Fitness & Gesundheit

Informationen 2016

Nützliche Informationen rund um Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Erstellt von der ERGO Group.

 

Aktuelle Informationen

Richtige Zimmerbeleuchtung beim Fernsehen

Mona S. aus Ingelheim:
Wenn ich länger vor dem Fernseher oder am Computer sitze, bekomme ich häufig Schmerzen in den Augen oder sogar Migräne. Kann das an der falschen Beleuchtung liegen? Was kann ich tun, um die Beschwerden zu vermeiden?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Tatsächlich können Schmerzen in Kopf und Augen oder eine frühzeitige Ermüdung Folgen von falscher Beleuchtung sein. Ist die Umgebung zu dunkel, sind die Kontraste auf dem Bildschirm zu stark. Das überanstrengt die Augen und lässt sie schneller ermüden. Deshalb ist eine gute Beleuchtung sehr wichtig. Es empfiehlt sich, den Raum möglichst gleichmäßig auszuleuchten. Das vermeidet wechselnde Hell-/Dunkelkontraste. Am besten eignet sich Tageslicht. Wenn es im Winter früh dunkel wird, sind zusätzliche Lichtquellen erforderlich. Bei Stehlampen sollte das Licht möglichst von der Seite kommen. Darüber hinaus sorgt eine Schreibtischlampe bei Bedarf für Helligkeit. Um Reflexionen zu vermeiden, sollten Fernseher und Computer so aufgestellt sein, dass der Blick darauf parallel zum Fenster ist. Das vermeidet Blendungen und Spiegelungen durch das vom Fenster einfallende Licht. Grundsätzlich sind Blendeffekte durch Lichtquellen wie Deckenleuchten oder Schreibtischlampen zu vermeiden. Das gilt auch für die Arbeit im Büro.

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Aus Pflegestufen werden Pflegegrade

Was bedeutet das Pflegestärkungsgesetz II für die Verbraucher?

Verbraucherinformation der DKV, 7. November 2016

[Pflegestufen] Zum Jahreswechsel ändert sich Grundlegendes in der Pflegeversicherung: Ab 1. Januar 2017 wird es statt der drei Pflegestufen fünf Pflegegrade geben. Menschen mit geistigen oder psychischen Erkrankungen werden denen mit körperlichem Hilfebedarf gleichgestellt. Angehörige sollen bei der Pflege entlastet werden. Auf welche Veränderungen müssen sich Pflegebedürftige einstellen? Was bedeutet die Reform für Verbraucher, die bereits eine private Pflegeversicherung haben? Alexander Winkler, Pflegeexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, gibt Antworten.

Nur noch knapp zwei Monate, dann wird das Pflegestärkungsgesetz II die Einstufung der Pflegebedürftigkeit grundlegend verändern: Kernstück der Reform ist die Umwandlung der drei bisher existierenden Pflegestufen in fünf Pflegegrade. „Bisher richtete sich die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit vor allem nach den körperlichen Gebrechen“, erklärt Alexander Winkler, Pflegeexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. „Demenzkranke kamen dabei zu kurz.“ Hauptanliegen des Pflegestärkungsgesetzes II ist daher, Menschen mit geistigen und psychischen Einschränkungen besser zu berücksichtigen. Statt wie bislang den täglichen Hilfebedarf in Minuten zu Grunde zu legen – beispielsweise Pflegestufe I für 46 Minuten notwendige Pflege –, ist bei der Einstufung künftig die Frage entscheidend: Wie selbstständig kann der Betroffene ohne Unterstützung von anderen leben? Um dies zu bestimmen, kommen sechs wichtige Lebensbereiche unter die Lupe, darunter nicht nur Mobilität und Selbstversorgung, sondern etwa auch die Fähigkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Je größer die Einschränkungen in jedem Bereich, desto mehr Punkte vergibt der Gutachter. Aus der Gesamtpunktzahl ergibt sich dann der Pflegegrad. Der Gesetzgeber erwartet, dass zukünftig 500.000 Menschen zusätzlich Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommen. „Das neue System gilt aber auch für alle, die bereits eine Pflegestufe haben“, so Alexander Winkler. „Ein neuer Antrag oder eine erneute Begutachtung ist nicht erforderlich. Die Übertragung läuft nach einer vom Gesetzgeber festgelegten Systematik automatisch.“ Die Pflegekasse informiert den Pflegebedürftigen schriftlich darüber, welcher Pflegegrad für ihn gilt.

Auswirkungen auf Pflegebedürftige
Angst vor einer Schlechterstellung brauchen Pflegebedürftige nicht zu haben: Das Gesetz stellt sicher, dass niemand, der bereits Leistungen bezieht, nach der Umstellung weniger bekommt. Für die meisten gilt das Gegenteil: „Fast allen Pflegebedürftigen stehen künftig höhere Leistungen zu. Und durch die Gleichstellung körperlicher und geistiger Beeinträchtigungen erhalten zum Beispiel an Demenz Erkrankte früher Leistungen“, erklärt der DKV Experte.

Finanzierungslücken trotz Gesetzesreform
In Folge der Gesetzesänderung werden die meisten Pflegebedürftigen zwar künftig mehr Geld erhalten. Aber das ändert nichts daran, dass die staatlichen Leistungen nur einen Teil der tatsächlichen Kosten abdecken – die Differenz müssen Betroffene nach wie vor selbst zahlen. Dabei können pro Monat leicht vierstellige Beträge zusammenkommen. „Auf der sichereren Seite sind diejenigen, die privat für die Pflegebedürftigkeit vorgesorgt haben“, so der Pflegeexperte der DKV. „Eine Pflegezusatzversicherung beispielsweise ist eine gute Möglichkeit, Finanzierungslücken zu schließen.“ Wer bereits eine Police hat, braucht sich um nichts kümmern; die Versicherer passen den Schutz an die neuen Gegebenheiten an und werden ihre Versicherten darüber informieren. In den meisten Tarifen steigen die Leistungen. Wie in der gesetzlichen Versicherung auch, geht das allerdings nur mit einer gleichzeitigen Erhöhung der Beiträge. Wer in diesem Jahr noch eine Pflegezusatzversicherung abschließt, dessen Vertrag wird ebenfalls automatisch zum Januar umgestellt. „Es ist daher nicht nötig, bis zum Inkrafttreten der Gesetze zu warten“, meint Alexander Winkler. „Stattdessen gilt: Je früher man sich um die Pflegezusatzversicherung kümmert, umso besser. Denn wer sich frühzeitig absichert, zahlt niedrigere Beiträge und profitiert von höheren Leistungen.“

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Brauche ich einen Röntgenpass?

ERGO Verbraucherfrage der Woche - 3. November 2016

Marina H. aus Dillingen:
Ich habe gehört, dass es sinnvoll ist, einen Röntgenpass zu führen. Warum? Und wo erhalte ich ihn?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Ein Röntgenpass hilft Patienten und Ärzten, einen Überblick über Untersuchungen zu haben, die mit einer Strahlenbelastung einhergehen. Dazu gehören neben dem Röntgen auch die Computertomografie (CT), die Szintigrafie und die Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Nach einer solchen Untersuchung trägt der Arzt folgende Angaben in den Pass ein: Das Datum, den untersuchten Körperbereich sowie die Bezeichnung der Untersuchung. Die Praxis beglaubigt die Eintragung anschließend mit Stempel und Unterschrift. Ist ein Patient bei mehreren Ärzten in Behandlung, kann jeder Arzt mit einem Blick in den Röntgenpass nachvollziehen, ob und wo bereits Aufnahmen vorliegen. So lassen sich doppelte Untersuchungen und damit unnötige Strahlenbelastung vermeiden. Auch ältere Aufnahmen kann sich der Arzt so bei anderen Praxen beschaffen, um diese mit aktuellen zu vergleichen. Etwa dann, wenn er beispielsweise den Heilungsprozess eines Knochenbruchs beurteilen möchte. Erhältlich sind Röntgenpässe in der Regel in Arztpraxen, die Röntgenuntersuchungen durchführen. Aber auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellt einen Röntgenpass zum kostenlosen Download unter www.bfs.de zur Verfügung.

 

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Gesund im Büro: Bewegung macht den Rücken fit

Monotone Körperhaltung kann zu Erkrankungen führen – Dynamisches Sitzen hilft, Schmerzen vorzubeugen

DKV Expertengespräch, 2. November 2016

[Gesund im Büro] Gerade in den letzten Wochen eines Jahres quillt bei vielen Arbeitnehmern der Schreibtisch über: Täglich acht Stunden und mehr vor dem Computer sind keine Seltenheit. Wer sich zudem in der Freizeit wenig bewegt, riskiert dauerhafte Schmerzen am Bewegungsapparat, beispielsweise am Rücken. Rückenschmerzen sind auch eine der häufigsten Ursachen für Fehltage von Arbeitnehmern. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, gibt Tipps, mit welchen Möglichkeiten Arbeitnehmer Rückenschmerzen vorbeugen können.

Viele Arbeitnehmer verbringen ihre Arbeitszeit sitzend am Schreibtisch, verharren dabei oft stundenlang vor dem Bildschirm. Welche gesundheitlichen Probleme können dabei auftreten?
Rückenschmerzen sind längst zu einer Volkskrankheit geworden: Knapp drei Viertel der Deutschen leiden darunter – manche nur ab und zu, andere dagegen dauerhaft. Auch Arbeitnehmer, die viel sitzen, sind davon betroffen. Denn eine sitzende Tätigkeit, verbunden mit einem allgemeinen Bewegungsmangel, kann zu Erkrankungen an Knochen, Gelenken, Muskeln und Sehnen führen. Die Bandscheiben erhalten nicht genügend frisches Blut und damit auch nicht ausreichend wichtige Nährstoffe. Sie verlieren ihre Elastizität; somit droht ein Bandscheibenvorfall. Darüber hinaus kann Dauersitzen sogar Herzkrankheiten, Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Osteoporose auslösen.

Was können Arbeitnehmer am Arbeitsplatz für ihre Gesundheit tun?
Als Grundregel gilt: Wer viel sitzt, sollte das Sitzen möglichst oft unterbrechen. Mehrmals pro Stunde sollte man aufstehen und wenn möglich im Stehen weiterarbeiten, oder sich bewegen. Ruhig öfter mal eine Besprechung stehend abhalten, anstelle einer E-Mail beziehungsweise eines Anrufs dem Kollegen im Büro zwei Türen weiter die Information persönlich übermitteln oder ein Glas Wasser aus der Küche holen. Denn Bewegung ist letztlich nicht nur für den Rücken gut, sondern auch für die gesamte Muskulatur sowie für die Gelenke und den Kreislauf. Beim Sitzen ist es sinnvoll, seine Haltung regelmäßig zu verändern, sich mal nach vorne zu beugen, mal nach hinten zu lehnen, mal ganz aufrecht zu sitzen. Kurz gesagt: Schreibtischarbeiter sollten dynamisch sitzen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Arbeitsplatz muss ergonomisch ausgestattet sein. Das heißt, der Bürostuhl sollte sich in Sitzhöhe, -tiefe und -neigung verstellen lassen. Auch höhenverstellbare Armlehnen und eine dynamische Rückenlehne mit einer sogenannten Lordosenstütze (eine ergonomische Lendenwirbelstütze) sind sinnvoll. Der Schreibtisch sollte ebenfalls in der Höhe verstellbar sein sowie genügend Arbeitsfläche bieten. Wem ein solches Mobiliar an seinem Arbeitsplatz nicht zur Verfügung steht, der sollte darüber mit seinem Arbeitgeber sprechen. Schließlich ist es im Interesse jedes Unternehmens, dass die Angestellten gesund bleiben.

Welche Präventionsmöglichkeiten gibt es darüber hinaus?
Einen gesunden Rücken muss man sich erarbeiten. Das heißt: sich bewegen, Sport treiben – und zwar regelmäßig. Das ist die beste Prävention. Wer längere Zeit nicht aktiv war, startet zum Beispiel mit Spaziergängen oder Nordic Walking an der frischen Luft und steigert dann langsam sein Pensum und eventuell auch sein Tempo. Darüber hinaus ist es ratsam, Treppen zu steigen statt den Aufzug zu nehmen oder – zumindest für kürzere Strecken – das Fahrrad anstelle des Autos zu benutzen. Wer sich nur schwerlich zu sportlicher Betätigung aufraffen kann, der findet vielleicht in einer Gruppe die nötige Motivation. Viele Vereine bieten beispielsweise Lauftreffs oder Nordic-Walking-Gruppen an. Auch Yoga-, Pilates-, Gymnastik- oder Rücken-fit-Kurse, die Übungen zur Kräftigung der Rückenmuskulatur beinhalten, können Verspannungen lösen und Schmerzen vorbeugen. Die dort erlernten Übungen sollten aber möglichst auch zu Hause regelmäßig fortgeführt werden.

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Sport trotz Erkältung?

ERGO Verbraucherfrage der Woche - 27. Oktober 2016

Anna S. aus Eichstätt:
Ich bereite mich mit Skigymnastik und Lauftraining auf den Winterurlaub vor. Jetzt habe ich Schnupfen, fühle mich aber fit. Kann ich weiter Sport treiben?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Wer sich fit fühlt und nur einen leichten Schnupfen ohne Halsschmerzen, Husten oder Fieber hat, kann in Maßen weiter aktiv bleiben. Eine leichte körperliche Belastung kann sogar eine positive Wirkung auf das Abwehrsystem haben. Fühlen sich Sportler allerdings während des Trainings schlechter, sollten sie es umgehend abbrechen und abwarten, bis die Symptome abgeklungen sind. Wird der harmlose Schnupfen zu einer fiebrigen Virusinfektion, sollte der Erkrankte nach dem Abklingen des Fiebers noch mindestens eine Woche Trainingspause einlegen. Beginnen Hobbyathleten zu schnell wieder mit ihrem Sportprogramm, kann das schwere Krankheiten wie beispielsweise eine Herzmuskel- oder Lungenentzündung zur Folge haben. Denn Sport regt die Viren an zu wandern. So gelangen sie in Körperregionen wie Herz oder Lunge. Nach einem schweren Infekt sollten Sportler das Training zunächst langsam wieder beginnen und dann schrittweise steigern. Bei einer Rückkehr der Symptome das Training sofort stoppen. Wer sich nicht sicher ist, sollte lieber den Arzt um Rat fragen. Generell gilt: Bei jedem Infekt körperliche Belastungen bei extremen Temperaturen, ob heiß oder kalt, vermeiden. Denn die Reaktionen des Körpers darauf behindern die Arbeit des Immunsystems.

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Rätselhafte Zahnerkrankung

ERGO Direkt Verbraucherfrage der Woche, 20. Oktober 2016

Susanne T. aus Würzburg:
Obwohl mein achtjähriger Sohn zweimal täglich die Zähne putzt, sind seine ersten bleibenden Backenzähne gelblich verfärbt und brechen teilweise sogar ab. Was kann die Ursache sein?

Anke Hartosch, Expertin der ERGO Direkt Versicherungen:
Sind die ersten bleibenden Zähne gelblich verfärbt oder sogar brüchig, kann es sich um eine sogenannte Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) handeln. Von dieser Mineralisationsstörung sind oft die Backenzähne – die sogenannten Molaren – und die Schneidezähne – die Inzisiven – betroffen. Grund dafür ist, dass der Zahnschmelz mancher Zähne zu wenig Kalzium und Phosphat enthält. Fehlen diese Mineralien, sind die Zähne zu weich und anfällig für Bakterien. Im schlimmsten Fall brechen sie dann ab. Die genauen Ursachen von MIH sind bisher noch nicht ausreichend wissenschaftlich erwiesen. Beobachten Eltern bei ihren Sprösslingen derartige Veränderungen an den Zähnen, sollten sie möglichst schnell einen Zahnarzt aufsuchen. Er entscheidet je nach Schweregrad, welche Behandlungsmethode für das betroffene Kind am besten ist. Bei nur geringen Defekten empfiehlt sich eine Fissurenversiegelung oder eine Füllungstherapie. Bei schwerer MIH kann eine Lösung sein, den betroffenen Zahn zu entfernen und die Lücke mit kieferorthopädischen Maßnahmen, etwa einer Zahnspange, zu schließen. Mit gründlichem Zähneputzen lässt sich der Krankheit leider nicht entgegenwirken. Dennoch ist eine gute Zahnhygiene sehr wichtig, auch wenn betroffene Stellen beim Putzen eventuell schmerzen. Vernachlässigen Kinder das Zähneputzen, kann zusätzlich Karies entstehen. Eine regelmäßige Nachsorge und professionelle Zahnreinigung sind empfehlenswert.

