Arzneimittelservice

Arzneimittelinformationen für Kinder und Senioren

Arzneimittelinformationen für Kinder

Kinder sollten altersgemäß über die Medikamente Bescheid wissen, die sie einnehmen. Von der häufig genutzten Strategie, Arzneien als Süßigkeiten „zu verkaufen“, raten Experten ab.

Bitte, nimm das jetzt!

Kinder sollten altersgemäß über die Medikamente Bescheid wissen, die sie einnehmen. Von der häufig genutzten Strategie, Arzneien als Süßigkeiten „zu verkaufen“, raten Experten ab. Durchschaut das Kind den Trick und fühlt sich getäuscht, wird es oft noch weniger kooperieren.

Bei kleinen Kindern, die Sie (noch) nicht mit Argumenten überzeugen können, hilft entschlossenes Auftreten: Führen Sie keine langen Verhandlungen, sondern erklären Sie Ihrem Kind kurz, dass es jetzt ein Medikament nehmen muss, damit es ihm bald besser geht, und verabreichen Sie es schnell und bestimmt.

Wenn Ihnen das schwerfällt, weil das Kind quengelt, sollten Sie sich klarmachen: Es geht um die Gesundheit des oder der Kleinen. Das stärkt die innere Entschlossenheit.

Richtiges Einnehmen!

Medikamente sollten mit genug Flüssigkeit eingenommen werden. Das macht sie verträglicher und erleichtert die Einnahme. Sie lassen sich leichter schlucken und bleiben nicht in der Speiseröhre haften.

Als Richtwert gilt ein volles Glas Wasser pro Einnahme. Aber: Greifen Sie dann wirklich immer zu Leitungs- oder Mineralwasser mit niedrigem Kalziumgehalt. Kalzium bindet viele Stoffe und kann so die Medikamentenwirkung beeinträchtigen oder verhindern.

Keinesfalls dürfen Sie Medikamente mit Milch oder Grapefruitsaft einnehmen. Ebenso wenig geeignet sind Kaffee oder Alkohol: All diese Getränke enthalten Stoffe, die die Medikamentenwirkung beeinträchtigen oder auch verstärken können. Natürlich müssen Sie auf diese Getränke nicht gänzlich verzichten. Sie können sie selbstverständlich zuanderen Gelegenheiten genießen. Nur zur Einnahme von Arzneien und direkt davor oder danach ist Verzicht angesagt.

Dosierung

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, das trifft auch auf die Dosierung von Medikamenten zu. Rechnen Sie daher nie einfach die Erwachsenendosierung auf das Körpergewicht des Kindes herunter. Das ist ein Fehler, denn der kindliche Stoffwechsel arbeitet anders. Fragen Sie immer Ihren Kinderarzt oder Apotheker nach der richtigen Dosierung.

Dass Kinder nach der Einnahme oft einen Teil wieder ausspucken oder auch erbrechen, macht die Dosierung zusätzlich schwierig. In diesem Fall darf nicht noch einmal die volle Dosis verabreicht werden. Erbricht das Kind nur einmal, können Sie in der Regel einfach auf die nächste Gabe zum vorgeschriebenen Zeitpunkt warten. Erbricht Ihr Kind sich aber häufiger oder größere Mengen, sollten Sie sich unbedingt an Ihren Kinderarzt wenden. Mischen Sie die Arznei nicht dem Brei oder der Milch bei. Das kann einerseits zu einer falschen Dosierung führen, wenn das Kind nicht alles aufisst. Vor allem aber beeinträchtigen Milch und Milchprodukte die Aufnahme vieler Arzneien, sodass sie nicht richtig wirken können.

Geschmack

Mitunter lehnen Kinder manche Präparate, vor allem Säfte, wegen des Geschmacks ab und spucken sie beharrlich wieder aus. Hier einige Tipps für solche Fälle:

  • Fragen Sie Ihren Apotheker nach Alternativen, oft gibt es die Arznei mit anderen Geschmackszusätzen.
  • Bewahren Sie flüssige Arzneien im Kühlschrank auf.
  • Gut gekühlt ist der Geschmack deutlich weniger intensiv.
  • Träufeln Sie den Saft mit einer Spritze (ohne Nadel!) oder Pipette direkt hinter die Backenzähne. Das löst den Schluckreflex aus und die Zunge kommt dabei kaum mit der Substanz in Berührung.
  • Geben Sie die Tropfen auf ein Stück Zucker.
  • Spendieren Sie nach der Einnahme ein zuckerhaltiges Getränk oder eine kleine Süßigkeit. Das vertreibt denunangenehmen Geschmack sofort und macht die nächste Einnahme leichter.
Notfallplan

