können.).
  • Alle Personen mit Beihilfeanspruch, die einen die Beihilfe ergänzenden Versicherungsschutz benötigen.
  • Freiwillig GKV-Versicherte, die nach dem 31.12.2008 freiwilliges Mitglied einer Krankenkasse werden bzw. geworden sind, innerhalb von 6 Monaten nach Ende der Versicherungspflicht.
  • Alle privat vollversicherten Personen mit Vertragsbeginn 1. Januar 2009 oder später mit Wohnsitz in Deutschland  haben ein permanentes Wechselrecht in den Basistarif jedes Versicherers.

Personen, die vor dem 1. Januar 2009 bereits ihren Versicherungsvertrag abgeschlossen hatten, können nur in den Basistarif ihres eigenen Unternehmens wechseln, wenn sie

  • das 55. Lebensjahr vollendet haben oder
  • eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen oder
  • ein Ruhegehalt nach beamtenrechtlichen oder vergleichbaren Vorschriften beziehen oder
  • hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts sind.

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Leistungen

Der Leistungsumfang des Basistarifes ist bei allen Versicherungsunternehmen gleich. Der Basistarif  enthält ein Leistungsangebot, das mit dem in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach Art, Umfang und Höhe vergleichbar ist.

Neben dem Basistarif können zur Verbesserung der Leistungen ergänzende Krankheitskostenversicherungen (mit Gesundheitsprüfung) abgeschlossen werden. Der Versicherer kann verlangen, dass diese ergänzenden Versicherungen ruhen, wenn ein ermäßigter Beitrag wegen Hilfebedürftigkeit im Sinne des Sozialgesetzbuches für den Basistarif gezahlt wird.

Werden Leistungen in der GKV vom Gesetzgeber verändert, werden auch die Leistungen im Basistarif entsprechend angepasst. Im Gegensatz zu den „üblichen“ Tarifen in der privaten Krankenversicherung kann also der Leistungsumfang nach Vertragsabschluss im bestehenden Tarif verändert werden.

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Beitrag

Die Höhe der Beiträge des Basistarifs richtet sich nach dem Eintrittsalter, dem Geschlecht des Versicherten, einer eventuellen Selbstbehaltstufe und nicht nach dem Gesundheitszustand des Versicherten. Risikoausschlüsse oder -zuschläge gibt es beim Basistarif nicht.

Der Höchstbeitrag orientiert sich am durchschnittlichen Höchstbeitrag in der GKV und beträgt derzeit 610,31 Euro. Für Beihilfeberechtigte gilt der ihrem Beihilfesatz entsprechende anteilige Höchstbeitrag. Wenn durch die Zahlung des Beitrages Hilfebedürftigkeit entsteht, reduziert sich der zu zahlende Beitrag.

Die Beitragskalkulation ist brancheneinheitlich. Lediglich unternehmensspezifische Aufwendungen (zum Beispiel Verwaltungs- oder Schadenregulierungskosten) können zu Unterschieden bei den Beiträgen führen, die allerdings nur marginal sein können.

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Tarifwechsel

Beabsichtigt ein Versicherter nach einem Wechsel in den Basistarif eines neuen Unternehmens in einen anderen Tarif dieses Unternehmens zu wechseln, ist dies unter Anrechnung seiner mitgebrachten Alterungsrückstellung erst nach einer Mindestverweildauer von 18 Monaten möglich.

Eine Anrechnung der mitgebrachten Alterungsrückstellung bei einem erneuten Unternehmenswechsel ist ebenfalls erst nach 18 Monaten und nur dann möglich, wenn der Versicherte in den Basistarif des dritten Unternehmens wechselt.

Innerhalb eines Unternehmens kann der Versicherte grundsätzlich unter voller Anrechnung der Alterungsrückstellung aus dem Basistarif in einen anderen Tarif wechseln. Allerdings kann der Versicherer eine Gesundheitsprüfung vornehmen und für Mehrleistungen Risikozuschläge vereinbaren (oder den Antrag ablehnen).

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