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Hochsaison für Hausstaubmilben

Tipps für Hausstauballergiker

Verbraucherinformation der DKV, 10. Oktober 2016

[Hausstauballergie] Sobald im Herbst die Heizung anläuft, beginnt für viele Menschen eine anstrengende Zeit: Die Augen tränen, die Nase läuft, das Atmen fällt schwer. Sie haben eine Hausstaubmilbenallergie. Mit der Zeit können sich chronische Beschwerden an der Nasenschleimhaut oder sogar Asthma entwickeln. Die gute Nachricht ist: Wer konsequent Gegenmaßnahmen trifft, kann die Symptome deutlich reduzieren. Wie sich eine Allergie von einem Schnupfen unterscheidet, wodurch sie entsteht und was dagegen hilft, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Sie sind unsichtbar, im Grunde harmlos und leben zu Hunderttausenden in Matratzen, Kissen und Polstern: Milben. Sie kommen in jedem Haushalt vor und haben mit mangelnder Sauberkeit nichts zu tun, weiß der DKV Gesundheitsexperte Dr. Wolfgang Reuter. „Sie ernähren sich von Hautschuppen und Schweiß und fühlen sich daher in der Nähe von Menschen besonders wohl.“ Der Stoff, der die Allergie auslöst, das sogenannte Allergen, befindet sich im Kot der winzigen Spinnentiere. Im Winter wirbelt die Heizungsluft diesen mit dem Hausstaub auf. Die meisten merken davon nichts. Atmet jedoch ein Allergiker die Ausscheidungen der Milbe ein, schlägt sein Immunsystem Alarm. Die Symptome ähneln einer Erkältung: Niesreiz, laufende Nase, gereizte Augen und in schwereren Fällen Husten, Atemnot, pfeifende Lungengeräusche. „Bei einer Allergie sind die Beschwerden morgens am heftigsten, weil der Betroffene im Bett besonders stark mit den Allergenen in Kontakt kommt“, so Dr. Wolfgang Reuter. „Ein Hinweis auf eine mögliche Hausstaubmilbenallergie ist auch, wenn die Symptome mit Beginn der Heizsaison stärker werden.“ Bei einer Erkältung ist meist schon Tage zuvor zu spüren, dass sich etwas anbahnt. Allergie-Symptome dagegen kommen und gehen unangekündigt. Wer also morgens häufig überraschend mit Schniefnase aufwacht, sollte am besten einen Allergologen oder Hals-Nasen-Ohrenarzt zu Rate ziehen.

Milben-Biotope beseitigen
Das wirksamste Mittel gegen die Allergie ist, den Milben das Leben schwer zu machen. „Am besten, der Allergiker fängt dort an, wo die Belastungen besonders hoch sind: in seinem Bett“, rät der DKV Gesundheitsexperte. Allergiker sollten ihre Bettwäsche jede Woche wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen. Gut bewährt haben sich zudem sogenannte Encasings. Das sind spezielle, für Milben undurchlässige Schutzbezüge. Auf Daunendecken müssen Hausstauballergiker übrigens nicht unbedingt verzichten – außer, sie sind auf die Daunen selbst allergisch. „Milben gedeihen am besten bei feuchter, warmer Luft. Regelmäßiges Stoßlüften ist daher hilfreich.“ Wer viermal am Tag fünf bis zehn Minuten lang die Fenster öffnet, hat schon viel zur Bekämpfung der Milben getan. Staubfänger haben in der Wohnung von Allergikern nichts verloren: Zierkissen, Vorhänge, dicke Teppiche und offene Regale sind Milben-Biotope und daher besser zu vermeiden. Außerdem eignen sich Ledermöbel besser als Polstermöbel. Wer Milben zu Leibe rücken will, kommt außerdem um regelmäßiges Putzen nicht herum. Es empfiehlt sich, mindestens zwei Mal pro Woche feucht zu wischen. Das Staubsaugen delegieren Allergiker besser, denn dabei wird erneut Staub aufgewirbelt. Geht das nicht, lässt sich die Belastung durch Feinstaubfilter verringern.

Prick-Text, Hyposensibilisierung, Urlaub in den Bergen
Oft führen die Maßnahmen zur Eindämmung der Milben dazu, dass die Beschwerden sich verringern. Auf jeden Fall aber sollten Betroffene ihre Symptome ernst nehmen – auch wenn sie zunächst nicht dramatisch erscheinen: „Eine Allergie, die unbehandelt bleibt, kann sich verschlimmern“, warnt Dr. Wolfgang Reuter. Einerseits kann sie sich auf andere Allergene wie Blütenpollen oder Tierhaare ausweiten. Andererseits besteht die Gefahr, dass die Symptome von Nase und Augen bis in die Bronchien wandern – im schlimmsten Fall droht allergisches Asthma. Ein Besuch beim Arzt ist also ratsam. Der Mediziner führt zunächst einen Pricktest durch, bei dem er Lösungen mit Allergenen auf den Unterarm träufelt und die Haut ansticht. Möglich sind auch Blutuntersuchungen, bei denen der Arzt nach bestimmten Antikörpern fahndet und der sogenannte nasale Provokationstest. Hierbei bekommt der Patient eine allergenhaltige Lösung direkt auf die Nasenschleimhaut gesprüht. Mit Anti-Histaminika und Cortison-Nasensprays lassen sich die Beschwerden kurzfristig lindern. In schwereren Fällen kommt eine Hyposensibilisierung in Frage: Hierbei bekommt der Patient das Allergen in nach und nach immer höheren Dosen verabreicht, damit sich sein Körper an den Stoff gewöhnt. „Diese Therapie ist in vielen Fällen erfolgreich, bietet aber keine schnelle Lösung – sie dauert rund drei Jahre“, so der DKV Experte. Bis dahin gilt: Staub meiden und öfter mal in die Berge fahren. Ab einer Höhe von 1.500 Metern gibt es keine Milben mehr.

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Frische Waldpilze richtig zubereiten

Verbraucherfrage der Woche - 15. September 2016
Gut beraten von den Experten der ERGO Group

Gabriela R. aus Hanau:
In diesem Herbst möchte ich Pilze sammeln gehen. Wenn ich fündig werde: Wie bereite ich Waldpilze richtig zu? Kann ich sie auch einfrieren?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Pilzliebhaber sollten beim Sammeln im Wald auf ein luftdurchlässiges Transportgefäß wie etwa einen Korb achten, damit die Pilze nicht schwitzen. Denn sonst können sie faulen oder auch giftige Substanzen entwickeln. Da es schwierig sein kann, Speise- von Giftpilzen zu unterscheiden, sollten sich Sammler auf Arten beschränken, die sie sicher kennen. Zuhause ist es wichtig, die frischen Pilze möglichst schnell zu verarbeiten. Um Schmutz zu entfernen, können Sammler sie zunächst unter fließendem Wasser vorsichtig abbürsten und anschließend mit Küchenkrepp trocken tupfen. Wichtig: Die Pilze nie im Wasser liegen lassen! Sie saugen sich sonst voll und verlieren ihr Aroma. Bei edlen Sorten wie etwa Steinpilzen ist es ratsam, sie trocken mit einem weichen Pinsel oder einer Pilzbürste zu putzen. So behalten sie ihr Aroma. Bei der Zubereitung darauf achten, dass die Waldpilze eine Temperatur von über 60 Grad erreichen. Das tötet beispielsweise Eier des Fuchsbandwurms zuverlässig ab. Wer nicht alle Pilze sofort verarbeiten möchte, kann sie nach dem Putzen in Scheiben schneiden, kurz blanchieren und danach einfrieren. Sie sind dann circa drei bis vier Monate haltbar. Tipp: Gefrorene Pilze vor dem Kochen nicht auftauen, denn das macht sie matschig.

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Demenz: So können Freunde helfen

Berührungsängste abbauen, aktiv unterstützen

 

Wenn Menschen an Demenz erkranken, bleiben in vielen Fällen nur die Angehörigen als Bezugspersonen. Der Kontakt zu Freunden dagegen wird weniger oder schläft ganz ein. Dabei sind gerade Freunde für Demenzkranke sehr wichtig – wenn sie sich trauen, auf die Erkrankten zuzugehen. Wie Menschen auf eine Demenzerkrankung im persönlichen Umfeld reagieren können und was sie über die Krankheit wissen sollten, fasst Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, zusammen.

 

1,6 Millionen Menschen sind laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) aktuell an Demenz erkrankt – mit steigender Tendenz: Die DAlzG geht davon aus, dass sich die Zahl bis 2050 sogar auf etwa 3 Millionen erhöhen kann. „Umso wichtiger ist es, dass die Menschen im Umfeld der Erkrankten verstehen, was Demenz ist, und keine Berührungsängste haben“, so Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Denn die liebevolle Zuwendung von vertrauten Personen ist für Demenzkranke sehr wichtig. Aus Hilflosigkeit und Unsicherheit meiden Freunde und Bekannte aber oft den Umgang: Was sollen sie mit einem Menschen unternehmen, der sich nur noch schlecht orientieren kann? Welche Gespräche sollen sie mit dem Freund führen, der sich an die vergangenen Wochen kaum erinnert?

 

Erste Anzeichen

„Demenzkranke verlieren nach und nach ihre geistigen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten, auch die Sprache“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter. „Die Krankheit führt irgendwann zu einem schleichenden Verlust der Persönlichkeit.“ Demenz beginnt aber zunächst mit Kleinigkeiten: eine wachsende Zerstreutheit, Schwierigkeiten beim Finden treffender Wörter oder Orientierungsprobleme. Findet der langjährige Stammtischkollege plötzlich das Stammlokal nicht mehr oder taucht im Sommer mit einem Wintermantel auf, könnten das erste Anzeichen für eine Demenzerkrankung sein. „Bleiben solche Verhaltensweisen bestehen oder verschlechtern sich sogar, dann ist es wichtig, sich nicht von den Betroffenen zurückzuziehen“, rät der DKV Gesundheitsexperte. „Ein Gespräch, vielleicht auch mit der Familie, kann Freunden helfen, die Situation richtig einzuschätzen.“ Ist die Krankheit einmal erkannt, wählen viele Demenzerkrankte eine Behandlung mit Medikamenten. Die heilen die Krankheit zwar nicht, verlangsamen aber ihr Fortschreiten. Mit einem verständnisvollen Umfeld können Demenzkranke so oft noch jahrelang ihrem gewohnten Alltag nachgehen. Freunde können zum Beispiel dabei helfen, weiter Hobbys auszuüben oder einfach nur mal spazieren zu gehen. Für Alleinstehende können Freunde auch eine wichtige Stütze bei bürokratischen Anliegen sein, etwa wenn es darum geht, einen Betreuer zu bestellen oder eine Haushaltshilfe zu finden.

 

Einfühlungsvermögen, Geduld und Zeit

Der Umgang mit Demenzerkrankten erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Geduld. Freunde sind dafür aber oft gut gerüstet. „Sie können mit dem Erkrankten zum Beispiel über gemeinsame Erinnerungen sprechen und dabei Fotos ansehen“, rät der Gesundheitsexperte der DKV. Denn Freunde kennen die Vergangenheit des Patienten zum Teil besser als die Familie: Sie teilen Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit, an frühere Feste und Unternehmungen. Zumal sich demente Menschen meist besser an den Urlaub vor 20 Jahren erinnern als an das Frühstück vom Morgen. Auch bei gemeinsamen Aktivitäten ist es hilfreich, auf Vertrautes zu setzen, beispielsweise ein Spaziergang zum Sportplatz, auf dem die Freunde früher gemeinsam gekickt haben. Sind Aktivitäten oder Gespräche nicht mehr möglich, können Freunde dem Kranken vorlesen oder mit ihm gemeinsam singen. Nicht verwirren lassen sollten sie sich vom teilweise veränderten Verhalten des Erkrankten: Manchmal erscheinen Demente mürrisch, unwillig oder aggressiv. Das kann Teil der Krankheit sein. „Unter Umständen ist es dann besser, den Besuch oder den geplanten Ausflug auf einen anderen Tag zu verschieben“, empfiehlt Dr. Wolfgang Reuter. Generell gilt: Zeit, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, sich dem Kranken anzupassen, sind die wichtigsten Dinge, mit denen eine Freundschaft trotz Demenz weiterleben kann.

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Implantate: Zahnersatz ein Leben lang?

Wissenswertes rund um die Pflege der „Dritten“

ERGO Direkt Expertengespräch, 24. August 2016

Implantate gelten als gute Lösung, um Gebisslücken zu schließen – weil sie in Ästhetik und Funktion kaum von den echten Zähnen zu unterscheiden sind. Auch ihre sehr lange Lebensdauer ist ein echtes Plus. Die ist allerdings von der richtigen Pflege abhängig. Worauf bei der Reinigung der „dritten Zähne“ zu achten ist und welche Probleme bei mangelhafter Mundhygiene drohen, erklärt Anke Hartosch, Expertin bei den ERGO Direkt Versicherungen.

Was ist ein Implantat?
Ein Zahnimplantat ist ein Metallstift, der im Kiefer verankert ist. Er ist schraubenförmig oder zylindrisch, besteht meist aus Titan und ist acht bis 16 Millimeter lang. Auf diese künstliche Zahnwurzel steckt der Zahnarzt ein Verbindungsstück aus Titan oder Keramik, das den sichtbaren Zahnersatz trägt, also eine Krone, Brücke oder Prothese. Bis der Metallstift mit dem Knochen verwachsen ist, dauert es drei bis sechs Monate. Erst dann gliedert der Zahnarzt die Krone ein. Wichtig zu wissen: Nach einer erfolgreichen Behandlung ist eine gute Mundhygiene der Schlüssel zu einem nachhaltigen Erfolg.

Wie sollten Patienten ihre Implantate reinigen?
Der Patient sollte sich vom Zahnarzt zeigen lassen, wie er sein Implantat am besten reinigt. Unmittelbar nach dem Eingriff besser nicht mit der Zahnbürste an der Implantatstelle putzen, da die Wunde noch empfindlich ist. Es empfiehlt sich, eine antibakterielle Mundspülung zu benutzen. Nach ein paar Tagen sollte sich die Stelle mit einer weichen Bürste sanft reinigen lassen. Wer möglichst lange etwas von dem neuen Zahn haben will, sollte ihn – wie alle anderen auch – zwei Mal am Tag mit einer antibakteriellen Zahnpasta putzen. Das allein reicht aber nicht, da der Bürstenkopf nicht bis in alle Ecken und Nischen gelangt. Um die Zahnzwischenräume zu säubern, ist die Verwendung von Zahnseide und sogenannten Interdental-Bürsten hilfreich. Es gibt eine große Auswahl an unterschiedlichen Bürstengrößen sowie Breiten der Zahnseide, je nach Größe der Zwischenräume. Besonders viel Aufmerksamkeit beim Putzen verdient der Übergang zwischen Zahnersatz und Zahnfleisch: Am besten täglich alle Beläge in diesem Bereich gründlich entfernen!

Warum erfordern Implantate eine besonders intensive Reinigung?
In unserem Mund wimmelt es von Mikroorganismen: Hunderte verschiedene Bakterien leben zwischen Zunge und Gaumen. Bei gesunden Menschen ist dies kein Grund zur Sorge. Gefährlich wird es erst dann, wenn diese Bakterien durch unzureichende Mundhygiene die Gelegenheit haben, auf den Belägen der Zähne zu siedeln und sich dort zu vermehren. Bei Implantaten ist die Verbindung zum Zahnfleisch lockerer als bei den eigenen Zähnen. Denn es gibt keine natürlichen Haltefasern mehr, die sie befestigen. Diese Schnittstelle kann ein Einfallstor für Keime sein. Deswegen führen manchmal schon geringe Ablagerungen an den Stellen, an denen das Implantat auf das Zahnfleisch trifft, zu schweren Entzündungen. Zunächst kommt es dabei zu einer Mukositis, einer Entzündung der Schleimhaut rund um das Implantat, vergleichbar mit einer Zahnfleischentzündung. Eine Mukositis lässt sich im Anfangsstadium noch gut behandeln, indem die Betroffenen die Beläge gründlich beseitigen. Wer sie ignoriert, riskiert eine Periimplantitis, eine Entzündung des gesamten Implantatbetts. Ähnlich wie bei einer Parodontitis droht hierbei eine Rückbildung der Schleimhaut und des Kieferknochens – schlimmstenfalls lockert sich das Implantat. Periimplantitis ist daher die Hauptursache für den Verlust des Zahnersatzes.

Bei Mukositis oder Periimplantitis ist es wichtig, rasch einen Zahnarzt aufzusuchen. Woran können Patienten erkennen, ob sie daran leiden?
Diese Entzündungserkrankungen sind tückisch, weil sie im frühen Stadium meist schmerzfrei verlaufen. Ein erstes Anzeichen ist blutendes Zahnfleisch. Wer beim Biss in den Apfel rote Spuren hinterlässt oder beim Zähneputzen rosa Schaum ausspuckt, sollte möglichst schnell seinen Zahnarzt zu Rate ziehen. Auch Schwellungen, Mundgeruch oder ein schlechter Geschmack im Mund können auf eine Mukositis oder Periimplantitis hindeuten. Ist bereits eine Lockerung des Implantats spürbar, sollte der Betroffene sofort seinen Zahnarzt kontaktieren. Denn je eher eine solche Entzündung behandelt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Es ist ratsam, den Zahnarzt in Abständen von drei bis sechs Monaten prüfen zu lassen, ob mit dem Zahnersatz alles in Ordnung ist. Es empfiehlt sich außerdem, in regelmäßigen Abständen eine professionelle Implantatreinigung durchführen zu lassen, zum Beispiel im Zuge der professionellen Zahnreinigung. Hierbei entfernt der Zahnarzt oder Dentalhygieniker alle Beläge, denen mit der täglichen Zahnpflege zuhause nicht beizukommen ist.

