Warum sich Beiträge ändern können

Beitragsanpassung

Damit Sie ein Leben lang von den vereinbarten Leistungen profitieren!

Informationen zur Beitragsanpassung ab 1.7.2021

Wir finden es toll, dass Sie sich für die Hintergründe der Beitragsanpassung interessieren. Gern beantworten wir Ihre Fragen.

Zu den wichtigsten Themen haben wir Informationen für Sie zusammengestellt.

Warum müssen wir Beiträge anpassen?

Damit wir das vertraglich vereinbarte Leistungsversprechen dauerhaft erfüllen können, vergleichen wir einmal jährlich die erforderlichen Versicherungsleistungen mit den kalkulierten. Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet.

Ergibt dieser Vergleich eine Abweichung von mehr als dem tariflich oder gesetzlich festgelegten Prozentsatz (der sogenannte Schwellenwert), müssen wir die Beiträge überprüfen. Je nach Ergebnis führt die Überprüfung dazu, dass wir die Beiträge neu kalkulieren müssen.

Wenn die Versicherungsleistungen mehrere Jahre lang ansteigen, aber der oben beschriebene Vergleich unter dem festgelegten Schwellenwert bleibt, dürfen wir veränderte Rahmenbedingungen nicht in die Beiträge einfließen lassen. Erst wenn der vorgegebene Schwellenwert überschritten wird, berücksichtigen wir alle Entwicklungen der letzten Jahre in der Berechnung der neuen Beiträge und passen alle Rechnungsgrundlagen (u.a. Versicherungsleistungen, Rechnungszins, Kündigungsverhalten und Sterbewahrscheinlichkeiten) an. Dadurch können sich die Beiträge sprunghaft entwickeln.

Die Veränderung der Lebenserwartung kann ein weiterer Grund für eine Überprüfung der Beiträge sein. Dazu vergleichen wir die erforderlichen mit den kalkulierten Sterbewahrscheinlichkeiten.

Warum steigen die Beiträge in der privaten Pflegeversicherung?

Zwei Gründe spielen dabei die Hauptrolle:

1. Die Pflegestärkungsgesetze

Die Pflegestärkungsgesetze haben sich sehr positiv auf die Pflegesituation in Deutschland ausgewirkt. Ganz neue Leistungen sind hinzugekommen, andere haben sich verbessert. Viele Pflegebedürftige können nun höhere und vielfältigere Leistungen als bisher beanspruchen. Nach der Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs sind viele Menschen, die bisher „leer“ ausgegangen sind, jetzt leistungsberechtigt. Das war vom Gesetzgeber so beabsichtigt.

Im Einzelnen:
Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz wurde ab dem 1.1.2017 ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt. Pflegestufen wurden auf Pflegegrade umgestellt. Das hat folgende Auswirkungen:

  • Deutlich mehr Menschen beantragen Pflegeleistungen und werden in einen Pflegegrad eingestuft.
  • Viele stellen den Antrag nun wesentlich früher und erhalten so länger finanzielle Unterstützung.
  • Nachbegutachtungen erfolgen schneller, sodass Pflegebedürftige oftmals früher höher eingestuft werden. Der Vorteil: Je höher ein Pflegebedürftiger eingestuft ist, desto mehr Leistungen erhält er.

Hinzu kommt, dass immer mehr Menschen ein hohes Lebensalter erreichen. Die gestiegene Lebenserwartung führt dazu, dass Leistungen über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen werden.

Dieses Thema betrifft die gesamte soziale und private Pflegeversicherung in Deutschland und nicht ausschließlich die Tarife der DKV.

Das Leistungsversprechen der meisten Pflegezusatzversicherungen (z. B. PTG, KPET, PET) orientiert sich an den Pflegegraden, die im Rahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung (soziale Pflegeversicherung und private Pflegepflichtversicherung) festgestellt werden. Damit haben sich mit den Pflegestärkungsgesetzen und durch die Anpassung der Allgemeinen Versicherungsbedingungen die Leistungen vieler Pflegezusatztarife erheblich verbessert.

Die Leistungserweiterungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung und in der Pflegezusatzversicherung haben also insgesamt positive Auswirkungen auf viele Pflegebedürftige. Davon profitieren auch deren Angehörige. Höhere Leistungen können allerdings auch dazu führen, dass die Beiträge steigen.

