Was Zähneknirschen mit Kopfschmerzen zu tun hat

Viele Menschen knirschen mit den Zähnen, oft sogar, ohne es selbst zu wissen. Was nur wie eine lästige Angewohnheit klingt, hat jedoch weitreichende Folgen für Zähne und den gesamten Zahnhalteapparat. Auch Kopfschmerzen sind häufige Symptome. Lesen Sie im Folgenden mehr zu den Ursachen, Folgen und Behandlungsmethoden bei Zähneknirschen.

Was ist Zähneknirschen?

Beim Zähneknirschen (medizinisch Bruxismus) ist die Kaumuskulatur aktiv, ohne dass es einen Grund dafür gibt. Betroffene pressen deshalb die Zähne von Ober- und Unterkiefer stark aufeinander, oft zusätzlich mit mahlenden Bewegungen. Dies kann tagsüber in wachem Zustand (sogenannter Wachbruxismus) oder nachts beim Schlafen (sogenannter Schlafbruxismus) auftreten.

Zähneknirschen ist keine Seltenheit. Die S3-Leitline zur Diagnostik und Behandlung von Bruxismus gibt für den Schlafbruxismus rund 13 Prozent der Erwachsenen in Deutschland an, für den Wachbruxismus sogar bis zu 31 Prozent. Zähneknirschen wird häufig in die Gruppe der Kraniomandibulären Dysfunktionen (CMD) eingeordnet. Hierbei handelt es sich um einen Überbegriff für Störungen der Muskel- beziehungsweise Kiefergelenksfunktion verschiedener Ursachen.

Was passiert beim Zähneknirschen?

Normalerweise berühren sich die Zähne viele Stunden am Tag gar nicht. Lediglich beim Kauen und Beißen treffen sie aufeinander, wobei sich der Druck gleichmäßig auf alle Zähne und den gesamten Zahnhalteapparat verteilt. Beim Zähneknirschen hingegen wirken starke Kräfte auf einzelne beziehungsweise wenige Zähne ein und belasten die Zahnsubstanz. Die unnatürlich starke Belastung tut auch den Kiefermuskeln und -gelenken nicht gut, denn durch die häufigen Muskelkontraktionen findet der Wechsel zu den Entspannungsphasen zu selten statt. Die Sauerstoffversorgung verschlechtert sich, der Spiegel an Kohlendioxid und Stoffwechselendprodukten in den Zellen steigt an. Dies kann innerhalb des Muskelgewebes zu Schmerzen und Krämpfen führen.

Woran erkennt man Zähneknirschen?

Zähneknirschen passiert meist unbewusst, so dass es die Betroffenen häufig als Letzte merken. Nachts ist es meist der Partner oder die Partnerin, der oder die das Zähneknirschen mitbekommt. Tagsüber fallen vielleicht den Arbeitskollegen und -kolleginnen die knirschenden Geräusche auf. Andere werden erst beim zahnärztlichen Routinebesuch auf den fortgeschrittenen Abnutzungszustand ihrer Zähne angesprochen. Typisch sind fehlende Eckzahnspitzen im Oberkiefer, deutlich abgeschliffene, kürzer werdende Zähne oder Risse im Zahnschmelz. Auch Füllungen oder andere Restaurationsmaterialien können deutlich stärker abgenutzt sein als üblich. Betroffene haben selbst vielleicht schon schmerzende Gesichtsmuskulatur morgens nach dem Aufstehen bemerkt oder einen verspannten Nacken und Schultern. Ein häufiges Symptom des Zähneknirschens sind Kopfschmerzen, die von einer überbeanspruchten Kaumuskulatur ausstrahlen und vor allem die Schläfen betreffen.

Welche Symptome zeigen sich beim Zähneknirschen?

  • Schmerzen in den Kiefergelenken
  • Schmerzen in der Kaumuskulatur beziehungsweise in der Nackenmuskulatur
  • Kopfschmerzen, vor allem im Bereich der Schläfen beim Aufwachen
  • Überempfindliche Zähne
  • Zahnbeweglichkeit ohne parodontale Probleme
  • Schlechte Schlafqualität

Meist stellen der Zahnarzt oder die Zahnärztin die Diagnose Zähneknirschen. Mit Hilfe des Bruxismus-Screening-Index kann anhand der sichtbaren Folgen an Zähnen und Kausystem nach Anhaltspunkten für das Vorliegen von Bruxismus gesucht werden.

Anzeichen für die Diagnose Zähneknirschen

  • Nicht kariöser Verlust von Zahnhartsubstanz und/oder der Restaurationsmaterialien
  • Zahnabdrücke an Zunge oder Wangen
  • Weißliche Verhornungsleiste an der Wangenschleimhaut
  • Zahnfleischschwund
  • Vergrößerte Kaumuskeln
  • Häufiges technisches Versagen von Rekonstruktionen oder Füllungen
  • Eingeschränkte Kieferöffnung
  • Gutartige Wucherungen in der Mitte des harten Gaumens (Torus palatinus) oder auf der Innenseite des Unterkiefers (Torus mandibularis)

Was kann Zähneknirschen verursachen?

Die Ursachen für das Zähneknirschen sind bis heute nicht vollständig erforscht. Allerdings weisen zahlreiche Studien darauf hin, dass es nicht nur eine einzelne auslösende Ursache gibt, sondern viele unterschiedliche. Dazu zählen beispielsweise:

  • Stress
  • Angststörungen
  • Schlafstörungen (zum Beispiel Schlaflosigkeit, Alpträume, Schnarchen)
  • Reflux
  • Medikamente (etwa Antidepressiva)
  • Bestimmte Neurotransmitter (etwa Dopamin)
  • Genetische und epigenetische Faktoren
  • Externe Faktoren (Nikotin, Alkohol, Drogen)

Wie kann man Zähneknirschen vermeiden?

Gegen Zähneknirschen gibt es bislang keine ursächliche Behandlung. Verschiedene Maßnahmen können jedoch die Beschwerden lindern, die durch das Zähneknirschen entstehen und Folgeschäden vermeiden. Wichtig ist, dass Betroffene sich des Zähneknirschens bewusst werden und merken, wann und zu welchen Gelegenheiten sie dies tun. Empfehlenswert ist eine Beißschiene für nachts: Sie verhindert zwar nicht das Zähneknirschen an sich, schützt aber die Zähne vor weiteren Schädigungen. In der Regel übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine solche Schiene. Medikamente empfiehlt die deutsche Leitlinie nicht.

Andere Therapieansätze setzen auf stressreduzierende und entspannungsfördernde Verfahren. Vorrangig wird die Progressive Muskelentspannung zur Behandlung des Zähneknirschens empfohlen. Die Methode basiert darauf, dass sich ein bewusst angespannter Muskel anschließend besser entspannt, was Verspannungen löst und einen beruhigenden Effekt auf Herz und Kreislauf hat.

Zudem gibt es Hinweise, dass Biofeedback positive Effekte auf Wach- und Schlafbruxismus haben kann. Dabei können über technische Hilfsmittel beispielsweise Hirnaktivitäten, Puls oder Blutdruck audiovisuell dargestellt und deren Wahrnehmung und Beeinflussung erlernt werden.

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