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Was hilft gegen Nagelpilz?

Melissa P. aus Düren: Ich leide immer wieder unter Nagelpilz. Was hilft dagegen?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Als Nagelpilz bezeichnen Mediziner eine Pilzinfektion der Nägel. Ursache sind in den meisten Fällen Fadenpilze, seltener Hefe- oder Schimmelpilze. Diese Pilze lauern in öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise in Schwimmbädern oder Hotels. Eine äußere Behandlung direkt am Nagel ist nur sinnvoll, wenn der Pilz höchstens die Hälfte des Nagels befallen hat. Frei verkäufliche Mittel gegen Pilzerkrankungen, sogenannte Antimykotika, erhalten Betroffene in der Apotheke. Es gibt sie in Form von Salben, Nagelstiften und -lacken. Sie enthalten die Wirkstoffe Ciclopirox, Amorolfin oder Bifonazol, die das Wachstum des Pilzes hemmen oder ihn komplett abtöten. Ist der ganze Nagel betroffen, ist ein Gang zum Hautarzt erforderlich. Die Behandlungsmethode richtet sich nach den Ergebnissen der Nagelprobe. Meist verschreibt der Arzt dann Tabletten mit dem Wirkstoff Terbinafin. Es empfiehlt sich, zusätzlich eine äußere Behandlung mit Nagellacken oder -salben vorzunehmen. Wichtig zu wissen: Die Therapie ist sehr langwierig und erfordert viel Geduld. Sie sollte in jedem Fall so lange andauern, bis der Nagel vollständig gesund nachgewachsen ist. Andernfalls besteht die Gefahr, sich immer wieder neu zu infizieren. Wer immer wieder unter Nagelpilz leidet, sollte die Nägel einmal pro Woche mit einem äußerlich wirksamen Antimykotikum einreiben, um einer Neuinfektion vorzubeugen.

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Mit Nahrungsmittelallergie in Kita und Schule

Was Eltern, Erzieher und Lehrer rund um Anaphylaxie wissen müssen

 

Etwa 10.000 Kinder erkranken jedes Jahr an einer Nahrungsmittelallergie. Besonders oft reagieren Kinder allergisch auf Hühnereiweiß, Nüsse, Fisch, Weizen, Soja und Kuhmilch. Zuhause können Eltern gut steuern, welche Lebensmittel der Nachwuchs zu sich nimmt. Aber wenn ihr Kind in die Kita oder die Schule kommt? Was Eltern dann beachten sollten, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

 

Auswirkungen einer Lebensmittelallergie

Anders als bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit erfolgt die Reaktion bei einer Nahrungsmittelallergie oft schon nach wenigen Minuten. Allergische Symptome reichen von Kratzen im Hals, roten Flecken oder einer Schwellung im Kehlkopfbereich bis hin zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock. „Unter einer Anaphylaxie versteht man eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen, die sogenannten Allergene. Dabei können verschiedene Organsysteme wie Haut, Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Herzkreislaufsystem gleichzeitig betroffen sein. Im schlimmsten Fall verläuft eine Anaphylaxie innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich“, erläutert Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Bei Lebensmittelallergien hilft nur, die entsprechenden Nahrungsmittel vollständig zu meiden, um ein Ausbrechen der Symptome zu verhindern. Bei manchen Lebensmitteln – wie etwa Fisch – fällt dies leichter als bei anderen, die in verarbeiteten Produkten vorkommen. So ist zum Beispiel Hühnerei neben Nudeln und Kuchen etwa oft auch in Schaumküssen oder Eis enthalten.

 

Wichtig: Frühzeitige Aufklärung

Laut Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt es in jeder Schulklasse statistisch gesehen mindestens einen Schüler mit einer Lebensmittelallergie. Was bedeutet das für Eltern, Kinder und das pädagogische Personal? „Betroffene Kinder müssen sehr gut über die eigene Krankheit Bescheid wissen. Außerdem sollten Eltern ihnen einschärfen, sich sofort an einen Erwachsenen zu wenden, wenn Symptome auftreten“, rät der DKV Gesundheitsexperte. Ebenso wichtig ist es, das Umfeld aufzuklären: „Eltern sollten – am besten schon bei der Anmeldung – die Kita-Leitung, Erzieher, Lehrer und Schulleiter über die Allergie ihres Kindes informieren. Es empfiehlt sich, eine Kopie des vom Arzt ausgestellten Allergieausweises abzugeben“, so der Hinweis von Dr. Wolfgang Reuter. „Sie sollten auch klären, wie andere Kinder und deren Eltern am besten informiert werden können.“ Übrigens: Auf der Webseite des Deutschen Allergie- und Asthmaverbundes e.V. (daab.de) können betroffene Eltern einen Ratgeber unter anderem auch mit Notfallplänen für Kita und Schule anfordern.

 

Was gilt in der Mensa oder im Schullandheim?

Schulen mit Ganztagsbetrieb sind verpflichtet, ein Mittagessen anzubieten. „Diese Pflicht beinhaltet allerdings kein Extraessen für Lebensmittelallergiker“, so der DKV Gesundheitsexperte. Dennoch sind viele Einrichtungen auf Allergiker eingestellt, etwa durch ein spezielles Speisenangebot oder durch die Möglichkeit, Speisekomponenten separat wählen zu können. Viele Kantinen bieten selbst für unverpackte Lebensmittel ein Zutatenverzeichnis an. Speisen mit Allergieauslösern sind oft extra gekennzeichnet. Um klären zu können, ob das Gericht für das Kind geeignet ist, sollte auch das Personal über Inhaltsstoffe Auskunft geben können. Eltern sollten sich außerdem erkundigen, ob es möglich ist, Essen von zuhause mitzunehmen und zu erwärmen. Steht eine Klassenfahrt an, empfiehlt es sich, vorab mit der Unterkunft Kontakt aufzunehmen. Einige Schullandheime oder Jugendherbergen stellen sich auf Allergiker ein, wenn sie frühzeitig Bescheid wissen. Übrigens: Bei Geburtstagen und anderen Feiern hilft kleinen Allergikern der Griff in eine extra „Schatzkiste“ mit erlaubten Süßigkeiten, aus der sich das Kind bedienen kann. So lässt sich anderen Versuchungen besser widerstehen.

 

Im Notfall: Erste-Hilfe-Maßnahmen für Erzieher und Lehrer

„Einen Allergenkontakt völlig auszuschließen, ist nicht möglich“, weiß Dr. Wolfgang Reuter. Daher ist es sowohl für Eltern und Kinder als auch für Erzieher und Lehrer unbedingt empfehlenswert, Maßnahmen zur Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion zu kennen und einsetzen zu können. Im Kindergarten oder der Schule sollte zu diesem Zweck ein gut zugänglicher Notfallplan hängen sowie für jedes betroffene Kind ein Notfallset hinterlegt sein. Ein solches Set bekommen Allergiker vom Arzt verschrieben. Es enthält neben einem Antihistaminikum auch Kortison und Adrenalin. Kommt es zu einem anaphylaktischen Notfall, benötigen die Betroffenen meist eine Adrenalin-Injektion. Dafür enthält ein Notfallset einen Adrenalin-Autoinjektor, der speziell für Laien konzipiert und einfach zu verwenden ist. Danach sollten Beteiligte sofort den Notruf (112) verständigen.

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Ernährungsmythen auf dem Prüfstand

Welche Ratschläge sind richtig, welche falsch?

Egal ob es um Fette, das Aufwärmen bestimmter Lebensmittel oder den Nährstoffverlust beim Kochen geht: Viele Gerüchte rund um das Essen halten sich hartnäckig. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, nimmt deshalb einige bekannte Ernährungsratschläge genauer unter die Lupe.

Wer abnehmen will, streicht häufig rigoros Fett in jeder Form vom Speiseplan. Ist Fett wirklich ungesund?
Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren zum Beispiel sind sogar lebenswichtig für den Körper. Sie stecken etwa in Lachs oder Hering. Außerdem sorgt Fett dafür, dass der Körper fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, D, E oder K aus der Nahrung aufnehmen kann. Experten empfehlen etwa den Verzehr von „ungesättigten Fettsäuren“, wie sie in pflanzlichen Ölen vorkommen. Bei regelmäßigem Genuss kann zum Beispiel Olivenöl die Konzentration an LDL-Cholesterin im Blut senken. Auch Kokosöl nützt dem Körper: Es soll vor Demenz schützen und Bakterien und Pilze hemmen. Am besten kaltgepresstes, naturbelassenes Öl verwenden. Weniger gesund sind gesättigte Fettsäuren. Diese oft als „schlecht“ bezeichneten Fette kommen zum Beispiel in Butter, Milch oder im Rindersteak vor. Aber auch in Fertigprodukten wie Keksen, Kartoffel-Chips oder Tiefkühl-Pommes. Es empfiehlt sich, 60 bis 80 Gramm Fett pro Tag aufzunehmen. Der Anteil an gesättigten Fettsäuren sollte bei Frauen bei maximal 16 Gramm, bei Männern bei 19 Gramm liegen. Auch bei einer Diät gilt die Faustregel: Mindestens ein Esslöffel gesundes Öl am Tag – zum Beispiel zum Salat.

Auch oft gehört: „Bloß keinen Spinat und erst Recht keine Pilze aufwärmen. Es besteht Vergiftungsgefahr“. Was ist dran?
Es handelt sich dabei um Ernährungsregeln aus früheren Zeiten, als die Kühlmöglichkeiten im Haushalt weniger gut waren. Aber es ist richtig, dass Pilze und Spinat giftige Stoffe bilden können, wenn sie mehrere Stunden oder über Nacht bei Raumtemperatur stehen bleiben. Spinat etwa enthält besonders viel Nitrat, das sich in das giftige Nitrit verwandeln kann. Pilze hingegen verderben sehr schnell. Denn sie bieten wegen ihres hohen Wasser- und Eiweißgehaltes einen guten Nährboden für Bakterien und andere Mikroorganismen. Bleiben Reste eines Pilz- oder Spinatgerichts übrig, dann kurz abkühlen lassen und im Kühlschrank oder dem Tiefkühlfach lagern. Denn bei frostigen Temperaturen können sich die schädlichen Bakterien nicht ausbreiten. Und: Beim Wiedererwärmen auf eine Mindesttemperatur von 70 Grad Celsius achten, um Mikroorganismen abzutöten.

Das Kochen von Gemüse & Co. soll die Nährstoffe zerstören. Stimmt das?
Tatsächlich kann das Kochen Nährstoffe von Gemüse, wie Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, zerstören. Das ist dann der Fall, wenn die Temperatur beim Garen längere Zeit sehr hoch ist, der Herd etwa die gesamte Garzeit auf der höchsten Stufe läuft. Es empfiehlt sich deshalb, die Lebensmittel bei zwei Drittel der maximalen Herdleistung zu erhitzen. Und: Je kürzer die Garzeit, desto mehr Nährstoffe bleiben erhalten. Weichere Gemüsesorten wie etwa Spinat benötigen nur eine Minute Garzeit, festere Sorten wie Brokkoli, Karotten oder Kohlrabi sind innerhalb von ungefähr fünf bis zehn Minuten fertig. Übrigens: Nicht alle Vitamine reagieren auf Hitze gleichermaßen. Vitamin B1, Vitamin B5 und Vitamin C gehören zu den hitzeempfindlichsten Vitaminen. Bei Temperaturen ab 100 Grad gehen 50 Prozent von ihnen verloren. Als Garmethode sind Dünsten und Dämpfen empfehlenswert. Denn dabei kommt das Gemüse gar nicht beziehungsweise nur mit wenig Wasser in Kontakt. Beim Kochen dagegen gehen wasserlösliche Vitamine und Mineralien in das Wasser über. Dieses schütten die meisten Verbraucher weg. Tipp: Die Garflüssigkeit wenn möglich weiterverwenden – zum Beispiel als Grundlage für Suppen oder Soßen.

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Wie trage ich meine Koffer richtig?

Barbara H. aus Ansbach:
Unsere nächste Urlaubsreise steht bevor. Was kann ich tun, um Schulterverspannungen und Rückenschmerzen durch das Schleppen der Taschen und Koffer zu vermeiden?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Das Tragen von schweren Gepäckstücken mit der falschen Technik kann die Wirbelsäule schädigen. Es ist daher empfehlenswert, die Maximalbelastung von 15 Prozent des eigenen Körpergewichts nicht zu überschreiten. Bei einer 60 Kilogramm schweren Frau sind das beispielsweise 9 Kilogramm. Dabei beachten: Das Gepäck nie mit rundem Rücken anheben und es nahe am Körper tragen. Das verringert die Belastung für die Wirbelsäule. Wer mehrere Taschen hat, sollte das Gewicht auf beide Seiten gleichmäßig verteilen. Bei Reisetaschen, die mit einem Tragegurt ausgestattet sind, ist es sinnvoll, die Seiten abzuwechseln. Falls es nicht möglich ist, auf schweres Gepäck zu verzichten, eignen sich Rollenkoffer für einen rückenschonenden Transport. Tipp: Besonders schonend und praktisch zugleich sind Reiserucksäcke – wenn sie mit beiden Gurten fest auf dem Rücken sitzen. Damit lassen sich sogar bis zu 40 Prozent des eigenen Körpergewichts tragen.

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Reisekrankheit ade

Was Betroffenen hilft

Ob auf dem Schiff, im Auto oder im Flugzeug: Die Reise zum ersehnten Urlaubsort kann zur Qual werden. Denn die Kinetose, besser bekannt als Reisekrankheit, macht vielen Urlaubern zu schaffen. Wie sie entsteht, wer häufig betroffen ist und was dagegen hilft, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Kinetose: Ursachen und Entstehung
Die Reisekrankheit ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne. Sie entsteht, wenn das Gehirn von den Sinnesorganen widersprüchliche Meldungen über eine Bewegung erhält. Das passiert zum Beispiel im fahrenden Auto oder in der Bahn. Das Gleichgewichtsorgan im Ohr meldet eine Erschütterung oder Beschleunigung. Die Augen nehmen dagegen im Innenraum keine Bewegung wahr. Druckrezeptoren an der Fußsohle oder Sensoren in der Haut, das sogenannte propriozeptive System, melden ebenfalls „Stillstand“. Diese gegensätzlichen Informationen verwirren das Gehirn und versetzen es in Alarmbereitschaft. „Der Körper wehrt sich dagegen und reagiert mit Übelkeit, Schwindel oder Erbrechen, den typischen Symptomen einer Reisekrankheit“, erläutert Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Wer besonders von der Reisekrankheit betroffen ist
Nicht alle Menschen leiden gleichermaßen an der Reisekrankheit. „Säuglinge bleiben gewöhnlich von der Kinetose verschont. Das liegt daran, dass ihr Gleichgewichtsorgan im Innenohr noch nicht vollständig ausgebildet ist“, erklärt der DKV Gesundheitsexperte. „Menschen über 50 sind ebenfalls weniger anfällig. Ihr Gleichgewichtssinn ist nicht mehr so präzise.“ Zwei- bis Zwölfjährige hingegen trifft es am häufigsten. Das liegt daran, dass sich ihre Sinneswahrnehmungen noch entwickeln. Dabei kommt es vermehrt zu Fehlmeldungen im Gehirn. „Ebenso spielt die Erwartungshaltung der Reisenden eine wichtige Rolle: Wer sich in die Vorstellung einer Reisekrankheit hineinsteigert, wartet in der Regel nicht lange auf die ersten Symptome“, ergänzt Dr. Wolfgang Reuter. Einige andere Umstände wie etwa Angst, Schwangerschaft, Alkoholkonsum oder Krankheiten wie Migräne begünstigen zudem eine verstärkte Anfälligkeit.

Typische Symptome
Die Reisekrankheit kündigt sich allmählich an. Betroffene fühlen sich zunächst leicht unwohl und haben ein flaues Gefühl im Magen. Außerdem gähnen sie häufiger, produzieren mehr Speichel und bekommen möglicherweise leichte Kopfschmerzen. Dies kann in Schweißausbrüche, Erbrechen oder Kreislaufstörungen übergehen. In den meisten Fällen verbessert sich der Zustand der Betroffenen relativ schnell von selbst wieder – wenn sie die verschiedenen Sinneseindrücke koordinieren können. „Ernst nehmen sollten Reisekranke ihren Zustand, wenn sie länger an Übelkeit und Erbrechen leiden. Sie verlieren dadurch große Mengen an Flüssigkeit und damit auch wichtige Salze, sogenannte Elektrolyte. In seltenen Fällen kann das sogar zum Kreislaufkollaps führen“, warnt der Experte der DKV.

