Chronische Krankheiten

Asthma

Beschreibung

Dr. med. Katharina Larisch

Asthma ist eine chronische Erkrankung der Lunge, die in Deutschland weit verbreitet ist. Etwa zehn Prozent der Kinder (vor allem Jungen) und ungefähr fünf Prozent der Erwachsenen (vor allem Frauen) leiden darunter. Damit ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Bei etwa der Hälfte der Kinder verschwindet die Erkrankung später wieder.

Ursache – Überempfindliche, verkrampfte Bronchien

Die genauen Ursachen von Asthma sind bislang unklar. Genetische und Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Zudem gelten allergische Reaktionen der Atemwege (wie Heuschnupfen) als Risikofaktoren.
Die Bronchien eines Asthmatikers sind durch eine chronische Entzündung überempfindlich und gereizt. Bei einem Asthmaanfall verkrampft sich die Bronchialmuskulatur und die Schleimhaut, welche die Bronchien von innen auskleidet, schwillt an. 
Verschiedene Faktoren können einen Asthma-Anfall auslösen:

Dies sind unter anderem:


  • Allergieauslösende Stoffe, z.B. Pollen, Tierhaare, bestimmte Nahrungsmittel etc.
  • Reizende Substanzen wie Tabakrauch oder Staub
  • Kalte Luft
  • Körperliche und seelische Belastungen
  • Atemwegsinfektionen

Infektionen der Atemwege sind für Asthmatiker besonders gefährlich: Die empfindlichen Luftwege reagieren darauf mit häufigeren und schwereren Anfällen.

Symptome – Atemnot und Husten

Das Hauptsymptom bei einem Asthmaanfall ist die keuchende Atemnot. Asthmaanfälle können sehr unterschiedlich verlaufen. Von leichter Atemnot und leichtem Husten bis hin zu schwerster Atemnot können alle Varianten vorkommen. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, die eingeatmete Luft durch die engen Atemwege wieder auszuatmen. Ihr Brustkorb scheint sich aufzublähen, man kann an einem pfeifenden Geräusch förmlich hören, welchen Widerstand die Luft auf ihrem Weg aus der Lunge überwinden muss.

Zusätzlich besteht ein Hustenreiz. Bei einem sehr schweren Asthmaanfall benötigen die Betroffenen oft ihre gesamte Kraft, nur um die lebenswichtigen Atemzüge machen zu können. Jeder Asthmatiker sollte in einer Asthmaschulung lernen, was bei einem Asthmaanfall zu tun ist. Ggf. ist eine Kostenbeteiligung durch den Versicherer möglich. Menschen, die unter schwerster Atemnot leiden, müssen schnellstmöglich notfallärztlich versorgt werden, um gegebenenfalls Sauerstoff und zusätzliche Medikamente zu erhalten.

Im Alltag leiden viele Asthma-Kranke schnell unter Kurzatmigkeit, da die Luftwege bei schwereren Verlaufsformen auch außerhalb eines akuten Asthmaanfalls verengt sind. Auch Hustenanfälle (besonders nachts, mit Auswirf von zäh-glasigem Schleim) sowie ein Engegefühl in der Brust sind typisch. Bei leichteren Formen des Asthmas bestehen dagegen keine dauerhaften Beschwerden.

Je nach den Symptomen unterscheidet man verschiedene Schweregrade des Asthmas.
Bei wiederkehrendem Asthma mit Unterbrechungen treten die Beschwerden höchstens einmal pro Woche auf, nächtliche Symptome maximal zweimal pro Monat. Bei geringgradig andauerendem Asthma zeigen sich die Symptome bis zu einmal pro Tag und mehr als zweimal pro Monat nachts. Bei mittelgradig andauerndem Asthma leiden die Betroffenen täglich unter Beschwerdeepisoden, nachts haben sie häufiger als einmal pro Woche Beschwerden.
Schwergradig andauerndes Asthma liegt vor, wenn jemand tagsüber ständig und auch nachts häufig unter Beschwerden leidet.

Diagnose – Auf Kommando ausatmen

Um die Diagnose „Asthma“ zu stellen, sind nur wenige Schritte nötig:

  • Der Arzt wird genau die Art der Beschwerden und den Zeitpunkt ihres Auftretens erfragen (Anamnese).
  • Mit dem Stethoskop fallen typische Geräusche beim Ausatmen auf.
  • Mit einem einfachen, kleinen Gerät (sogenanntes Peak-Flow-Meter) kann gemessen werden, wie hoch die maximale Flussrate bei der forcierten Ausatmung ist. Eine verminderte Strömungsgeschwindigkeit deutet auf eine Verengung der Bronchien hin. Dieses Gerät könnten Patienten auch selbst zuhause einsetzen. Damit lässt sich rechtzeitig erkennen, wenn sich eine Verschlechterung der Erkrankung anbahnt.  
  • Bei entsprechenden Hinweisen auf ein Asthma ist immer eine gezielte Überprüfung der Lungenfunktion erforderlich. Mittels Spirometrie lassen sich folgende Parameter in Abhängigkeit von der Zeit bestimmen: Ein- und Ausatemvorgänge, Strömungsgeschwindigkeit der Luft sowie die in der Lunge verbleibenden Luftmengen. 
  • Vermutet der Arzt ein allergisches Asthma, so wird er zusätzlich eine Allergietestung einschließlich einer auf Allergien gerichteten speziellen Anamnese vornehmen.
  • In unklaren Fällen lässt sich allergisches Asthma auch mittels Provokationstest erkennen: Der Patient muss hier gezielt eine reizende Substanz inhalieren. Verschlechtert sich die Lungenfunktion oder treten Asthma-Symtpome auf, ist das Testergebnis positiv.

In vielen Fällen besteht die Asthma-Erkrankung lebenslang. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich ausreichend bei einem Facharzt informieren und beraten lassen. Fragen Sie ihn, wenn Sie etwas nicht verstehen. Denn: Je besser Sie über Asthma Bescheid wissen, desto besser sind die Chancen, es gut in den Griff zu bekommen.

Datum: 21. Januar 2011

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