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Brustkrebs
Beschreibung
Dr. med. Katharina Larisch
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Viele Jahre ist die Häufigkeit stark angestiegen. Seit etwa 1998 sinkt die Zahl der Neuerkrankungen. Manche Forscher sehen einen Zusammenhang mit der deutlich reduzierten Verordnung von Hormonen zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden. Im Lauf ihres Lebens entwickeln sieben bis zehn Prozent aller Frauen diese Krebsform. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg erkranken jährlich etwa 46.000 Frauen, mehr als ein Drittel sind zum Diagnosezeitpunkt jünger als 60 Jahre.
Männer können ebenfalls von Brustkrebs betroffen sein – wenn auch selten. Auf etwa 100 erkrankte Frauen kommt 1 erkrankter Mann. Die Diagnose und Behandlung erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie bei Frauen.
Ursachen
Die genauen Ursachen für Brustkrebs sind nicht bekannt. Aber es gibt Faktoren, die das Risiko für Brustkrebs erhöhen. Dazu zählen:
- Brustkrebs in der weiblichen Linie der Familie.
- Frühe erste Regelblutung und spätes Einsetzen der Wechseljahre.
- Keine Schwangerschaften oder die erste Geburt erst mit Mitte 30 oder später.
- Keine Stillzeiten
- Übergewicht, vor allem nach den Wechseljahren, regelmäßiger Alkoholkonsum und vergleichsweise wenig Bewegung oder Sport.
- Eine längere Hormonersatztherapie in der Menopause; die Hormone können Brustkrebszellen oder deren Vorläuferstufen zum Wachstum anregen.
- Eine seltene ausgeprägte Form der an sich gutartigen Veränderung des Brustdrüsengewebes (Mastopathie).
- Ist eine Frau bereits an Brustkrebs erkrankt, trägt sie ein erhöhtes Risiko, einen Tumor in der anderen Brust zu entwickeln.
Symptome
Brustkrebs bereitet, wie die meisten Krebsarten, im frühen Stadium keine Beschwerden. Folgende Veränderungen können auf eine Krebserkrankung hinweisen und sollten deshalb unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden:
- Neu auftretende Knoten oder Verhärtungen in der Brust;
- Eine neu aufgetretende Größendifferenz der Brüste;
- Einziehung der Haut an einer Stelle oder Einziehung einer Brustwarze;
- Veränderungen einer Brustwarze;
- Einseitiger klarer oder blutiger Ausfluss aus einer Brustwarze;
- Eine plötzlich auftretende, nicht mehr abklingende Hautrötung im Bereich der Brust;
- Knoten in der Achselhöhle.
Tumoren der Brust entwickeln sich in rund 60 Prozent der Fälle im äußeren oberen Quadranten, also in dem der Achselhöhle nächsten Teil der Brust.
Diagnose
Bei der Diagnose einer Krebserkrankung zählt jeder Tag. Je schneller die Diagnose erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen. Daher sollten Sie bei einem Verdacht umgehend einen Spezialisten aufsuchen. Trotzdem sollten Sie nichts übereilen. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie auch die Meinung eines zweiten Spezialisten einholen. Die Mammographie ist die wichtigste Untersuchung, die zur Abklärung einer fraglichen Veränderung der Brust eingesetzt wird. Ergänzend zur Mammographie kann eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Die endgültige Diagnose lässt sich allerdings nicht durch diese bildgebenden Verfahren stellen. Dies ist nur durch die Untersuchung von Gewebeproben (Biopsie) aus den verdächtigen Bezirken möglich. Auch die Aggressivität des Tumors oder Hormon-Bindungsstellen können im Biopsiematerial untersucht werden. Beides hat Einfluss auf die Therapie.
Zudem wird die Gewebeprobe auf die so genannten HER2-Rezeptoren – Bindungsstellen für Wachstumsfaktoren untersucht. Es hat sich gezeigt, dass das vermehrte Vorhandensein von HER2-Rezeptoren oft mit einem ungünstigeren, aggressiveren Verlauf einhergeht. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, die HER2-Rezeptoren mit einem Antikörper zu blockieren und damit den Wachstumsreiz zu nehmen.
Steht die Prognose Brustkrebs, werden auch andere Organe untersucht, um zu sehen, wie ausgedehnt die Krebserkrankung ist. Dabei wird die Lunge geröntgt, die Knochen mit einer Skelettszintigraphie und die Leber mit Hilfe von Ultraschall untersucht. Ergänzend können auch Schichtaufnahmen verschiedener Körperbereiche mit Hilfe der Computer- oder Kernspintomographie erfolgen. Auch Blutuntersuchungen werden durchgeführt.
Eine Krebserkrankung ist eine lebensbedrohliche Erkrankung mit weitreichenden Konsequenzen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich über alle Facetten der Erkrankung informieren. Nur dann können Sie gemeinsam mit einem Spezialisten die richtigen Entscheidungen treffen.
Datum: 4. August 2008

