Versorgungsformen und Leistungsansprüche

Die passende Versorgungsform finden

Die Bedürfnisse Pflegebedürftiger sind genauso individuell wie ihre Lebensumstände. Umso wichtiger ist es, die passende Versorgungsform zu finden.

Welche Möglichkeiten der Pflege gibt es?

Bei den Versorgungsformen unterscheidet man grundsätzlich zwischen ambulanter Pflege zu Hause und vollstationärer Pflege in einem Pflegeheim.

Ambulante Pflege

Ambulante Pflege heißt, dass der Patient im eigenen Haus bzw. in der eigenen Wohnung gepflegt wird. Das kann entweder durch Angehörige geschehen und/oder durch einen Pflegedienst.

Für die Pflege durch Laienpfleger (z. B. Angehörige) zahlt die Pflegepflichtversicherung ein monatliches Pflegegeld.
 

Pflegegrad Leistungen ab 1.1.2022
1 -
2 316 Euro
3 545 Euro
4 728 Euro
5 901 Euro

 

Pflegedienst

Pflegt ein anerkannter Pflegedienst ganz oder teilweise, dann zahlt die Pflegepflichtversicherung folgenden Betrag für diesen Dienst:

 

Pflegegrad Leistungen ab 1.1.2022
1 -
2 724 Euro
3 1.363 Euro
4 1.693 Euro
5 2.095 Euro

 

Teilstationäre Pflege

Im Rahmen der teilstationären Pflege wird der Patient stundenweise in einer Pflegeeinrichtung betreut – je nach Bedarf tagsüber oder nachts.

 

Pflegegrad Leistungen ab 1.1.2022
1 -
2 689 Euro
3 1.298 Euro
4 1.612 Euro
5 1.995 Euro

 

Verhinderungspflege

Von Verhinderungspflege spricht man, wenn die reguläre Pflegeperson verhindert ist. In diesem Fall kann eine Ersatzperson die Pflege übernehmen. Etwa, um pflegende Angehörige zu entlasten, damit diese auch einmal  eine Verschnaufpause haben. – und vielleicht (sogar) einen Erholungsurlaub machen können.

Ein Anspruch besteht ab Pflegegrad 2. Der jährliche Anspruch - unabhängig des festgestellten Pflegegrades – beläuft sich auf 1.612 Euro pro Jahr – max. für 42 Tage.

Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege bietet sich an, wenn der Patient nur vorübergehend auf vollstationäre Pflege angewiesen ist. Etwa, um eine Krisensituation bei der häuslichen Pflege zu bewältigen. Kurzzeitpflege ist auch als Übergangslösung nach einem Krankenhausaufenthalt sinnvoll, während die pflegerische Versorgung zu Hause organisiert wird.

Für die kurzzeitige vollstationäre Pflege in Pflegeheimen von bis zu 8 Wochen im Kalenderjahr erhalten Sie bis zu 1.774 €  jährlich. (Stand 1.1.2022)

Vollstationäre Pflege

Vollstationäre Pflege bedeutet dauerhafte Versorgung in einem Pflegeheim.

 

Pflegegrad Leistungen ab 1.1.2022*
1 125 Euro
2 770 Euro
3 1.262 Euro
4 1.775 Euro
5 2.005 Euro

 

* Ab dem 01.01.2022 erhalten Pflegebedürftige der Pflegegrade 2-5 bei vollstationärer Pflege einen Leistungszuschlag. Der Leistungszuschlag variiert nach der Dauer des Heimaufenthaltes. Allerdings macht der Leistungszuschlag nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus. Kosten für Unterkunft, Verpflegung sowie Investitionskosten werden nicht bezuschusst und müssen vom Pflegebedürftigen weiterhin komplett bezahlt werden. Durch steigende Personalkosten ist damit zu rechnen, dass die Entlastung in wenigen Jahren wieder aufgezehrt wird.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen

In allen Pflegegraden gilt: Bei ambulanter Pflege zu Hause haben Sie einen Anspruch auf Entlastungsleistungen. Dabei handelt es sich um einen Zuschuss von bis zu 125 € monatlich. Zusätzlich zu den regulären Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Dieser Zuschuss finanziert Ihre Unterstützung durch Pflegekräfte oder Ehrenamtliche, etwa als Hilfe im Haushalt, beim Einkaufen, als Begleitung beim Arztbesuch oder bei Spaziergängen. So werden pflegende Angehörige entlastet.


Auch Hospize gehören zu den Versorgungsformen im Bereich Pflege. Hospize sind Einrichtungen zur Sterbebegleitung, die Todkranke palliativmedizinisch versorgen. Dabei steht die Schmerzlinderung im Vordergrund, zusammen mit pflegerischer Betreuung und menschlicher Zuwendung.

Pflegehilfsmittel

Pflegebedürftige haben Anspruch auf die Versorgung mit Hilfsmitteln.

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