Vorsorgeuntersuchungen

Schutzimpfungen

Warum und Wie

Dr. med. Katharina Larisch

Pocken oder Tetanus sind gefährliche Infektionskrankheiten, die viele Ärzte heute nur noch aus Fachbüchern kennen. Dank der Schutzimpfungen haben sie ihren Schrecken verloren. Als Folge des weltweiten Pockenimpfprogramms gilt die Welt heute als pockenfrei. Früher starben an dieser Krankheit viele Menschen. Jetzt hat die Weltgesundheitsorganisation WHO der Kinderlähmung den Kampf angesagt. Bisher ist es nicht gelungen, auch diese Infektion auszurotten. Der Grund ist eine mangelnde Impfung der Bevölkerung, sodass sich der Keim immer wieder vermehren kann.

Einige Impfungen wie Diphterie oder Tetanus müssen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden - das heißt auch im Erwachsenenalter. Nehmen Sie fehlende Impfungen nicht auf die leichte Schulter und lassen Sie sich beraten, welche Nachimpfungen notwendig sind.

Wer in bestimmte Urlaubsländer reist, kommt um manche Reiseimpfungen nicht herum. Denn sonst besteht die Gefahr, dass Sie gefährliche Souvenirs aus Ihrem Urlaub mitbringen. Welche Impfungen nötig sind, hängt von Reiseziel, Reisedauer und Ihrer Art des Reisens ab. Lassen Sie sich vor einer Reise von einem Spezialisten beraten, welche Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen für Sie notwendig sind. Er kann einen individuellen Impfplan für ihren nächsten Urlaub erstellen.

 

Verschiedene Impfstoffe

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Impfstoffen: Die Tot- und die Lebendimpfung.

Totimpfstoffe enthalten abgetötete Erreger, manchmal auch nur Bruchstücke der Erreger oder das krankheitsverursachende Gift. Die Erreger können sich nicht vermehren und auch keine Krankheiten mehr auslösen. In der Regel haben Totimpfstoffe deshalb auch geringere Nebenwirkungen als Lebendimpfstoffe. Andererseits lässt der Impfschutz mit der Zeit nach, sodass eine Auffrischimpfung notwendig ist. Totimpfstoffe werden beispielsweise gegen Keuchhusten, Diphterie oder Tetanus eingesetzt.

Lebendimpfstoffe enthalten eine sehr geringe Menge lebender Keime. Sie sind so abgeschwächt, dass sie sich zwar noch vermehren, aber nicht mehr das volle Krankheitsbild auslösen können. In einigen Fällen treten nach der Impfung Beschwerden auf. Sie sind deutlich schwächer als die eigentliche Krankheit und dauern nur wenige Tage an. Dafür hält bei manchen Lebendimpfungen der Schutz nach einer Grundimmunisierung lebenslang an. Lebendimpfstoffe werden unter anderem gegen Mumps, Masern oder Röteln eingesetzt.

 

Was im Körper passiert

Der Körper erkennt den Impfstoff als „fremd“ - egal ob es sich um einen Tot- oder Lebendimpfstoff handelt. Er bildet so genannte Antikörper gegen die Erreger bzw. Erregerbestandteile aus dem Impfstoff. Die Antikörper machen den fremden Impfstoff unschädlich. Gleichzeitig bildet das Immunsystem Gedächtniszellen. Sie merken sich den Krankheitserreger und zirkulieren im Blut.

Tritt nun ein Krankheitserreger in die Blutbahn ein, der dem Immunsystem entweder durch eine vorherige Erkrankung oder durch eine Impfung bekannt ist, wird er von einer Gedächtniszelle erkannt und gebunden. Durch dieses Wiedererkennen wird sofort eine umfassende Abwehrreaktion des Immunsystems ausgelöst und alle Erreger werden unschädlich gemacht, bevor sie sich vermehren können.

Auch wenn Impfungen allgemein empfohlen sind, gibt es Situationen, in denen Sie sich nicht impfen lassen sollten. Dazu zählen akute Erkrankungen wie Grippe oder Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs. Schwangere oder Personen mit einer Störung des Immunsystems sollten sich vom Arzt beraten lassen, welche Impfungen für sie notwendig und welche gefährlich sind.

 

Impfungen pro und kontra

Viele Kinderkrankheiten verlaufen nicht harmlos und können zu lebensgefährlichen Komplikationen führen. Bei einer Masernepidemie stirbt im Durchschnitt eines von 10.000 Kindern. Ernste Impfkomplikationen oder -schäden treten - je nach Impfung - nur bei einer von mehreren 100.000 bis 1.000.000 Impfungen auf. Daher ist gefährlich, sein Kind auf so genannte „Masern-Partys“ zu schicken, statt es impfen zu lassen. Bei ungeimpften Erwachsenen, die an einer „Kinderkrankheit“ erkranken, sind gefährliche Komplikationen noch häufiger.

Immer wieder wurde diskutiert, ob die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln ein Risiko für die Entstehung des Autismus darstellt. Mittlerweile konnte das in vielen Studien widerlegt werden.

Datum: 21. Januar 2011

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