Pflege

Stationäre Pflege

Teilstationäre Pflege

Dr. med. Johannes Pichler

Manche Menschen können nicht (mehr) ambulant zu Hause versorgt werden. Gründe können der körperliche und geistige Zustand eines Pflegebedürftigen sein. Vor allem, wenn der Betroffene rund um die Uhr überwacht werden muss, ist dies oftmals nur unter erheblichem Aufwand im häuslichen Umfeld zu leisten. Aber auch der Gesundheitszustand des Pflegenden kann einen Aufenthalt des Betroffenen in einem Pflegeheim unumgänglich machen. Hier bietet sich eine teilstationäre oder vollstationäre Pflege an.

Teilstationär heißt, dass die Pflegebedürftigen zwar zu Hause wohnen, aber einen Teil des Tages in einer Tagesstätte verbringen. Ein Beispiel sind Demenzpatienten, die Krankengymnastik, Verpflegung oder psychologisches Training in der Tagesstätte erhalten. Die Angehörigen können in dieser Zeit ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen oder den Haushalt und die eigenen Kinder versorgen.

Der Betroffene wird also entweder tags oder nachts in einer spezialisierten Einrichtung gepflegt und betreut, bleibt aber ansonsten in seinem gewohnten häuslichen Umfeld. Der notwendige Hin- und Rücktransport zwischen Wohnung und Pflegeeinrichtung wird in der Regel ebenfalls durch die Pflegeeinrichtungen gewährleistet. Ein teilstationärer Ansatz kommt z.B. dann in Betracht, wenn eine Pflege mit einem hohen Bedarf an Beaufsichtigung und Betreuung notwendig ist und dies durch einen Angehörigen tagsüber nicht sichergestellt werden kann.

Verborgene Ressourcen fördern

Im Vordergrund der Tagespflege steht die Anleitung und Hilfe zur Selbsthilfe. Durch körperliche und soziale Aktivierung, wie zum Beispiel krankengymnastische Übungen, hauswirtschaftliche Eingliederung, Spaziergänge und Ausflüge, Konzentrationstraining, Arztbesuche, etc. soll die Selbstständigkeit der Tagespflege-Besucher wiederhergestellt oder wenigstens so lange wie möglich auf dem gegenwärtigen Stand erhalten bleiben.

Ziel ist es auch, dass der Besucher mit größtmöglicher Unabhängigkeit von fremder Hilfe weiterhin oder wieder in seiner eigenen Wohnung leben kann.

 

Die drei Pflegestufen

Wie hoch der Kostenbeitrag der Pflegeversicherung ist, hängt von der jeweiligen Pflegestufe ab. Meist ist die Empfehlung eines Gutachters ausschlaggebend, welche Pflegestufe die Kasse bewilligt.

Insgesamt gibt es drei Pflegestufen:

  • Erhebliche Pflegebedürftigkeit (Stufe I)
    Erheblich pflegebedürftig ist jemand, der neben der hauswirtschaftlichen Versorgung bei der Pflege einmal täglich für mindestens 90 Minuten fremder Hilfe bedarf. Davon müssen mehr als 45 Minuten für die Grundpflege benötigt werden. Zur Grundpflege gehören Hilfen bei Körperpflege, Ernährung und Mobilität.
  • Schwerpflegebedürftigkeit (Stufe II)
    Schwer pflegebedürftig ist jemand, der mindestens drei Mal täglich zu verschiedenen Tageszeiten für insgesamt wenigstens drei Stunden Hilfe braucht. Mindestens zwei Stunden davon müssen für die Grundpflege benötigt werden.
  • Schwerstpflegebedürftigkeit (Stufe III)
    Schwerstpflegebedürftig ist jemand, der rund um die Uhr und auch nachts Unterstützung benötigt. Durchschnittlich müssen mindestens fünf Stunden täglicher Hilfebedarf erreicht werden. Davon müssen auf die Grundpflege mindestens vier Stunden entfallen.
    Härtefall.

Übersteigt die geleistete Pflege deutlich die Voraussetzungen der Pflegestufe III, kann eine Härtefallregelung in Anspruch genommen werden. Eine Härtefallregelung kommt in Betracht, wenn die Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität (Grundpflege) täglich durchschnittlich sieben Stunden erfordert. Zwei dieser sieben Stunden müssen auf die Nacht entfallen. Eine Härtefallregelung greift auch, wenn nachts regelmäßig zwei Pflegepersonen gleichzeitig benötigt werden.

Datum: 25. Januar 2011

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