Auch wenn die Kleinen ihre Medizin nicht schlucken möchten: Das Arzneischränkchen der Eltern mit seinen Schachteln, Döschen und Tuben kann einen großen Reiz ausüben. Vergiftungen durch Medikamente, die in Reichweite der Kinder aufbewahrt werden, kommen immer wieder vor. In solchen Fällen sollte das Kind sofort zum Arzt oder in eine Klinikambulanz gebracht werden.

Wichtig: Nehmen Sie auf jeden Fall die Verpackungen der eingenommenen Medikamente mit (auch solcher Präparate, die das Kind möglicherweise geschluckt haben könnte, während es unbeaufsichtigt war!). Wenn die Ärzte wissen, welche Mittel geschluckt wurden, können sie schneller die richtigen Maßnahmen einleiten.

Tipp: Für alle Fälle ist es hilfreich, wenn Sie die Nummer einer Vergiftungszentrale immer in Reichweite haben. Zu den Telefonnummern des Giftnotrufs.

Arzneimittelinformationen für Senioren

Die Menschen werden nicht nur älter. Sie bleiben auch länger leistungsfähig und behalten ihre Lebensfreude. Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele altersbedingte Erkrankungen mit Medikamenten wirksam behandelt werden können.

Richtiges Einnehmen!

Medikamente sollten mit genug Flüssigkeit eingenommen werden. Das macht sie verträglicher und erleichtert die Einnahme. Sie lassen sich leichter schlucken und bleiben nicht in der Speiseröhre haften.

Als Richtwert gilt ein volles Glas Wasser pro Einnahme.

Aber: Greifen Sie dann wirklich immer zu Leitungs- oder Mineralwasser mit niedrigem Kalziumgehalt. Kalzium bindet viele Stoffe und kann so die Medikamentenwirkung beeinträchtigen oder verhindern.

Keinesfalls dürfen Sie Medikamente mit Milch oder Grapefruitsaft einnehmen. Ebenso wenig geeignet sind Kaffee oder Alkohol: All diese Getränke enthalten Stoffe, die die Medikamentenwirkung beeinträchtigen oder auch verstärken können.

Natürlich müssen Sie auf diese Getränke nicht gänzlich verzichten. Sie können sie selbstverständlich zu anderen Gelegenheiten genießen. Nur zur Einnahme von Arzneien und direkt davor oder danach ist Verzicht angesagt.

Die Einnahmehilfen

Viele Ältere müssen täglich drei, fünf, sieben oder mehr unterschiedliche Arzneien einnehmen. Da kann man schon einmal Tabletten verwechseln oder vergessen. Leider kann das dazu führen, dass die heilende Wirkung nicht eintritt. Deshalb sollten Sie die Einnahme- und Dosierungsangaben genau einhalten. Mit der Zeit wird das ein fester Teil ihres Tagesablaufs, eine Routine.

Außerdem gibt es Hilfsmittel, die den korrekten Umgang mit Medikamenten erleichtern. Besonders praktisch sind die sogenannten Medikamentendispenser. Das sind kleine Schachteln bzw. Boxen mit verschiedenen Fächern für alle Arzneien, die Sie einnehmen. Es gibt z. B. eine Tagesbox (morgens – mittags – abends) oder eine Wochenbox.

Bei Fragen zur richtigen Befüllung der Boxen ist Ihr Apotheker ein wichtiger Ansprechpartner. Auf Wunsch stellt er für Sie auch die komplette Medikation für eine Woche zusammen. Wenn Sie die Box selber befüllen und z. B. auch halbe Tabletten einnehmen sollen, können Sie einen Tablettenteiler nutzen.

Mehrfachmedikation ist Alltag

Die Menschen werden nicht nur älter. Sie bleiben auch länger leistungsfähig und behalten ihre Lebensfreude. Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele altersbedingte Erkrankungen mit Medikamenten wirksam behandelt werden können.

Das bedeutet aber:
Mehrfachmedikation gehört für viele ältere Menschen zum Alltag.

