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Prostatakrebs

Beschreibung

Dr. med. Katharina Larisch

Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Männern: Knapp 49.000 Männer in Deutschland erkranken jährlich neu daran, berichtet das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Etwa 90 Prozent der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 60 Jahre alt, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei über 70 Jahren. Da immer mehr Männer ein hohes Alter erreichen, nimmt die Rate an Prostatakrebserkrankungen stetig zu. Im Alter von unter 50 Jahren ist Prostatakrebs extrem selten.

Etwa jeder dritte Mann über 70 Jahre hat ein latentes („schlafendes“) Prostatakarzinom. Es verursacht keine Beschwerden und verändert sich nicht. Warum diese Krebsart bei einigen Männern rasch wächst und bei anderen gar nicht, ist unklar.

Prostatakrebs darf nicht mit der gutartigen Prostatavergrößerung verwechselt werden, an der fast alle älteren Männer leiden.

Ursachen

Bisher ist unklar, wie es zu Prostatakrebs kommt. Allerdings sind einige Risikofaktoren bekannt:

  • Genetische Faktoren spielen eine Rolle, da nahe Verwandte von Prostatakrebspatienten häufiger erkranken als die übrige Bevölkerung.
  • Auch die ethnische Zugehörigkeit spielt eine Rolle. In Europa und Nordamerika ist Prostatakrebs häufig, in Ostasien dagegen auch in den industrialisierten Ländern vergleichsweise seltener.
  • Eine fettreiche, kalorienreiche und vitaminarme Ernährung begünstigt die Entstehung von Prostatakrebs.
  • Das männliche Geschlechtshormon Testosteron fördert das Wachstum von Prostatakrebszellen und Metastasen. Dies macht man sich in der Behandlung durch Testosteronentzug zunutze.
  • Auch berufliche Risikofaktoren wie Schwermetall- und Strahlenbelastung können ein Auslöser sein.

Symptome

Beim Prostatakrebs fehlen typische Frühwarnsymptome - wie bei vielen anderen Krebserkrankungen auch. Der Krebs wächst in der Regel in der äußeren Zone der Prostata und verursacht deshalb lange keine Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Stadium engt er die Harnröhre ein. Die Folgen sind häufiges Wasserlassen, vor allem in der Nacht, ein starker Drang zum Wasserlassen sowie Harntröpfeln und Impotenz. Wächst der Tumor außerhalb der Prostata weiter, spüren Betroffene Schmerzen im Genitalbereich. Oft findet sich Blut im Urin oder Sperma. In seltenen Fällen machen Absiedlungen (Metastasen) des Krebses beispielsweise in den Knochen und die damit verbundenen Schmerzen erste Beschwerden.

 

Diagnose

Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Daher ist es wichtig, dass Männer über 45-50 Jahre regelmäßig zur Krebsvorsorgeuntersuchung gehen. Zeigen sich dabei verdächtige Befunde oder hat der Mann Beschwerden, muss die Prostata genauer untersucht werden. Bei Verdacht auf eine Krebserkrankung muss rasch gehandelt werden. Je schneller die Diagnose erfolgt, desto besser stehen die Heilungschancen. Daher sollten Sie bei einem Verdacht umgehend einen Spezialisten aufsuchen.

Bei einer Ultraschalluntersuchung der Prostata über den Enddarm (transrektale Ultraschallsonographie, TRUS) kann der Arzt krebsverdächtige Bereiche erkennen und dort Gewebeproben (Biopsie) entnehmen. Diese werden anschließend analysiert. So wird zum einen die Diagnose Krebs gesichert, zum anderen kann die Aggressivität der Tumorzellen untersucht werden.

Weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahme der Lunge, Skelett-Szintigraphie, Computertomographie (CT) des Bauches und gegebenenfalls die Kernspin-Tomographie sind notwendig, um zu sehen, ob andere Organe betroffen sind. Zusätzlich erfolgen Laboruntersuchungen.

Prostatakrebs ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die weitreichende Konsequenzen hat.  Daher ist es wichtig, dass Sie sich über alle Facetten der Erkrankung informieren. Nur dann können Sie gemeinsam mit einem Spezialisten die richtigen Entscheidungen treffen.

Datum: 4. August 2008

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