Von der Nahrung zum Blutzucker - wie kommt der Zucker ins Blut?

Jeder Mensch hat Zucker im Blut, den sogenannten Blutzucker. Auf der einen Seite kann der menschliche Körper auf diesen wichtigen Energielieferanten nicht verzichten, auf der anderen Seite kann zu viel Zucker schädlich sein. Doch was ist der Blutzucker und wie funktioniert seine Regulation? Wir haben für Sie das wichtigste zusammengestellt und erklärt.

Was ist Zucker?

Zucker gehört zu den Kohlehydraten und ist der wichtigste Energielieferant für den Körper. Er wird von Pflanzen durch Fotosynthese hergestellt und Sie nehmen ihn täglich durch Ihre Nahrung in verschiedenen Formen auf.

Wie werden Zucker unterschieden?

Kohlehydrate, die vereinfacht auch Zucker genannt werden, lassen sich nach der Länge der Molekülkette unterscheiden. Einfachzucker, wie Fruchtzucker und Traubenzucker, gehen sofort ins Blut über. Je länger die Kette ist, desto länger ist Ihr Körper mit der Aufspaltung der Kohlehydrate beschäftigt.

Zuckerart Einfachzucker
(Monosacharide)
Zweifachzucker
(Disaccharide)
Mehrfachzucker
(Polysaccharide)

Enthalten in

Traubenzucker
(Glucose) und
Fruchtzucker
(Fructose)

Kristallzucker
(Saccharose)
Milchzucker
(Laktose) und
Malzzucker
(Maltose)

Stärkehaltige
Nahrungsmittel
wie Kartoffeln,
Reis oder Brot

Blutzuckerreaktion

Der Blutzucker
steigt schnell an.

Der Blutzucker
steigt relativ
schnell an.

Der Blutzucker
steigt langsam an.

 

Was ist der Blutzuckerspiegel?

 

Als Blutzuckerspiegel wird die Konzentration von Zucker im Blut bezeichnet. Wenn Sie essen, beginnt die Zersetzung von Lebensmitteln bereits im Mund. Speichel und Kauen übernehmen eine wichtige Vorarbeit. Im Magen wird die Nahrung dann so weiter zersetzt, dass sie im Dünndarm aufgenommen werden kann. Über die Dünndarmschleimhaut gelangt auch der Zucker aus der Nahrung ins Blut.

Was ist der „Nüchtern- Blutzucker?

Nüchtern, also nach acht bis zehn Stunden ohne Nahrung, sollte der Blutzucker zwischen 80 und 100 mg/dl liegen. Dieser Wert wird als Nüchternblutzucker bezeichnet und gibt Auskunft über den Glucoseanteil im Blut. In der Vergangenheit wurden strenge Wertetabellen ausgegeben, wie hoch der Blutzucker nach einer Mahlzeit sein darf und wie viel Insulin daraufhin gespritzt werden sollte. Von diesen starren Regeln weicht die Medizin aber mehr und mehr ab.

Was ist der glykämische Index?

Der glykämische Index (GI) gibt an, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel steigen lässt. Hierfür wurde Traubenzucker der höchste Wert mit 100 gegeben. Dieser Wert ist willkürlich gesetzt. Alle anderen Lebensmittel ordnen sich auf der Skala bis 100 ein. So hat ein Baguette einen GI von 95, Milch von 32 und Linsen von 29. Um den Blutzucker auf einem möglichst gleichmäßigen Niveau zu halten, sollten Sie also Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index zu sich nehmen.

 

Wie wird der Blutzuckerspiegel reguliert?

 

Der Blutzucker wird über die zwei Hormone Insulin und Glukagon reguliert. Beide Hormone werden in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Insulin und Glukagon können als Gegenspieler verstanden werden.

Was macht Insulin?

Insulin sorgt dafür, dass der Zucker (Glucose) aus dem Blut in die Zelle geschleust wird, wo der Körper ihn als Treibstoff braucht. Insulin funktioniert wie ein Schlüssel an der Zellwand und öffnet dem Glucagon das „Schloss“ in die Zelle, wo er in Energie umgewandelt wird. Mit dem gleichen Schlüssel-Schloss-Prinzip wird nicht benötigter Zucker in Muskeln und in der Leber als Energiespeicher in Form von Glykogen eingelagert. Fehlt Insulin, verbleibt der Zucker ungenutzt im Blut.

Was macht Glucagon?

Glucagon ist der Gegenspieler des Insulins. Vereinfacht kann man sagen, dass Insulin den Blutzuckerspiegel senkt, indem es die Aufnahme von Glucose in die Zellen stimuliert. Glucagon erhöht den Blutzuckerspiegel, indem es Stoffwechselprozesse in der Leber stimuliert und so Zuckerreserven freisetzt.

Was passiert bei zu hohem Blutzucker?

Ein dauerhaft überhöhter Blutzucker ist ein Warnsignal und Sie müssen dringend Ihre hausärztliche Praxis aufsuchen. Wenn Sie an Diabetes leiden und sich Ihr Blutzucker trotz Insulingabe nicht senkt, sollten Sie den Rettungsdienst benachrichtigen, da ein sogenanntes diabetische Koma droht.

Was passiert bei zu niedrigem Blutzucker?

Typische Symptome eines zu niedrigen Blutzuckers sind:

  • Schwitzen
  • Nervosität
  • Zittern
  • Herzklopfen
  • Hunger
  • Ohnmacht, also eine kurze Bewusstlosigkeit

Bei Menschen mit Diabetes kann eine Unterzuckerung, auch Hypoglykämie genannt, auftreten, wenn zu viel Insulin gespritzt wurde oder nach einer starken körperlichen Belastung. Mehr zu Unterzuckerung und was Sie tun können, lesen Sie hier.

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