Die Beitragsentwicklung in der privaten Pflegepflichtversicherung im Vergleich zur sozialen Pflegeversicherung

 

Die Beitragsentwicklung in der privaten Pflegepflichtversicherung im Vergleich zur sozialen Pflegeversicherung

(Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Pflegeversicherung, Zahlen und Fakten)

Die Anzahl der Pflegebedürftigen ist von 2015 bis 2019 um 1,268 Millionen Personen gestiegen.

(Quelle: Statistisches Bundesamt 2020)
Die Anzahl der Pflegebedürftigen ist von 2015 bis 2019 um 1,268 Millionen Personen gestiegen. Dies entspricht einer prozentualen Steigerung von 44,34% in nur vier Jahren.

Die Entwicklung der Leistungsausgaben in der Pflegeversicherung

Zugleich sind die Leistungsausgaben in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Zur Verdeutlichung der Auswirkungen der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade eine Übersicht der Leistungsausgaben seit 2015:

Die Entwicklung der Leistungsausgaben in der Pflegeversicherung

(Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Pflegeversicherung, Zahlen und Fakten)

Die Leistungsausgaben der Pflegepflichtversicherung sind von 2015 bis 2019 um 14,5 Milliarden Euro gestiegen. Dies entspricht einer prozentualen Steigerung von 52,34% in nur vier Jahren.

Die Leistungsausgaben der Pflegepflichtversicherung sind von 2015 bis 2019 um 14,5 Milliarden Euro gestiegen.

(Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Pflegeversicherung, Zahlen und Fakten)

Die Leistungsausgaben der Pflegezusatzversicherung sind von 2015 bis 2019 um 191,3 Millionen Euro gestiegen. Dies entspricht einer prozentualen Steigerung von 183,24% in nur vier Jahren.

2. Rechnungszins und Auswirkungen der Zinspolitik

Von der Niedrigzinsphase am Kapitalmarkt sind alle privaten Krankenversicherungsunternehmen betroffen. Auch wir konnten daher im Vergleich zu früheren Jahren nur niedrigere Erträge erwirtschaften. Deshalb mussten wir bei einigen Tarifen den Rechnungszins senken, mit dem wir jährlich Ihre Alterungsrückstellungen verzinsen.

Ein geringerer Rechnungszins führt zu höheren Beiträgen. Dies gilt für alle Pflegeversicherungen, da regelmäßig ein großer Teil der Beiträge über viele Jahrzehnte verzinslich für das Alter angelegt wird.

Hier finden Sie die rechtlichen Grundlagen für die Beitragsanpassung?

Die rechtlichen Grundlagen für Beitragsanpassungen finden Sie in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen sowie § 203 Abs. 2 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG), § 155 Abs. 3 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) und §§ 15-17 der Krankenversicherungsaufsichtsverordnung (KVAV).

Wer kontrolliert für Sie, ob wir die Beiträge richtig kalkuliert haben?

Ein unabhängiger mathematischer Treuhänder prüft stellvertretend für Sie, ob der verantwortliche Aktuar die Kalkulation der Beiträge nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen durchgeführt hat. Und ob er dabei alle rechtlichen Vorgaben eingehalten hat. Eine Beitragsanpassung wird immer erst dann wirksam, wenn der Treuhänder zustimmt.

Was unternehmen wir, um Beitragsanpassungen entgegenzuwirken?

Dank unserer Finanzstärke bilden wir aus unseren Überschüssen Mittel zur Begrenzung von Beitragsanpassungen (§150 und §151 VAG). Damit mildern wir Beitragsanpassungen ab (§155 Absatz 2 und §150 Absatz 3 VAG).

Beitragsanpassungen - ein Thema für alle Unternehmen der privaten Krankenversicherung (PKV)

Mit Beitragsanpassungen sind alle privaten Krankenversicherungsunternehmen konfrontiert. Grund dafür sind gesetzliche Vorgaben zur Beitragskalkulation.

