Rauchfrei

Kinder & Jugendliche

Dr. med. Katharina Larisch

Schwangerschaft

Dass Rauchen in der Schwangerschaft die Gesundheit des Ungeborenen enorm gefährdet, ist allgemein bekannt. Rund 30 Prozent der werdenden Mütter rauchen zu Beginn ihrer Schwangerschaft noch. Etwa ein Drittel von ihnen hört auf. Einige fangen aber nach beendeter Schwangerschaft wieder mit dem Rauchen an. Zwischen 18 und 25 Prozent der Schwangeren rauchen noch zum Zeitpunkt der Geburt. Dabei zeigte sich auch, dass Schulbildung und Alter einen großen Einfluss darauf haben, ob eine Schwangere sich zum Rauchstopp entschließt: Je älter die Frauen bzw. je höher ihre Schulbildung, desto eher verzichteten sie auf das Qualmen während der Schwangerschaft.

Ein möglichst frühzeitiger Rauchstopp ist gut für das Ungeborene: Schafft es eine Frau vor der Schwangerschaft oder zumindest innerhalb der ersten drei Monate, das Rauchen einzustellen, nimmt das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt ab, die Chancen auf ein normales Geburtsgewicht verbessern sich und das Risiko für Allergien und Infektionskrankheiten sinkt.

Kleinere Kinder

Rauchen in der Schwangerschaft schadet dem Fötus, denn Ihr Baby raucht mit! Beim Rauchen werden krebserregende und hochgiftige Stoffe aufgenommen, welche die Gesundheit der Mutter und die Entwicklung des Babys beeinträchtigen. So verhindern beispielsweisez.B. Nikotin und Kohlenmonoxid, dass das Baby über die Plazenta genügend Nährstoffe und Sauerstoff bekommt. Als Ausgleich für den Sauerstoffmangel kann sich der Herzschlag des Kindes erhöhen. An der Nachgeburt (Plazenta) hinterlässt der Nikotinkonsum der Mutter übrigens oft sichtbare Spuren: Statt rot ist sie dann gräulich verfärbt.

Die Schäden durch das Rauchen beginnen schon in dem Moment, wo die Schwangerschaft eintritt. Rauchende Schwangere gebären meist kleinere Kinder: Das Geburtsgewicht ist umso geringer, je mehr die Mutter raucht. Außerdem sind die Kinder von Raucherinnen meist insgesamt weniger weit entwickelt.

Risiko Frühgeburt

Raucherinnen haben ein größeres Risiko für eine Frühgeburt. Zudem treten bei Frühgeburten von Raucherinnen häufiger Komplikationen auf, und die Todesrate liegt höher.

Schwaches Immunsystem

Raucht eine Schwangere mehr als 15 Zigaretten am Tag, erkrankt ihr Baby häufiger in den ersten acht Monaten und muss öfter ins Krankenhaus als Kinder aus ichtraucherhaushalten. Diese Babys leiden an Erkrankungen der Atemwege, des Verdauungstraktes und der Haut. Zudem ist das Risiko eines Plötzlichen Kindstodes deutlich erhöht.

Rauchen und Fruchtbarkeit

Rauchen hat einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Wissenschaftler vermuten, dass Nikotin auf die Hormone einwirkt, die bei der Schwangerschaft eine Rolle spielen. Das Ergebnis ist eine niedrigere Fruchtbarkeit bei Raucherinnen. Der Nikotinkonsum beeinträchtigt außerdem den Transport der befruchteten Eizelle durch die Eileiter zur Gebärmutter und behindert die Einnistung in der Gebärmutter. Im Durchschnitt brauchen Raucherinnen etwa doppelt so lange wie Nichtraucherinnen, bis sie schwanger werden. Ein Rauchstopp erhöht die Chancen für Frauen, schwanger zu werden. Die Fruchtbarkeit nähert sich dann sehr schnell wieder der von Frauen an, die nie in ihrem Leben geraucht haben.

