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Alterungsrückstellung

Der Beitrag richtet sich in der privaten Krankenversicherung (PKV) nach dem Geschlecht, dem Eintrittsalter, dem gewählten Tarif und dem Gesundheitszustand. Im Gegensatz zum in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gebräuchlichen Umlageverfahren entrichtet in der PKV der Versicherte mit seinem Versicherungsbeitrag neben dem Anteil für das aktuelle Krankheitsrisiko zugleich einen Vorsorgeanteil für das Alter, weil mit dem Alter die Krankheitskosten ansteigen.

Weitere Informationen zur Alterungsrückstellung

Beschreibung

Allein das Älterwerden der Versicherten darf in der privaten Krankenversicherung (PKV) nicht zu höheren Beiträgen führen, deshalb wird ein Teil des Beitrags (der Vorsorgebeitrag) dem Prinzip der Kapitaldeckung folgend in die so genannte Alterungsrückstellung überführt.

Die Alterungsrückstellung übernimmt eine tragende Rolle in der PKV, sie ist ein entscheidender Faktor für die lebenslange Erfüllbarkeit des Leistungsversprechens gegenüber den Versicherten. In den ersten Jahren ist der Beitrag höher, als das rechnungsmäßige Wagnis. Die in der Kalkulation berücksichtigten Vorsorgebeiträge werden in der Alterungsrückstellung angesammelt, verzinst und vererbt. Die Alterungsrückstellung wird also nicht nur aus dem Vorsorgebeitrag gebildet, sondern gerade die Verzinsung spielt mit zunehmender Höhe der Alterungsrückstellung eine immer bedeutendere Rolle.

Zur Stärkung der Alterungsrückstellung sind die PKV Unternehmen seit 1. Januar 2000 dazu verpflichtet, bei Versicherten, die mindestens einen Versicherungsschutz für ambulante und stationäre Heilbehandlung abgeschlossen haben, bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres einen Zuschlag von zehn Prozent auf ihren Beitrag zu erheben. Dieser Zuschlag wird in einer speziellen individuellen Rückstellung angespart und mit 3,5 Prozent zuzüglich 90 Prozent des Überzinses (Dies sind die Zinsen, die über den rechnungmäßigen Zins von 3,5 Prozent hinausgehen.) verzinst und dient ab dem vollendeten 65. Lebensjahr zur Limitierung von Beitragsanpassungen. Ab Alter 80 werden noch verbliebene Mittel zur sofortigen Beitragssenkung verwendet.

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Beitragssteigerung

Während die Alterungsrückstellung Privatversicherte davor schützt, dass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung (PKV) allein durch das Älterwerden steigen, wirkt sich in der PKV der medizinische Fortschritt – im Übrigen nicht anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auch – beitragssteigernd aus. Denn neue Medikamente, Diagnose- und Behandlungsmethoden kosten in der Regel auch mehr Geld. Und weil dieser Fortschritt in der Medizin zum Zeitpunkt eines Vertragsabschlusses noch nicht bekannt war, muss dieser Fortschritt auch zusätzlich finanziert werden. Genau aus diesem Grund werden in der PKV weitere Mittel aus den Überzinsen oder dem gesetzlichen Beitragszuschlag angespart, um diese nicht vorhersagbaren Kostensteigerungen abzumildern.

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Mitnahme Alterungsrückstellung bei Versicherungswechsel

Die Alterungsrückstellung kann bei Vertragsabschluss nach dem 01.01.2009 im Falle eines PKV-Wechsels generell mitgenommen werden. Die Übertragbarkeit gilt nur für Krankheitskostenvollversicherungen und maximal in Höhe der Alterungsrückstellung des Basistarifs.

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