Chronische Krankheiten

COPD Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung

Beschreibung

Dr. med. Katharina Larisch

Die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) ist eine chronische Erkrankung der Lunge. Sie entsteht durch entzündete und dauerhaft verengte Atemwege. Eine COPD entwickelt sich aus einer chronischen Bronchitis und/oder einem Lungenemphysem (Lungenüberblähung). Die Hauptursache der COPD ist das Rauchen. Rund 90 Prozent der Betroffenen sind Raucher oder Ex-Raucher.

Weltweit ist die COPD nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO derzeit die vierthäufigste Todesursache. Schon 2020 werde sie auf den dritten Platz vorrücken, weil immer mehr Menschen rauchten, so die Prognose. In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Atemwegsliga zehn bis fünfzehn Prozent aller Erwachsenen unter einer chronischen Bronchitis – der Vorstufe der obstruktiven Bronchitis. Etwa drei bis fünf Millionen Bundesbürger haben bereits COPD.

Die COPD entsteht in der Regel auf dem Boden einer chronischen Entzündung der Bronchien (chronische Bronchitis). Durch den Entzündungszustand wird das Sekret der Atemwege nicht mehr richtig abtransportiert und staut sich zurück. Anfangs kann sich die Erkrankung noch vollständig zurückbilden, wenn die Ursache der Bronchitis wie das Rauchen eingestellt wird.

Schreitet die Erkrankung weiter fort, verdickt sich die entzündete Schleimhaut in den großen Bronchien und verengt die Atemwege zusätzlich (Obstruktion). Dadurch staut sich die Luft vor den Engstellen. Später bildet sich die Schleimhaut zurück, die Lungenbläschen fallen in sich zusammen. Die Gesamtoberfläche, an der der Austausch von Kohlendioxid und Sauerstoff zwischen Atemluft und Blut stattfinden kann, wird immer kleiner. Die Wandstruktur der Lungenbläschen wird zerstört, sodass die Lunge letztendlich wie ein großer Ballon aussieht (Lungenemphysem).

Insgesamt verschlechtern sich die Lungenfunktion und das Allgemeinbefinden nach und nach. Daneben kann es aber auch zu schubweisen Verschlechterungen (Exazerbationen) kommen, weil sich in den abwehrgeschwächten Atemwegen immer wieder neue Infektionen ausbreiten können.

Ursachen – Reizstoffe für die Bronchialschleimhaut

90 Prozent der COPD-Patienten sind Raucher oder Ex-Raucher. Zigarettenrauch reizt die Atemwege, lähmt die Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut und führt schließlich zu einer chronischen Bronchitis. Wird das Rauchen jetzt nicht eingestellt, so tritt die obstruktive Komponente hinzu, die dann nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Menschen, die große Mengen an Staub, Feinstaub oder Reizstoffen einatmen, sind ebenfalls gefährdet. Auch hier führt die dauerhafte Reizung der Atemwege schließlich zu einer chronischen Bronchitis, die sich zu einer chronisch obstruktiven Bronchitis mit Lungenemphysem fortentwickeln kann.

Darüber hinaus gibt es einige sehr seltene - erblich bedingte - Erkrankungen, die ebenfalls zu einer COPD führen können.

 

Symptome - Husten, Auswurf und Atemnot

Die Krankheit entwickelt sich in mehreren Stadien. Am Anfang kommt es zu Husten mit Auswurf. Morgens nach dem Aufstehen ist der Husten besonders stark und es werden größere Mengen an Schleim abgehustet.

Verengen sich zusätzlich die Luftwege, kommt es zur Atemnot. Die Betroffenen kommen sehr schnell „außer Puste“ und die körperliche Belastbarkeit nimmt ab. Die Erkrankung kann so weit fortschreiten, dass sogar ohne jede körperliche Anstrengung Atemnot und eine dauerhafte Minderversorgung mit Sauerstoff besteht.

Äußerlich lassen sich zwei Typen von COPD-Patienten unterscheiden: Der „pink puffer“ („rosa Keucher“) ist mager und leidet unter schwerer Atemnot. Beim „blue bloater“ („blauer Huster“) klagt vor allem über Husten und Auswurf, ist meist übergewichtig und hat aufgrund des Sauerstoffmangels bläulich verfärbte Lippen und Nagel (Zyanose).

Das Herz von COPD-Patienten muss sich mehr anstrengen, um das Blut durch die versteifte, aufgeblähte Lunge zu pumpen und reagiert mit einer Herzmuskelverdickung. Es kann auch sein, dass das Herz durch die dauernde Anstrengung schließlich schwächer wird und die Herzleistung sinkt (Herzinsuffizienz). Dadurch sinken körperliche Belastbarkeit und Atemkraft weiter.

Die schubweisen Verschlechterungen bei Infektionen machen immer wieder Krankenhauseinweisungen und sogar Behandlungen auf einer Intensivstation notwendig.

 

Diagnose

Schon die Schilderung von Krankengeschichte und Symptomen lässt den Arzt auf eine chronische Lungenerkrankung schließen. Die Diagnose und der Schweregrad der Erkrankung werden anhand folgender Untersuchungen gesichert:

  • Lungenfunktionsuntersuchung (Spirometrie): Dies ist die wichtigste Untersuchung zur Diagnose einer COPD. Es wird gemessen, wie gut und schnell der Betroffene die Luft ausatmen kann und wie weit die Atemwege verengt sind.
  • Bei auffälligen Befunden in der Spirometrie schließt sich die Body-Plethysmographie an. Hier werden die mechanischen Eigenschaften der Lunge (z.B. Elastizität) sowie die Lungenvolumina bestimmt. Diese Spezialuntersuchung erlaubt eine umfassende Bewertung aller Lungenfunktionswerte sowie die Diagnostik eines möglichen Lungenemphysems.
  • Blutgasuntersuchung: Hierbei wird Blut (z.B. aus einem Ohrläppchen) entnommen und gemessen, wie viel Sauerstoff und Kohlendioxid darin enthalten sind. Beide Parameter lassen einen Rückschluss zu, wie gut die Lunge den Körper mit Sauerstoff versorgt und vom Kohlendioxid befreit.
  • Abhören mit dem Stethoskop: Beim Ein- und Ausatmen entstehen Atemgeräusche, die auf die Verengung der Atemwege hinweisen.
  • Blutentnahme: Anhand der Laborwerte lässt sich feststellen, wie stark die Entzündungsreaktion in der Lunge ist und ob zusätzlich eine bakterielle Infektion vorliegt.
  • Röntgen: Das Röntgenbild dient heute vor allem dazu, aufgepfropfte Infektionen wie eine Lungenentzündung zu erkennen. Zudem hilft es, Lungen- und Herzerkrankungen zu erkennen, die ähnliche Symptome wie eine COPD verursachen.

Es ist wichtig, schon eine chronische Bronchitis rechtzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln, damit sich daraus keine COPD entwickelt. Denn diese wird Sie ein Leben lang begleiten und vor erhebliche gesundheitliche Probleme stellen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich ausreichend informieren und von einem Facharzt beraten lassen. Fragen Sie ihn, wenn Sie etwas nicht verstehen. Denn: Je besser Sie über die chronische Bronchitis Bescheid wissen, desto besser sind die Chancen, sie gut in den Griff zu bekommen.

Datum: 21. Januar 2011

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