Gefahr für Säuglinge und Kinder

Säuglinge und Kinder reagieren auf Tabakrauch und Nikotin sehr empfindlich. Deshalb sollten sie in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen. Das Fenster oder die Tür zu öffnen, um den Qualm abziehen zu lassen, hat übrigens wenig Effekt. Kinder von Rauchern leiden häufiger an Asthma und bekommen auch häufiger Asthmaanfälle. Zudem brauchen sie oft mehr Asthmamedikamente, ihre Lungenfunktion ist schlechter und sie fehlen häufiger in der Schule.

Nikotin in der Muttermilch

Bei stillenden Müttern, die rauchen, gelangt ein großer Teil des Nikotins in die Muttermilch. Im Blut der gestillten Babys finden sich genauso viel Nikotin und Nikotinabbauprodukte, wie im Blut ihrer Mütter. Nikotin führt dazu, dass in der Lunge mehr Schleim gebildet wird. Man vermutet auch, dass Nikotin das Immunsystem schwächt - nicht nur in der Lunge, sondern im ganzen Körper. Außerdem kann Rauchen die Stillzeit erheblich verkürzen, da es die Milchbildung beeinträchtigt.

Sind Säuglinge häufig Tabakrauch ausgesetzt, besteht ein erhöhtes Risiko für den Plötzlichen Kindstod (SIDS). Wissenschaftler vermuten, dass sich mehr als die Hälfte aller derartigen Todesfälle vermeiden ließen, wenn die Säuglinge nicht dem Passivrauchen ausgesetzt würden.

Regelmäßiger Check-up

Für Mutter und Kind sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Hier gilt es, Krankheiten möglichst früh zu erkennen oder sogar ganz zu vermeiden. So lässt sich bei Kindern die Entwicklung von Allergien oder Asthma schon im Frühstadium erkennen, sodass man rechtzeitig gegensteuern kann. Das A und O der Vorsorge ist in jedem Fall der Rauchstopp. Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt darüber, welche Entwöhnungsmöglichkeiten es gibt.

Kinder und Jugendliche – die Gesetze

In Schnitt rauchen Jugendliche mit 13,7 Jahren zum ersten Mal in ihrem Leben. Der Beginn des täglichen Rauchens liegt derzeit bei durchschnittlich 16,0 Jahren. Bestimmte Faktoren begünstigen den Griff zum Glimmstängel, etwa wenn Eltern bzw. Freunde ebenfalls rauchen oder Tabakwaren mit Zusatzstoffen konsumiert werden, die das Rauchen „angenehmer“ machen.

In Deutschland ist das Rauchen in der Öffentlichkeit für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gesetzlich verboten. Außerdem dürfen ihnen keine Tabakprodukte verkauft werden. Kleinpackungen, die weniger als 17 Zigaretten enthalten, sowie das Verteilen von Gratiszigaretten sind in Deutschland ebenfalls verboten.

Seit Januar 2007 können Zigaretten nur noch per EC-Karte, auf der das Alter gespeichert ist, aus einem Automaten gezogen werden. Außerdem hat sich der Bundesverband Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA) verpflichtet, keine Zigarettenautomaten im Umfeld von Schulen und Jugendzentren anzubringen sowie bereits bestehende von dort zu entfernen.

In einigen Ländern Europas darf überhaupt keine Werbung für Tabakprodukte gemacht werden. In Deutschland dagegen gibt es kein vollständiges Werbeverbot. Die Tabak- und Werbeindustrie hat sich zu freiwilligen Selbstbeschränkungen verpflichtet, um jugendbezogene Tabakwerbung einzuschränken. Dazu zählt beispielsweise der Verzicht auf Tabakwerbung in Jugendzeitschriften sowie auf Werbung, die sich direkt an Jugendliche richtet.

Datum: 20. Januar 2011

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