Tipps zur Vorbeugung
Wer von seiner Reisekrankheit weiß, sollte sich gut auf die Reise vorbereiten. Es empfiehlt sich, vorher gut auszuschlafen und etwas Leichtes, Fettarmes zu essen. „Irrtümlicherweise denken Betroffene, mit einem leeren Magen die Reisekrankheit verhindern zu können – doch genau das Gegenteil ist der Fall. Denn der Magen ist dadurch anfälliger für Übelkeit“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter. Sich auf einen festen Punkt am Horizont zu konzentrieren oder im Flugzeug oder der Bahn im Gang auf- und abzugehen, kann ebenfalls dem Unwohlsein entgegenwirken. Auf keinen Fall sollten die Betroffenen lesen oder sich mit dem Handy beschäftigen. Bei Autoreisen empfiehlt es sich, vorne auf dem Beifahrersitz oder – noch besser – selbst am Steuer zu sitzen, denn beim Fahrer tritt die Reisekrankheit in der Regel nicht auf.

Kinetose mildern
Tritt die Kinetose akut auf, hilft es, den Kopf ruhig zu halten, sich möglichst hinzulegen und die Augen zu schließen. Das schaltet optische Reize ab. Des Weiteren haben sich rezeptfreie Medikamente mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat bewährt. Sie sind in der Apotheke beispielsweise als Kaugummi erhältlich. Sollen Kinder die Medikamente einnehmen, ist ein vorheriges Gespräch mit dem Kinderarzt ratsam. „Für länger andauernde Reisen können bei Erwachsenen Pflaster mit dem verschreibungspflichtigen Wirkstoff Scopolamin helfen. Die Wirkung setzt erst einige Stunden nach der Anwendung ein, hält aber dafür bis zu drei Tage an“, erklärt der DKV Gesundheitsexperte. Anwender sollten das Pflaster deshalb bereits am Abend vor der Abreise anbringen. Zu beachten ist jedoch, dass beide Medikamente müde machen und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Wer aktiv am Verkehr teilnimmt, ist daher mit Ingwer-Tee oder -Kapseln besser beraten. Die Wurzel lindert Übelkeit und hat keinerlei Nebenwirkungen.

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Was ist bei einer Verletzung durch eine Qualle zu tun?

Vanessa M. aus Coburg:
In einigen Wochen fliege ich ans Meer. An meinem Urlaubsort soll es im Sommer an vielen Stränden Quallen geben soll. Was kann ich tun, wenn ich mit einer Qualle in Berührung komme?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Generell sollten Urlauber bei hohem Quallenaufkommen das Baden im Meer vermeiden oder einen speziellen Schutzanzug, beispielsweise aus Neopren, tragen. Kommen Badegäste dennoch in Kontakt mit Quallen, sollten sie ohne hektische Bewegungen an Land schwimmen, um sich nicht in den Tentakeln der Tiere zu verfangen. Am Ufer dann die mit Nesselzellen besetzten Stellen mit Meerwasser, Essigsäure oder Zitronensaft abspülen – niemals mit Süßwasser oder Alkohol! Dadurch platzen noch mehr Nesselzellen auf, was weitere Verletzungen verursacht. Um diese gründlich zu entfernen, empfiehlt es sich, die Stellen anschließend mit trockenem Sand oder Rasierschaum einzureiben. In der Regel hält die Strandaufsicht Rasierschaum für Notfälle bereit. Ist die Schicht getrocknet, sollte der Verletzte sie vorsichtig mit einem stumpfen Gegenstand, zum Beispiel einer Messerrückseite, abschaben. Im Hotel oder der Ferienwohnung können die Wunden mit Eiswickeln und Essigkompressen weiterbehandelt werden. Fühlt sich der Verletzte unwohl und hat starke Schmerzen sowie Schwellungen, deutet das auf eine allergische Reaktion hin. Dann sollte er unbedingt einen Arzt aufsuchen, der ihm gegebenenfalls Schmerzmittel oder ein Antiallergikum verordnet.

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Tattoo (nicht) für immer?

Möglichkeiten und Risiken einer Tattoo-Entfernung

Mehr als acht Millionen Deutsche tragen Tattoos. Der größte Anteil findet sich mit etwas über 20 Prozent in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen. Manchen Oberarm, Rücken oder Unterschenkel ziert jedoch ein Tattoo, das dem Träger vielleicht längst nicht mehr gefällt. Das misslungene Schmetterlings-Tattoo, den Namen des Verflossenen oder den Rechtschreibfehler im Lebensmotto wollen Betroffene oft gerne wieder loswerden. Neue Technologien machen es leichter, die ungeliebte Körperkunst verschwinden zu lassen, dennoch bleiben Risiken. Was Tattoo-Träger über Möglichkeiten aber auch Gefahren der Tattoo-Entfernung wissen müssen, erläutert Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Wie funktioniert eine Tattoo-Entfernung?
Nicht jeder liebt sein Tattoo ein Leben lang. Wer sich für eine Entfernung des Körperschmucks interessiert, sollte sich aber vorher genau informieren. „Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Tätowierung zu entfernen“, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Dazu gehört beispielsweise das sogenannte Enttätowieren. Bei dieser Methode sticht der Arzt mit der Tätowiernadel eine spezielle Creme in die betroffene Stelle. Diese „spült“ die Tattoofarbe aus. Dabei entsteht eine dunkle Kruste. Sobald der Schorf abfällt, ist das Tattoo ein Stück weit verschwunden. Bei dieser Methode sind mehrere Sitzungen nötig. Eine weitere, sehr oft eingesetzte Methode ist der Laser. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die sich je nach Beschaffenheit des Tattoos unterschiedlich gut eignen. Bei einer Behandlung mit einem Nanosekundenlaser zum Beispiel, schießt der Arzt aus kurzer Entfernung Laserimpulse auf das Tattoo. Der Laserimpuls ist ein nahezu unsichtbarer Lichtblitz. Da er dennoch sehr intensiv ist, müssen sowohl der Arzt als auch der Patient eine Schutzbrille tragen. Das Laserlicht dringt zwei bis drei Millimeter in die Haut ein. Durch die aufgenommene Energie zerplatzen die Farbpigmente. Die einzelnen Bruchstücke transportiert der Körper über Lymphe oder Blutbahn ab. Das braucht Zeit, deshalb sollte der Abstand zwischen den einzelnen Sitzungen vier bis sechs Wochen betragen. Insgesamt können je nach Größe und Farbe des Tattoos bis zu 15 Laser-Behandlungen nötig sein. Mit jeder Sitzung verblasst das Tattoo mehr. Auch eine operative Entfernung des Tattoos oder die sogenannte Dermabrasion sind eine Möglichkeit, Tattoos zu entfernen. Bei einer Dermabrasion schleift oder fräst der Arzt die oberste Schutzschicht der Haut, die Epidermis, ab. „Egal, für welche Methode sich Tattoo-Träger entscheiden: Alle Behandlungen der Tattoo-Entfernung sollte in jedem Fall ein ausgebildeter Hautarzt übernehmen“, empfiehlt der DKV Gesundheitsexperte.

Risiken einer Tattoo-Entfernung
Seit 2009 verbietet eine Tätowiermittelverordnung die Verwendung von Farbstoffen, an deren gesundheitlicher Unbedenklichkeit Zweifel bestehen. Dazu gehören etwa Azo-Farbstoffe, die auch in Autolack vorkommen. Doch bei vielen älteren Tattoos oder solchen, die im Ausland angefertigt wurden, finden sich teilweise noch giftige Farben. Bei Laser-Behandlungen wichtig zu wissen: Bisher gibt es keine Langzeitstudien, die erforschen, ob der Laser durch das Zersprengen krebserzeugende Giftstoffe, wie etwa aromatische Amine, freisetzt oder sich ein Teil der gespaltenen Farbpigmente in Leber, Milz und Lymphknoten ablagert. Generell gilt: Selbst bei optimaler Technik ist es nur in den seltensten Ausnahmefällen möglich, ein Tattoo spurlos verschwinden zu lassen. In der Regel bleibt selbst bei besten Bedingungen eine Veränderung der Oberflächenstruktur und der natürlichen Hautfarbe in dem betroffenen Areal zurück. Wie vollständig der Arzt ein Tattoo entfernen kann, hängt von mehreren Faktoren ab: Zum Beispiel von der Größe und Menge der Farbe, der Stelle am Körper sowie der Art der verwendeten Pigmente. Am besten lassen sich schwarze, blaue und rote Farbpigmente entfernen. An ihre Grenzen stoßen selbst modernste Laser bei violetten und gelben Farben. Und: Selbst nach einer vollständigen Farbentfernung kann die Tätowierung manchmal als helles Nachbild (eine sogenannte Hypopigmentierung) vorübergehend weiterhin sichtbar bleiben. Der Grund: Neben dem Farbpigment des Tattoos ist es möglich, dass ungewollt auch das braune Farbpigment der Haut entfernt wird. Nach dem Lasern können außerdem auf der Haut auch Narben sichtbar werden. Diese sind jedoch meistens bereits beim Stechen des Tattoos entstanden und kommen nun zum Vorschein. Das Lasern selbst verursacht nur in den seltensten Fällen bleibende Hautschäden. Alternative Methoden wie etwa die Dermabrasion tragen hingegen ein großes Risiko zur Narbenbildung. „Wichtig ist, dass sich der Patient im Vorfeld beim behandelnden Arzt genau über die Risiken der Behandlung sowie die Erfolgsaussichten der Entfernung informiert“, rät Dr. Wolfgang Reuter.

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Sommer: Stress für die Augen

Tipps für wirksamen Schutz und erste Hilfe

DKV Expertengespräch, 18. Mai 2016

[Sommerstress für die Augen] Salziges Meerwasser, Chlor im Freibad, grelle Sonne, Zugluft durch Klimaanlagen oder Fahrten im Cabrio: Die Augen sind im Sommer vielen Belastungen ausgesetzt. Die Folge sind zum Beispiel gerötete oder geschwollene Lider, gereizte Hornhaut oder gar eine Bindehautentzündung. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, weiß, was Betroffene bei Reizungen am Auge tun können und nennt wichtige Vorsorgemaßnahmen, mit denen sich Augenprobleme vermeiden lassen.

Im Sommer klagen besonders viele Menschen über gereizte oder gerötete Augen. Warum ist das so?
Meerwasser, Chlor, grelle Sonne und Zugluft etwa durch die Klimaanlage: Die heiße Jahreszeit hält viele zusätzliche Belastungen für die Augen bereit. So kann zum Beispiel gechlortes Schwimmbad-Wasser samt der darin enthaltenen Keime zu Reizungen am Auge führen und im schlimmsten Fall eine Bindehautentzündung mit Symptomen wie Juckreiz und Brennen hervorrufen. In Badeanstalten ist gerade der Mix aus dem Reizstoff Chlor und der verstärkten Erregerdichte für die sogenannte „Schwimmbad-Konjunktivitis“, eine bakterielle Bindehautentzündung, verantwortlich. In sehr seltenen Fällen können bei Badenden auch Parasiten, wie zum Beispiel Akanthamöben, zu einer Hornhautentzündung führen.

Wenn an heißen Tagen die Ozonwerte steigen, kann auch das ein Auslöser für Augenreizungen sein. Bei hohen Temperaturen sind außerdem Klimaanlagen oder das Gebläse im Auto sehr verlockend. Künstlich gekühlte Luft ist aber sehr trocken. Oft kommt es dann zu einem „Reibeisengefühl“, ähnlich Sandkörnern, im Auge. Vor Zugluft müssen sich im Sommer nicht nur die Besitzer offener Sportwagen, sondern auch Fahrradfahrer in Acht nehmen. Auf die mit Autoabgasen gemischte Luft reagieren die Augen oft mit Brennen, Rötungen oder Tränen. Zu viel Sonne ist ebenfalls schädlich. Denn ebenso wie die Haut, können auch Horn- und Netzhaut bei plötzlicher, intensiver Strahlung einen Sonnenbrand bekommen. Die Folge: starker Tränenfluss, sehr hohe Lichtempfindlichkeit, schmerzhafte Horn- und Bindehautschäden. Eine jahrzehntelange UV-Belastung kann eine Störung der Netzhautpigmentzellen verursachen und eine sogenannte Makula-Degeneration begünstigen. Der Netzhautschaden führt zu starker Sehbehinderung bis hin zur Erblindung.

Wie können Sonnenanbeter und Wasserratten ihre Augen schützen?
Damit in der heißen Jahreszeit keine Augenprobleme drohen, immer eine hochwertige Sonnenbrille tragen! Blaue und grüne Augen reagieren übrigens dreimal sensibler auf Licht als braune, hier ist ein Schutz also umso nötiger. Denn unabhängig von der unterschiedlich starken Blendung durch die Sonne kann die UV-Strahlung die Netzhaut schädigen. Vor dem Kauf einer Sonnenbrille unbedingt auf die Aufschriften „UV-400“ sowie „CE“ auf der Innenseite der Bügel achten. Nur dann verfügt die Sonnenbrille über einen ausreichenden UV-Schutz. Die Tönung der Sonnenbrille sagt übrigens nichts über deren UV-Schutz aus. Cabrio- und Fahrradfahrer sind mit speziellen Sonnenbrillen mit Seitenschutz gut beraten. Idealerweise liegt die Brille oben recht dicht am Kopf an. Breite Bügel sorgen für einen zusätzlichen Schutz. Im offenen Auto hilft neben der Sonnenbrille auch die Montage eines sogenannten Windschotts gegen den Fahrtwind. Die senkrecht stehende Wand hinter den Vordersitzen lenkt die in das Fahrzeug strömenden Luftwirbel um und hält sie von den Fahrzeuginsassen fern. Im Schwimmbad, Badesee oder Meer gilt: Eine dicht sitzende Schwimmbrille ist wichtig, um die Augen vor Chemikalien und Verschmutzungen zu schützen. Übrigens: Für Fehlsichtige gibt es auch Schwimmbrillen in Sehstärke.

Und welche Erste-Hilfe-Tipps gibt es für gereizte Augen?
Generell gilt: Reichlich Flüssigkeitszufuhr ist bei trockenen Augen sehr wichtig. Bei hohen Ozonwerten ist es ebenfalls sinnvoll, viel zu trinken – und nach Möglichkeit in den Zeiten der höchsten Ozonbelastung, also zwischen 14 und 17 Uhr, nicht ins Freie zu gehen. Medikamente aus der Apotheke lindern die üblichen Probleme: Rote Augen oder Augenreizungen behandeln Betroffene am besten mit entsprechenden Augentropfen, künstliche „Tränen“ helfen bei trockenen Augen. Auf Kontaktlinsen sollten Betroffene bei Reizungen grundsätzlich besser verzichten. Immer eine gute Idee ist auch, Kühlpads oder kalte Löffel aus dem Kühlschrank auf die Augen zu legen. Auch Kompressen gegen Migräne entspannen die Augen. Vorsicht jedoch bei Produkten aus Kamille!! Denn diese können rund um die Augen zusätzlich zu Reizungen führen. Wichtig: Wer zum ersten Mal unter gereizten Augen leidet, sollte am besten einen Augenarzt aufsuchen.

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Was tun, wenn Kinder Waschmittel verschlucken?

ERGO Verbraucherfrage der Woche, 3. Mai 2016

Lena N. aus Neuwied:
Vergangene Woche habe ich mein Kind bei den Wasch- und Putzmitteln erwischt. Was muss ich tun, wenn es davon versehentlich etwas verschluckt?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Bringen Sie das Kind möglichst nicht zum Erbrechen. Denn dadurch können Schaumbläschen entstehen, die von der Speise- in die Luftröhre gelangen und dort womöglich Atemnot verursachen. Außerdem ist davon abzuraten, mit Getränken nachzuspülen, da in diesem Fall ebenso Bläschen und Schaum entstehen können. Um die Schaumbildung im Magen zu verhindern, eignen sich Medikamente gegen Blähungen. Sie sollten Dimethicon beinhalten, einen sogenannten „Entschäumer“, der die Bläschen löst. Selbstverständlich sollten Sie zudem schnellstmöglich einen Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen und dort mitteilen, wie viel der Nachwuchs vom Waschmittel verschluckt hat, welche Symptome aufgetreten sind und wann es passiert ist. Außerdem ist die Giftnotrufzentrale bei allen Arten von Vergiftungen rund um die Uhr eine hilfreiche Anlaufstelle. Sie kann Tipps zur ersten Hilfe geben. Eine Übersicht der Notfallnummern sowie der nächsten Zentrale finden Eltern im Internet unter vergiftungszentrale.de. Tipp: Die Nummer immer griffbereit haben, damit im Notfall keine Zeit verloren geht.

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Hilfe bei schmerzempfindlichen Zähnen

ERGO Direkt Verbraucherfrage der Woche, 28. April 2016

Caroline S. aus Freiburg:
Wenn ich Heißes, Kaltes, Saures oder Süßes esse, zieht es oft in meinen Zähnen. Was kann ich tun, damit meine Zähne nicht mehr so schmerzempfindlich reagieren?