Wenn Sie bei uns eine private Krankenversicherung, zu der auch private Pflegeversicherungen zählen, abschließen, sichern wir Ihnen den vereinbarten Versicherungsschutz für die gesamte Vertragslaufzeit zu. Die meisten Verträge laufen über viele Jahrzehnte. In dieser Zeit erhöhen sich die Ausgaben für die versicherten Leistungen kontinuierlich. Alle PKV-Unternehmen sind hiervon betroffen. Die vertraglich zugesicherten Leistungen können die Versicherer deshalb nur dann dauerhaft erfüllen, wenn sie die Beiträge erhöhen.

Wie zahlreiche Unternehmen der privaten Krankenversicherung sind auch wir Mitglied im Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband). Dieser bietet Ihnen eine Fülle von interessanten und hilfreichen Informationen rund um die private Krankenversicherung – auch zum Thema Beitragsanpassung. Sie finden diese auf der Website des PKV-Verbands unter www.pkv.de

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Warum brauche ich überhaupt eine private Pflegezusatzversicherung?

Die Leistungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung haben sich aufgrund diverser Pflegereformen deutlich verbessert. Trotzdem reichen die Leistungen im Falle der Pflegebedürftigkeit in der Regel bei Weitem nicht aus. Hier zwei Beispiele dazu.

Beispiele zu Leistungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung

Ihre private Pflegezusatzversicherung der DKV unterstützt Sie bei Pflegebedürftigkeit finanziell und hilft Ihnen dabei, Ihr Leben auch im Pflegefall soweit wie möglich selbstbestimmt und mobil zu gestalten. Sie entscheiden weiterhin selbst, was gut für Sie ist und in welchem Umfang Sie von wem betreut werden möchten.

Eine zusätzliche Absicherung für den Pflegefall ist besonders wichtig, weil:

  • beinahe 2 von 3 Deutschen im Laufe ihres Lebens pflegebedürftig werden.
  • die Pflege leider vor keinem Alter halt macht.
  • es oft neben den gesundheitlichen auch noch zu finanziellen Sorgen kommt.

Übrigens: Die häufigsten Irrtümer, wenn es um das Thema Pflege geht, finden Sie in dieser Broschüre:

Erklärfilm

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Grundzüge einer Beitragsanpassung einfach erklärt.

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Steht die aktuelle Beitragsanpassung in Zusammenhang mit der Corona-Krise?

Die Auswirkungen der Corona-Krise zählen nicht zu den Gründen der aktuellen Beitragsanpassung. Ob dies in Zukunft so sein wird, können wir derzeit noch nicht beurteilen.

Alles Wichtige rund um das Thema Corona-Krise haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Wo kann ich mehr über das Thema Pflegeversicherung erfahren?

Viele interessante Informationen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Hier können Sie sich über unsere Pflegezusatztarife informieren. Und sogar schnell und unkompliziert online abschließen.

Warum werden meine Beiträge erhöht, obwohl ich keine Leistungen in Anspruch genommen habe?

Ihre Krankenversicherung basiert auf der Solidarität innerhalb einer Versichertengemeinschaft. Bei Versicherungsbeginn richtet sich Ihr zu zahlender Beitrag u. a. nach Ihrem Alter und Ihrem Gesundheitszustand. Danach spielt die Entwicklung Ihres persönlichen Gesundheitszustands bei der Berechnung des Beitrags keine Rolle mehr.

Wenn die Leistungsausgaben innerhalb eines Tarifs insgesamt steigen, fließen die zusätzlichen Kosten in die Kalkulation für alle Versicherten dieses Tarifs ein. So kann jeder Versicherte darauf zählen, dass selbst im Pflegefall die Beiträge nicht in die Höhe schießen. Wer seine Versicherung in Anspruch nehmen muss, wird von denen mitgetragen, die das Glück haben, gesund zu bleiben. Dafür sorgt eine starke Versichertengemeinschaft.

Kann ich meine Pflegezusatzversicherung steuerlich absetzen?

Ja, allerdings mit Einschränkungen: Sie können als Beamter oder Angestellter insgesamt höchstens 1.900 Euro im Jahr für Kranken- und Pflegezusatzversicherungen steuerlich absetzen. Als Selbstständiger sind es bis zu 2.800 Euro im Jahr. Dies gilt allerdings nur, wenn der maximal absetzbare Beitrag für die Vorsorgeaufwendungen noch nicht anderweitig ausgeschöpft ist.

