Informationen rund um die Beitragsanpassung in der Pflegepflichtversicherung (PPV) zum 1.1.2020

Moderne medizinische Versorgung hat ihren Preis

Moderne medizinische Versorgung hat ihren Preis

In den letzten Jahren hat der Gesetzgeber das Leistungsspektrum und den Leistungsumfang der Pflegeversicherung durch Reformen schrittweise erheblich verbessert. Dadurch erhalten Pflegebedürftige heute vielfältigere und höhere Versicherungsleistungen als noch in früheren Jahren. Ein großer Pluspunkt für die Betroffenen und Ihre Familien. Im Laufe der Zeit hat sich zudem auch die Anzahl der Versicherten, die Leistungen aus der Pflegeversicherung beanspruchen können, stark erhöht. Dies hat Einfluss auf unsere Leistungsausgaben.

Ursache für die aktuelle Beitragserhöhung sind stark gestiegene Leistungsausgaben, vor allem im ambulanten Pflegebereich. Diese zwingen uns nun leider, die Beiträge zum 1. Januar 2020 erneut anzupassen.

 

Höhere Leistungen brauchen eine finanzielle Basis

Auch wenn Beitragserhöhungen ärgerlich sind: Die Kalkulation für einen lebenslang garantierten Versicherungsschutz ist zugleich auch ein Stabilitätsanker. So können unsere Kunden sichergehen, dass sie im Fall der Fälle auch von den verbesserten Leistungen profitieren können. Im Vergleich zur sozialen Pflegeversicherung (SPV) sichert die Private Pflegepflichtversicherung (PPV) eine Generationengerechtigkeit, auf die wir stolz sind. In der PPV sichern wir die Kosten in unserer alternden Gesellschaft durch kapitalgedeckte Vorsorge frühzeitig ab. Die Privatversicherten belasten die Generationen der Kinder und Enkelkinder nicht. Dass es in Zukunft zu weiteren Beitragsanpassungen kommen kann, können wir nicht ausschließen. Das liegt nicht daran, dass unsere Kalkulation falsch ist. Vielmehr an Veränderungen, die wir heute noch nicht kennen.

Die Details zur Betragsanpassung

Wie erfolgt die Beitragskalkulation in der PPV?

Die PPV ist ein Einheitstarif der privaten Krankenversicherer (PKV). Deshalb erfolgt die Beitragskalkulation der PPV durch den Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband). Diese Beitragskalkulation ergänzen die einzelnen Krankenversicherer mit ihren individuellen Kosten. 

Von den Änderungen der Beiträge sind die Pflegepflichtversicherungen aller PKV-Unternehmen betroffen.

Wann und warum werden Beträge angepasst?

Bei der Beitragskalkulation ist die PKV an gesetzliche Vorschriften gebunden. Anders als in der sozialen Pflegeversicherung (SPV) berechnet sich der Beitrag nach festgeschriebenen versicherungsmathematischen Regeln. Den Beitrag dürfen wir erst neu berechnen, wenn einer von zwei gesetzlich definierten Indikatoren dies anzeigt. Wir bezeichnen das auch als „Anspringen des Auslösenden Faktors“. Das ist der Fall, wenn die tatsächlichen Leistungsausgaben von den kalkulierten Ausgaben abweichen. Oder wenn die Lebenserwartung sich spürbar ändert. Die jeweiligen Veränderungen müssen mindestens 5 % betragen. Bei der Neuberechnung der Beiträge berücksichtigen wir dann alle geänderten Rechnungsgrundlagen. Beispielsweise Leistungsausgaben, Lebenserwartung, Rechnungszins und Verwaltungskosten.

Neukalkulation der Beträge erforderlich

  • Tarifstufe PVN: 
    Bei der aktuellen Überprüfung der Beiträge überschritten die tatsächlichen Leistungsausgaben die kalkulierten deutlich. Deswegen musste erneut eine vollständige Neuberechnung der Beiträge erfolgen. Dabei wurden alle Rechnungsgrundlagen aktualisiert.
     
