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Herzinsuffizienz

Beschreibung

Dr. med. Katharina Larisch

Das Herz ist ein Muskel, der Blut durch den Körper pumpt und dadurch alle Organe ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei Menschen mit Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) hat das Herz nicht mehr genug Kraft für diese Aufgabe. Ein gesundes Herz pumpt im Ruhezustand fünf bis sechs Liter Blut pro Minute durch den Körper, das geschwächte Herz schafft dagegen manchmal nur noch zwei Liter pro Minute. In der Folge werden die Organe nicht mehr richtig durchblutet und das Blut staut sich vor dem Herzen.

Die Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Erkrankungen weltweit. In Deutschland leiden schätzungsweise drei Prozent der Bevölkerung an einer Herzinsuffizienz, bei den über 80-Jährigen sind es sogar zehn Prozent.

Ursachen

Bluthochdruck und Erkrankungen der Herzkranzgefäße sind die Hauptursachen der Herzmuskelschwäche. Seltener schädigen Herzmuskelentzündungen, Herzklappenfehler Alkohol- und Drogenmissbrauch den Herzmuskel.

Ein Herzinfarkt zerstört gesundes Herzmuskelgewebe und es wird durch Narbengewebe ersetzt. Das Herz dehnt sich dabei mehr und mehr aus und das Pumpen fällt zunehmend schwer. Das Herz ist zwar groß, aber krank und schwach und kann seine Aufgabe nicht mehr erfüllen.

Beim schlecht eingestellten Bluthochdruck muss der Herzmuskel dauerhaft gegen den hohen Druck in den Gefäßen anpumpen. Zunächst kann er die Aufgabe noch bewältigen, indem Muskelmasse aufgebaut wird. Mit der Zeit wird der Herzmuskel aber so dick, dass er selbst nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Dann geht Herzmuskelgewebe wie bei einem Herzinfarkt zu Grunde und die Herzhöhlen vergrößern sich.

 

Symptome

Ein schwaches Herz kann das Blut nicht mehr ausreichend in das Blutgefäßsystem pumpen; umgekehrt wird Blut, das von den Organen zum Herzen zurück kommt, nicht schnell genug weitergepumpt - es kommt zum Rückstau.

Anfangs verursacht ein geschädigter Herzmuskel wenig Beschwerden. Mit der Zeit nimmt aber die Leistungsfähigkeit des Herzens immer weiter ab. Häufig macht sich die Herzschwäche durch eine allmählich zunehmende Luftnot, zunächst bei starken oder stärkeren körperlichen Belastungen, bemerkbar. Betroffene bemerken zusätzlich dicke Knöchel am Abend. Der Grund: Wasser lagert sich an Knöcheln und Fußrücken ein. Nachts verspüren viele dauernden Harndrang, weil die Nieren jetzt die überflüssigen Wassermengen wieder ausscheiden.

Nimmt die Herzmuskelschwäche zu, müssen die Betroffenen selbst bei einfachen Tätigkeiten wie Einkaufen oder Spazieren gehen Pausen einlegen, weil die Luft knapp wird. Schlafen ist dann auch nur noch mit mehreren Kissen und einem leicht erhöhten Oberkörper möglich. Bei einigen Patienten kann die Herzschwäche auch zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen führen. Hier besteht das Risiko des plötzlichen Herztodes.

Mediziner teilen die Herzschwäche gemäß den Richtlinien der "New York Heart Association“ in vier Stadien ein. Das Stadium hängt davon ab, ab welchem Grad der Belastung Beschwerden auftreten:

Klasse I:
asymptomatisch (keine Symptome): Der Patient leidet weder unter Kurzatmigkeit, noch ermüdet er während einer körperlichen Betätigung. Bei apparativen Untersuchungen wie beispielsweise einem Ultraschall des Herzens ist aber bereits eine Herzinsuffizienz nachweisbar.

Klasse II:
milde Herzinsuffizienz: Der Patient ist nach stärkerer Aktivität kurzatmig oder erschöpft, wie beispielsweise zwei Stockwerke steigen oder einen Korb voll Wäsche aus dem Keller nach oben tragen.

Klasse III:
höhergradige Herzinsuffizienz: Der Patient ist nach sehr geringer Aktivität wie im Haus umher gehen oder langsamem Treppensteigen kurzatmig oder erschöpft. Es bestehen keine Beschwerden in Ruhe.

Klasse IV:
schwere Herzinsuffizienz: Der Patient ist erschöpft, kurzatmig und ermüdet, selbst wenn er nur still sitzt oder im Bett liegt.

 

Diagnose

Schon aufgrund der geschilderten Beschwerden kann der Arzt die richtige Diagnose stellen. Wichtig ist es, eine mögliche Ursache für die Herzschwäche zu finden. Nach einer körperlichen Untersuchung schließen sich meist folgende Untersuchungen an:

  • Blutdruck messen,
  • Blut abnehmen,
  • EKG und
  • ein Ultraschall vom Herzen.

Je nach vermuteter Ursache der Herzinsuffizienz sind noch weitere Untersuchungen notwendig.

Eine Herzinsuffizienz ist keine harmlose Alterserscheinung, sondern eine schwerwiegende Krankheit, die Sie ein Leben lang begleiten wird. Sie selbst können viel für Ihre Gesundheit und Lebensqualität tun. Daher ist es wichtig, dass Sie sich über alle Facetten der Erkrankung informieren. Je besser Sie über die Krankheit Bescheid wissen, desto besser können Sie Ihre Erkrankung auch managen.

Datum: 4. August 2008

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