Was versteht man unter Alterungsrückstellungen?

Alterungsrückstellungen sind ein wesentliches Element der Beitragskalkulation in der privaten Krankenversicherung, zu der auch private Pflegeversicherungen zählen. Das heißt für Sie: Während Ihrer Vertragslaufzeit legen wir automatisch von jedem Beitrag einen Teil für Sie zurück. Ziel ist es, dass die Beiträge nicht allein aufgrund des Älterwerdens steigen. Wie funktioniert das?

Mit steigendem Lebensalter steigen – statistisch gesehen – auch die Ausgaben für Pflegeleistungen. Deshalb müssten auch die Beiträge mit zunehmendem Alter steigen. Damit dies verhindert wird, zahlen junge Versicherte einen höheren Beitrag, als nötig ist, um die in ihrem Alter anfallenden Pflegekosten zu decken. Dieser übersteigende Teil des Beitrags wird gespart und als Alterungsrückstellung am Kapitalmarkt verzinslich angelegt. Wenn im höheren Alter die Ausgaben für Pflegeleistungen dann über dem Beitrag liegen, entnehmen wir die Differenz aus den Alterungsrückstellungen.

Werden am Kapitalmarkt mehr Zinsen erzielt als einkalkuliert, bilden wir daraus eine zusätzliche Alterungsrückstellung. Diese nutzen wir ebenfalls zur Stabilisierung der Beiträge im Alter.

Wir verfügten im Geschäftsjahr 2020 über Alterungsrückstellungen von über 42 Mrd. Euro.

Ich bin von einer Beitragsanpassung betroffen – kann ich meine Versicherungen kündigen?

Bei einer Beitragserhöhung können Sie den betroffenen Vertragsteil zum Zeitpunkt der Beitragsanpassung außerordentlich kündigen. Die Kündigung muss innerhalb von zwei Monaten erfolgen, nachdem Sie unseren Informationsbrief zur Beitragsanpassung erhalten haben.

Bevor Sie aber Ihren wertvollen Versicherungsschutz verlieren, sprechen Sie mit uns oder Ihrem Partner für Versicherungsfragen! Gern beraten wir Sie, wie Sie eventuell Beiträge sparen können, ohne Ihren Versicherungsschutz ganz aufgeben zu müssen.

Das Sonderkündigungsrecht gilt bei der Pflegepflichtversicherung nur für diejenigen versicherten Personen, deren gewöhnlicher Aufenthalt im Ausland ist. Die versicherte Person muss wegen des Auslandsaufenthalts eine besondere Vereinbarung für die private Pflegepflichtversicherung mit uns abgeschlossen haben.

Kann ich meinen Versicherungsschutz ändern?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Denkbar ist ein Tarifwechsel. Oder im Falle einer Summenversicherung die Herabsetzung der versicherten Tagegeldhöhe.
Wenn Sie über eine Umstellung Ihrer Versicherung nachdenken, beachten Sie bitte Folgendes:

  • Einer Beitragsersparnis stehen in der Regel Verschlechterungen beim Versicherungsschutz gegenüber.
  • Eine spätere Erweiterung des Versicherungsschutzes ist üblicherweise nur mit einer erneuten Gesundheitsprüfung möglich. Auch, wenn zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal ein höherer Versicherungsschutz bestanden hat. Die Gesundheitsprüfung kann beispielsweise dazu führen, dass wir Ihnen den gewünschten Tarif nur mit einem versicherungsmedizinischen Zuschlag anbieten können. Dieser Zuschlag wird für eine Erkrankung erhoben, die Einfluss auf die voraussichtlichen Krankheits- bzw. Pflegekosten der versicherten Person hat.
  • Auch im neuen Tarif kann es künftig zu Beitragserhöhungen kommen.

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Kennen Sie schon unser Online-Kundenportal "Meine Versicherungen"? Hier können Sie viele Dinge von zu Hause aus online erledigen. Oder von unterwegs per Handy. Sie haben dort unter anderem die Möglichkeit, Post von uns digital zu erhalten.

www.dkv.com/meineversicherungen

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