Krebs

Darmkrebs

Beschreibung

Dr. med. Katharina Larisch

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in den westlichen Ländern. Bei Männern und Frauen rangiert Darmkrebs auf Platz zwei - nach Prostata- bzw. Brustkrebs. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 37.000 Männer und 33.000 Frauen neu daran, berichtet die Deutsche Krebshilfe (2010). Die Sterblichkeit ist jedoch rückläufig. Die Krankheit tritt überwiegend nach dem 50. Lebensjahr auf. Männer erkranken durchschnittlich mit 69 Jahren, Frauen mit 75 Jahren an Darmkrebs.

Darmkrebs entsteht in den allermeisten Fällen im Dick- und Mastdarm. Mehr als die Hälfte aller Darmtumoren findet man im letzten Darmabschnitt, also im Mastdarm (Rektum). Der Krebs geht dabei meist von der Schleimhaut aus, die den Darm von innen auskleidet. Krebserkrankungen des Dünndarms sind sehr selten. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten wie etwa Lungenkrebs kann Darmkrebs durch Früherkennung in sehr frühem und damit gut heilbarem Stadium erkannt werden. Das gelingt aber nur, wenn Sie die Möglichkeit zur Krebsfrüherkennung auch regelmäßig wahrnehmen.

Ursachen

Etwa 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entwickeln sich aus einem zunächst gutartigen Darmpolypen. Die Entartung vom Darmpolyp zum Darmkrebs dauert rund zehn Jahre, ist aber individuell sehr unterschiedlich. Verursacht wird das durch eine Genveränderung (Mutation) in den Schleimhautzellen der Darmwand.

Was die Ursache dieser Genveränderungen ist, lässt sich im Einzelnen meist nicht sagen. Darmkrebs entsteht nicht durch ein einziges schädigendes Ereignis, vielmehr tragen mehrere Faktoren zu diesem Umwandlungsprozess bei.

Ein Risikofaktor ist falsche Ernährung. Wer viel Fett, viel Alkohol und wenig Ballaststoffe zu sich nimmt, ist stärker gefährdet als jemand, der fettarm und fleischarm isst, viel Ballaststoffe durch Obst und Gemüse aufnimmt und seinen Alkoholgenuss beschränkt. Auch sehr stark übergewichtige Menschen bekommen häufiger Darmkrebs. Weitere Risikofaktoren sind Nikotin und Bewegungsmangel.

Es gibt auch bestimmte chronische Entzündungen der Darmschleimhaut, die das Darmkrebsrisiko erhöhen. Dazu gehören vor allem Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Nach etwa zehn Jahren steigt bei schweren Verläufen dieser beiden Erkrankungen das Krebsrisiko an.

Manchmal wird die Veranlagung zu Darmkrebs vererbt. Dann sind Darmtumoren in der Familie sehr häufig und treten bereits bei Menschen in jungen Jahren auf. Etwa zehn Prozent aller Darmkrebserkrankungen sind Folge einer solchen erblichen Vorbelastung. Beispiel ist die so genannte familiäre adenomatöse Polyposis (FAP), bei der unzählige Polypen im Darm auftreten.

 

Symptome

Darmkrebs wächst nicht von heute auf morgen, sondern langsam im Lauf von Jahren oder sogar Jahrzehnten. Daher spüren die Betroffenen meist lange nichts von der Gefahr im Darm. Deshalb spielt die Früherkennung bei Darmkrebs eine herausragende Rolle.

Es gibt einige Alarmzeichen, die auf Darmkrebs hinweisen können. Dazu zählen:

  •  Blut im Stuhl, das ihn rot oder schwarz färbt.

  •  Die Verdauung ändert sich: Durchfall und Verstopfung wechseln sich ab.

  • Es kommt zu Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit.

  • Der Stuhl ist bleistiftdünn.

  • Die Leistungsfähigkeit nimmt ab, der Betroffene leidet unter ständiger Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

  • Schmerzen treten meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf.

Lassen Sie diese Beschwerden dringend von einem Arzt abklären. Nur er kann herausfinden, ob hinter den Symptomen etwas Ernstes steckt oder ob es sich nur um ein harmloses Problem wie etwa Hämorrhoiden handelt.

 

Diagnostik

Es gibt eine ganze Reihe von Untersuchungsmethoden, mit denen sich Darmkrebs diagnostizieren lässt. Damit kann der Arzt abklären, ob es sich tatsächlich um einen Tumor handelt und - wenn ja -  wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Einige der Untersuchungen werden auch zur Früherkennung eingesetzt, beispielsweise die Darmspiegelung. Bei der Diagnose einer Krebserkrankung zählt jeder Tag. Je schneller die Diagnose erfolgt, desto besser stehen die Heilungschancen. Daher sollten Sie bei den oben genannten Beschwerden oder einem Verdacht umgehend einen Spezialisten aufsuchen.

Die wichtigste Untersuchungsmethode zum Nachweis eines Tumors ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei wird eine Art Schlauch mit Glasfaseroptik oder Videochipkamera über den After in den Darm geschoben und der gesamte Dickdarm untersucht. Dazu muss der Darm vollständig entleert sein. Aus verdächtigen Veränderungen werden während der Untersuchung Gewebeproben (Biopsie) entnommen. Diese werden anschließend auf Krebszellen untersucht. Darmpolypen werden meist schon während der Darmspiegelung mittels einer kleinen Schlinge entfernt. Auch sie werden unter dem Mikroskop untersucht.

Selten wird der so genannte Kolon-Kontrasteinlauf durchgeführt. Dabei wird bei entleertem Darm ein Kontrastmittel als Einlauf über den After in den Dickdarm verabreicht und der Darm anschließend geröntgt. Zum Einsatz kommt diese Untersuchung, wenn eine komplette Koloskopie nicht möglich ist, zum Beispiel bei Verwachsungen nach einer Operation.

Steht die Diagnose Darmkrebs, müssen weitere Untersuchungen folgen. Es wird festgestellt, wie weit sich der Tumor ausgedehnt hat. Dazu zählen Ultraschalluntersuchung (Sonografie), Computertomografie (CT), Kernspintomografie (=Magnetresonanztomografie, MRT) und verschiedene Laboruntersuchungen.

Erst wenn alle notwendigen Untersuchungen abgeschlossen sind kann eine optimale Behandlung eingeleitet werden. Eine Krebserkrankung ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die weitreichende Konsequenzen hat. Daher ist es wichtig, dass Sie sich über alle Facetten der Erkrankung informieren. Besprechen Sie alle Aspekte mit Ihrem Arzt, der ein Spezialist für Krebserkrankungen sein sollte. Nur dann können Sie gemeinsam die richtigen Entscheidungen treffen.

Datum: 17. Januar 2011

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