Leben mit Herzschwäche

Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz oder Herzmuskelschwäche genannt, ist eine ernste, aber oft verkannte, lebensbedrohliche Krankheit. Sie beginnt häufig schleichend und verursacht zu Beginn keine Beschwerden. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Herzschwäche, überwiegend Ältere ab dem 60. Lebensjahr. Bei ihnen ist das Herz nicht mehr in der Lage, genügend Blut durch den Körper zu pumpen. Das kann dazu führen, dass Organe, Muskeln und andere Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Wie Sie eine Herzschwäche erkennen und wie Sie Ihr Herz stabilisieren können, erfahren Sie hier.

Wie macht sich eine Herzschwäche bemerkbar?

Eine Herzschwäche zeigt sich in unterschiedlichen Symptomen:

  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Atemnot und Erschöpfung nach Belastungen, beispielsweise nach einem anstrengenden Arbeitstag, beim Treppensteigen, schnellen Laufen oder Bergaufgehen
  • Wassereinlagerungen in Füßen, Knöcheln und Beinen sowie
  • häufigere nächtliche Toilettengänge

Wenn Sie diese Symptome über einen längeren Zeitraum bei sich feststellen, sollten Sie Ihre Hausarztpraxis aufsuchen. Vor allem dann, wenn Ihnen schon normale Alltagsaktivitäten schwerfallen. Dann kann es sich bereits um eine fortgeschrittene bis schwere Herzschwäche handeln. Denn diese ist meistens die Folge einer anderen Erkrankung, die den Herzmuskel oder die Blutgefäße geschädigt hat.

Wie kann Herzschwäche festgestellt werden?

Je nachdem, wie weit eine Herzschwäche fortgeschritten ist, kann sie Ihre körperliche Belastbarkeit erheblich beeinträchtigen. Verschiedene Behandlungen können Linderung bringen und Ihre Lebenserwartung erhöhen. Herzspezialisten und Herzspezialistinnen werden bei Ihnen unterschiedliche Untersuchungen durchführen, um den Status der Herzschwäche zu erkennen. Dazu zählen eine Ultraschalluntersuchung, eine sogenannte Echokardiografie, um festzustellen, ob der Herzmuskel sich verdickt oder verdünnt hat oder nur bestimmte Regionen der Herzwand betroffen sind. Auch kann festgestellt werden, ob die Herzklappen noch einwandfrei funktionieren. Ein Belastungs-EKG gibt Anhaltspunkte darüber, inwieweit Ihre körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist und ob möglicherweise eine koronare Herzkrankheit besteht. Zusätzlich kann mit einer Röntgenaufnahme festgestellt werden, ob sich Wasser in der Lunge angesammelt hat.

Wie wird Herzschwäche behandelt?

Steht die Diagnose fest, werden unterschiedliche Therapieschritte aufeinander abgestimmt, um Ihre Lebensqualität zu verbessern. Je nach Schwere Ihrer Herzschwäche werden zuerst Medikamente verordnet, um den Blutdruck zu normalisieren. Weitere Arzneimittel sorgen dafür, dass Ihr Herz gegen Stresshormone abgeschirmt wird, und sie helfen bei der Entwässerung des Gewebes. Manchmal ist es auch notwendig, bereits geschädigte Herzklappen operativ zu ersetzen, Herzkatheter-Eingriffe oder Bypassoperationen durchzuführen. Bei einer weit fortgeschrittenen Herzschwäche kann auch ein Herzschrittmacher das Herz wieder leistungsfähig machen.

Was hilft bei Herzschwäche?

Sie können selbst viel tun, um Ihr Herz-Kreislauf-System zu entlasten. Dazu gehören eine gesündere, salz- und fettarme Ernährung und eine Lebensumstellung. Indem Sie auf Genussmittel weitgehend verzichten, nicht mehr rauchen, Alkohol nur in Maßen trinken sowie körperlich aktiv sind. Es ist möglich, dass Ihr Arzt Ihnen bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche eine maximale Trinkmenge verordnet. Es ist sehr wichtig, dass Sie sich an diese Trinkmenge halten, um das Herz zu entlasten und Wassereinlagerungen vorzubeugen. Um eventuelle Wassereinlagerungen möglichst schnell zu entdecken, ist die tägliche Gewichts- und Blutdruckkontrolle ebenfalls wichtig. In einem Herztagebuch können Sie alle gemessenen Daten notieren. Dann können auch Ihre Ärzte/Ärztinnen Veränderungen schnell feststellen.

Darf ich bei Herzschwäche Sport treiben?

Neben einer gesunden Ernährung ist regelmäßiges körperliches Training von großer Bedeutung, um die Pumpleistung Ihres Herzens zu stärken. Für Menschen mit Herzschwäche gibt es spezielle Herzsportgruppen und Herzsport-Programme, die ein angepasstes Ausdauer- und Muskeltraining beinhalten. Daneben eignen sich Treppensteigen, längere Spaziergänge, Wandern, Nordic Walking und Radfahren. Allerdings sollten Sie vorher in Ihrer Hausarztpraxis überprüfen lassen, ob sie dafür fit genug sind und wo die Grenze Ihrer Belastbarkeit liegt. In Herzzentren oder Rehakliniken werden Sie unter Aufsicht dazu angeleitet. Später können Sie erlernte Übungen und das Ausdauertraining zu Hause selbst weiter durchführen und in Ihren Alltagsablauf einbauen.

Was sollte man bei Herzschwäche nicht tun?

Früher galt bei Herzschwäche die Prämisse der Schonung. Das ist aber schon lange nicht mehr so. Dennoch sind nicht alle Sportarten für Menschen mit Herzschwäche geeignet. Hierzu zählen beispielsweise:

  • muskuläre Belastungen wie Liegestütze
  • Gewichtheben

Es kann jedoch sein, dass Ihr Kardiologe oder Ihre Kardiologin ein leichtes Krafttraining empfiehlt, um das Ausdauertraining zu ergänzen.

Wie kann ich meine Psyche bei Herzschwäche stärken?

Die chronische Herzschwäche bringt nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch psychische Probleme mit sich und verändert das gewohnte Alltagsleben stark. Deshalb brauchen Sie nicht nur regelmäßige Gespräche mit Ihren Ärztinnen und Ärzten, sondern auch in Ihrer Familie, um mit diesen Veränderungen gut leben zu können. Denn so eine gravierende Einschränkung der Herzfunktion weckt auch Ängste, wie sich der Alltag sowie das Berufs- und Liebesleben in der Zukunft bewältigen lassen. Diese belastenden Gedanken können zu psychischen Erkrankungen führen. In Selbsthilfegruppen können Sie Erfahrungen, Ängste und Sorgen mit anderen Betroffenen austauschen und sich Rat holen. In spezialisierten Herzzentren gibt es auch Herzinsuffizienzambulanzen. Hier werden alle Therapie- und Begleitmaßnahmen überprüft und daran gearbeitet, dass sich Ihre Herzschwäche nicht verschlimmert und Ihre Lebensqualität verbessert wird.

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