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Karies

Vorsorge

Die Vorbeugung ist bei Karies besonders und effektiv wichtig. Neben den Kontrollen beim Zahnarzt (zweimal jährlich) können Sie selbst auch Einiges tun, um die Entstehung von Karies zu verhindern.

Karies im Lebensverlauf

Kinder: Fluoridtabletten sind umstritten. Sie werden derzeit nur bei Kindern empfohlen, die sich nicht die Zähne putzen können (bei geistiger oder körperlicher Behinderung). Verantwortungsvolle Eltern kümmern sich um die Zahngesundheit ihrer Kinder. Bis zum 6. Lebensjahr sollte die Mutter aktiv die Zähne des Kindes mitputzen (aktive Kontrolle und selber Hand anlegen). Spezielle fluoridierte Kinderzahnpasten sind empfehlenswert. Bei der Dosierung dieser Zahnpasten wird berücksichtigt, dass kleine Kinder versehentlich auch Zahnpasta verschlucken können. Nach dem 6. Lebensjahr sollen Kinder Erwachsenenzahnpasta benutzen (am besten mit Aminfluorid). Zahnversiegelungen werden nach Durchbruch der großen Backenzähne empfohlen.

Jugendliche: Mit Erreichen der Volljährigkeit spielt Karies auf den Kauflächen statistisch gesehen eine untergeordnete Rolle

Allerdings: Zahnzwischenraumkaries erreicht seinen Höhepunkt erst mit Mitte Zwanzig. Zwischen 30 und 50 ist Kariesneuentstehung bei durchsanierten Patienten seltener, weil der Zahnschmelz jetzt voll durchmineralisiert ist. Bei älteren Patienten nimmt die Neubildung wieder zu, weil sich die Speichelmenge zurückbildet und die Abwehrleistung des Speichels abnimmt.

Zahnreinigung/Mundhygiene

Ablagerungen in Form von bakterieller Plaque und Speiseresten müssen regelmäßig entfernt werden. Empfohlen wird zweimal tägliches Putzen mit der Zahnbürste - nach dem Frühstück, vor dem Zubettgehen. Wichtig ist, dass Sie die Zähne etwa drei Minuten putzen und zwar jeden einzelnen bewusst an jeder seiner Flächen. "Schrubben" Sie aber nicht horizontal, sondern vertikal, von „rot“ nach „weiß“. Nach dem Essen von sehr sauren Speisen (z.B. Salate mit Essigdressing) und sauren Getränken (z.B. Fruchtsäfte, Sportdrinks) sollten Sie mit dem Zähneputzen etwa 30 Minuten warten, weil die Säuren den Zahnschmelz für kurze Zeit aufweichen, und das Putzen so zu leichten Schäden führen könnte.

Falls Sie einmal keine Zahnbürste zur Hand haben, sind zuckerfreie Kaugummis eine gute Alternative. Sie ersetzen zwar keine Zahnbürste, sorgen aber durch die Kauaktivität und die Anregung des Speichelflusses dafür, dass Speisereste aus der Mundhöhle entfernt und Karies verursachende bakterielle Säuren neutralisiert werden.

Vergessen Sie bei der Zahnpflege auch nicht die Zahnzwischenräume. Hier ist die Kariesgefahr besonders hoch, weil man mit der Zahnbürste schlecht hinkommt. Empfohlen wird die Reinigung zwei- bis dreimal pro Woche mit Zahnseide, Zahnhölzern oder - bei größeren Zahnräumen – Zahnzwischenraumbürsten.

Eine gute Mundhygiene erreichen Sie aber nicht nur durch regelmäßiges Zähneputzen und die richtige Zahnputztechnik. Auch die Art der Zahnbürste (mittelhart), die Zahnpasta (möglichst mit niedrigem Abriebwert sowie mit Substanzen, welche die Empfindlichkeit herabsetzen, den Zahn stärker mineralisieren und schützen) sowie Mundspülungen, die plaquehemmende Substanzen enthalten, verbessern die Zahngesundheit. Elektrische Zahnbürsten sind der manuellen Technik ebenbürtig. Egal welche Hilfsmittel zum Einsatz kommen, wichtig sind die Regelmäßigkeit und die Gründlichkeit der Zahnpflege.

