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Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Beschreibung

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 45.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist Lungenkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 68 Jahren. Knapp 90 Prozent der Männer und rund 70 Prozent der Frauen mit Lungenkrebs haben längere Zeit geraucht.

Im wesentlichen gibt es vier unterschiedliche Formen von Lungenkrebs: Am häufigsten sind von Schleimhautdeckzellen ausgehende Plattenepithelkarzinome (40 Prozent). Adenokarzinome (25 Prozent) gehen von drüsenartigen Zellen aus und sind die häufigste Krebsart bei Nichtrauchern. Rund 20 Prozent der Tumoren sind kleinzellige Karzinome, etwa zehn Prozent großzellige Karzinome und andere seltenere Unterformen. Das kleinzellige Lungenkarzinom ist besonders bösartig, da es sehr schnell wächst und sich schnell im Körper ausbreitet.

Lungenkrebs ist selten heilbar und stellt bei Männern die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache dar. Die Zahl der Todesfälle nimmt bei Frauen weiter zu, während sie bei Männern leicht zurückgeht.

Ursachen – Rauchen & Co.

Der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist der inhalierte Zigarettenrauch. Das Lungenkrebsrisiko steigt mit der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten und der „Raucherjahre“ bis auf das 30-fache des Risikos eines Nichtrauchers (bei mehr als 40 Packungsjahren). Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs, im Durchschnitt 30 bis 40 Jahre nach Beginn des Rauchens. Je jünger die Menschen beim Griff zur ersten Zigarette sind, desto höher ist ihr späteres Erkrankungsrisiko.

Die Zunahme von Lungenkrebs bei Frauen wird mit ihrem zunehmenden Zigarettenkonsum seit den 80er Jahren in Verbindung gebracht. Auch Passivrauchen erhöht das Risiko: Im so genannten Nebenstromrauch ist eine Vielzahl von Schadstoffen enthalten. Bei Pfeifenrauchern oder Zigarrenrauchern ist das Risiko für Lungenkrebs  geringer als bei Zigarettenrauchern, da sie den Rauch häufig nicht inhalieren. Trotzdem ist er aber immer noch  höher als bei Nichtrauchern.

Verschiedene chemische Substanzen erhöhen ebenfalls das Krankheitsrisiko. Dazu zählen Asbest, Arsen, Chrom, Nickel oder aromatische Kohlenwasserstoffe. Eine sehr hohe Schadstoffbelastung der Außenluft kann das Lungenkrebsrisiko ebenfalls leicht erhöhen, etwa auf das Eineinhalbfache. Auch die Vererbung scheint beim Lungenkrebs eine Rolle zu spielen. Zudem kann im Bereich von Narben, beispielsweise nach Tuberkulose, Lungenkrebs entstehen.

 

Symptome – Husten und Auswurf

Lungenkrebs verursacht im frühen Stadium nur selten Beschwerden. Deshalb werden kleine Tumoren fast immer zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs, die aus einem anderen Anlass durchgeführt wird.

Die häufigsten Beschwerden sind neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten. Oft klagen die Patienten auch über Auswurf mit oder ohne Blutbeimengungen, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Atemnot und vermehrtes Schwitzen, vor allem nachts. Auch eine Veränderung der Stimme wie Heiserkeit kann durch Lungenkrebs verursacht werden.

Kleinzellige Lungenkarzinome können hormonähnliche Substanzen bilden, die zu auffälligen Veränderungen und Beschwerden wie einer anderen Fettverteilung im Körper führen können. Mediziner bezeichnen dies als paraneoplastisches Symptom.

 

Diagnostik – Scheibchenbilder und Lungenuntersuchung

Bei der Diagnose einer Krebserkrankung zählt jeder Tag. Je schneller die Diagnose erfolgt, desto besser stehen die Heilungschancen. Daher sollten Sie bei einem Verdacht umgehend einen Spezialisten aufsuchen.

Die Untersuchungen haben das Ziel, eine mögliche Krebserkrankung festzustellen und auch die Art des Tumors und seine Ausbreitung zu ermitteln. Erste Informationen liefern eine Röntgenübersichtsaufnahme sowie eine Computertomographie (CT) der Lungen.

Eine der wichtigsten Untersuchungen ist die Bronchoskopie. Über die Luftröhre wird eine Glasfaseroptik eingeführt. So kann der Arzt die verschiedenen Bereiche der Atemwege  sehen und beurteilen. Zudem können Gewebeproben entnommen werden. Die anschließende feingewebliche Untersuchung erlaubt eine genauere Charakterisierung der Tumorart. Zellen zur Untersuchung können auch aus einer Spülung der Bronchien (Bronchiallavage) oder einem Bürstenabstrich von der Bronchienwand  gewonnen werden.

Ist die Diagnose Lungenkrebs gesichert, folgen weitere Untersuchungen, um die Ausbreitung der Krankheit im Körper festzustellen. Untersucht werden Regionen und Organe, in denen sich Metastasen des Lungenkrebs bevorzugt ansiedeln, vor allem Leber, Nebennieren, Knochen, Lymphknoten im Brustbereich und im hinteren Bauchraum sowie im Gehirn. Dazu werden meist bildgebende Verfahren wie Computertomographie, Kernspinuntersuchung, Szintigraphie oder Ultraschall eingesetzt.

Eine Krebserkrankung ist eine lebensbedrohliche Erkrankung mit weitreichenden Konsequenzen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich über alle Facetten der Erkrankung informieren. Nur dann können Sie gemeinsam mit einem Spezialisten die richtigen Entscheidungen treffen.

Datum: 4. August 2008

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