  • Tarifstufe PVB:
    Wenn die Versicherungsleistungen mehrere Jahre lang ansteigen, aber jeweils unter der 5-Prozent-Schwelle bleiben, dürfen wir veränderte Rahmenbedingungen nicht in die Beiträge einfließen lassen. Erst wenn die Schwelle von 5 % überschritten wird, rechnen wir alle tatsächlich erbrachten Leistungen der letzten Jahre in die neue Kalkulation ein. Genau diese Situation ist jetzt in der Tarifstufe PVB eingetreten.

    Die letzte Beitragsanpassung wegen einer Überschreitung der 5-Prozent-Grenze in der Tarifstufe PVB erfolgte 2015. Somit liegt sie bereits fünf Jahre zurück. Bei der aktuellen Überprüfung wurde der Schwellenwert bei den Leistungsausgaben mit 8,85 % überschritten. Deswegen war jetzt eine vollständige Neukalkulation nötig. Gleichzeitig werden dann alle Rechnungsgrundlagen aktualisiert.

    Im Zuge der Pflegereformen kam es in der Tarifstufe PVB zwar 2017 und 2019 zu Beitragserhöhungen. Dabei hatte der Gesetzgeber jedoch nur die Kalkulation der Leistungsänderungen wegen der Pflegereformen vorgesehen. Alle anderen Änderungen wurden nicht berücksichtigt.

Ein unabhängiger mathematischer Treuhänder hat nun die Änderungen geprüft und ihnen zugestimmt.

Zu den Rechnungsgrundlagen gehört neben den Leistungsausgaben unter anderem auch der Rechnungszins. Diesen mussten wir wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase senken.

Hauptsächlich tritt die Pflegebedürftigkeit im hohen Alter auf. Dann aber verursacht sie hohe Ausgaben. Daher enthält der Beitrag für die PPV einen verhältnismäßig hohen Sparanteil für das Alter. Deshalb wirkt sich die Zinssenkung in der PPV besonders stark auf den Beitrag aus. Denn mit dem Beitrag müssen wir die niedrigeren Zinserträge ausgleichen.

Warum sind die Leistungsaufgaben so stark gestiegen?

In den letzten Jahren hat es in der PPV mehrere Leistungsverbesserungen gegeben 

Trotz allem: In der PPV sind Sie immer noch günstig versichert
Insgesamt sind unsere PPV-Versicherten noch verhältnismäßig günstig versichert. Die Beiträge in der SPV sind seit der Einführung der Pflegeversicherung deutlich stärker gestiegen. Beispielsweise betrug der Beitrag für einen 35-jährigen Arbeitnehmer 1995 in der PPV 25 Euro. Durch Anpassungen ist der Beitrag auf inzwischen 68 Euro gestiegen. Der Höchstsatz in der SPV ist im gleichen Zeitraum von 30 auf 143 Euro in 2020 gestiegen. Für Kinderlose sogar auf 155 Euro.

Beitragsverlauf eines Kunden, der bei Einführung der PPV 35 Jahre alt war

Vergleich Beitrag PPV (Tarifstufe PVN) mit Höchstsatz SPV

Die häufigsten Fragen rund um die Beitragsanpassung

Warum steigt der Wert Ihrer Krankenversicherung? Warum müssen wir Beiträge anpassen?

Dies und weitere Fragen beantworten wir Ihnen in einer Zusammenstellung häufig gestellter Fragen.

Es sind noch Fragen offen? - Ihre Kontaktmöglichkeiten

Bei Fragen zur Beitragsanpassung können Sie sich telefonisch oder schriftlich an die DKV wenden.

Unsere  Versicherungspartner im Außendienst beraten Sie gerne.
Nutzen Sie unsere Vermittlersuche.

Weitere Kontaktdaten zur DKV, wie z.B. Telefonnummern, E-Mail-Formulare und vieles mehr finden Sie in der Rubrik Kontakt.