Die Plaqueentfernung gelingt den meisten Menschen nicht immer vollständig. Zahnärzte bieten deshalb eine sogenannte "professionelle Zahnreinigung" (PZR) an, die von speziell ausgebildeten Prophylaxefachkräften durchgeführt wird. Mit mechanischen Instrumenten werden - neben Zahnstein -auch Ablagerungen am  Zahnfleischsaum und in den Zahnzwischenräumen entfernt. Mit speziellen Polierbürsten und Pasten werden die Zahnoberflächen gereinigt und geglättet. Damit verschwinden auch Verfärbungen, die sich durch Rotwein, Kaffee, Tee oder Nikotin bilden. Das Resultat sind völlig glatte Zahnoberflächen, an denen die Plaque nicht so leicht haften bleibt.

 

Zahngesunde Ernährung

Theoretisch ließe sich Karies vermeiden, wenn man vollständig auf den Verzehr von Zucker verzichtet. Praktisch ist das jedoch kaum möglich, denn in den meisten Lebensmittel steckt Zucker - nicht nur in Schokolade, Kuchen und Torten.

Achten Sie auf versteckte Zucker in Müsli, Limonaden, Chips, Ketchup oder Senf. Wichtig ist es, wie lange die Zähne dem Zucker ausgesetzt sind und nicht, welche Mengen Sie zu sich nehmen. Essen Sie  deshalb Süßigkeiten nicht über den ganzen Tag verteilt (Bonbons, zuckerhaltige Kaugummis, Schokolade, süße Getränke etc.). Es ist besser, einen Schokoriegel auf einmal zu essen, als eine Stunde an ihm herumzulutschen. Wenn Sie Süßes essen, dann am besten direkt nach den Hauptmahlzeiten. Anschließend putzen Sie im Idealfall die Zähne, Sie sollten aber auf jeden Fall zumindest den Mund ausspülen oder Wasser nachtrinken.

Wer nicht auf Süßigkeiten verzichten will, sollte auf Produkte mit Zuckerersatzstoffen (z.B. Sorbit) ausweichen. Diese können die Plaquebakterien nicht "verarbeiten". Auch zuckerfreie Softdrinks (light-Produkte) verursachen keine Karies. Achten Sie auf das „Zahnmännchen mit dem Regenschirm“ auf den Packungen zuckerfreier Produkte.

 

Zahn-Fluoridierung

Fluoride sind Spurenelemente, die sich in die Zahnhartsubstanz einlagern und dadurch  die Widerstandsfähigkeit der Zähne stärken und das Auftreten von Karies mindern. Besonders in der Phase des Zahnwachstums bei Kindern ist eine ausreichende Fluoridversorgung wichtig.

Die wichtigste Fluoridquelle ist fluoridhaltige Zahnpasta. Fluoride stecken aber auch in Trink- und Mineralwasser sowie in Nahrungsmitteln. Seit 1991 reichert die Industrie Speisesalz mit Fluor und Jod an. Wer dieses Salz zum Kochen verwendet, betreibt aktive Kariesprophylaxe.

Zusätzlich wird das wöchentliche Einbürsten mit einem fluoridhaltigen Gelee empfohlen. Eine Alternative sind fluoridhaltige Mundspüllösungen, die täglich angewendet werden. Fluoridlack wird durch den Zahnarzt auf die Zähne gepinselt. Er gibt über mehrere Tage winzige Mengen an Fluoriden in die Schmelzschicht ab.

Sie sollten sich in der Zahnarztpraxis beraten lassen, welche Fluoridprophylaxe in Ihrem individuellen Fall sinnvoll ist.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergaben, dass eine schlechte Zahngesundheit auch der Auslöser für andere Erkrankungen sein kann (z.B. Arteriosklerose, Herz-Kreislauferkrankungen).

Datum: 17. Januar 2010

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