Anke Hartosch, Expertin der ERGO Direkt Versicherungen:
Grund für den ziehenden Schmerz sind in den meisten Fällen ungeschützte Zahnhälse. Wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht, liegt das Zahnbein frei. Reize, wie etwa Kälte, gelangen dann ungehindert an den Zahnnerv. Richtiges Zähneputzen kann bereits helfen: Da heftiges Schrubben schadet, sollte der Druck auf Zähne und Zahnfleisch sehr leicht sein. Manche elektrischen Zahnbürsten warnen etwa mit automatischer Stopp-Funktion oder Blinksignal vor zu festem Druck. Es ist außerdem ratsam, nur in kleinen, kreisenden Bewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn hin zu putzen. Dabei empfiehlt sich eine weiche Zahnbürste und eine Zahnpasta, die für empfindliche Zähne geeignet ist. Eine Mundspülung ist sinnvoll, allerdings sollte sie keinen Alkohol enthalten, denn dieser verursacht zusätzlich Schmerzen. Remineralisierende Gele vom Zahnarzt oder aus der Apotheke können außerdem die Überempfindlichkeit lindern und den Zahnschmelz härten. Am besten einmal wöchentlich nach dem Putzen auf die betroffenen Stellen auftragen! Falls keine Besserung eintritt, ist ein Besuch beim Zahnarzt sinnvoll. Er kann die Zahnhälse mit dünnflüssigen Kunststoffen versiegeln, was weitere Schmerzreize verhindert. Ist der Zahnhals bereits ausgehöhlt, empfiehlt sich eine Füllung.

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Giftpflanzen im Garten: Was Eltern wissen müssen

Aufklärung hilft, Giftunfälle zu vermeiden

Verbraucherinformation der DKV, 25. April 2016

[Giftpflanzen Garten] Hortensie, Tollkirsche, Engelstrompete oder Blauer Fingerhut: Viele beliebte Zierpflanzen sind giftig. Oft ist dies den Hobbygärtnern gar nicht bewusst. Besonders Eltern mit Kleinkindern sollten die mit Pflanzengiften verbundenen Gefahren nicht unterschätzen. Einen Überblick über die häufigsten heimischen Giftpflanzen gibt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Er informiert außerdem über Erste Hilfe-Maßnahmen im Vergiftungsfall.

Achtung, giftig: Goldregen, Maiglöckchen & Co besser nicht im Familiengarten
Gifthaltige Pflanzen finden sich nicht nur in Wäldern und auf Wiesen, sondern auch als Zierpflanzen in Grünanlagen und oft sogar im heimischen Garten. Dazu zählen etwa Maiglöckchen, Efeu, Tollkirsche, Feuerdorn, Rosskastanie oder Eberesche. Und auch die bei Gärtnern beliebte Hortensie gehört zu den Giftpflanzen. Sie enthält Blausäureverbindungen, die Erstickungsanfälle und Krämpfe bis hin zum Herzstillstand auslösen können. Selbst im Gemüsebeet sind den meisten Gärtnern die giftigen Eigenschaften ihrer Zöglinge unbekannt. So wissen zum Beispiel nur wenige: Das Kartoffelkraut sowie grüne Kartoffeln enthalten Solanin, eine schwach giftige chemische Verbindung. „Zur Gruppe der Giftpflanzen gehören alle Bäume, Sträucher und krautige Pflanzen, deren Inhaltsstoffe bei Menschen und Tieren Gesundheitsstörungen hervorrufen können“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Ob es jedoch zu einer Vergiftung kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Zum Beispiel vom Alter und der körperlichen Verfassung des Betroffenen oder, ob die kritischen Wirkstoffe in ausreichender Dosierung im oder am Körper einwirken können. Außerdem beeinflussen die Standortbedingungen und die Vegetationsperiode der Pflanze den Wirkstoffgehalt des Gifts. Der Giftgehalt kann auch je nach Reifegrad schwanken. So sind grüne Tomaten gifthaltig, rote hingegen nicht. Außerdem spielt die Zubereitung eine Rolle: Rohe Vogelbeeren aus dem heimischen Garten sind auf keinen Fall zum Verzehr geeignet. Gekocht, beispielsweise als Marmelade, sind sie dagegen unbedenklich. „Wer Kinder hat, sollte sich immer gut informieren, bevor neue Pflanzen in den Garten kommen, beispielsweise in Gärtnereien oder in Fachbüchern“, so Dr. Wolfgang Reuter. Vorsicht auch bei ungewollten Gästen: Ist etwa ein Bärenklau in den Garten eingewandert, sollte er schnellstmöglich entfernt werden. Dabei unbedingt Schutzkleidung tragen, denn der Pflanzensaft wirkt hochgiftig und kann unter Sonneneinstrahlung schmerzhafte Blasenbildung und schwer heilende Verbrennungserscheinungen hervorrufen.

Was passiert bei Kontakt mit Giftpflanzen?
Vergiftungen durch Pflanzen können unterschiedliche Symptome haben. Die Haut kann bei Kontakt mit Giftpflanzen etwa mit Ausschlag, Entzündungen, Juckreiz oder Blasenbildung reagieren. Auch Schwindel, Empfindungsstörungen und – in schweren Fällen – Krämpfe, Lähmungen und Bewusstlosigkeit sind möglich. „Damit aufgenommene Gifte nicht zur Wirkung kommen, verfügt der Körper über Schutzmechanismen“, erläutert der DKV Gesundheitsexperte. Das bedeutet: Durch Erbrechen versucht er, sich unerwünschter Substanzen zu entledigen, damit sie keinen großen Schaden anrichten können. Neben Brechreiz äußern sich verschluckte Pflanzengifte meist mit Durchfall, Bauchschmerzen oder Schluckbeschwerden.

Erste Hilfe bei Vergiftungen
Kleinkinder stecken vieles in den Mund. Da ihr Geschmackssinn noch nicht so fein ausgeprägt ist wie der von Erwachsenen, essen sie auch schlecht schmeckende Dinge. Besonders Goldregen, Pfaffenhütchen, Stechpalme und Seidelbast können dann gefährlich werden: Schon bei geringsten Mengen besteht die Gefahr, dass Kinder schwere Vergiftungen erleiden. „Giftpflanzen sind nach Haushaltschemikalien und Arzneimitteln die häufigste Ursache für Vergiftungsfälle bei Kindern: Drei bis zehn Prozent der jährlich 100.000 Vergiftungsfälle gehen auf ihr Konto“, weiß Dr. Wolfgang Reuter. Hat ein Kind giftige Pflanzen in den Mund genommen oder geschluckt, gilt: Sofort eine Giftinformationszentrale (GIZ) anrufen. Alle GIZ-Telefonnummern finden Verbraucher unter www.bfr.bund.de. „Schildern Sie genau die Symptome des Kindes und benennen Sie nach Möglichkeit die Giftpflanze“, rät Dr. Wolfgang Reuter. „Wichtig ist außerdem anzugeben, welche Menge das Kind vermutlich aufgenommen hat und wie lange das zurückliegt. Besprechen Sie, ob es nötig ist, beim betroffenen Kind Erbrechen auszulösen. Man sollte dem Kind aber niemals Milch oder Salzwasser verabreichen! Denn dies kann für Kinder lebensgefährliche Folgen haben und die Giftaufnahme sogar noch verstärken.“ Sollten Vergiftungserscheinungen auftreten oder zu erwarten sein, gehören die Kinder in ärztliche Behandlung. Eltern sollten die Auskünfte der GIZ genau notieren und ohne Verzögerung den Kinderarzt oder die nächstgelegene Kinderklinik aufsuchen. Das Gift, zum Beispiel Pflanzenreste, dafür immer sicherstellen! So können Ärzte die giftigen Stoffe leichter identifizieren.

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Sind Coffee-to-go-Becher gesundheitsschädlich?

ERGO Verbraucherfrage der Woche, 21. April 2016

Diana N. aus Reichertshofen:
Ich hole mir häufig auf dem Weg zur Arbeit beim Bäcker einen Coffee-to-go. Vor kurzem habe ich jedoch gelesen, dass die Kaffeebecher gesundheitsschädlich sein können. Stimmt das?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Die Innenseite der üblichen Coffee-to-go Becher sind mit Plastik beschichtet, damit der Kaffee die Pappe nicht aufweicht und der Becher dicht bleibt. Der Plastikdeckel enthält ebenfalls Kunststoffe. Auch die Druckfarbe auf dem Becher ist nicht ungefährlich. Denn wenn die Becher zum Verstauen ineinander gestapelt werden, kann sich die Farbe an der Innenseite des Bechers abreiben. Wird der Becher dann mit einem heißen Getränk befüllt, bewirken hohe Temperaturen in Verbindung mit Fett, beispielsweise aus der Milch, dass sich Schadstoffe von der Becherinnenseite und dem Deckel lösen und sich mit dem Getränk vermischen. Die verschiedenen, im Becher enthaltenen Stoffe wie Weichmacher, Antioxidantien, Mineralöle oder Schmiermittel stehen zum Beispiel im Verdacht, Einfluss auf den Hormonhaushalt zu nehmen. Zudem baut der Körper sie nur schwer und sehr langsam ab. Wie gefährlich diese Stoffe wirklich sind, ist bisher unter Forschern umstritten. Der gelegentliche Gebrauch der Wegwerfbecher gilt als unbedenklich. Bei regelmäßigem Benutzen über einen längeren Zeitraum sind Langzeitschäden jedoch nicht auszuschließen. Eine gesunde und umweltfreundliche Alternative bieten eigene Thermobecher, die innen nicht beschichtet sind. In den meisten Fällen befüllen die Händler sie auch – und gewähren sogar manchmal einen kleinen Rabatt.

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Zahnspangen bei Jugendlichen voll im Trend

Wann eine Spange nötig ist, warum DIY-Spangen gefährlich sind und was der Kieferorthopäde tun kann

ERGO Direkt Verbraucherinformation, 11. April 2016

[Zahnspangen] Zähne von Kindern wachsen nicht immer so gerade, wie es das heutige Schönheitsideal vorgibt. Manchmal kann sogar das Kauen oder Sprechen durch Fehlstellungen erschwert sein. Aber auch kleinere, sichtbare Unregelmäßigkeiten stören die meisten Heranwachsenden spätestens in der Pubertät. Rund die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen zwischen neun und 15 Jahren trägt daher eine Zahnspange. Wann eine Spange nötig ist, welche Spangenarten es gibt und was es mit dem Trend zur „Do-it-yourself-Zahnspange“ (DIY-Zahnspange) auf sich hat, erklärt Anke Hartosch, Zahnexpertin der ERGO Direkt Versicherungen.

Wann Jugendliche eine Zahnspange brauchen
Kaum jemand verfügt über ein makelloses Gebiss. Ursache können ein zu großer beziehungsweise zu kleiner Kiefer sein oder Zähne, die nicht die richtige Größe haben. Problematisch wird es auch, wenn zu wenige Zähne existieren oder sie verlagert sind, also nicht aus dem Kieferknochen heraustreten. Zudem können bereits schlechte Angewohnheiten im Kleinkindalter Zahnfehlstellungen begünstigen: „Dauerhaftes Nuckeln an Flasche und Schnuller über das dritte Lebensjahr hinaus oder auch häufiges Daumenlutschen kann einen offenen Biss verursachen. Auch der frühe Ausfall der Milchzähne durch die sogenannte Milchkaries führt dazu, dass sich Ober- und Unterkiefer zu stark annähern, weil die Abstützung durch die Zähne fehlt“, weiß Anke Hartosch, Zahnexpertin der ERGO Direkt Versicherungen. Ein sichtbarer Fehlbiss ist für Eltern leicht zu erkennen, aber auch andere Anzeichen weisen auf eine Zahnfehlstellung hin: Wenn die Kleinen über Schmerzen im Kiefer klagen, sie Probleme beim Kauen haben oder eine fehlerhafte Aussprache bei S- und Z-Lauten auffällt, sollten Eltern mit ihren Sprösslingen einen Kieferorthopäden aufsuchen. „Aber auch ohne Auffälligkeiten empfiehlt sich ein erster Besuch beim Spezialisten bereits vor der Einschulung; der zweite sollte stattfinden, wenn das Kind neun Jahre alt ist. Denn so kann der Arzt – falls nötig – noch vor dem großen Wachstumsschub Maßnahmen zur Regulierung einleiten“, empfiehlt die ERGO Direkt Expertin.

Vorsicht bei selbstgemachten Zahnspangen
Die Kosten für eine Zahnspange können bei mehreren tausend Euro liegen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese nur bei „ausgeprägten Fehlstellungen“. Da sich aber viele Jugendliche ein perfektes Gebiss wünschen, werden sogenannte DIY-Zahnspangen immer beliebter, also selbstgemachte Spangen. Der Trend stammt aus den USA: Amerikanische Teenager zeigen auf Youtube, wie sich Zahnlücken mit Hilfe von Gummibändern selbst korrigieren lassen. Doch Vorsicht: Gesundheitsexperten warnen eindringlich vor derartigen Selbstversuchen! „Werden die Gummis zu fest um die Zähne gewickelt, können gefährliche und schmerzhafte Verletzungen entstehen: Durch falschen Druck werden zum Beispiel die Zahnwurzeln freigelegt, wodurch sich die Zähne im Kiefer lockern“, warnt Anke Hartosch. „Außerdem können sich die Gummis tief ins Zahnfleisch schieben.“ Sie rät: „Von DIY-Zahnspangen sollten Jugendliche unbedingt die Finger lassen! Zahnfehlstellungen sollte immer ein erfahrener Kieferorthopäde behandeln.“

Für jeden Fall die richtige Zahnspange
Welche Zahnspange für wen geeignet ist, hängt von der Art der Fehlstellung ab. Um einen Kieferengstand zu beheben, verwenden Kieferorthopäden beispielsweise eine herausnehmbare Dehnplatte für den Ober- oder Unterkiefer. Bei kleinen Korrekturen wie schmalen Lücken und Schiefständen können sogenannte Invisalign-Spangen Abhilfe schaffen. Das sind komplett transparente Schienen, die nur zum Essen und zur Zahnpflege entfernt werden. Bei schwerwiegenden Fehlstellungen kann meist nur eine festsitzende Multibandapparatur mit Bändern, Brackets und Bögen helfen. Damit lassen sich sogar größere Zahnlücken schließen – zum Beispiel dann, wenn nach Ausfall eines Milchzahns kein Zahn nachkommt. „Falls nötig, hängen Kieferorthopäden zusätzliche Gummizüge an den Brackets zwischen den Kiefern ein, um die richtige Stellung von Ober- und Unterkiefer zu gewährleisten“, erklärt die ERGO Direkt Expertin. Wenn die Zahnspange nicht sichtbar sein soll, setzen Ärzte beispielsweise die sogenannte Lingualtechnik ein. Dahinter steckt das gleiche Prinzip wie bei der Multibandapparatur; der Kieferorthopäde bringt sie allerdings auf der Innenseite der Zähne an.

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Fit für den Marathon

Tipps für Laufanfänger und Fortgeschrittene

DKV Expertengespräch, 6. April 2016

[Marathon] Den Körper zu Höchstleistungen treiben, an die eigenen Grenzen gehen, nach exakt 42,195 Kilometern im Endorphinrausch ins Ziel einlaufen – viele Menschen träumen davon, einmal einen Marathon zu laufen. Über 200 Marathonveranstaltungen bieten sich hierfür allein in Deutschland an. Der Schlüssel zum Erfolg ist bei dieser extremen Disziplin ein gut geplantes Training. Selbst, wer bisher keinen Sport treibt, kann es mit genügend Vorbereitungszeit schaffen. Wie Hobbysportler fit für den Marathon werden, wie sich die Anstrengung auf die Gesundheit auswirkt und was während des Laufs selbst zu beachten ist, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Experte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Wie viel Vorbereitungszeit sollten Hobbyläufer einkalkulieren, ehe sie sich einen Marathonlauf zutrauen?
Das kommt ganz auf die bereits vorhandene Ausdauer an. Denn ein systematisches Marathontraining ist nur etwas für geübte Läufer, die bereits rund zehn Kilometer am Stück laufen können. Ein Anfänger braucht zwei, drei Jahre, ehe er den dazu nötigen Trainingszustand erreicht hat. Wichtig ist in jedem Fall, es langsam anzugehen: Einsteiger sollten ihr Training behutsam steigern, damit sich Muskeln, Sehnen und Gelenke an die Belastung anpassen können. Wer bei Null anfängt, sollte zunächst zwischen kurzen Laufphasen und Gehpausen abwechseln. Im richtigen Tempo laufen Sportler, wenn sie sich noch in ganzen Sätzen unterhalten können – wer mit rotem Kopf und keuchendem Atem rennt, sollte langsamer laufen. Um Kondition aufzubauen, sind pro Woche drei bis fünf Trainingseinheiten sinnvoll, in den ersten Wochen genügt jeweils eine halbe Stunde. Gut trainierte Läufer, die auf einen Marathon hinarbeiten wollen, müssen drei, vier Monate zur Vorbereitung einplanen und bereit sein, insgesamt rund 50 Kilometer pro Woche zu laufen. Einmal pro Woche sollte ein langer Dauerlauf im Terminplan stehen: Anfangs reichen 70 Minuten, nach und nach sollte der Läufer die Trainingseinheit auf 150 Minuten ausdehnen. Zu einem soliden Ausdauertraining gehören aber auch Pausen. Wer sich keine Auszeiten zur Regeneration nimmt, übermüdet und riskiert Leistungseinbrüche.

