Herz- / Kreislauferkrankungen

Herzinsuffizienz

Beschreibung

Dr. med. Katharina Larisch

Das Herz ist ein Muskel, der Blut durch den Körper pumpt und dadurch alle Organe ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei Menschen mit Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) hat das Herz nicht mehr genug Kraft für diese Aufgabe. Ein gesundes Herz pumpt im Ruhezustand fünf bis sechs Liter Blut pro Minute durch den Körper, das geschwächte Herz schafft dagegen manchmal nur noch zwei Liter pro Minute. In der Folge werden die Organe nicht mehr richtig durchblutet und das Blut staut sich vor dem Herzen.

Die Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Erkrankungen weltweit. Jährlich erkranken etwa 375 von 100.000 Männer und 290 von 100.000 Frauen neu an einer Herzmuskelschwäche. Männer erkranken meist etwas früher als Frauen. Generell sind beide Geschlechter jedoch gleich häufig betroffen. Die meisten Neuerkrankungen treten zwischen dem 70. und 80. Lebensjahr auf.

Ursachen

Bluthochdruck und Erkrankungen der Herzkranzgefäße sind die Hauptursachen der Herzmuskelschwäche. Seltener schädigen Herzmuskelentzündungen, Herzklappenfehler Alkohol- und Drogenmissbrauch den Herzmuskel.

Ein Herzinfarkt zerstört gesundes Herzmuskelgewebe und es wird durch Narbengewebe ersetzt. Das Herz dehnt sich dabei mehr und mehr aus und das Pumpen fällt zunehmend schwer. Das Herz ist zwar groß, aber krank und schwach und kann seine Aufgabe nicht mehr erfüllen.

Beim schlecht eingestellten Bluthochdruck muss der Herzmuskel dauerhaft gegen den hohen Druck in den Gefäßen anpumpen. Zunächst kann er die Aufgabe noch bewältigen, indem er Muskelmasse aufbaut wird. Mit der Zeit wird der Herzmuskel aber so dick, dass er selbst nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Dann geht Herzmuskelgewebe wie bei einem Herzinfarkt zu Grunde und die Herzhöhlen vergrößern sich.

 

Symptome

Ein schwaches Herz kann das Blut nicht mehr ausreichend in das Blutgefäßsystem pumpen; umgekehrt wird Blut, das von den Organen zum Herzen zurück kommt, nicht schnell genug weitergepumpt - es kommt zum Rückstau.

Anfangs verursacht ein geschädigter Herzmuskel kaum Beschwerden. Mit der Zeit nimmt aber die Leistungsfähigkeit des Herzens immer weiter ab. Häufig äußert sich die Herzschwäche durch eine allmählich zunehmende Luftnot, zunächst bei starken oder stärkeren körperlichen Belastungen, bemerkbar. Betroffene bemerken zusätzlich dicke Knöchel am Abend. Der Grund: Wasser lagert sich an Knöcheln und Fußrücken (Oedeme) ein. Nachts verspüren viele dauernden Harndrang, weil die Nieren jetzt die überflüssigen Wassermengen wieder ausscheiden.

Nimmt die Herzmuskelschwäche zu, müssen die Betroffenen selbst bei einfachen Tätigkeiten wie Einkaufen oder Spazieren gehen Pausen einlegen, weil die Luft knapp wird. Schlafen ist dann auch nur noch mit mehreren Kissen und einem leicht erhöhten Oberkörper möglich. Bei einigen Patienten kann die Herzschwäche auch zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen führen. Hier besteht das Risiko des plötzlichen Herztodes.

Mediziner teilen die Herzschwäche gemäß den Richtlinien der "New York Heart Association“ in vier Stadien ein. Das Stadium hängt davon ab, ab welchem Grad der Belastung Beschwerden auftreten:

NYHA I (ohne Symptome)
Der Patient ist körperlich nicht eingeschränkt. Er leidet weder unter Kurzatmigkeit, noch ermüdet er während einer körperlichen Betätigung. Bei apparativen Untersuchungen wie beispielsweise einem Ultraschall des Herzens ist aber bereits eine Herzinsuffizienz nachweisbar.


NYHA II (leicht):
Die Herzinsuffizienz ist mild, die körperliche Leistungsfähigkeit ist leicht eingeschränkt; keine Beschwerden in Ruhe oder geringer Anstrengung; stärkere körperliche Belastung führt zu Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris (z.B. Bergauf laufen, Treppen steigen)


NYHA III (mittelschwer):
Es besteht eine höhergradige Herzinsuffizienz. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist bei bei normalen Tätigkeiten deutlich eingeschränkt, nicht aber Ruhe; geringe körperliche Belastung verursacht Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris (z.B. beim Gehen auf gerader Strecke in der Ebene).


NYHA IV (schwer):
Es besteht ein schwere Herzinsuffizienz. Der Patient verspürt Beschwerden bei allen körperlichen Aktivitäten und in Ruhe, es besteht Bettlägerigkeit.

Diagnose

Schon aufgrund der geschilderten Beschwerden kann der Arzt die richtige Diagnose stellen. Wichtig ist es, eine mögliche Ursache für die Herzschwäche zu finden. Nach einer körperlichen Untersuchung schließen sich meist folgende Untersuchungen an:

  • Blutdruck messen,
  • Blut abnehmen,
  • EKG und
  • ein Ultraschall vom Herzen.

Je nach vermuteter Ursache der Herzinsuffizienz sind noch weitere Untersuchungen notwendig.

Eine Herzinsuffizienz ist keine harmlose Alterserscheinung, sondern eine schwerwiegende Krankheit, die Sie ein Leben lang begleiten wird. Sie selbst können viel für Ihre Gesundheit und Lebensqualität tun. Daher ist es wichtig, dass Sie sich über alle Facetten der Erkrankung informieren. Je besser Sie über die Krankheit Bescheid wissen, desto besser können Sie Ihre Erkrankung auch managen.

Datum: 21. Januar 2011

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