Das kann aber auch zu Problemen führen:
Wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen, wächst die Gefahr der Nebenwirkungen. Es kann aber auch zu unerwünschten Wechselwirkungen der verschiedenen Medikamente kommen. Das heißt, die gleichzeitig eingenommenen Medikamente behindern oder verstärken sich in ihrer Wirkung.

Außerdem können bei älteren Menschen Arzneien mitunter anders wirken als bei 20-, 30- oder 50-Jährigen.

Neben- und Wechselwirkungen erkennen!

Welche Neben- und Wechselwirkungen durch Medikamente verursacht werden, hängt in der Regel nicht vom Alter ab. Aber sie können im Alter verstärkt auftreten, weil der Körper Medikamente anders und langsamer verarbeitet.

Deshalb sollten Sie gezielt darauf achten, ob im Rahmen der Medikamenteneinnahme Neben- oder Wechselwirkungen auftreten. Das ist leider nicht immer ganz einfach. Denn bei vielen Medikamenten ähneln die Nebenwirkungen den „normalen“ Veränderungen, die das Altern so mit sich bringt.

Dazu gehören:
Schwindel oder Benommenheit, Verwirrung, unsicherer Gang, trockener Mund, Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung, Probleme beim Wasserlassen, Inkontinenz oder Schlafstörungen.

Unser Tipp:
Überlegen Sie, ob die Beschwerden schon länger vorhanden sind oder ob sie relativ plötzlich, etwa nach einer Umstellung der Medikamente, aufgetreten sind. Auf jeden Fall sollten Sie neue Beschwerden mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprechen.

Altern verändert

Jeder Mensch altert anders und in unterschiedlichem Tempo. Das gilt für das Aussehen – Haut, Haare, Muskulatur oder Haltung – wie auch für die Leistungsfähigkeit der inneren Organe.

Grundsätzlich gilt aber:
Mit dem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit der Organe ab. Das muss im täglichen Leben nicht zu Beeinträchtigungen führen. Aber es spielt eine Rolle für den Stoffwechsel. Hierzu gehört die Verarbeitung der Medikamente durch den Körper.

Dafür sind zum Beispiel Herz, Leber und Nieren besonders wichtig. Wenn der Körper wegen einer Herzschwäche nicht mehr so gut durchblutet wird, werden die Wirkstoffe der Arzneimittel langsamer ausgeschieden. Sie bleiben länger aktiv. Zu einer ähnlichen Wirkung kommt es bei verminderten Funktionen von Leber und Nieren. Die Entgiftungsstationen des Körpers arbeiten dann langsamer. Gerade deshalb ist es wichtig, ausreichend zu trinken, denn die Nieren benötigen für ihre Entgiftungsarbeit viel Flüssigkeit.

Mit zunehmendem Alter kann es auch zu ganz praktischen Problemen bei der Einnahme von Medikamenten kommen. Weil die Sehfähigkeit nachlässt, sind die Beschriftungen der Verpackungen – und erst recht die Beipackzettel – nicht mehr so gut zu lesen. Auch bei ähnlich aussehenden Tabletten kann man sich leicht vertun. Und weil auch die Geschicklichkeit der Hände nachlässt, ist es oft nicht so leicht, Medikamentenverpackungen zu öffnen.

Die Priscus-Liste

Manche Experten schätzen, dass bis zu zehn Prozent aller stationären Aufnahmen von Senioren durch unerwünschte Wirkungen von Medikamenten verursacht werden. Gründe dafür sind Wechsel- und Nebenwirkungen sowie die Einnahme von Medikamenten, die für ältere Menschen nicht geeignet sind.

Das Problem haben die Wissenschaftler mittlerweile erkannt und die Priscus-Liste erstellt:
Hier können Sie und Ihr Arzt nachlesen, auf welche Medikamente ältere Menschen verzichten sollten. Dort steht auch, welche sicheren Alternativen zur Verfügung stehen.

Die Liste finden Sie hier.

Um sicher zu gehen, dass Sie keine unnötigen Medikamente einnehmen, können Sie eine persönliche Medikamentenliste erstellen. Dazu genügt es, dass Sie alle Medikamente auflisten, die Sie regelmäßig einnehmen. Diese Liste können Sie mit Ihrem Hausarzt durchgehen, um zu prüfen, welche der Arzneimittel wirklich notwendig sind. Einmal im Jahr sollten Sie so die ganze Medikationsliste „entrümpeln“. Auch der Apotheker kann bei der Durchsicht der Medikamente behilflich sein, insbesondere dann, wenn es eine Stammapotheke gibt.