Wie wirken sich Langstreckenläufe auf Herz, Kreislauf und Gelenke aus? Und was sollten Hobbyläufer beachten, damit ihnen der Sport nicht schadet?
Grundsätzlich sollte niemand ein Marathontraining beginnen, ohne sich zuerst von einem Sportmediziner durchchecken zu lassen. Wer an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, starkem Übergewicht oder orthopädischen Beschwerden leidet, sollte eher andere Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen wählen. Gesunde Menschen dagegen können von regelmäßigen Lauftrainings enorm profitieren: Ausdauersport macht das Herz leistungsstärker, verbessert die Blutzirkulation, lässt den Ruhepuls sinken und baut Stresshormone ab. Damit sinken auch die Risiken von Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Lungenvolumen nimmt zu, die Knochen werden kräftiger. Was viele nicht wissen: Beim Laufen kommen zwei Drittel der Muskulatur des Körpers in Bewegung; die Sportler trainieren nämlich nicht nur die Bein- sondern auch die Rumpfmuskulatur. Das Paradoxe ist aber: So gut das Marathontraining ist, so sehr kann der Marathon selbst der Gesundheit schaden. Denn kurzfristig schwächt der Lauf das Immunsystem und belastet das Herz. Vereinzelt kommt es bei den Wettkämpfen sogar zu Herzinfarkten. Zu bedenken ist zudem, dass Bänder, Sehnen und Gelenke beim Laufen das Drei- bis Fünffache des Körpergewichts aushalten müssen. Studien belegen zwar, dass sanftes, maßvolles Training dem Bewegungsapparat nicht schadet. Ein Marathon dagegen kann durchaus auf Kosten von Knien, Schienbeinen und Achillessehnen gehen. Die gesündere Alternative sind kürzere Läufe – auch ein Halbmarathon ist schon eine Herausforderung.

Was sollten die Läufer während des Marathons beachten, um erfolgreich und gesund ins Ziel zu kommen?
Entscheidend ist, gut erholt ins Rennen zu starten. Zwischen dem letzten langen Trainingslauf und dem Marathon liegen daher im Idealfall etwa zwei Wochen. In den letzten drei, vier Tagen vor dem Lauf sollte der Sportler seine Kohlenhydrat-Zufuhr deutlich erhöhen. Dazu eignen sich Brot, Reis und Nudeln. Während des Laufs ist natürlich auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unerlässlich. Denn der Läufer muss darauf achten, die Verluste durchs Schwitzen auszugleichen. Sonst droht Dehydrierung. Wichtig ist andererseits aber auch, nicht zu viel Wasser zu sich zu nehmen, denn auch dies kann für den Körper gefährlich werden. Es empfiehlt sich, beim Ausdauersport genau dann zu trinken, wenn man Durst hat, nicht mehr und nicht weniger. Wer Leistungseinbrüche verhindern will, sollte auch seine Energievorräte ab und an auffüllen; ein Marathonläufer braucht pro Stunde etwa 60 Gramm Kohlenhydrate. Für die Stärkung zwischendurch bieten sich Bananen oder Energie-Gels an. Diese lassen sich auch leicht am Körper mitnehmen. Ebenso wichtig ist, sich die Kräfte gut einzuteilen: Wer zu schnell losläuft, riskiert, nach 30 bis 35 Kilometern schlappzumachen. Am effizientesten laufen Teilnehmer, die auf ihren Laufstil achten; auch verringert sich mit der richtigen Technik die Belastung für Sehnen und Gelenke: Ratsam ist, aufrecht zu laufen und kleine Schritte zu machen. Wer seine Arme locker schwingen lässt statt die Fäuste zu ballen, beugt Verspannungen vor. Nach dem Lauf gilt: Es dauert sechs bis zwölf Wochen, bis der Körper die Strapaze eines Marathons überwunden hat. Marathonläufer sollten deshalb eine Regenerationsphase von mehreren Wochen einhalten. Auf Sport völlig verzichten sollten sie während dieser Zeit aber nicht. Denn in der Regenerationsphase ist es wichtig, die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten, das Herz und den Kreislauf schonend zu belasten und auch beim Laufen vernachlässigte Muskelgruppen aufzubauen. Besonders gut eignen sich dazu leichte sportliche Aktivitäten, wie zum Beispiel Schwimmen oder Fahrradfahren.

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Geistig fit bleiben im Alter

Tipps zur Vorbeugung von Demenz

DKV Verbraucherinformation, 29. März 2016

[Geistig fit bleiben im Alter] Laut dem Deutschen Zentrum für Altersfragen waren bereits 2012 deutschlandweit rund 1.473.100 Frauen und Männer im Alter von über 65 Jahren an Demenz erkrankt. Tendenz steigend: Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil von Demenzkranken an der deutschen Bevölkerung von 1,5 Prozent (2010) auf 2,3 Prozent klettern. Es gibt zahlreiche Faktoren, die Demenz begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel Übergewicht, erhöhte Cholesterinwerte oder zu hoher Blutdruck. Ein gesunder und aktiver Lebensstil kann hingegen dabei helfen, Demenzerkrankungen vorzubeugen. Auf welche Faktoren im Einzelnen zu achten ist, fasst Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, zusammen.

Im Gehirn bilden sich laufend neue Verknüpfungen zwischen den einzelnen Nervenzellen. Mit dem Alter nimmt die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen herzustellen, tendenziell ab. Allerdings muss es nicht zwangsläufig dazu kommen: „Theoretisch kann ein 70-Jähriger ein leistungsfähigeres Gehirn haben als ein 30-Jähriger“, so Dr. Wolfgang Reuter. Liegt hingegen eine Demenzerkrankung vor, werden nach und nach Nervenzellen im Gehirn zerstört. Dies geht dann wiederum mit einem Verlust der geistigen Fähigkeiten einher. Die Ursachen, insbesondere von Alzheimer, sind bislang noch nicht erforscht. Eine gezielte Prävention, etwa durch bestimmte Medikamente, ist deshalb nicht möglich. Einige Faktoren können jedoch das Risiko mindern, an Demenz zu erkranken.

Tipp 1: Gesunde Ernährung
„Es gibt Hinweise darauf, dass gesunde Ernährung die Alterung des Gehirns bremst“, weiß der DKV Gesundheitsexperte. Ungesunde Ernährungsgewohnheiten führen zu Übergewicht, zu hohen Cholesterin- und Blutzuckerwerten und erhöhtem Blutdruck – das fügt dem Gehirn im Laufe der Jahre enormen Schaden zu. Empfehlenswert, um Herz und Hirn länger gesund zu halten, ist beispielsweise die sogenannte Mittelmeerküche mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Fisch. Die in Obst und Gemüse vorkommenden Vitamine schützen vor Nervenzellschäden. Die in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren verbessern die Kontakte zwischen den Nervenzellen im Gehirn und verhindern Entzündungen. Schweinefleisch und Milchprodukte – wie fetter Käse oder Butter – sollten dagegen nur in Maßen auf dem Speiseplan stehen. Übrigens: Derzeit erforschen Wissenschaftler in verschiedenen Studien die Eignung von Vitamin D, Johanniskraut, Eisenkraut, Curcuma oder Koffein zur Vorbeugung von Alzheimer. „Ob die einzelnen Komponenten tatsächlich eine nachweisbare Wirkung haben, müssen allerdings weitere klinische Studien erst zeigen“, weiß der DKV Gesundheitsexperte.

Tipp 2: In Bewegung bleiben – das hält auch den Geist beweglich
Auch Sport wirkt sich positiv auf das Gehirn aus. Mehrere Studien haben gezeigt, dass ausgiebige Bewegung bei älteren Menschen mit einer um bis zu 50 Prozent verringerten Häufigkeit von geistigen Leistungseinschränkungen verbunden ist. Denn: „Eine regelmäßige sportliche Betätigung regt das Nervenwachstum an. So können sich die Nervenzellen dichter vernetzen und Informationen untereinander besser austauschen“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter. „Geeignet sind vor allem Ausdauersportarten, beispielsweise Schwimmen und Laufen. Dreimal pro Woche je 30 Minuten sind ideal. Auch die Bewegung im Alltag ist wichtig: Lieber die Treppen nehmen als den Lift oder das Fahrrad anstelle des Autos.“

Tipp 3: Immer wieder Neues lernen
Ob das Erlernen eines Instruments, einer neuen Fremdsprache oder die Erlebnisse während einer Reise: „Wer im Beruf und in der Freizeit immer wieder Neues kennenlernt, hat ein geringeres Risiko, später an Demenz zu erkranken“, weiß der DKV Gesundheitsexperte. Das gilt für Kurse an der Volkshochschule genauso wie für Besuche im Museum oder Theater. Auch kreative Hobbys wie Malen, Musizieren oder Heimwerken tragen dazu bei, ein gutes Gedächtnis zu bewahren. Übrigens: „Obwohl viele gerne damit ihre grauen Zellen trainieren, trägt das Lösen von Kreuzworträtseln laut derzeitigem Erkenntnisstand eher wenig dazu bei, Demenz zu verhindern. Denn dabei werden im Gehirn in der Regel keine neuen Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen gebildet“, so Dr. Wolfgang Reuter.

Tipp 4: Soziale Kontakte pflegen
Wer viel mit anderen Menschen zu tun hat, senkt ebenfalls sein Demenz-Risiko. Denn der regelmäßige Kontakt und lebhafte Austausch mit Familie und Freunden hält das Gehirn nachweislich in Schwung. So machen beispielsweise Brett- und Kartenspiele nicht nur Spaß: Das gesellige Miteinander trainiert auch den Kopf. Mit zunehmendem Alter wächst allerdings die Gefahr, Freunde und ehemalige Kollegen aus den Augen zu verlieren. Und der Verlust des Lebenspartners oder naher Verwandter kann in die soziale Isolation führen. Doch selbst im fortgeschrittenen Lebensalter gibt es zahlreiche Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen: „Nachbarschafts- oder Seniorentreffen sowie ehrenamtliche Tätigkeiten eignen sich gut, aktiv zu bleiben und dabei in Kontakt mit anderen Menschen zu treten“, so der Tipp des DKV Gesundheitsexperten. Für mehr Informationen können sich Interessierte an die Freiwilligenagentur oder das Ehrenamtsbüro ihrer jeweiligen Stadt wenden.

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Die Zukunft der Zahnmedizin

Neue Behandlungsmethoden beim Zahnarzt: Was heute schon geht und was noch kommt

ERGO Direkt Verbraucherinformation, 21. März 2016

[Zahnbehandlung Zukunft] Zahnersatz aus dem 3-D-Drucker, Karies-Impfungen oder die mobile Zahnarztpraxis: Neue Behandlungsmethoden werden die Zahnmedizin revolutionieren. Anke Hartosch, Zahnexpertin der ERGO Direkt Versicherungen, gibt einen Überblick, welche Behandlungsmethoden heute schon möglich sind und was noch Zukunftsmusik ist.

In der Realität angekommen sind bereits die mobilen Zahnarztpraxen. „Die erste Zahnarztpraxis auf Rädern gibt es seit Ende 2010“, erklärt Anke Hartosch. Und es werden immer mehr, denn: Der Bevölkerungsanteil der Senioren wird in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich steigen und damit auch die Personengruppe, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen nur noch eingeschränkt mobil ist. Für sie ist es eine große Hilfe, wenn der Zahnarzt Hausbesuche macht. Im Gepäck der Zahnärzte: Eine optimal aufeinander abgestimmte Ausrüstung, bestehend aus einem mobilen Behandlungsstuhl, Röntgengerät sowie Koffern mit zahnärztlichem Instrumentarium. Grundsätzlich können Zahnärzte etwa 90 Prozent der möglichen Behandlungen zuhause beim Patienten durchführen. Dazu gehören zum Beispiel Zahnsteinentfernung, Zahnfleischbehandlung, Füllungen oder Prothesenreparaturen und -neuanfertigungen. „Wer die mobile zahnärztliche Versorgung in Anspruch nehmen möchte, sollte zunächst bei seinem betreuenden Zahnarzt nachfragen, ob er auch Hausbesuche vornimmt“, so die ERGO Direkt Zahnexpertin. Ist dies nicht der Fall, bietet die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (www.kzbv.de) eine Liste mit Telefonnummern und Ansprechpartnern.“ Übrigens: Sowohl gesetzliche als auch private Krankenkassen bezahlen nicht nur die Untersuchung und Behandlung im üblichen Rahmen, sondern übernehmen auch die Anfahrtskosten.

3-D-Drucker: Erste Geräte bereits auf dem Markt
Zahnersatz aus dem 3-D-Drucker ist auch keine Zukunftsmusik mehr. „Im Bereich der Zahntechnik gibt es bereits die ersten Geräte auf dem Markt“, so die ERGO Direkt Zahnexpertin. Neben dem eigentlichen Zahnersatz oder einem Implantat können 3-D-Drucker auch hoch präzise Kiefermodelle herstellen. Mit Hilfe von digitalen Stiftkameras scannt und vermisst der Zahnarzt zunächst den Mund. So kann er eine dreidimensionale Aufnahme des Gebisses erstellen. Sie dient als Vorlage für den 3-D-Drucker. Am Computer wird dann ein dreidimensionales Modell in dünne Schichten zerlegt und anschließend in speziellen Anlagen Schicht für Schicht ausgedruckt, bis ein reales Objekt entstanden ist. Der Vorteil der Behandlungsmethode für Patienten: Der üblicherweise durchgeführte „Gebiss-Abdruck“ entfällt. Und da der Zahnersatz sofort in der Praxis hergestellt wird, müssen Patienten nicht mehrere Tage mit einem Provisorium kauen. Laut einer Studie des Marktforschungsinstitutes IDTechEx wird die Branche der 3-D-Drucker-Hersteller für Zahnarztpraxen in den kommenden zehn Jahren um 500 Prozent wachsen, da zukünftig weltweit immer mehr Labore auf Zahnersatz aus dem Printer setzen werden.

Zähne aus Stammzellen: Noch in der Forschung
Die Stammzellenforschung macht in vielen medizinischen Bereichen rasante Fortschritte. Auch in der Zahnmedizin gibt es neue Ergebnisse: Bereits 2009 gelang es zum ersten Mal, Zähne in einem lebenden Organismus neu zu bilden. Wird es auch beim Menschen möglich sein, Zähne neu wachsen zu lassen? „Tatsächlich wurden bereits erste Erfolge beim Züchten neuer Zähne unter Laborbedingungen erzielt“, weiß Anke Hartosch. „Wie die Laborbedingungen in den Mund übertragen werden können, ist derzeit allerdings noch nicht ausreichend untersucht.“ Und: Niemand kann heute sagen, ob der Zahn im Kiefer dann so wachsen würde wie ein echter Zahn – also in der richtigen Form und mit der richtigen Funktion. „Es ist in den nächsten Jahren allerdings eher unwahrscheinlich, dass wir zum Zahnarzt gehen und einen gezüchteten Zahn eingesetzt bekommen. Unter anderem auch, weil die Kosten dafür immens wären“, kommentiert die Zahnexpertin von ERGO Direkt.

Impfung gegen Karies mit Nasenspray: Nur eine Vision?
Trotz steter Fortschritte in der Prophylaxe stellt Karies laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch in Deutschland mit Abstand die häufigste Erkrankung bei Kindern und Erwachsenen dar. Vielleicht nicht mehr lange? Derzeit arbeiten amerikanische Forscher an einem speziellen Nasenspray, um bereits Kleinkinder gegen Karies zu impfen. Der Impfstoff soll die Schleimhäute dazu anregen, Antikörper zu produzieren. Diese verhindern, dass sich Kariesbakterien ausbreiten. Kinder sollen ab einem Alter von zwölf Monaten mit dem Nasenspray behandelt werden. In Tierversuchen hat die Impfung bereits erfolgreich zu einer Immunisierung geführt. Anke Hartosch gibt jedoch zu bedenken: „Hier ist die Forschung noch nicht abgeschlossen. Karies ist keine klassische Infektionskrankheit, die durch einen spezifischen Erreger hervorgerufen wird. Es gibt im Gegenteil viele Bakterienspezies, die an der Entstehung von Karies beteiligt sind. Gegen alle Arten zu impfen, ist nicht möglich. Eine weitere Hürde könnte sein, dass viele Eltern Impfungen aus Angst vor Infektionen ablehnen.“

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Keimschleuder Handy?

