Herz- / Kreislauferkrankungen

Koronare Herzkrankheit

Beschreibung

Dr. med. Katharina Larisch

Das Herz ist ein Muskel, der – wie alle anderen Muskeln im Körper - mit Blut und darüber mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden muss. Die Gefäße, die den Herzmuskel versorgen, werden Herzkranzgefäße oder Koronararterien genannt.

Bei Menschen mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) ist die Durchblutung des Herzmuskels gestört. Die Minderversorgung kann kurzfristig auftreten oder über längere Zeit bestehen, sodass der Herzmuskel Schaden nimmt. Zu diesem Krankheitsbild gehören ein kurzfristiges Engegefühl in der Brust (Angina pectoris) genauso wie der Herzinfarkt oder der plötzliche Herztod. In den westlichen Industrienationen ist die KHK die häufigste Todesursache. Der akute Herzinfarkt ist für etwa zehn Prozent der jährlichen Sterbefälle verantwortlich. Männer erkranken früher und häufiger an einer KHK als Frauen.

Knapp 42 Prozent aller Todesfälle wurden im Jahr 2009 durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht, berichtete das Statistische Bundesamt, An einem Herzinfarkt verstarben im Jahr 2009 mehr als 60.000 Menschen (56 Prozent Männer, 44 Prozent Frauen, Herzbericht 2009).

Ursachen

Bei der koronaren Herzkrankheit sind die Koronararterien durch Ablagerungen (Plaques) verengt oder blockiert. Vergleichbar ist das mit Kalkablagerungen in einem Wasserrohr: Sie behindern den Durchfluss des Wassers, genauso verlangsamen die Plaques den Blutfluss in den Gefäßen.

Dieser Prozess kann schon in jungen Jahren beginnen und setzt sich dann über viele Jahre fort. Man nennt dies auch Arterienverkalkung, Arteriosklerose oder Atherosklerose. Durch die Plaque wird das Gefäß geschädigt, starr und kann sich nicht mehr ausdehnen.

Bei starker körperlicher Anstrengung erhöht sich der Blutfluss in den Gefäßen; das unflexible bzw. verengte Gefäß kann den gesteigerten Blutbedarf nicht mehr decken und es kommt zu Beschwerden.

Schreitet die Erkrankung fort, werden die Herzkranzgefäße durch die zunehmende Plaque immer enger. Dann reicht die Versorgung schon bei geringen Belastungen nicht mehr aus und der Patient erleidet Beschwerden wie Engegefühl im Brustkorb, Atemnot oder brennende Schmerzen unter dem Brustbein. Verschließt sich das Gefäß komplett, kommt es zu einem Herzinfarkt.

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, welche die Arteriosklerose und damit die Koronare Herzkrankheit begünstigen und beschleunigen. Dazu zählen:

  • Rauchen
  • Fettreiche und energiedichte Ernährung
  • Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes LDL-Cholesterin, niedriges HDL-Cholesterin)
  • Bluthochdruck
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Stress und psychische Belastungen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Erbliche Faktoren (Familienmitglieder leiden ebenfalls an einer Arteriosklerose)
  • Schlaf-Apnoe (starkes Schnarchen mit Atemaussetzern und Sauerstoffmangel)
  • Männliches Geschlecht
  • Liegen bei einem Patienten mehrere dieser Risikofaktoren vor, potenziert sich das Risiko
  • Alter

 

Symptome

Bei vielen Patienten macht sich die KHK als Brustenge (Angina pectoris) bemerkbar. Bei einigen Betroffenen wird die KHK allerdings durch einen Herzinfarkt zum ersten Mal offensichtlich. Bei manchen tritt der plötzliche Herztod ein, ohne dass zuvor Herzbeschwerden aufgetreten sind.

Bei einer Angina pectoris treten Beschwerden zunächst bei erhöhtem Sauerstoffbedarf des Herzens auf, beispielsweise bei körperlicher oder seelischer Belastung. Die meisten Betroffenen klagen über Schmerzen, ein dumpfes Druckgefühl bis hin zum Brennen hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können in den rechten oder linken Arm, Rücken, Magengegend, Schultern, Hals, Wangen und Zähne ausstrahlen. Weitere Symptome sind Atemnot, Schweißausbruch und ein starkes Angstgefühl. Die Beschwerden verschwinden gewöhnlich wieder, wenn die Belastung endet.

 

Diagnose

Die typischen Beschwerden einer Angina pectoris geben dem Arzt erste Hinweise auf die Erkrankung. Bei einem akuten Anfall von Angina pectoris hilft das EKG und eine Blutuntersuchung, den Anfall von einem Herzinfarkt zu unterscheiden. Im beschwerdefreien Intervall ist das EKG meist nicht verändert. Wegweisend kann ein EKG unter Belastung (Belastungs-EKG) sein, wenn dabei der typische Schmerz oder die EKG-Veränderung auftritt.

Weitere mögliche Untersuchungen sind:

Belastungs-Echo (Stress-Echo):
Die Herzfunktion wird unter Belastung mit Ultraschall dargestellt. Eine Durchblutungsstörung erscheint als eine Wandbewegungsstörung.

Herzkatheter:
Dabei werden die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel gefüllt und geröntgt. Verengungen lassen sich so gut erkennen.

Myokardperfusionsszintigraphie:
Ein radioaktiver Stoff verteilt sich im Herzen und wird auf speziellen Aufnahmen sichtbar gemacht. In gut durchbluteten Gebieten des Herzmuskels sammelt sich die Radioaktivität, schlecht durchblutete Areale erscheinen blass.

Der Einsatz des Herz-CT in der KHK-Diagnostik ist umstritten, weil die Aussagekraft nicht eindeutig ist.

Die KHK ist die Folge einer Arterienverkalkung. Diese Grunderkrankung begleitet Sie ein Leben lang. Sie selbst können viel für Ihre Gesundheit tun, um ein Fortschreiten der Erkrankung und Komplikationen zu vermeiden. Daher ist es wichtig, dass Sie sich über alle Facetten der Erkrankung informieren. Je besser Sie über die Krankheit Bescheid wissen, desto besser können Sie Ihre Erkrankung managen.

Datum: 21. Januar 2011

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