ERGO Verbraucherfrage der Woche, 17. März 2016

Sabrina W. aus Offenbach:
Vor kurzem habe ich gehört, dass sich auf einem Handy mehr Keime und Bakterien befinden als auf einem Toilettentürgriff. Stimmt das? Und wenn ja, wie kann ich mein Handy richtig reinigen?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Auf einem Handy tummeln sich tatsächlich etwa 100 verschiedene Arten von Bakterien und Keimen. Kleine Öffnungen und minimale Kratzer in Verbindung mit der Wärme des Akkus bieten Bakterien einen optimalen Nährboden. Es handelt sich dabei meist um Bakterien von Haut und Mund. Durch das Sprechen beim Telefonieren besteht die Gefahr, dass Bakterien aus der Lunge auf das Telefon gelangen, ebenso Keime aus Lebensmittel- oder Kosmetikresten. Und die Hände übertragen wiederum Erkrankungskeime, beispielsweise von Grippe, Magen-Darm-Infekten oder Augenentzündungen. Natürlich führen nicht alle Erreger gleich zu Krankheiten, dennoch können selbst harmlose Keime Hautirritationen und Pickel verursachen. Generell gilt: Gerade Menschen mit einem schwachen Immunsystem sollten ihr Telefon regelmäßig reinigen – in der Winterzeit, wenn erhöhtes Infektionsrisiko herrscht, sogar täglich. Am besten ist es, dafür ein Brillenputztuch zu verwenden. Forscher fanden heraus, dass diese Tücher nahezu alle Bakterien entfernen können. Vorsicht ist bei der Reinigung mit Alkohol geboten: Er entfernt zwar alle Bakterien, schadet aber dem Display. Außerdem: Auf die Handhygiene achten! Denn sonst gelangen die Keime von den Händen immer wieder auf das gereinigte Handy.

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Migräne: Kopfschmerzen im Griff behalten

Tipps zur Behandlung und Vorbeugung

DKV Verbraucherinformation, 7. März 2016

[Migräne] Insgesamt unterscheidet die Medizin mehr als 150 verschiedene Kopfschmerzarten. Die Migräne gehört mit zu den häufigsten. Frauen sind davon fast doppelt so oft betroffen wie Männer. Allein in Deutschland leiden laut Informationen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) etwa 3,7 Millionen Frauen und rund 2 Millionen Männer an Migräne. Wie ein Migräneanfall verläuft, was zur Linderung beiträgt und welche Vorsorge zwischen den Attacken sinnvoll ist, erläutert Dr. Wolfgang Reuter von der DKV Deutsche Krankenversicherung.

„Migräne ist eine Krankheit des Gehirns, zählt also zu den neurologischen Krankheiten“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter. „Die Kopfschmerzart ist nicht heilbar, Betroffene leiden lebenslang darunter. Ihren Schwerpunkt hat sie in der Regel zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr des Patienten.“ Die Ursachen der Migräne und die Prozesse, die während einer Attacke ablaufen, sind bislang noch nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass bei einem Anfall schmerzvermittelnde Botenstoffe ausgeschüttet werden, sogenannte Neurotransmitter. Diese Substanzen lösen an den Blutgefäßen eine Entzündungsreaktion aus. Die entzündete Gefäßwand ist extrem schmerzempfindlich. Jeder Pulsschlag führt in der Folge zu starken Schmerzen.

Unterschied zwischen Kopfschmerzen und Migräne
Nicht jeder, der starke Kopfschmerzen hat, leidet unter einer Migräne. Spannungskopfschmerzen zum Beispiel treten auch häufig auf. Betroffene beschreiben sie oft als dumpf und drückend. Sie treten an Stirn, Nacken oder Hinterkopf auf. Anders als bei einer Migräne verstärken sich Spannungskopfschmerzen bei Bewegung nicht. Migränepatienten haben hingegen oft einseitige Kopfschmerzen, die sie als pulsierend, pochend oder stechend wahrnehmen. Dazu kommen bei einer Migräne noch weitere Symptome, etwa Übelkeit und Erbrechen oder eine Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Gerüche. „Migräneattacken verlaufen nicht immer gleich“, weiß der DKV Experte. „Typisch sind aber aufeinanderfolgende Phasen von unterschiedlicher Länge.“ Manchmal gehen dem Anfall Gereiztheit und Stimmungsschwankungen voraus. Müdigkeit, Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel und Konzentrationsstörungen treten ebenfalls gelegentlich auf. Im weiteren Verlauf folgt unter Umständen die sogenannte Migräneaura mit Wahrnehmungsstörungen – meist mit eingeschränkter Sicht: Betroffene sehen Objekte verzerrt, unscharf, vergrößert oder verkleinert. Sprach- und Orientierungsstörungen begleiten diese Symptome in Einzelfällen. Jeder Anfall bringt in der nächsten Phase Kopfschmerzen und teilweise Übelkeit inklusive Erbrechen mit sich. Dann sind Patienten besonders empfindlich gegenüber Licht und Lärm.

Auslöser erkennen mit Kopfschmerzkalender
Die einfachste Methode der Migräne-Vorbeugung ist, die Auslöser – auch bekannt als „Trigger-Faktoren“ – zu erkennen und wenn es geht zu vermeiden. Häufig sind dies Stress und Schlafmangel, zu wenig Flüssigkeitszufuhr, Reizüberflutung, Alkohol, Koffein und bestimmte Wetterlagen. Ebenso lösen unter Umständen bestimmte Medikamente, zum Beispiel zur Behandlung von Arthritis, Wirbelsäulenleiden oder Bluthochdruck eine Migräne aus. „Mit Hilfe eines Kopfschmerzkalenders, den Sie täglich führen, erkennen Sie nach einiger Zeit, wann und unter welchen Umständen die Migräne bei Ihnen auftritt“, empfiehlt der DKV Gesundheitsexperte. Einen Vordruck für den Kopfschmerzkalender finden Betroffene zum Beispiel auf der Webseite der DMKG (www.dmkg.de).

Vorbeugen ohne Medikamente
Viele Patienten setzen auf nicht-medikamentöse Therapien zur Migräneprophylaxe. So wirkt zum Beispiel regelmäßiger leichter Ausdauersport wie Walken oder Schwimmen bei vielen Migränepatienten vorbeugend. Auch bestimmte Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelentspannung oder das Biofeedback unterstützen dabei, die Trigger besser zu beherrschen. Die Progressive Muskelentspannung hilft, die Körperwahrnehmung zu verbessern und Muskelverspannungen im Körper zu lokalisieren. Die Biofeedback-Therapie ist eine Methode, um mithilfe technischer Geräte unbewusste Körperfunktionen bewusst zu machen. Ziel dieses Verfahrens ist es, durch konsequentes Training die Signale des Körpers zu erkennen und letztendlich dadurch die eigene Gesundheit zu verbessern. Am effektivsten ist es, wenn Patienten mehrere Entspannungstechniken miteinander kombinieren.

Wie lässt sich Migräne behandeln?
Die meisten Betroffenen wissen aus Erfahrung, was ihnen während eines Anfalls gut tut: Oft hilft es, sich in einen dunklen, ruhigen Raum zurück zu ziehen, kühlende Tücher oder mit Gel gefüllte Kühlbrillen auf den Kopf zu legen oder ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf die Schläfen zu tupfen. Auch Schlaf wirkt häufig erleichternd, besonders bei Kindern. Bei einer leichten bis mittleren Schmerzintensität empfiehlt sich zudem die Einnahme schmerzstillender Medikamente, sogenannter Analgetika. Dazu zählen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac, Metamizol und Naproxen. „Wer regelmäßig unter Migräne leidet, sollte mit seinem Arzt besprechen, welches Schmerzmittel in welcher Dosierung für ihn das Richtige ist“, so der Gesundheitsexperte der DKV. Eine frühzeitige Einnahme von Schmerzmitteln in passender Dosierung bringt bei akuten Migräneanfällen in der Regel eine rasche Linderung. Schmerzmittel sollten jedoch nur in Ausnahmefällen länger als zehn Tage im Monat angewendet werden, da sie diverse schädliche Nebenwirkungen haben. Wer zusätzlich an Übelkeit leidet, kann vor der Einnahme des Schmerzmittels Medikamente gegen die Übelkeit einnehmen. Menschen, die regelmäßig unter schweren Symptomen leiden, empfehlen Mediziner die frühzeitige Einnahme sogenannter Triptane. Es gibt sie in unterschiedlichen Anwendungsformen, etwa als Tabletten, Nasenspray, oder Zäpfchen. Triptane wirken positiv auf den Serotoninspiegel – und dadurch schmerzlindernd. „Bringt die Einnahme aber keine spürbare Wirkung, sollten Betroffene lieber in Absprache mit dem Arzt das Medikament wechseln als selbstständig höher zu dosieren“, warnt Dr. Wolfgang Reuter. „Denn der übermäßige Gebrauch solcher Mittel kann am Ende sogar zu chronischen Kopfschmerzen führen.“

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Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum

ERGO Verbraucherfrage der Woche, 18. Februar 2016

Carmen S. aus Lenting:
Beim Kauf von abgepackten Lebensmitteln wie Wurst, Käse oder Fleisch achte ich immer auf das Datum auf der Verpackung. Manchmal handelt es sich um ein Mindesthaltbarkeitsdatum, ein anderes Mal um ein Verbrauchsdatum. Wo ist der Unterschied?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Die beiden Begriffe haben unterschiedliche Bedeutungen: Ein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt das Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack oder Konsistenz besitzt. Auf der Packung finden Sie die Angabe „mindestens haltbar bis“. Ist die Ware abgelaufen, heißt das aber nicht gleich, dass sie auch verdorben ist. Bei richtiger Aufbewahrung empfiehlt sich nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, daran zu riechen und eine kleine Menge zu probieren. Schmecken die Speisen wie gewöhnlich, können sie noch immer verzehrt werden. Sie dürfen auch weiterhin in Geschäften zum Verkauf stehen. Anders ist das beim Verbrauchsdatum: Es kennzeichnet sehr leicht verderbliche Lebensmittel wie frisches Fleisch oder bereits geschnittene Salate („zu verbrauchen bis“). Der Hersteller muss außerdem Angaben über die Aufbewahrungstemperatur des Produkts auf der Verpackung anbringen. Nach Ablauf des Datums sind diese Lebensmittel nicht mehr zum Verzehr geeignet und können sogar gesundheitsgefährdend sein.

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Wie sich Beruf und Pflege vereinbaren lassen

Erwerbstätigen Angehörigen von Pflegebedürftigen stehen viele Möglichkeiten offen

DKV Verbraucherinformation, 15. Februar 2016

[Pflegefall Familie] Wenn ein Mitglied der Familie zum Pflegefall wird, wissen die Angehörigen oft nicht weiter. Ohne im Beruf kürzer zu treten oder auszusteigen, können sie die Pflege eines hilfebedürftigen Menschen kaum stemmen. Dann aber stellt sich die Frage, wie sich der Ausfall des Einkommens auffangen lässt. Was berufstätige Angehörige kurz-, mittel- und langfristig beachten sollten und welche Unterstützung ihnen zusteht, weiß DKV Pflegeexperte Alexander Winkler.

Nach wie vor fangen vor allem die Familien die Folgen des demographischen Wandels auf: 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt pflegebedürftig und in zwei Dritteln der Fälle kümmern sich die Angehörigen zu Hause um die Betroffenen. Davon sind 400.000 berufstätig. Wer arbeitet und zusätzlich einen Angehörigen pflegt, steht vor enormen Anforderungen. Zwar hat die Politik in den vergangenen Jahren bereits eine Reihe von Gesetzen auf den Weg gebracht, um die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu verbessern. Trotzdem glauben einer aktuellen Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege zufolge nur sieben Prozent der Deutschen, die Pflege eines Angehörigen ließe sich „gut“ oder „sehr gut“ parallel zum Arbeitsleben organisieren.

Hilfestellung für Betroffene
„Umfassende Informationen sind in dieser Situation das A und O“, meint DKV Pflegeexperte Alexander Winkler. „Die Pflege eines Angehörigen ist ein Knochenjob. Gerade berufstätige Menschen sollten sicher gehen, dass sie alle ihnen zustehenden Leistungen nutzen. Sonst riskieren sie, sich an der Doppelbelastung aufzureiben.“ Ansprechpartner gibt es bei den Pflegekassen oder bei der Compass-Pflegeberatung; zudem informiert das Bürgertelefon des Gesundheitsministeriums über die rechtlichen Rahmenbedingungen: 030/3406066-02. Das Ministerium hat außerdem auf seiner Website einen digitalen Pflegeleistungs-Helfer eingerichtet: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/pflegeleistungs-helfer.html. Auch auf der Seite des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, www.pflegeberatung.de, finden sich viele nützliche und hilfreiche Tipps.

SOS-Lösung für berufstätige Angehörige
Manchmal werden ältere Menschen von heute auf morgen zum Pflegefall. Dann muss sofort eine Lösung her. Doch einen Platz im Pflegeheim oder einen geeigneten Pflegedienst zu finden kostet Zeit und Mühe. „Um in akuten Fällen Unterbringung und Pflege sofort zu organisieren, können sich Angehörige ohne Vorlauf bis zu zehn Tage von der Arbeit frei nehmen – ihr Chef darf dies nicht ablehnen“, erklärt der DKV Pflegeexperte. Hier spricht man vom „Pflegeurlaub“. Für diesen Urlaub zahlt die Pflegeversicherung bis zu einer bestimmten Höhe den Gehaltsausfall sowie die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung.

Mittel- und langfristige Auszeit vom Job
Reicht die kurze Auszeit nicht, gibt es die Möglichkeit, sich für sechs Monate freistellen zu lassen – und zwar bei vollem Kündigungsschutz. Das heißt dann „Pflegezeit“. Gehalt gibt es in der Zeit keins, nur einen Zuschuss für die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Für Arbeitnehmer, die noch mehr Zeit für die Pflege benötigen, bietet sich die bis zu 24 Monate lange „Familienpflegezeit“ an. Hierbei können pflegende Beschäftigte ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Wochenstunden herunterfahren. „Der Vorteil ist, dass die Betroffenen ihren Beruf nicht aufgeben müssen und ihre Sozialversicherung über den Arbeitgeber erhalten bleibt“, meint Alexander Winkler. „Zudem lassen sich die Angebote auf Auszeit kombinieren; allerdings kann der Beschäftigte insgesamt maximal 24 Monate Sonderurlaub beziehungsweise eine teilweise Freistellung nehmen – wer bereits sechs Monate Pflegezeit genommen hat, dem stehen also höchstens noch 18 Monate Familienpflegezeit zu.“ Wichtig zu wissen: Der Rechtsanspruch auf die sechsmonatige Pause gilt nur für Beschäftigte in Unternehmen mit mindestens 15 Mitarbeitern; die 24-monatige Familienpflegezeit steht nur Angestellten in Firmen ab 25 Mitarbeitern zu. Alle anderen sind also auf den guten Willen ihres Arbeitgebers angewiesen.

Ein zinsloses Darlehen vom Staat
„Vor allem aber müssen pflegende Angehörige sich fragen, wie sie den Wegfall des Einkommens während der Familienpflegezeit abfedern“, meint Alexander Winkler. Betroffene haben zwar Anspruch auf ein zinsloses Darlehen vom Staat – doch gleich im Anschluss an die Auszeit ist die ratenweise Rückzahlung des Geldes fällig. Zumindest sorgt die jüngste Pflegereform dafür, dass pflegende Angehörige ab 1. Januar 2017 bei der sozialen Absicherung besser dastehen: Jeder, der einen Angehörigen versorgt, erhält ab einer wöchentlichen Pflegedauer von zehn Stunden zusätzliche Rentenversicherungsbeiträge aus der Pflegeversicherung. „Zusätzlich gibt es in vielen Unternehmen inzwischen Betriebsvereinbarungen, die betroffenen Arbeitnehmern flexible Lösungen eröffnen“, weiß der DKV Pflegeexperte. „Berufstätige Angehörige sind daher gut beraten, so früh wie möglich das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber und der Pflegeberatung zu suchen.“

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Helau, Alaaf – und Influenza?

Tipps zum Schutz vor einer Ansteckung

DKV Verbrauchertipps 4. Februar 2016

Vorsicht, Viren im Anmarsch: In vielen Regionen Deutschlands rollt seit Mitte Januar die Grippewelle. Besonders verbreitet sind die Viren laut Robert-Koch-Institut aktuell im Nordosten Deutschlands sowie in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Hessen. Wer bis jetzt noch nicht betroffen ist, sollte aufpassen. Erreger finden sich auf Türklingen, Tastaturen und Telefonen. In Bussen und Bahnen übertragen sie sich besonders rasant. Ärzte warnen auch vor einer erhöhten Infektionsgefahr an Karneval. Denn größere Menschenansammlungen steigern die Ansteckungsgefahr erheblich. In Jahren mit starken Grippewellen stecken sich in Deutschland fünf Millionen Menschen an. Welcher Schutz gegen die Viren hilft und welche Behandlung wirksam ist, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Experte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Die Grippe überfällt den Körper plötzlich und mit voller Wucht: Wer sich den Influenza-Virus eingefangen hat, fühlt sich schwer krank. Zu Husten und Schüttelfrost kommen Fieber sowie starke Kopf- und Gliederschmerzen. „Meist überträgt sich Influenza über Tröpfcheninfektion“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Experte der DKV Deutsche Krankenversicherung. „Das heißt: Die Viren gelangen beim Husten, Niesen oder Sprechen von Mensch zu Mensch.“ Wer besonders anfällig ist, sollte daher nach Möglichkeit Menschenmengen meiden, also voll besetzte Busse, Bahnen oder Fahrstühle. Vor allem aber ist die richtige Hygiene in der Grippezeit das A und O: Denn auch auf Türklinken, Tastaturen oder an Haltegriffen in U-Bahnen können sich die Viren festsetzen. Schnell wandert die Hand von dort an die Nase oder den Mund – und schon ist es passiert. „Häufiges, gründliches Händewaschen ist eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme“, betont der Gesundheitsexperte. „Ebenso sollten die Hände fern vom Gesicht, insbesondere den Schleimhäuten an Mund und Nase, bleiben.“ Eine gute Idee ist während der Grippewelle auch, Abstand zu anderen Personen zu halten – also lieber auf Händeschütteln, Küsse und Umarmungen zu verzichten.

Frische Luft und warme Kleidung
Der beste Schutz vor einer Grippe ist ein gutes, belastbares Immunsystem. Um die eigenen Abwehrkräfte zu stärken, ist es daher gerade in der kalten Jahreszeit ratsam, auf eine gesunde, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und genug erholsamen Schlaf zu achten. Auch viel Trinken hilft vorzubeugen; Kräutertees eignen sich besonders gut. „Wer den Viren Paroli bieten will, sollte sich warm anziehen, weil Frieren das Immunsystem schwächt“, rät Dr. Wolfgang Reuter. Wichtig: Kopf und Füße gut einpacken, damit sie nicht auskühlen. Um die Immunkräfte zu stärken, helfen Saunagänge und Wechselduschen. Die Schleimhäute bieten zwar eine Barriere gegen Virenattacken – aber nur solange sie nicht austrocknen. Deswegen haben die Viren bei trockener Heizungsluft leichtes Spiel. „Häufiges Lüften zu Hause und am Arbeitsplatz ist deswegen auch im Winter eine gute Idee“, weiß der DKV Experte.

Eine Grippe kann lebensgefährliche Folgen haben
Dr. Wolfgang Reuter warnt davor, das Virus zu unterschätzen: „Mit einer Influenza ist nicht zu spaßen: Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 5000 bis 8000 Menschen daran.“ Meist beginnt sie schlagartig mit Schüttelfrost und einem starken Krankheitsgefühl, dann folgen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Halsschmerzen. „Bei diesen Symptomen sollte sich der Erkrankte sofort an einen Arzt wenden“, rät der DKV Experte. „Denn wenn die Grippe unbehandelt bleibt, drohen ernste Komplikationen.“ Da die Krankheit das Immunsystem schwächt, kann es zusätzlich zu bakteriellen Infektionen kommen. Wer die Grippe verschleppt, kann möglicherweise lebensgefährliche Herzmuskel-, Gehirn- oder Lungenentzündungen davontragen. Umso wichtiger ist, sich voll auszukurieren: Erkrankte sollten Bettruhe wahren, bis die Beschwerden abklingen, und viel trinken. Das Inhalieren mit Salzlösung oder Kamillentee wirkt lindernd und beruhigt die Schleimhäute. Gegen Kopf- und Gliederschmerzen helfen Schmerzmittel. Risikopatienten kann der Arzt antivirale Medikamente verschreiben, die eine Vermehrung der Viren bremsen. Ansonsten gesunde Menschen haben die Krankheit bei normalem Verlauf nach ein bis zwei Wochen überstanden.

Der beste Schutz: Rechtzeitig zur Impfung
Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten besonders gefährdete oder anfällige Personen wie Senioren, Menschen mit chronischen oder Immunerkrankungen sowie Schwangere rechtzeitig mit einer Grippeschutzimpfung vorsorgen. Besonders gefährdet sind außerdem alle, die häufig mit anderen Menschen in Kontakt kommen: Medizinisches und Pflegepersonal, Lehrer, Verkäufer, aber auch Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Bei der Impfung wird ein Totimpfstoff verabreicht, den das Immunsystem als Krankheitserreger erkennt und deshalb Antikörper bildet. Steckt sich ein Geimpfter später tatsächlich mit dem Virus an, reagiert das bereits „vorgewarnte“ Immunsystem sofort und verhindert so den Ausbruch der Krankheit – oder schwächt diesen zumindest erheblich ab. „Da das Grippevirus jedoch häufig seine Erscheinung ändert, reicht der Impfschutz nur für ein Jahr im Voraus. Danach wird eine neuerliche Impfung, meist mit einem neuen Impfstoff, nötig“, weiß Dr. Wolfgang Reuter.

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Gesund mit Hund?

So fördern Vierbeiner Frauchens oder Herrchens Gesundheit

DKV Expertengespräch, 27. Januar 2016

[Gesund mit Hund] Laut Verbrauchs- und Medienanalyse VuMA leben in Deutschland über 9,5 Millionen Hundebesitzer. Viele Studien belegen die positiven Effekte der vierbeinigen Freunde auf die Gesundheit ihrer Besitzer. Welche das im Einzelnen sind, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Wer einen Hund hat, ist gesünder und fitter. Stimmt das?
Haustiere, insbesondere Hunde, können helfen, Risikofaktoren wie Übergewicht, Blutdruck und Cholesterinwerte zu senken. Damit kann in der Folge auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sinken. Eine große Bedeutung misst die Forschung dem aktivitätssteigernden Effekt des Vierbeiners bei. Denn Hundehalter erreichen deutlich öfter die von Ärzten empfohlene Bewegungszeit von 150 Minuten in der Woche als Personen ohne Hunde. Das haben amerikanische Wissenschaftler der Michigan State University herausgefunden. Dieser Zeitraum ist bereits ausreichend, um einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System zu haben. Nach Meinung mehrerer Forscher wirkt die körperliche Aktivität zudem gegen chronische Erkrankungen wie Diabetes, Krebs und chronische Bronchitis. Und: Durch die ständige Bewegung an der Luft bei jedem Wetter unterstützen Hundebesitzer auch ihr Immunsystem. Außerdem gilt: Krankheiten von Tierhaltern bleiben öfter auf einem konstanten Niveau und die Anzahl und Intensität von Anfällen, wie etwa bei Bronchitis, können sich reduzieren. Eine US-Studie konnte nachweisen, dass Tierhalter nach einem Herzinfarkt deutlich bessere Chancen haben: Von 92 Infarktpatienten hatten nach einem Jahr 94 Prozent der Tierhalter überlebt. Bei den übrigen Probanden waren es nur 72 Prozent. Natürlich gibt es aber auch Hundehalter, die nur selten oder sehr kurz mit ihrem Vierbeiner ins Freie gehen. Sie profitieren dann auch nicht von dem aktivitätssteigernden Effekt des Tieres.

Gibt es neben den körperlichen noch weitere Auswirkungen auf Hundebesitzer?
Hunde können auch der Psyche guttun und das Wohlbefinden fördern. Denn bereits durch die Anwesenheit eines Tieres, vor allem aber durch das Streicheln, schütten Menschen das „Kuschelhormon“ Oxytocin aus. Das Hormon stärkt nicht nur die Bindung zum Tier, sondern wirkt auch stressreduzierend, da der Körper weniger Stresshormone, wie etwa Adrenalin oder Cortisol, ausschüttet. Haustiere senken also die Belastung ihrer Halter mit Stresshormonen. Außerdem trägt der Tierkontakt zur Beruhigung bei und fördert die Regeneration. Daher werden Tiere oft im Gesundheitswesen eingesetzt, etwa in Pflegeheimen. Denn der Tierkontakt ist besonders für ältere und demente Menschen sehr wertvoll. Hinzu kommt: Tiere sind ein gutes Mittel gegen Einsamkeit – da die Hundebesitzer beim Gassi gehen leichter mit anderen Personen ins Gespräch kommen.

Was gilt für Kinder in einem Hundehaushalt?
Hunde sind für Kinder nicht nur vierbeinige Spielkameraden – sie haben auch positive Auswirkungen auf deren allgemeinen Gesundheitszustand. Laut einer finnischen Studie erkranken Kinder in Hundehaushalten seltener als Kinder ohne Haustier. Hunde trainieren offenbar das Immunsystem: Eine deutsche Studie hat ergeben, dass Kinder, die mit einem Hund aufwachsen, weniger Blutmarker für Allergierisiken aufweisen. Das gilt vor allem dann, wenn sie bereits innerhalb des ersten Lebensjahres Kontakt zu dem Tier hatten. Konkret heißt das: Kinder, die von Geburt an in einem Hundehaushalt aufwachsen, haben ein bis zu 50 Prozent niedrigeres Risiko, später an einer Allergie oder Asthma zu leiden. Warum dies so ist, ist noch nicht erforscht. Wissenschaftler fanden ebenso heraus, dass die Vierbeiner auch die psychische Entwicklung von Kindern positiv beeinflussen. So wirken Hunde besonders beruhigend auf hyperaktive oder aggressive Kinder. Laut einer französischen Studie sind kindliche Hundehalter verantwortungsvoller, umgänglicher und weniger aggressiv als Kinder ohne Hunde. Junge Familien, die sich einen Hund anschaffen wollen, sollten jedoch auch bedenken, dass der Vierbeiner ebenfalls Aufmerksamkeit benötigt. Das kann auch eine Belastung für die Eltern sein.

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Farbige Kontaktlinsen zum Karneval

ERGO Verbraucherfrage der Woche, 21. Januar 2016

Luisa W. aus Troisdorf:
Zu meinem Karnevalskostüm möchte ich farbige Kontaktlinsen mit einem Muster tragen, um mein Outfit perfekt zu machen. Können solche Linsen den Augen schaden?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:
Kontaktlinsen mit einer Farbe oder einem Motiv können nicht so lange getragen werden wie normale Linsen. Denn die Farbe beziehungsweise das Motiv verschließt die Poren in den Kontaktlinsen und macht sie somit sauerstoffundurchlässiger. Gelangt zu wenig Sauerstoff in die Hornhaut, schwillt diese an. Dadurch sieht der Linsenträger schlechter. Das abgeschirmte, feuchte Milieu unter der Linse ist außerdem ein idealer Nährboden für Keime. Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, sollten Sie solche Linsen daher möglichst kurz, also nur zur geplanten Karnevalsveranstaltung, tragen. Wichtig: Zum Autofahren sind Motivlinsen ungeeignet! Aufgrund der oft begrenzten Pupillenöffnung schränken sie das Gesichts- und Blickfeld ein und können daher Unfälle begünstigen. Allgemein gilt: Wer sich für Kontaktlinsen entscheidet, egal ob für farbige, mit Motiv oder herkömmliche, sollte sich von einem Augenarzt oder Optiker beraten lassen. Er prüft, ob die Augen für das Tragen von Kontaktlinsen geeignet sind und passt die Linsen individuell an. Es empfiehlt sich auch, auf eine gute Qualität der Kontaktlinsen zu achten. Das minimiert das Infektionsrisiko.

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Nachbesserungsrecht des Zahnarztes

ERGO Verbraucherfrage der Woche, 14. Januar 2016

Sabine T. aus Gelsenkirchen:
Meine neue Zahnprothese sitzt nicht richtig und ich habe Schmerzen. Ich vertraue meinem Zahnarzt jetzt nicht mehr. Muss ich zur Nachbesserung zu ihm gehen oder kann ich bei einem anderen Arzt einen Termin vereinbaren?

Anke Hartosch, Expertin der ERGO Direkt Versicherungen:
Gerade im prothetischen Bereich kann es immer wieder mal passieren, dass eine Brücke nicht richtig passt oder die Prothese drückt. Dann gilt: Ihr Zahnarzt hat ein Nachbesserungsrecht. Er muss also die Chance bekommen, den Mangel zu beseitigen. Eine Ausnahme besteht, wenn die Weiterbehandlung für Sie unzumutbar wäre – zum Beispiel, wenn der Arzt vorsätzlich gehandelt hätte. Allein der Umstand, dass Sie aufgrund der zunächst mangelhaften Arbeit das Vertrauen zu Ihrem Zahnarzt verloren haben, reicht dafür in der Regel aber nicht aus. Wichtig: Der Zahnarzt hat kein Recht auf Neuanfertigung! Stellt sich heraus, dass der Zahnersatz völlig unbrauchbar ist, dürfen Sie als Patient den Behandlungsvertrag kündigen und sich einen anderen Zahnarzt suchen. Meine Empfehlung: Sprechen Sie zunächst einmal mit Ihrem Zahnarzt – vielleicht ist bei Ihrer Prothese bereits eine kleine Anpassung ausreichend, dass sie perfekt sitzt.

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Mach doch mal wieder Sport!

Einsteigetipps für Couchpotatos

DKV Verbraucherinformation, 4. Januar 2016

[Sporteinsteiger] Einer der beliebtesten Vorsätze für das neue Jahr: mehr Sport treiben. Doch egal ob Joggen, Radfahren oder Schwimmen – gerade Couchpotatos und Sportmuffel sollten vor dem Start einiges beachten. Wie ungeübte Sportler richtig ins Training einsteigen und an welche Regeln sie sich halten sollten, weiß der DKV Gesundheitsexperte Dr. Wolfgang Reuter.

Vor dem Sport zum Gesundheitscheck
Wer den Entschluss gefasst hat, mit einem Training zu beginnen, möchte meist am liebsten auf der Stelle richtig loslegen. Gerade für Unerfahrene und Untrainierte birgt das aber einige Risiken: Gesundheitliche Folgen von Überbelastung können Schädigungen von Knochen, Sehnen, Bändern sowie Gefäßen, Entzündungen oder eine Schwächung des Immunsystems sein. „Egal welchen Sport Sie betreiben wollen: Sinnvoll ist, vorab zu klären, ob Ihr Körper das auch mitmacht“, rät Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Schnelle Tempo- und Richtungswechsel, etwa bei vielen Ballsportarten, können zum Beispiel bei Gelenkproblemen ein Risiko darstellen. Und bei Personen, die unter Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden leiden, müssen Kraftübungen an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Insbesondere Übergewichtige, chronisch Kranke, aber auch über 35-jährige sportliche Wiedereinsteiger sollten vor Beginn des Trainings ihren Arzt um einen gesundheitlichen Check-Up bitten.

Welche Sportart für wen?
Der Arzt kann ausgehend von der Untersuchung auch Tipps geben, welche Form von Sport infrage kommt. Neben den örtlichen Sportvereinen und Fitnessstudios informieren die Krankenversicherungen oder die Volkshochschulen über sportliche Angebote. Ob Fechten, Bikram-Yoga, Flamenco oder Steh-Paddeln: „Sport sollte Spaß machen, dann bleibt man auch dabei“, rät der DKV Gesundheitsexperte. Übrigens: Bei vielen Kursanbietern gibt es „Schnuppertermine“. So können Sportwillige testen, ob ihnen das Angebot liegt. Und: Mitsportelnde Freunde oder Kollegen sind eine gute Motivationshilfe – denn einen gemeinsam vereinbarten Sporttermin sagt man nicht so leicht wieder ab.

Der Weg ist das Ziel
Immer gilt: Wer jahre- oder vielleicht sogar jahrzehntelang keinen Sport gemacht hat, sollte es langsam angehen. Sonst besteht die Gefahr, sich zu übernehmen. „Wichtig ist, sich realistische Ziele zu setzen. Wer es beispielsweise innerhalb eines Monats vom Sportmuffel zum Marathonläufer bringen will, der wird sich zwangsläufig überfordern“, warnt der DKV Gesundheitsexperte. Jogging-Anfänger sollten beachten, dass langsames Laufen mit zwischenzeitlichen Gehpausen den Körper schont und einen positiven Nebeneffekt hat: Ist der Körper nicht total ausgepowert, regeneriert er sich schneller für die nächste Trainingseinheit. Als guter Anhaltspunkt hat sich bewährt: nur so schnell joggen, dass man sich dabei noch unterhalten könnte. Es empfiehlt sich außerdem, den Arzt nach dem individuellen, optimalen Trainingspuls zu fragen. Das schützt vor Überbelastung. Auch die Motivation bleibt so nicht auf der Strecke. Wer das beherzigt, kann dann schnell Erfolge feiern: „Vielleicht schafft ein ungeübter Läufer anfangs nur 20 Minuten am Stück. Wer aber dabei bleibt und auch regelmäßig Ruhetage einlegt, wird nach ein paar Wochen 45 Minuten oder sogar eine Stunde am Stück laufen können“, so Dr. Reuter. Wichtig ist auch das Aufwärmen vor jeder sportlichen Trainingseinheit. So schützen sich Sportler vor Muskelzerrungen und anderen Verletzungen.

Richtig essen und trinken
Sportler-Kost sollte kohlehydrat- und ballaststoffreich sowie fettarm sein. Außerdem wichtig: Nicht mit vollem oder ganz leerem Magen trainieren! Sportler sollten zudem nicht vergessen, vor und nach dem Training genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Als Faustregel für schweißtreibende Sportarten gilt: Zwei Stunden vor dem Sport einen halben Liter, direkt vor dem Training noch einmal einen viertel Liter, zwischendurch mal einen Schluck und nach dem Sport mindestens einen Liter mineralhaltiges Wasser oder Saftschorlen trinken. Wer mehr als eine Stunde im Freien unterwegs ist – etwa beim Joggen – nimmt sich am besten eine Wasserflasche mit und trinkt zwischendurch davon. Möglichst aber nicht alles auf einmal, damit der Magen nicht zu voll wird.

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